Zwischen Pride, Politik und Perspektiven - Inklusion kennt keine Sommerpause
Der Monatsrückblick auf den Monat Juli 2026 mit Kobinet Nachrichten-Redakteur Ottmar Miles-Paul
01.08.2026 76 min Sascha Lang & Ottmar Miles-Paul
Zusammenfassung & Show Notes
Der Juli 2026 hatte es in sich – politisch, gesellschaftlich und behindertenpolitisch. Gemeinsam werfen Sascha Lang und kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul einen ausführlichen Blick auf die Themen, die den vergangenen Monat geprägt haben. Dabei geht es nicht nur um Schlagzeilen, sondern vor allem um die Frage, welche Auswirkungen politische Entscheidungen ganz konkret auf das Leben von Menschen mit Behinderung haben.
Im Fokus steht die überraschende Kabinettsumbildung der Bundesregierung und die damit verbundenen Veränderungen in der Gesundheits- und Sozialpolitik. Die beiden diskutieren den Rücktritt von Jens Spahn, den Wechsel im Bundesgesundheitsministerium, die Rolle von Carsten Linnemann sowie die Folgen ständiger Personalwechsel für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Warum muss die Behindertenbewegung neuen Verantwortlichen immer wieder dieselben Themen erklären? Weshalb fehlt es häufig an Kontinuität, wenn es um Barrierefreiheit und Teilhabe geht? Und welche Signale sendet die Politik derzeit an Menschen mit Behinderung?
Doch der Monatsrückblick bleibt nicht bei der Bundespolitik stehen. Es geht um aktuelle Entwicklungen im Gesundheitswesen, die Diskussion über eine mögliche Reduzierung der Krankenkassen, die Frage nach einem gerechteren und transparenteren Versorgungssystem sowie um einen spannenden Vergleich zwischen dem deutschen und dem luxemburgischen Gesundheitsmodell. Gleichzeitig sprechen Sascha und Ottmar über Verantwortung, politische Glaubwürdigkeit und darüber, warum Vertrauen in demokratische Prozesse gerade jetzt wichtiger denn je ist.
Natürlich kommen auch zahlreiche weitere Themen aus den kobinet-Nachrichten zur Sprache: aktuelle Meldungen aus der Behindertenpolitik, neue Personalentscheidungen, Entwicklungen in den Bundesländern, sozialpolitische Debatten, Fragen rund um Assistenz, Pflege, Selbstbestimmung und Barrierefreiheit sowie Nachrichten, die in den klassischen Medien oft nur wenig Beachtung finden. Immer mit dem Blick darauf, welche Chancen, Risiken und Auswirkungen diese Entwicklungen für die Community mit sich bringen.
Wie gewohnt bleibt es nicht bei der reinen Nachricht. Sascha Lang und Ottmar Miles-Paul ordnen ein, diskutieren kontrovers, teilen persönliche Einschätzungen und zeigen unterschiedliche Blickwinkel auf. Mal kritisch, mal nachdenklich, manchmal mit einem Augenzwinkern – aber immer mit dem Ziel, Zusammenhänge verständlich zu machen und den Menschen hinter den Schlagzeilen eine Stimme zu geben.
Ein informativer, meinungsstarker und abwechslungsreicher Monatsrückblick für alle, die Inklusion nicht nur als Schlagwort verstehen, sondern wissen möchten, was sich im Juli 2026 tatsächlich bewegt hat – und warum viele dieser Entwicklungen uns alle betreffen.
Links zum IGEL Podcast
Podcast „IGEL – Inklusion Ganz Einfach Leben“
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Transkript
Mit eurem Inklusator, Sascha Lang.
EGEL Inklusion, ganz einfach leben. Der Podcast für gelebte Inklusion.
Es ist der 1. August 2026.
Und wir schreiben die Episode 342. Was heißt das? Der erste Tag des Monats?
Das bedeutet Monatsrückblick. Mein Gast wird gleich sein, Nachrichtenredakteur,
Autor und Aktivist Ottmar Malz-Paul. Ein gut gefüllter Monat.
Juli gab es und deshalb haben wir auch ganz viele spannende Themen.
Selbstverständlich hatte uns die Kabinettsumbildung von Dr.
Friedrich Merz nicht losgelassen. Dem Kanzler, dem wirklich kein Fettnäpfchen zu groß ist.
Ja, und wie viele Auswirkungen das auf die Behindertenpolitik hat,
das besprechen wir auch.
Ich wünsche Ihnen diese Ausgabe voller spannender Themen, viel Spaß und gute
Unterhaltung. Mein Name ist Sascha Lang, ich bin euer Inklusator. Welcome to the show.
Igel Inklusion, ganz einfach lebender Podcast für geliebte Inklusion.
Herzlich willkommen. Das ist die Episode 342. Es ist der 1.
August 2026. Das heißt Monatsrückblick auf den Monat Juli. Heute mit einem verschnieften,
hochallergisch reagierenden Ottmar Malz-Paul. Herzlich willkommen.
Ja, hallo Sascha, hallo ihr da draußen.
Wenn ich also hier etwas komisch verschnupft klinge, vielleicht sogar Niesanfälle kriege.
Also wie gesagt, es ist die Allergie.
Verschnupft bin ich natürlich über einiges anderes, was so läuft oder nicht
läuft, aber heute ist die Allergie.
Ja, das war meine direkte Frage. Allergisch gegen was?
Normalerweise ja gegen Pollen und so weiter, aber vielleicht auch allergisch gegen die Politik?
Ja, bei mir sind es eigentlich die Milben. Und die Milben, die sind das Problem,
wenn ich länger im Zug sitze, dann sind da ja die Sitze zum Beispiel,
dann zahle ich oft einen Preis dafür. Aber die Milben sind ja überall.
Aber es wurde noch nie der Allergietest so gemacht, was meine Allergie eventuell,
gegen politisches Handeln oder Nichthandeln ist.
Also von daher müsste ich mal meinen Arzt fragen, ob darin vielleicht die Hauptursache
liegt, denn ich sage mal, ich glaube, Gelegenheiten oder Anlässe,
verschnupft zu sein über das, was alles so passiert,
hätten wir, glaube ich, genug auch, wenn du, Sascha und ich,
wir sind ja schon viele Jahre dabei, eigentlich hartgesotten sind.
Aber es fordert doch immer wieder und verschlupft kann man durchaus auch im
Juli 2026, wenn man auf diesen Monat blickt, auf die Politik sein.
Ja, und trotzdem, wenn man hart gesotten ist, also das, was Scholz und Konsorten
geliefert haben, war schon ziemlich heftig.
Aber was März und Konsorten liefern, das ist ja noch eine Etage tiefer.
Also ich glaube, dass die Kohlenkraftwerke unten drunter keinen Platz mehr haben,
um da noch tiefer zu graben.
Also was da politisch mal unabhängig von Behindertenpolitik in diesem Monat
los war, wie schätzt du das als auch politisch interessierter Mensch ein?
Und was hat das auch für Konsequenzen eventuell für die Behindertenpolitik mit
dieser Kabinettsumbildung, die ja mehr katastrophal, also Management in privatem
Management und auch im Fußballmanagement wäre der Manager gefeuert.
Ja, also es ist manchmal wirklich schwer erträglich, vor allem,
wie gesagt, wir sind kurz vor drei wichtigen Landtagswahlen,
vor der Kommunalwahl in Niedersachsen, die im September stattfindet.
Also ich hätte jetzt erwartet, der Bundestag geht in die Sommerpause,
die Parteien versuchen sich jetzt so gut wie möglich zusammenzureißen und,
die Wahlkämpfe in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern eher zu beflügeln.
Und dann kommt natürlich so eine Geschichte wie Jens Spahn und Leihmutterschaft
USA und noch ein Post, wie er sich freut.
Und als ich das gesehen habe, da habe ich schon gedacht, au weia, das wird was Größeres.
Und Jens Spahn ist für uns, und da
kommt auch diese Schnittstelle zur Behindertenpolitik, kein Unbekannter.
Er hat ja zum Beispiel auch die Pflegeintensivbeatmung als Minister.
Da hat er auch viel rumgekürzt und rumgemacht, den Zorn auf sich gezogen.
Raul Krauthausen, die hatten damals das Ministerium kurze Zeit besetzt,
wo dann der Spahn auch mit denen geredet hat.
Und jetzt kommt so einer, der sich eigentlich nicht groß darum schert,
was die Gesetze hier im Land sind.
Und da frage ich mich, meine Güte, wo ist das Fingerspitzengefühl? Wo ist der Anstand?
Und B, erzählt mir doch keiner, dass wenn der in die USA geht,
sein Kind da in Empfang nimmt, dass das nicht bekannt ist und so eine Überraschung.
Also wo ist hier das Management?
Die wären eigentlich schon lange gefeuert. Jetzt haben wir die Situation,
jetzt haben wir einen Bundesgesundheitsminister, der noch vor gut einem Jahr
verkündet hat, ja nee, das kann er ja nicht, als er einen anderen Posten hatte.
Und jetzt kann er es natürlich doch, sagt er.
Ja, und da frage ich mich, meine Güte, was senden die aus?
Und wie soll ich Leute motivieren? Mensch, engagiert euch in der Politik.
Ja, da sind Leute, ja, man ist nicht immer mit denen einverstanden,
aber es ist halt demokratisch und all das. Und jetzt so eine Umbildung,
wo Leute hin und her verschoben und versetzt werden.
Und dann wird auch noch der parlamentarische Staatssekretär,
der bisher im Bundesgesundheitsministerium, der wird auch noch ausgetauscht.
Und das muss ich sagen, ich verstehe ja so manches, aber dass jetzt,
wenn jetzt die Ministerin Barken sozusagen ins Kanzleramt dort als Kanzleramtsministerin
geht, da kann ich ja noch sagen, gut.
Da sind Verschiebungen. Aber warum haut man dann noch den parlamentarischen Staatssekretär raus?
Und ich glaube, so gesamtpolitisch, also antidemokratische Kräfte kriegen so einen Rückenwind.
Und für uns als Behindertenbewegung ist es natürlich fatal, weil.
Es wird ja immer getan, wir müssen aufklären. Und mit jedem neuen Ministerin
oder Abteilungsleiter, Staatssekretärer
müssen wir im Prinzip wieder gucken, wie können wir denen vermitteln,
was für behinderte Menschen wirklich wichtig ist, worum es uns geht,
was Selbstbestimmung bedeutet,
was sie konkret tun können.
Und dann führt man diese Gespräche und man dreht sich kaum um,
schon sind die wieder woanders, weil anscheinend können die ja alles.
Heute manage ich das und morgen das. Und wir fangen im Prinzip jetzt wieder
mit Carsten Linnemann an, zu überzeugen, dass wir doch ein barrierefreies Gesundheitswesen brauchen.
Ja, und ich glaube, das ist so diese Großpolitik, wo man ja den Kopf schüttelt,
die schlägt sich natürlich in vielen anderen Bereichen unten durch.
Und was mich so ein bisschen ärgert, das ist so dieses Abwicklungsmanagement.
Also das kennt man von Firmen, da werden die Leute immer wieder versetzt,
sie kündigen die Leute, das ist so, es wird unpersönlicher gemacht.
Die gehen rein, machen dann irgendwas, schmeißen Leute rein,
strukturieren um und dann hauen die wieder ab.
Und ich finde, das sollte in der Politik nicht sein. Wir brauchen doch fachlich
fundierte Leute, die sich da auskennen und auch die Verantwortung tragen.
Die schieben was an und kaum gucken, sind sie wieder woanders.
Ich finde, wenn man Reformen vorantreibt, dann sollte man die auch als Ministerin,
Minister möglichst lange, wenn jetzt nicht da irgendwie der Teufel oder irgendwas
Großes dazwischen kommt, auch entsprechend begleiten und auch dafür gerade stehen.
Und jetzt kann Lindemann sagen, ach ja, das kam ja von meiner Vorgänger. Naja, du merkst das.
Das Einzige, was ich bei Lindemann gut finde, ist, dass er wirklich in Erwägung
zieht, die Krankenkassen zu reduzieren. Also das ist wirklich,
er hat das ja schon mal gesagt gehabt, als er noch nicht Minister war.
Das ist nochmal wiederholt. Also da gehe ich ja wirklich mit ihm konform.
Ich bin ja wirklich definitiv kein Freund von 92 oder 100 oder früher war es mal 203 Krankenkassen.
Ich bin der Meinung, dass das einfach Perle vor die Säue werfen ist.
Das ist ein Wasserkopf, der viel zu groß ist.
Also da gehe ich wirklich konform, weil das ist glaube ich ein Verhängnis,
was in Deutschland zutage kommt.
Wir brauchen keine 92 Krankenkassen, wir brauchen 16 Krankenkassen,
die aber alle einheitlich und nicht konkurrenzfähig nebeneinander.
Ich biete dir 3 Cent mehr wie dir und du kriegst 3 Cent bei mir weniger abgezogen
wie du, sondern für mich müssten es 16 Krankenkassen geben für jedes Bundesland, eine Krankenkasse.
Die für Arbeitnehmer zuständig ist und diese Krankenkassen müssten alle dasselbe
anbieten und nicht je nachdem, wo du wohnst, du kriegst den Rollstuhl und wenn du über die Grenze.
Fährst, kriegst du halt keinen, sondern wirklich in Nomoklatüren auch die Preise
überall gleich und so weiter.
Das wäre für mich so, wie das in Luxemburg läuft. In Luxemburg haben wir zwei
Krankenkassen, und zwar die
für Angestellte und die für Funktionäre und Beamte von Staat und Kommunen.
Und diese zwei funktionieren aber nach dem gleichen Level. Also es ist nicht
so, dass der Beamte mehr kriegt als der andere, sondern die funktionieren nach dem gleichen Level.
Und es gibt mit den Ärzten und mit der gesamten Gesellschaft in einer Quartepartie,
da sitzt das Gesundheitswesen, da sitzen die Patientenvertretungen,
da sitzt die Regierung und das Patronat.
Tronade, also die Arbeitgeber sitzen zusammen und klären und schreiben und notieren
und verhandeln und sagen, wie die Beiträge aussehen müssen, wie die Sachen aussehen
müssen, was bezahlt wird, was nicht bezahlt wird.
Ich glaube, dass das auch in so einem großen Land wie Deutschland machbar ist,
wenn sie einfach nur ihre Arschbacken zusammenkneifen würden und das Ganze mal
von diesem Landeslevel auch runternehmen, weil das ist, für mich darf es.
Und sowieso gibt es für mich viele, viele Probleme in Deutschland.
Es darf nicht abhängig sein, wo ich wohne, wie viel Blindengeld ich kriege.
Es darf nicht abhängig sein, wo ich wohne, ob ich GEZ im verminderten Betrag bezahle oder gar keine.
Es darf nicht abhängig sein, in welchem Bundesland ich lebe,
wie viel Bürgergeld ich kriege.
Es darf nicht abhängig sein, in welchem Bundesland ich lebe,
ob ich welche Krankenkassenmöglichkeiten, Unterstützung ich kriege.
Das darf einfach nicht. Für mich ist, wir wohnen in einem Land,
in einem deutschen gesamten Bundesland, Land, Deutschland. Und das muss alles
für mich gleich sein. Das darf nicht der Unterschied machen.
Ja, diese Meldung, das hatte ich auch gesehen, als der Carsten Linnemann gehandelt
wurde, als neuer Gesundheitsminister, dass er das auf 10, glaube ich,
war genannt oder so ähnlich, wollte er die Krankenkassen reduzieren.
Das wäre ja mal was, wenn er das anpacken würde, aber was manchmal viel Musik
da drin steckt, da sind sozusagen,
immer ein eigenes Management, da sind Posten drin, die Krankenkassen,
die werben manchmal, ich finde, für unsinnigste Sachen, weil sie natürlich in
Konkurrenz zu anderen Krankenkassen stehen.
Also ein System, das für die Beitragszahler, wo sie eigentlich zuständig sind,
da wird so viel Geld und Energie verpulvert.
Und das war auch eine Meldung, die jetzt im Juli aufschlug. Ich weiß nicht mehr
genau, welche Krankenkasse es waren oder welche.
Die haben da über 100 Millionen, ich glaube fast 170 Millionen.
170 Millionen verzockt in Immobilien.
Bist du für meine Gesundheit zuständig oder für mein Wohnbereich zuständig?
Dann wäre es ja wenigstens gut, Sie hätten sozialen Wohnungsbau damit betrieben.
Ja, und das sind die Sachen, wo ich denke, meine Güte, also lasst uns das einfacher,
lasst uns das besser machen.
Und ich meine, das ist auch das bei Jens Spahn. Jetzt hat Jens Spahn natürlich
einen Weg gewählt, der hier in Deutschland nicht geht.
Er gibt seinen Fraktionschefposten ab, aber er bleibt ja bei der Bundestag.
Er hätte ganz zurücktreten, das geht für mich gar nicht. Der kriegt ja noch
die Diäten, der kriegt noch die Rente, der kriegt noch den ganzen Schall, der hat doch...
Och, gib mal die Fraktion. Und dann verstehe ich auch nicht,
warum dann irgendeiner der Hergelaufenen als Fraktionsdings da hinkommt.
Also ich verstehe sowieso die deutsche Politik nicht. Für mich müsste ja dann
der neue Fraktionspräsident aus den Bundestagsabgeordneten kommen.
Und wenn ich das richtig verstanden habe, ist der jetzt nicht oder ist der Abgeordneter?
Doch, doch, doch. Ich glaube, der Freie, der war Kanzleramtsminister und du
hast es oft, dass die Minister sozusagen auch Abgeordnete sind. Ja, aber.
Für mich hätte der Minister bleiben müssen. Der hätte einfach,
also in Luxemburg war es so, als der Sport- und Arbeitsminister gegangen ist,
ist der Fraktionspräsident von der Partei zum Minister ernannt worden.
Und es ist einer nachgerückt in der Abgeordnetenkammer, ein gewählter nachgerückt
und einer aus der Partei, der sowieso schon gewählt war und in der Abgeordnetenkammer war.
Es ist kein Minister abgerufen worden zum Fraktionspräsident,
sondern der ist einfach, der ist neuer Abgeordneter Fraktionspräsident gewählt worden.
Geht doch keiner aus einem Ministeramt rausholen, um Fraktionspräsidenten.
Was ist das denn für eine Scheiß? Der war jetzt drei Jahre gar nicht in der Abgeordnetenkammer.
Das ist doch für mich, ist das Gewaltentrennung. Für mich ist das eine,
die Abgeordneten hat eine ganz andere Funktion für mich als die Minister.
Und für mich gehört ein Minister nicht mehr in die Abgeordnetenkammer während.
Der Wahlperiode in eine Fraktionspräsidentschaft. Das ist für mich ein No-Go.
Das hat gar nichts da zu suchen.
Ja, das war auch in der öffentlichen Diskussion. Er war sozusagen Koordinator
im Kanzleramt. Also er guckt, dass die Dinge von der Bundesregierung kommen.
Und jetzt geht er sozusagen als Fraktionsvorsitzender in die nächste Funktion,
wo er eigentlich ja die Fraktion stärken müsste, die ja auch sozusagen als Abgeordnete
nicht immer damit einverstanden sind, was die Bundesregierung macht.
Die machen ja Änderungsanträge im Bundestag, wo die Minister sich ja manchmal ärgern.
Und jetzt kommt er dahin. Aber ich glaube, was mich daran wirklich so stört, ist.
Und ja, der Anstand geht verloren.
Also Jens Spahn, wenn er sowas macht, wenn er das hat und Verantwortung übernimmt,
dann sollte er eigentlich wie jede andere Arbeitnehmerin, Arbeitnehmer,
wenn man irgendeinen Mirksbaut wird, dann wird man gekündigt oder man hört auf mit dem Job.
Aber dieses, ach ja, dann bleibe ich weiter abgeordnet, ich finde das einfach
nicht sauber und da tue ich mir einfach schwer, weil ich finde,
es gibt wirklich glaubwürdige Politikerinnen und Politiker.
Es gibt wirklich viele Leute, die sind da mit dem Herzen dabei, die engagieren sich.
Denne passiert vielleicht auch mal irgendein Bock.
Das kann auch passieren. Aber ich finde, es sollte auch Konsequenzen gezogen
werden und getragen. Und da, es gibt so viel.
Ich finde unser demokratisches System einfach gut. Ich habe noch nicht wirklich viel Besseres gesehen.
Aber wenn man es so verhunzt, es tut mir weh. Ja, ich bin auch trotzdem,
also natürlich ist der Jens Spahn über seine eigene Geschichte gestolpert.
Man verbietet es in Deutschland und zieht es dann selber in Amerika durch.
Das ist einfach peinlich, blöd, schlecht kommuniziert vielleicht auch.
Aber dass er darüber fällt, hat mich schon ein bisschen erschrocken.
Er ist über die anderen 5,9 Milliarden Euro in den Sand gesetzt bei Masken.
Irgendwelche komischen Deals, was auch immer. Da ist er nicht drüber gefallen.
Das hat mich schon ein bisschen überrascht.
War das der Tropfen auf den heißen Stein?
Ich glaube eher, dass es mit der Identität der CDU zu tun hat,
dass dieses Thema Leihmütterschaft, dass das so an die Grundethik geht.
Und du hast recht, weil eigentlich sollten Leute in Verantwortung gezogen werden,
wenn sie Politik machen, die echt richtig Geld verschleudert hat.
Und beim Maskendeal, ich bin da zu wenig drin, aber da ging es doch garantiert
darum, irgendwie Leute auch im eigenen Bereich zu bevorzugen oder sonst was.
Also da ist die Politik ja manchmal schwerfällig, dass Leute die Verantwortung auch dann übernehmen.
Aber ich glaube, das war eher so ein ethisches Thema, was für die CDU,
CSU gar nicht ging. Und deshalb ist er, glaube ich, auch so schnell gestolpert.
Weniger wegen der öffentlichen Aufregung. Die spielt natürlich auch eine Rolle.
Die Frage ist nur immer, erreicht die Aufregung dann auch die eigene Partei?
Erreicht sie die anderen Abgeordneten, dass es dann zu so einem Schritt kommt?
Weil ich denke, von allein wäre Jens Spahn doch garantiert nicht gegangen.
Lass uns aber auch noch ein Wort über Patrick Schnieder verlieren.
Der Verkehrsminister, der entlassen wurde und dann doch noch vier Tage im Amt
bleiben musste und dann sich selber entlassen wollte wegen der Schmarr, die da passiert ist.
Das war ja auch wieder, wie kann man heute einem Friedrich Merz noch als Kanzler
vertrauen, wenn er so mit seinen Politikern und Patrick Schnieder war jetzt
nicht einer seiner schlechtesten Leute.
Das muss man, er hat natürlich eine Baustelle übernommen mit der Deutschen Bahn.
Die eine Dauerbrenner-Baustelle ist, mit dem Verkehr oder mit dem öffentlichen
Verkehr, mit den Straßen, die einfach marode sind, wo richtig viel Investition bedarf ist.
Er hat keine einfache Stelle da gehabt, aber es war doch noch einer von denen,
die irgendwie noch authentisch gewirkt haben. Wie siehst du das?
Naja, es gab überhaupt jetzt keinen Anlass, wo man sagt, man müsste jetzt den
Verkehrsmittel, da gab es keinen Skandal, da gab es jetzt eigentlich gar nichts.
Die Bahn hat ja jetzt sogar mal Gewinne sozusagen verursacht und dass das alles
große Baustellen sind, ist klar.
Aber dass Merz sich mit Patrick Schnieder sozusagen den Bruder des rheinland-pfälzischen
Ministerpräsidenten vorgenommen hat, dass er jemanden genommen hat,
der in der rheinland-pfälzischen CDU ziemlich stark verankert ist.
Das zeugt alles nicht so von Feingefühl.
Weil man darf ja eins nicht vergessen, wenn eine Regierung gebildet wird,
dann müssen ja die einzelnen Parteien auch gucken,
welche Interessensgruppen, welche Landesverbände berücksichtige ich,
welche Flügel, damit das so ein stimmiges Bild ist.
Weil sonst hat man von vornherein gleich Zank und Gestreit.
Und gerade Merz, der bei seiner Wahl gemerkt hat, wie wackelig und wie klein
seine Mehrheiten sind, dass er dann hergeht und jetzt irgendwie kreuz und quer
reinhaut und verändert,
wo also auch selbst CDU-Leute den Kopf schütteln. Es ist nicht klug.
Er mag das in seinen Wirtschaftshandeln. Da mag man vielleicht so vorgehen.
Aber ich finde, in der Politik haben Leute auch Respekt verdient.
Ja, Ämter, die sind Wahlämter. Ja, darin wird man gewählt, berufen und die enden auch. Das weiß man.
Aber man muss es nicht so machen.
Ja, jetzt haben wir darüber gesprochen, wie die Politik sich in diesem Monat
sozusagen über den behinderten politischen Bereich hinaus blamiert hat.
Es war der Pride Month, nicht nur für die LGBTQ-Szene mit Christopher Street
Days, wo ich jetzt nicht gerne auf die katastrophale Geschichte in Berlin eingehen möchte,
nur unser Beileid und auch unsere Solidarität bekunden.
An die Menschen, die dort zum Opfer geworden sind, ohne das alles zu bewerten.
Das ist nicht unsere Arbeit, das ist die Arbeit jetzt der Justiz.
Für mich ging das ein bisschen zu schnell für den Täter, zu sanft,
seine Strafe, wenn ich das mal so sagen darf.
Aber das ist jetzt nicht das Thema. Aber der Pride Month ist mittlerweile im
Juli auch für Menschen mit Behinderung zum wichtigen Momentum geworden.
Stolz sein auf seine Behinderung. Ottmar, das kommt aus Amerika.
Ja, es ist noch so, es geht noch so langsam voran. Es gab jetzt einige Demos
nochmal in Kassel. Es gab eine Demo in München.
Es gab eine Ankettung, glaube ich, war das im Juli, wo die Ankettung war.
Wenn ich mich schätze, war es im Juni noch.
Ich weiß nicht. Also es gab ja so ein paar Möglichkeiten, sich stolz auf seine
Behinderung zu zeigen. Wie empfindest du diese Pride-Bewegung mittlerweile in Deutschland?
Wie wichtig ist sie und was hat sie vielleicht für Zeichen auch gesetzt?
Ja, da war einiges los und ich selber war überrascht, dass der Disability Pride
Month, also dieser Monat, in dem man sozusagen den Stolz trägt,
so wie man ist, ist man okay,
ist sozusagen auf sich mit sich selber auch, dass man nicht immer in der Abwertung
hängt, sondern sagt, ich bin ich und wie ich bin, so ist es gut,
egal mit welchen Einschränkungen oder sonst was.
Ja, ich fand dieses Jahr war mehr. Bisher hatte ich immer so das Gefühl,
naja, da gibt es mal eine Presseerklärung oder irgendwie was Kleines.
Dieses Mal, also wie gesagt, München ist ein gutes Beispiel.
Das hatte ich auch bei meinen guten Nachrichten zur Inklusion.
Da hat die Stadt sich richtig dahinter gestellt. Die haben entsprechende Disability Breitfahnen gehießt.
Da hat der Behindertenbeirat am 24. Juli eine Demonstration durchgeführt.
Da sind auch einige hundert gekommen. Das war, glaube ich, für München war das richtig gut.
Die hatten auch am 15. Juli war da schon den Randgruppenkrawall.
Das ist auch eine Veranstaltung, die München in Tradition hat.
Also da war einiges. Und jetzt komme ich zu dieser, was ich als gute Nachricht
fand, das Münchner Stadion, die Allianz Arena, erleuchtete in den Disability Pride Farben.
Und jetzt kann man sagen, naja, so what?
Aber das heißt, es werden Leute mitgenommen, um sozusagen auch einen anderen
Blickwinkel auf Behinderung zu nehmen. Und das ist eigentlich das, was mir an dieser...
Disability Pride, also des Behindertenstolzes, so gefällt.
Wir haben ja oft so Aktionen, wo man denkt, oh weia, was für ein Behindertenbild steckt da dahinter.
Und hier, das wird schon von behinderten Menschen selbst und auch von Menschen
mit ganz verschiedenen Behinderungen.
Und wir haben ja auch viele Unsichtbaren. Ist das natürlich eine Chance,
so einen Monat zu nutzen und zu sagen, hier sind wir.
Wir sind, wie wir sind. Und wir fordern auch das.
Und ich finde es schon gut, dass das rüberschwappt, aber man muss es natürlich
inhaltlich auch entsprechend füllen und ich denke, da sind wir auf einem guten
Weg. Und du hast es angesprochen, Anfang Juli war das, das war am 8.
Juli, glaube ich, da hatte die anti-ableistische Aktion, so nennen sie sich,
glaube ich, die haben in Berlin wieder mal eine coole Aktion durchgeführt.
Also ursprünglich hatten die geplanten Protestcamps zu machen,
weil ja für den, ja, der 9.
Oder 10. Juli war ursprünglich geplant für die Verabschiedung des Behindertengleichstellungsgesetzes.
Und da wollten die in der Woche nochmal richtig Lobby machen.
Aber das wurde ja wieder mal verschoben nach der Sommerpause,
wie so manches verschoben wird gerade in der Gesetzgebung, die das für behinderte
Menschen interessant ist.
Und die haben aber trotzdem ihre Aktionen gemacht. Also die haben sich von der
Brücke mit Rollstühlen im Rollstuhlsitz und abgeseilt.
Und haben da natürlich gute Bilder präsentiert.
Krüppel, die kämpfen, sind Krüppel, die leben, hatten sie so als Spruch und
haben sozusagen ihre Barrierefreiheit und alles eingefordert und am nächsten
Tag sind sie dann zur SPD-Parteizentrale und haben diese besetzt.
Jetzt kann man natürlich darüber streiten, hätten sie nicht lieber zur CDU gehen
sollen und diese besetzen sollen.
Aber sie haben es sozusagen auf die SPD, so nach dem Motto, verhandelt hart
und lasst uns nicht hängen, macht keine faulen Kompromisse.
Und das fand ich schon, also wie gesagt, wir reden ja immer mal wieder so von
Protest und klar muss man sich fragen, was bringt was?
Was bringt in Gremien zu sitzen? Was bringt Presseerklärungen zu schreiben?
Was bringt eine Demonstration? Was bringt irgendwie so eine öffentlichkeitswirksame Aktion?
Ich glaube, es ist das Zusammenspiel und das hat mir dieses Mal beim Disability Pride Monat sozusagen,
gefallen, dass wir so ein Zusammenspiel von inhaltlicher Auseinandersetzung,
auch wenn das natürlich noch nicht in der breiten Bevölkerung ist,
wie zum Beispiel der Christopher Street Day, das ist natürlich eine ganz andere
Liga und darum war das natürlich auch, wie gesagt, das ist eine,
harte Nummer, was da in Berlin passiert ist.
Also das, ja, da wurde schon genug dazu gesagt, da will ich es eigentlich gar nicht.
Aber ich glaube, wir sind mit unserem Disability Pride Month auf Weg und es
ist für mich auch dieses Jahr gut, dass die Behindertenpolitik sozusagen nicht
im Sommerschlaf untergeht.
Denn wir müssen unheimlich auf Zack sein, weil nach der Sommerpause wird einiges
kommen, was wir hoffentlich noch verbessern können oder beziehungsweise wo wir
gegen Verschlechterungen kämpfen müssen.
Und darum ist es gut, dass das Thema jetzt auch im Juli einigermaßen warm blieb.
Also in den Gesetzesreformen, Bundesgleichstellungsgesetz, in der AGG-Reform,
in der Behindertenwerkstattenreform, nichts passiert.
Kann man das so resümieren auch im Sommer? Also da ist keine Bewegung drin oder
gab es da trotzdem so ein paar Lichtmomente, ein paar bewegende Episoden,
die du uns vermitteln kannst?
Nichts passiert, nichts passiert. Also Behindertengleichstellungsgesetz,
ich hatte das ursprünglich schon in der Planung, dass das so am 5.
Mai ungefähr verabschiedet sein könnte.
Wieder sozusagen nach die Sommerpause geschoben.
Kann gut sein, wenn noch beraten wird, aber es ist inzwischen auch total nervig,
weil es fordert uns total, wenn,
das sich so hinzieht und man einfach nicht sehen kann, kommt da wirklich eine
Verbesserung von den miserablen Gesetzen.
Und dann hatte ich im Juli, es ist geplant, eine Strukturreform im Kinder- und Jugendhilfegesetz.
Und das ist eine komplizierte Geschichte, die noch zu wenig Öffentlichkeit hat.
Denn hier werden schon ein Teil dieser Pläne, wo es um Eingliederungshilfe zum
Beispiel diskutiert wird, werden hier schon gesetzgeberisch meines Erachtens
in einer nicht ungefährlichen Art und Weise angepackt.
Denn in der Kinder- und Jugendhilfegesetz soll die Schulassistenz sozusagen
zu einem strukturellen Angebot hauptsächlich ausgeweitet werden.
Jetzt haben wir den individuellen Anspruch. Es gibt die Schulassistenz,
da kann man auch viel drüber streiten, was da gut und schlecht ist.
Es werden immer so Extremfälle herangezogen. Auf jeden Fall, zukünftig.
Soll man sich darum kümmern, wer und wie wissen wir noch nicht genau,
dass an den Schulen sozusagen eine,
Bildungsassistenz vorgehalten wird und nur noch sozusagen in möglichst wenigen
individuellen Fällen dann die individuelle Schulassistenz.
Und dieser Gesetzentwurf, darauf will ich raus, der war eigentlich schon,
der VdK hatte es schon verkündet, der sollte schon vor einer Woche, so um den 22.
Juli durchs Bundeskabinett gehen.
Dann hat es geheißen, nee, der wurde um eine Woche geschoben, so intern.
Und jetzt habe ich geguckt, also er ist immer noch nicht verabschiedet.
Das heißt, da sind einige heiße Eisen, die immer wieder verschoben werden.
Und das zeigt für mich, das sind einfach viele unausgereifte Dinge,
die da vorangetrieben werden. Vor allem auch Dinge, die für behinderte Menschen
nicht ungefährlich sind. Und das war auch noch im Juli, war das eine Sache.
Wir haben es in Hamburg gesehen, da wird die Schulbegleitung massiv gekürzt, infrage gestellt.
Da haben die also über 70.000 Unterschriften gesammelt. Die haben da demonstriert
dagegen, es kann so verdammt schnell gehen, dass eine Assistenz,
dass eine Unterstützung, auf die man angewiesen ist.
Plötzlich nicht mehr gibt, in Zweifel gezogen, verschlechtert wird.
Und wie gesagt, auch hier ist bisher jetzt im Bundeskabinett noch nichts passiert.
Also der Gesetzentwurf kommt noch nicht in den Bundestag.
Aber das ist, glaube ich, nur eine Frage der Zeit. Dann haben wir auch dieses Thema auf dem Tableau.
Also uns gehen die Themen nicht aus. Wir werden noch viele Rückblicke und viele
Sondersendungen, Sonderepisoden im Herbst veranstalten müssen,
wenn der Bundestag sich über diverse Gesetze dann entscheidet oder diskutiert.
Eine positive Nachricht habe ich, wobei ich musste schon ein bisschen grinsen.
Also der eine oder andere kennt mittlerweile das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz.
Da wurde 23 oder 23, das ist schon lange her, wir haben da sogar eine Sondersendung
gemacht dazu, wurde das ja ins Leben gerufen und zwar auf Basis der Direktive European.
Accessibility Act von der Europäischen Union. Was heißt das ganz konkret?
Das heißt an sich ganz konkret, dass Produkte und Services, die digital angeboten
werden oder Produkte, die digitale Ansätze haben, barrierefrei gestaltet werden
müssen. Deutschland hat sich da ein Gesetz gegeben, sehr großzügig für die Wirtschaft, wie immer.
Und trotzdem war in diesem Gesetz vereinbart, dass eine Kontrollstelle,
eine Beschwerdestelle etabliert werden müsste. Und das Gesetz ist übrigens in,
ganz Europa seit dem 28.06.2025 in Kraft.
Und hach, Deutschland, ihr wart wieder so schnell.
Im Juli 2026 ist endlich die Beschwerdestelle da, Ottmar. Ich habe das gelesen.
Revolution, hä? Wahnsinn. Wahnsinn. Ein Jahr danach. Ich darf mich jetzt endlich beschweren.
Sascha, ich glaube, es war 2021, wo dieses Gesetz beschlossen wurde,
wenn ich es richtig habe.
Aber die Überraschung, dass das 28 in Kraft, 25 am 28.
Juni in Kraft treten, die Überraschung, ich erlebe das ja manchmal am Hamburger
Flughafen, Und wenn ich mit dem Flugzeug lande und meine Assistenz nicht da ist,
dass die Überraschung, dass ein Flugzeug am Hamburger Flughafen mit einem Menschen
mit Behinderung, der angemeldet ist, landet, diese Überraschung,
die manchmal so passiert,
das war Ironie jetzt, aber sorry, aber ich kann mir, warum haben die in vier
Jahren das nicht hingekriegt, so ein Kompetenzzentrum aufzubauen,
das ist doch katastrophal.
Ja, und das ist das Problem. Ich meine, Gesetze, man macht ja Fristen zur Einführung
bestimmter Regelungen in Gesetzen oft so, dass man sich darauf vorbereiten kann.
Das ist ja, weil sonst könnte das ja gleich in Kraft treten.
Also das macht ja manchmal auch Sinn, dass jetzt sozusagen auch Übergangszeiten
sind, wo man sagt, ja, da kann man sich darauf vorbereiten.
Tja, und es liefen auch Vorbereitungen, dass also Sachsen-Anhalt,
sozusagen diese bundesweite Anlaufstelle da zur Umsetzung, jetzt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz,
wo man dann auch, ich sag mal, sich Beschwerden, Eingaben hinmachen kann,
die sich kümmern und so weiter und so fort.
Und ich dachte, das geht viel schneller, weil der Rahmen war eigentlich gesteckt.
Aber dann, wie gesagt, sind wir in Deutschland. Es muss dann erstmal beschlossen
werden, es muss dann erstmal eingestellt werden, dann geht das alles seinen Weg.
Und wie gesagt, ich finde das so bezeichnet. Also,
da treten rechte behinderte Menschen in Kraft und Leute wenden sich ja auch
an mich und sagen, ja hier, ich,
mache diese Erfahrung da, ich kann nicht mal selber irgendwie meine Rechnung
im Restaurant zahlen, weil da immer mehr Touchscreen irgendwie sind und da muss
ich dann auch dem Kellner,
meine Geheimnummer sagen und so Zeug von der Karte.
Und ich sage, ja wir haben doch das barrierefreie Stahlkussgesetz.
Und dann frage ich irgendwie nach, ja ist doch schwierig, die Stelle kommt nicht,
und es ist so bezeichnet.
Aber jetzt haben wir die Stelle und wie gesagt, wir sind ja in der Behindertenbewegung und Politik,
oft so gefordert, weil man setzt sich ein für Gesetzesänderungen und da muss
man sich natürlich für die Gesetzesumsetzung wieder einsetzen und die Leute zum Jagen,
sozusagen tragen müssen.
Und das ist eigentlich so bezeichnend und ich habe da nochmal einen drauf. um,
Es gibt einen, das ist vom Kabinett schon beschlossen, also das heißt,
das Verkehrsministerium hat den Gesetzentwurf schon für sich geregelt,
der kommt jetzt demnächst also in den Bundestag.
Und da geht es darum, das Personenbeförderungsgesetz. Das wurde,
glaube ich, 2013 gemacht.
Und dann hat man gesagt, ja, der öffentliche Nahverkehr muss barrierefrei sein.
Da gibt es auch EU-Vorgaben und alles Mögliche.
Und der muss barrierefrei sein. Und wir setzen dafür als Frist den 1.
Januar 2022. Also es war so gut acht Jahre, die da als Frist war.
Jetzt könnte man natürlich auch sagen, ja, jetzt haben die Nahverkehrsbetriebe.
Die Glocken läuten gehört und sie wissen es jetzt.
Naja, wir wissen selber, es sind Dinge passiert, es ist einiges besser als vorher,
aber ganz viele sind eben nicht barrierefrei.
Und diese Frist kam dann und dann hat man natürlich jetzt bei den Nahverkehrsplänen,
da muss man das, ihr seid verpflichtet und all das.
Jetzt kommt der Entwurf des Personenbeförderungsgesetzes mit der revolutionären
Idee, ja diese Frist, das konnte man ja alles nicht hinkriegen.
Also Regierung steht sich ein, wir kriegen es nicht regeln.
Ja, dann lass uns doch diese Frist einfach streichen.
VdK und andere Liga-Selbstvertretung haben sich darüber aufgeregt.
Das wird jetzt auch im Bundestag demnächst aufschlagen zur Beratung.
Und es ist so algerlich. Es ist so algerlich. Sie kriegen so vieles nicht geregelt.
Und ich habe immer so das Gefühl, es gibt so zwei, dreierlei Gesetze.
Es gibt Gesetze, die da wird ganz klar darauf gedrungen, die werden umgesetzt.
Und dann gibt es aber auch so Gesetze, naja, da sagt man naja,
wie ein Scherz eigentlich.
Und Das erleben wir im Behindertenbereich so oft.
Wen schert es eigentlich? Aber mir fällt was auf. Ja, mir fällt was auf, Ottmar.
Du hast vorhin das Kinder- und Jugendschutzgesetz angesprochen.
Du hast dieses Gesetz jetzt mit dem ÖPNV.
An sich, mittlerweile fällt mir ein bisschen auf, dass die Regierung in jedem
Gesetz, wo sie nur kann, auf die Behinderten politische Kacke haut.
Aber im negativen Sinne. Also du musst ja mittlerweile jedes Gesetz analysieren,
ob sie da nicht irgendwo versteckt eine Kürzung von Leistungen für Menschen
mit Behinderung eingeplant haben,
Schlussfolgerung, gegen die UN-Behindertenrechtskonvention verstoßen,
weil die Gesetze verstoßen sogar gegen europäisches Recht.
Also du musst ja fast jedes Gesetz, was diese Regierung mittlerweile ins Kabinett
bringt und in den Bundestag bringt, musst du ja jetzt so einen Handicap-Detektor einführen.
Vielleicht wäre das mal für ein Start-up eine gute Idee, ein Handicap- oder Disability-Detektor.
Wo kürzt die Regierung bei behinderten Menschen?
Jedes Gesetz muss ja mittlerweile analysiert werden.
Ich habe sowas in den USA gesehen. Ich müsste mal wieder auf die Webseite gehen.
Die haben nämlich damit begonnen, mit der zweiten Amtszeit von Donald Trump,
was richtet die Regierung eigentlich gerade für Schäden für behinderte Menschen an.
Und da waren dann zum Teil mehrere Meldungen pro Woche, wo einfach die Rolle
rückwärts gemacht wurde, wo die Rechte behinderter Menschen abgebockt werden.
Und ich bin ja eigentlich ein positiver Mensch. Ich hatte das Glück,
immer wieder auch dafür streiten zu dürfen, voranzukommen, Gesetze zu verbessern,
mehr Rechte auch zu kriegen, für die Umsetzung kämpfen zu dürfen.
Und ja, du hast völlig recht. Im Moment ist es so, fast an jeder Ecke,
wo was hochkommt, wie wenn da eine Schleuse aufgemacht wurde,
wo man sagt, jetzt könnt ihr mal richtig draufhauen. Diese Behinderten sind
uns jahrzehntelang auf den Sinn gegangen.
Jetzt hauen wir mal alles weg und wir haben ein super Argument.
Bürokratieabbau. Und Geld, wir haben kein Geld. Ja, Bürokratieabbau und Geld.
Und mit jeder Dings, wo sie da reinhauen, denke ich, es darf doch nicht wahr sein.
Da haben wir wieder mal gar nicht damit gerechnet. Also ich war so froh,
dass der VNK da eine Presseerklärung gemacht hat, weil ich hätte nicht nachgeguckt von mir aus.
Und dass ich da dann nochmal das Gesetz nochmal angeguckt habe und gesagt habe, ich glaube es ja nicht.
Und das ist so dieses Trügerische. Also ich bin Ja, ein großer Freund von Bürokratieabbau,
nur es muss echt unser Warnwort,
werden, weil Bürokratie hat für uns natürlich auch viele Vorteile,
dass eben geguckt wird, dass es barrierefrei gemacht wird.
Dass eben geguckt wird, dass der öffentliche Nahverkehr zugänglicher wird,
dass Informationen barrierefrei sind, dass man überhaupt einen Anspruch auch auf Leistungen hat.
Und das ist ja auch beim Wohnungsbau. Da passiert ja auch was.
Man soll leichter bauen.
Barrierefreiheit bleibt auf der Strecke. Also von daher so einen Verschlechterungsdetektor
oder irgend sowas, was es da gibt. Eine KI könnte das bestimmt basteln. Aber.
Es ist einfach, wie wenn eine Schleuse aufgegangen ist und es erfordert so viel
Durchhaltevermögen, trotzdem weiterzukämpfen. Weil wir wissen,
was passiert, wenn wir nicht auf der Matte stehen.
36 Jahre ADA, auch nicht gerade einfach im Moment in Amerika, die ADA umzusetzen.
Gib uns mal kurze Informationen, was ist die ADA eigentlich in Amerika und was
hat sie in kurzen Sätzen den Amerikanern gebracht und was steht da auch auf
der Kippe, weil denen geht es ja nicht viel besser als bei uns.
Ja, das von dir so liebevoll ADA genannte Gesetz ist der Americans with Disability Act.
Und das ist schon auch eine liebevolle
Beziehung mit der amerikanischen Behindertenbewegung, mit diesem Gesetz.
Die sagen zwar, dieses Gesetz, das ja in hohem Maße Nichtdiskriminierung und
Barrierefreiheit auch im privaten Bereich regelt, hat eine ganz,
ganz wichtige Bedeutung für die amerikanische Behindertenbewegung.
Und die Leute von der Bewegung sagen, okay, da haben wir was erreicht,
aber es ist eigentlich erst der Anfang und nicht das Ende von dem, was getan werden muss.
Trotzdem hat dieser America's with Disability Act ja schon Standards und ich
muss nur sagen, Weitweltstandards gesetzt.
Ich habe es jetzt gesehen, ich habe da so ein bisschen auf Facebook geguckt, da war eine Anhörung,
Auszug aus einer Anhörung von 1988 im Kongress in Washington.
Da hatten sie einen Auszug von der Judy Heumann, also eine, die entscheidend
für dieses Gesetz gekämpft hat. Und ich war damals Praktikant bei Judy Heumann
in den USA und sie hatte gesagt, komm mit nach Washington.
Das sind interessante Veranstaltungen. Wir waren auch bei dieser Anhörung und
ich saß da so als kleiner deutscher Praktikant, saß ich da irgendwo hinten und
sie hat vorne ihr Statement abgegeben.
Und das war damals beeindruckend, also weil die haben ganz konkrete Geschichten
erzählt. Und das hat die Kongressabgeordneten damals, das war doch die Zeit
vom alten George W. Bush.
Dem Vater des anderen Bush sozusagen. Und das hat doch einige Leute bewegt,
wo dieses Mädchen geschildert hat, dass sie nicht ins Kino durfte,
und was das für sie bedeutet hat. Also dieses Gesetz hat eine ganz wichtige
Geschichte, weil es hat den Rahmen gesetzt, dass eben Unternehmen barrierefrei,
ihre Angebote machen müssen.
Und da sind auch die angemessenen Vorkehrungen drin.
Also wenn ich es nicht ganz barrierefrei kriege, was tue ich,
dass jemand teilhaben kann, auf das wir uns ja auch berufen.
Und jetzt sind wir natürlich 36 Jahre weiter.
Das Gesetz wurde damals zwar eine der größten Gesetzesunterzeichnungen,
glaube ich, der US-Geschichte.
Da waren über 3000 Leute auf dem Rasen vorm Weißenhaus. Eine große Zeremonie
mit Präsidenten, mit Behindertenbeauftragten, so viele von der Bewegung.
Ja, und jetzt sind wir also 36 Jahre weiter und die amerikanische Behindertenbewegung
hält natürlich die Fahne hoch.
Und sie kommunizieren ja immer relativ gut, ja, unser Gesetz,
dafür haben wir gekämpft und es bietet die und die Möglichkeiten.
Aber sie müssen hart dafür kämpfen, dass dieses Gesetz und auch andere nicht
an verschiedenen Stellen aufgeweicht werden.
Und da ist die Trump-Regierung, aber auch vor allem einzelne Bundesstaaten sind dann gerade dabei.
Ob es um inklusive Bildung geht, wo die USA uns phasenweise einiges voraus hatte
und auch immer noch hat, dass da die Mittel gestrichen werden für Special Education,
die dann an regulären Schulen sozusagen gebracht wird.
Also auch hier wird der Trend. Und dann Leute, die zu Hause leben wollen.
Also es soll einen Vorrang geben für die Least Restrictive Environment,
also für ein Leben in einer am wenigsten einschränkenden Umwelt.
Und das ist nun mal nicht irgendwie jetzt ein Heim mit Regeln,
sondern es ist halt das Zuhauseleben mit Assistenz.
Und da gibt es jetzt verschiedene Angriffe auf diese gesetzliche Regelungen.
Und die Behindertenbewegung in der USA ist gerade mit Trump,
also die hat ganz andere Herausforderungen wie wir.
Und vielleicht können wir ein bisschen von denen lernen, wie kämpft man in solcher Situation.
Aber der Americans with Disabilities Act, der hat immer noch eine starke Wirkung.
Lass uns mal nach Rheinland-Pfalz gehen. In Rheinland-Pfalz gab es Bewegung.
Erstens mal eine großartige Persönlichkeit geht in Rente Ende des Jahres und
das wird eine neue Geschäftsführerin für das ZSL Mainz gesucht.
Gerlinde Busch geht in Rente.
Ja, Gerlinde Busch gehört zu den Personen.
Von denen wir im Moment einige haben, die unheimlich viel mit aufgebaut hat.
Gerlinde Busch ist sozusagen auch eine ganz frühe Streiterin für selbstbestimmtes
Leben. Sie hat im Mainzer Zentrum für selbstbestimmtes Leben unheimlich viel
gemacht, ist dort Geschäftsführerin.
Sie hat auch USA-Erfahrung, die war also in San Francisco und hat dort auch
die amerikanische Bewegung kennengelernt.
Und das war damals so, da wurden einige Leute von uns infiziert.
Und die Galente Busch, die hat auch die Zeit erreicht, wo sie in die Rente geht. Und damit...
Kommt natürlich einher, wer kann diese Aufgabe fortführen? Und ich war ja selber
auch bei der Gründung des Kassler Zentrums für Selbstbestimmtes Leben,
für den Verein und all das.
Und wir haben uns damals halt, ich sag mal, Schritt für Schritt vorgekämpft.
Bis wir mal überhaupt eine Förderung bekommen haben, da haben wir gekämpft.
Da mussten wir uns mit Richtlinien auseinandersetzen. Und das ist heute schon anders.
Heute kommt man halt in so ein Zentrum für Selbstbestimmtes Leben.
Und in Mainz, die haben bestimmt auch 25 oder so, wenn nicht noch mehr,
beschäftigt. Die haben verschiedene Beratungsangebote, die haben Unterstützungsgeschichte,
für Übergang Schule und Beruf und vieles andere.
Ja, wenn man jetzt so als Geschäftsführung in so einen Job einsteigt,
hat man natürlich mit ganz vielen auf einmal zu tun,
was wir so Stück für Stück von der Personalführung über dafür zu sorgen,
dass auch weiter die Anträge gestellt werden, die Mittel kommen,
ist auch nicht leichter geworden.
Die Anpassung, weil dort einfach auch fast nur behinderte Menschen arbeiten,
das ist ja die Philosophie, behinderte Menschen beraten selbst. hatten selbst.
Ja, und jetzt ist die große Frage, wer bewirbt sich, ich glaube, es ist noch bis,
ich habe es nicht ganz im Kopf, ich glaube Mitte August oder Mitte September,
ist die Bewerbung noch möglich und ja, da hoffen wir, dass es gute Leute gibt
und natürlich auch, dass Leute wie Gerlinde Busch
dann nicht einfach sozusagen in die Rente gehen und Gerlinde Busch ist das bestimmt
nicht und einfach auf dem Sofa rumliegen, sondern dass die auch weiterhin ihr
Engagement und ihr Wissen einbringen.
Aber diese Herausforderung haben wir im Moment an vielen Stellen. Also Jugend vor.
Nicht lange war sie Landesbindernbeauftragte in Rheinland-Pfalz.
Schade eigentlich, gerne mit ihr zusammengearbeitet. Ellen Kubica muss weichen
für Katja Lüke. Wer ist Katja Lüke?
Ja, also erstmal zu Ellen Kubica. Sie war jetzt, glaube ich,
ich habe nachgeguckt, zweieinhalb Jahre, hatte sie jetzt das Amt inne und in
Rheinland-Pfalz wurde im März neu gewählt.
Da war vorher eine Ampelregierung, SPD, Grün, FDP.
Da gibt es jetzt eine große Koalition. CDU ist die stärkste Kraft geworden seit,
ich glaube, weit über 30 Jahren und regiert zusammen mit der SPD.
Und ja, da hat sich abgezeichnet, dass da sozusagen die politische Karte gezogen wird.
Und so muss Ellen Kubica ihre Tätigkeit aufgeben.
Also ich finde das auch sehr schade, weil sie war auch, ja, sie war bundespolitisch auch gut vernetzt.
Und das ist bei Landesbeauftragten auch wichtig. Also sie müssen sich natürlich
um die Leute in ihrem Land kümmern, sie müssen dort in der Gesetzgebung,
aber die Beauftragten kommen ja auch immer wieder zu Bundesthemen zusammen.
Und da war Ellen Kubica auch sehr aktiv.
Und jetzt kommt Katja Lüke. Und Katja Lüke ist eine Rollstuhlnutzerin,
wie es auch in den Kubica war.
Katja Lüke kommt auch ursprünglich aus der Region Kassel. Ich kenne sie schon
seit einigen Jahren, also immer mal wieder die Wege gekreuzt.
Wir freuen uns immer, wenn wir uns sehen.
Und ich glaube, Rheinland-Pfalz hat mit Katalyke, also schade es natürlich ist,
dass es solche Wechsel gibt, aber das ist die politische, man wird ernannt und man wird abberufen,
haben sie, glaube ich, ein gutes Los gezogen. Weil die Katja Lüge,
die ist bisher im Sportbereich viel aktiv gewesen, hat aber auch viele andere Erfahrungen, auch.
Über ihre Behinderung hinaus, hat sich viel mit Diversity, ich glaube sie hat
sogar eine Ausbildung zur Diversity-Managerin gemacht, auch das in den Sportbereich eingebracht.
Eingebracht. Also sie ist jetzt nicht einfach nur so, ich sag mal,
ich bin ja Sportlerin und ich bin jetzt plötzlich in der Politik.
Nee, Katja Lüge ist auch immer wieder beim Austausch von Deutsch,
Institut für Menschenrechte, von der Monitoringstelle zu der Behindertenrechtskonvention,
die war bei den Inklusionstagen.
Also ich glaube, hier treffen wir auf eine, die einigen bekannt ist und vor
allem, ich finde, Katja Lüge passt auch zu Rheinland-Pfalz.
Sie hat ein fröhliches Wesen, ein einnehmendes Wesen und ich bin schon sehr
gespannt, was sie bewirken kann, weil auch in Rheinland-Pfalz ist Behindertenpolitik
nicht mehr ganz so einfach.
Es gab mal die Malu Dreyer, die war voll damit verbunden, die lebte das,
da wurde vieles Innovatives, wie das Budget für Arbeit und andere Sachen angeschoben.
Ich bin mal gespannt, wie sie sich dort einleben wird und auch mit so manchen,
politischen Realitäten klarkommt, die es natürlich auch in so einer Koalition CDU, SPD,
und vielleicht auch vielen anderen Koalitionen gibt.
Die Jahreskonferenz der Bewohnervertretung. 120 Menschen mit Behinderungen,
die in diversen Wohnformen wohnen, haben sich in Mainz getroffen.
Da habe ich mich sehr dafür interessiert. Sehr interessante Nachricht,
weil wir ja auch in Luxemburg derzeit eine Bewohnervertretung nationaler Basis
aufbauen. Also sehr spannend.
Ja, Mitspracherecht ist auch hier ganz wichtig. Was hast du da für Meldungen
gefunden gehabt? Was gab es da zu berichten?
Es war richtig viel los im Juli. Inklusionstage, das Bewohner...
Ach, die Inklusionstage haben wir noch vergessen. Ja, stimmt.
Ich bin ja immer wieder überrascht, wie schnell das an einem vorbeizieht,
was das in einem Monat war. Ja, es fand Anfang Juli das Treffen der Bewohnervertretungen statt.
Also wir haben ja die Werkstadträte und wir haben die früher hieß das Heimbeiräte,
also Menschen, die in Einrichtungen leben.
Heute heißt das ja besondere Wohnformen und das sind dann die Bewohnervertreterinnen,
die Bewohnerinnenvertretungen und,
die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe ist dort in Rheinland-Pfalz ziemlich
aktiv, auch zusammen mit dem Zentrum für Selbstbestimmtes Leben.
Die Gerlinde Busch ist da auch schon viele Jahre aktiv, von der wir es gerade hatten.
Und die hatten jetzt in Mainz eine große Konferenz, Erbachhof,
tolle Location, wo viele Tagungen stattfinden.
Und das finde ich ja auch immer gut, dass man einen Rahmen bietet, der auch würdig ist.
Weil das sind ja Leute, die in den Bewohnervertretungen sind,
die sich engagieren. Und ich finde, dann gehört es sich auch,
wenn solche Veranstaltungen stattfinden, dass da auch ein würdiger Rahmen ist.
Und das ist denen ganz gut gelungen. Ich wollte eigentlich dabei sein.
Ich wurde angefragt, Aber ich muss im Moment leider viel zu oft Nein sagen.
Ja, aber da ist natürlich die Frage, wie kann man Vertretungen in besonderen
Wohnformen, die sich für ihre Bewohnerinnen und Bewohner einsetzen,
wie kann man die stärken?
Und da ist ein Teil natürlich davon, das Zusammenkommen mit anderen,
sich auszutauschen, auch Informationen.
Als ich noch Landesbeauftragter war, haben wir immer wieder Treffen für Bewohnerbeiräte
gemacht, auch Informationen weiterzugeben.
Wohin kann man sich wenden, wenn Gewalt, ist ja ein ganz wichtiges Thema auch
in den Einrichtungen, wenn Gewalt vorkommt, was kann ich da machen?
Wie können wir dafür sorgen, dass sozusagen unsere Bewohnerinnen selbstbestimmter
leben können, dass sie auch die Unterstützung bekommen, die sie brauchen,
die ihnen ja auch zustehen.
Da guckt ja auch keiner richtig drauf.
Und da vor allem auch, wie finde ich engagierte Bewohnerinnen und Vertreterinnen.
Die sich auch richtig in die Materie reinfuchsen.
Und wie gehen wir damit um, wenn Leute ausziehen, die aktiv werden,
wie finden wir neue Aktive? Das sind ja alles so Herausforderungen,
die diese Vertretungen auch haben.
Und da machen die in Rheinland-Pfalz gute Arbeit und ich glaube auch gerade
da auch nochmal das Thema, die Frauen zu starten.
Weil gerade Frauen sind halt auch öfters mal von Gewalt betroffen und dass sich
da auch die Frauen in den Bewohnerinnen vertreten und mehr zusammenschließen.
Also da ist eine Menge Musik drin, weil...
Hinter diese Türen der Einrichtungen wird immer noch viel zu wenig geguckt und,
die Erfahrung, die ich über Jahrzehnte jetzt sammeln musste,
war, wenn dann mal jemand kommt und sagt, hier läuft was nicht richtig.
Hier gab es zum Beispiel auch Vorfälle von Gewalt.
Es sind oft diejenigen, die versuchen, was zu verändern, die sowas auf die Tagesordnung
bringen, die sind dann oft von Seite der Beschäftigten.
Das sind die, die gehen. Und das ist eigentlich ja eins unserer größten Probleme,
wir müssten eigentlich die kritischen Geister in solchen Einrichtungen stärken
und wir müssten natürlich auch stärken.
Ja wie kommen Leute aus Einrichtungen raus?
UN-Behinderterrechtskonvention verlangt nicht von uns irgendwie ständig neue
solche Einrichtungen zu bauen, sondern dafür zu sorgen, dass Menschen wie alle
anderen mitten in der Gemeinde und nicht in solchen Strukturen.
Leben müssen, wo sie sich einfach unheimlich viel anpassen müssen,
wo sie oft ja manchmal nicht mehr Unterstützung haben, um irgendwo rauszugehen.
Weil da heißt es, wir haben kein Personal, das ist krank, ihr wisst doch, wir haben Personalnot.
Ja, und da ist es natürlich anders, wenn ich mit Assistenz leben kann,
auch wenn man da auch immer wieder Personalschwierigkeiten hat,
Leute zu finden und all das.
Also ein großes Thema und ich bin froh, dass die Rheinland-Pfälzerinnen und
Rheinland-Pfälzer da so aktiv sind.
War das eine reine rheinland-pfälzische Konferenz oder war das eine bundesweite?
Das war auf Rheinland-Pfalz angesetzt.
Gibt es denn so einen bundesweiten nationalen Bewohnerrat? Ich habe davon noch
nichts gelesen. Ne, weil das hat auch viel damit zu tun, weil gerade bei der
Eingliederungshilfe, da sind ja hauptsächlich die Länder zuständig.
Und es gibt einige Sozialministerien und Beauftragte, die solche Austausch koordinieren.
An anderer Stelle passiert dann nicht mal das auf Landesebene.
Geschweige denn, dass man mal guckt auf örtlicher Ebene, welche Einrichtungen
haben wir eigentlich, wie können wir da mal die Bewohnerinnenvertretung zusammenkriegen.
Und das war bei den Werkstatträten ja auch immer schwierig. Die hatten ja auch
kaum Mittel, um so einen Austausch pflegen zu können.
Da hatten wir damals mit dem Sozialministerium in Heidelberg-Pfalz eine lange
Geschichte, wo man die zusammengebracht hat.
Inzwischen haben die Werkstatträte zum Glück eine bessere Finanzierung,
dass sie auch selber mal was anzetteln können.
Aber Bewohnerinnenvertretung, Bundesebene, ich lasse mich gerne belehren,
aber habe ich bisher noch nicht groß gesehen.
Vielleicht war eine Veranstaltung, wo Leute aus verschiedenen Bundesländern
zusammengekommen sind, aber nichts Strukturiertes oder Größeres.
Okay, wir steuern jetzt auf den Monat August zu. Ich würde gerne noch für dich
fragen, was gab es noch im Juli, was wir jetzt übersehen haben,
bevor ich dann ein, zwei Sachen noch ansprechen will?
Ja, die Inklusionstage. Ah ja, stimmt, stimmt, stimmt, die Inklusionstage.
Ich habe sie schon verdrängt. Die waren auch nicht so präsent, fand ich.
Nein, die waren auch nicht so präsent. Es war natürlich ein bisschen unglücklich,
dass die jetzt auch, ich sage mal, es war, glaube ich, der 6.
Oder 7. Juli, wo die stattfanden in Berlin, dass das sozusagen jetzt auch schon
für viele in der Ferienzeit war.
Ich konnte leider nicht hin, aber ich habe es online ein klein bisschen verfolgt.
Ich glaube, da wurden viele, was die Inklusionstage ja immer ausmachen,
die werden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales organisiert.
Da steckt auch viel Musik dahinter, dass das möglichst barrierefrei gemacht wird.
Das kostet auch einiges. Die Inklusionstage sind, glaube ich,
vorrangig so eine Art, man trifft sich.
Und das ist für sich schon ein Wert, weil da treffen sich einfach verschiedene Leute.
Und hier haben wir diesen bundesweiten Charakter und tauschen sich aus.
Diesmal ging es um Ausbildung, Übergang, Schule, Beruf. Da wurden da wieder
ein paar Projekte auch vorgestellt und es gab da wieder einen Preis.
Und da waren auch wirklich gute Sachen, die Nancy Frind war zum Beispiel dabei,
die ein Budget für Arbeit nutzt, die also den Weg aus der Werkstatt geschafft hat.
Die ISL hat dann Projektbudgetkompetenz.
Also das sind alles solche Dinge, aber wenn ich jetzt die politische Dimension
angucke, ich habe mir das Grußwort, das da per Video von Bärbel Baas übertragen
wurde, da habe ich gedacht, meine Güte,
es fällt der Ehrgeiz, es fehlt was Aufrüttelndes, was wir tun sollen, ja, das ist so...
Es ist so einschläfernd gerade und das spiegelt natürlich auch das, wo wir im Moment sind.
Werkstattreform geht nicht voran, man heißt immer, wir machen,
Behindertengleichstellungsgesetz stockt irgendwo.
Ja, was will eine Ministerin da irgendwie groß verkünden? Aber ich finde,
es hätte kämpferischer sein können. Und das ist so, wo ich immer so ein bisschen zwiespältig bin.
Inklusionstage sind auch da, um irgendwie wieder Pfiff zu geben.
Jetzt engagieren wir uns für eine Sache.
Und am besten nicht immer gegen die Regierung, sondern auch mal öfters wieder mit der Regierung.
Ein Thema in eigener Sache. Im Juli gab es die Ausgabe Sonntag trifft Igel,
wo wir über das Thema Wording und wie man das Thema Behinderung in den Medien anspricht.
Aktueller Anlass waren natürlich die ganzen Protestveranstaltungen,
die vielen Medien, die über unser Thema gesprochen haben.
Es gab dazu, und ich möchte das hier ansprechen, weil es im August keine Ausgabe
vom EGEL-Podcast gibt, Sonntag trifft EGEL beziehungsweise, es gab da eine Hörerreaktion,
ein Hörer, der uns vorgeworfen hat, dass wir in dieser Sendung,
die nichts mit diesem Thema zu tun hatte, das Thema Hitzewelle und Auswirkungen
auf Menschen mit Behinderungen,
ja,
Die Auswirkungen auf Menschen mit Behinderung hat. Wir haben dieses Thema nicht
angesprochen, weil für mich das kein Inklusionsthema alleine ist.
Und ich kann nicht in einem Podcast, wo es um Medien und Wording geht,
über Hitzewelle sprechen, weil das Hitzewelle-Problem haben wir alle.
Also alle Menschen, die in Deutschland oder sonst wo leben, haben mit der Hitze
Probleme. Die einen mehr, die anderen weniger.
Vulnerable Menschen sind da noch mehr betroffen. RKI hat davon gesprochen,
dass 5000 Menschen allein im Juni an der Hitze verstorben sind.
Es ist mir natürlich auch unerklärlich, ich weiß nicht, wie das in Deutschland
ist. Vielleicht kannst du mich da ein bisschen aufklären. Also in Luxemburg
gibt es immer eine Alerte.
Eine rote Kennzeichnung bei hohen Temperaturen. Und hier gab es auch rund um
diese Hitzewelle im Juni von allen Kommunen
eine Möglichkeit, dass man vulnerable Personen, also ältere Menschen oder Menschen
mit Behinderung bei der Gemeinde melden konnte,
damit die vom Gemeindepersonal regelmäßig aufgesucht, beobachtet würden,
unterstützt würden, im Falle, wenn Probleme sind und wenn man sie selber nicht unterstützen kann.
Ich weiß nicht, ob sowas in Deutschland überhaupt kommunal, national oder überhaupt
funktioniert, aber das war in Luxemburg der Fall.
Selbstverständlich sind auch hier in Luxemburg Menschen aufgrund der Hitze verstorben.
Aber für mich ist das kein reines Inklusionsthema. Für mich ist das ein Thema,
was unsere ganze Gesellschaft angeht.
Und ja, wir haben auch durch das RKI erfahren, dass die Mehrheit der Menschen,
glaube ich, 90 Prozent der Menschen, die verstorben sind, Vorerkrankungen hatten.
Das heißt, nicht unbedingt eine Behinderung hatten. Da gibt es keine Studie dafür.
Also ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass mein Podcast.
Der Eagle Podcast, ein unabhängiger Podcast ist.
Und dass wir, also ich mit meinen Interviewgästen, auch hier mit Ottmar,
entscheiden, welche Themen wir ansprechen und welche Themen wir nicht ansprechen.
Wenn wir aber ein Thema nicht ansprechen, heißt das nicht, dass das Thema uns
nicht interessiert oder dass das Thema unwichtig ist.
Sondern manchmal kann und können wir auch aufgrund von unseren Kenntnissen nicht
viel zu diesem Thema sagen. Ich weiß nicht, was wir zu diesem Thema sagen können,
außer schützt euch vor Hitze.
Punkt. Mehr ist auch da leider nicht möglich.
Und Verwandte, Bekannte, Freunde, Nachbarn, schaut drauf, wer neben euch wohnt
und unterstützt diese Leute. Das ist das Einzige, was wir sagen können.
Ich fand die Art und Weise, wie dieser Hörer uns auch auf den Kobinett-Nachrichten
kritisiert, dass seine Wortwahl von Leviten lesen geht für mich absolut gar
nicht. Ich mag Kritik, jeder darf meinen Igel-Podcast mich kritisieren.
Ich habe schon einige Kritikpunkte gehört, gerade wenn Sonntag trifft Igel,
wenn wir da reden und ich meine Position darstelle, die nicht immer zugunsten
der Menschen mit Behinderungen ist.
Ich bin da auch manchmal kritisch uns gegenüber, aber Leviten lesen braucht
mir als 51-jähriger Moderator, der über 35 Jahre Erfahrung im Medienbereich
hat. Mir braucht keiner die Leviten zu lesen.
Das ist ein respektloser Umgang, den ich hier nochmal ganz vehement in dieser
Episode zurückweisen möchte, weil ich so eine Art von Kommunikation nicht möchte.
Kritik absolut gerne, sehr gerne.
Darauf hinweisen wäre schön gewesen, hätte darüber gesprochen,
aber die Art und Weise gefällt mir gar nicht.
Wollte ich hier mit anbringen, weil mich das im Monat Juli und mich nicht nur
alleine, sondern auch meine Kollegin Jennifer Sonntag sehr berührt hat,
wie die Art und Weise dieses Hörers, wie der mit uns umgegangen ist.
Das finde ich einfach nicht cool.
Das ist auch in der Behindertszene manchmal ein Problem, dass Menschen mit Behinderungen
sich gegenseitig zerfleischen.
Das ist einfach einfach dramatisch und das ist einfach sehr traurig.
Das wollte ich jetzt mal mit in Erweckung ziehen. Hast du noch was,
lieber Ort? Ja, Sascha, es ist gut, dass du das ansprichst.
Ein Gedanke, den ich gerade hatte, ich muss mal gucken, was das sprachwissenschaftlich,
was Leviten sind und wie man die liest.
Aber es ist gut, dass du das ansprichst, weil ich habe so das Gefühl.
Es ist nicht nur die Temperatur, die uns hier gerade zu schaffen macht,
sondern die Behindertenpolitik und der Umgang untereinander,
der heizt sich auch zusehends auf.
Und ich kenne das, was du gerade angesprochen hast, wir machen ja so einen Monatsrückblick
wie heute, wir machen das frei raus.
Wir schreiben ja nicht vorher irgendein Skript oder formulieren alles aus und
da mögen Leute der Meinung sein oder nicht und ich kriege natürlich jetzt als
Redakteur der Kobinett Nachrichten,
kriege ich natürlich immer, ihr habt ja darüber nicht berichtet,
ich bin verwundert, ich bin wütend, Und dann sage ich immer,
liebe Leute, macht mal halb lang.
Wir machen die Kobinet-Nachrichten rein ehrenamtlich, seit so vielen Jahren.
Da buttern wir viel Zeit rein, wir sind wenige und wir versuchen das zu tun, was man machen kann.
Und es gibt so viele, gerade was Behindertenpolitik angeht und wir merken es
ja auch jetzt wieder bei der Hitze, da streichen auch viele andere Themen und
ich denke, wir tun das, was wir können und,
Ja, das ist es. Und wir müssen nicht anfangen, uns dann noch gegenseitig vorzuwerfen.
Der eine macht das nichts, der nächste sagt da nichts, sondern die Leute sollen es selber tun.
Es ist eine Bewegung von Leuten, bringt euch ein, engagiert euch,
aber versucht andere zu motivieren und nicht ständig irgendwie rumzumeckern.
Also ich habe ein gutes Gemüt, ich habe ein dickes Fell.
Aber auch manchmal geht mir auch da der Gaul durch und wenn ich dann mal manchen
antworte, es nervt mich manchmal einfach, weil arbeitet euch mal an anderen
ab und nicht irgendwie an Leuten, die eh schon was machen.
Und du hast es gesagt, ja, es hat ja manchmal auch mit dem Thema oder irgendwas
gar nichts zu tun und dann wird von uns irgendwas erwartet.
Also ist schon wichtig, das anzusprechen, weil ich glaube, gerade in Zeiten,
wo es politisch für uns schwieriger wird, haben wir echt viel Besseres zu tun,
als uns gegenseitig Stress zu machen.
Das ist der Geist des Empowerments und wir haben da über USA geredet,
sich gegenseitig unterstützen, anzustupsen mal auch ein Lob zu geben natürlich
kann man auch mal anbringen irgendwie hier das kannst du das mal machen oder
geht das besser oder kann man das anders formulieren,
alles okay, das ist eine normale Diskussion aber Levitem lesen was auch immer das bedeutet ja,
August steht vor der Tür. Ich bin zu alt dafür. Ich lese dir auch nicht die Leviten.
Ich glaube, wenn ich mich nicht irre, kommt das aus dem christlich-katholischen irgendwo her.
Hatte was irgendwie in der... Ich weiß es aber nicht. Vielleicht gehe ich mal
auf die Recherche, was Leviten lesen bedeutet.
Aber vielleicht kann der Nutzer, der uns die Leviten gelesen hat oder versucht
hat, vielleicht kann er uns ja in einer persönlichen Mail gerne darüber aufklären,
was Leviten lesen bedeutet.
Und damit will ich seinen Kommentar gar nicht belächeln, sondern ich finde,
wie gesagt, Kritik sehr angebracht. Das ist alles okay.
Die Art und Weise der Tonfall geht gar nicht und das sollte dieser Mann nämlich
hohen Respekt zollen, weil er eine unmäßig große.
Ein unmäßig großes Wissen hat, literarisch hochbegabt ist, aber das geht gar
nicht, wie er dann mit anderen Menschen umgeht.
Das ist, man muss wirklich, Respekt fängt vor der eigenen Tür an.
Wenn man Respekt haben will, fängt man vor der eigenen Tür an, Respekt zu geben.
Das ist für mich ganz wichtig. Damit ist für mich das Thema auch beschlossen.
August, what is on, Mr. Ottmammolz-Paul?
Sitzt ruhig, sitzt ruhig.
Also ich muss sagen, die letzten Wochen, es ist schon ruhig.
Ich sehe das ja immer an E-Mails und an Presseerklärungen, die kommen.
Es ist unheimlich ruhig geworden.
Es kommen natürlich immer noch Sachen und im Juli hatten wir auch wieder,
ich glaube, 220 Berichte.
Der August, ich glaube, da wird jetzt langsam wieder Fahrt aufnehmen,
weil ja die Ersten schon wieder aus ihren Sommerferien dann jetzt bald zurückkommen.
Und das ist so ein bisschen jetzt auch die Vorbereitung, glaube ich,
die kommt jetzt so langsam, was droht oder blüht uns oder was geht im Herbst.
Von daher, ich selber werde bei zwei Lesungen, werde ich jetzt dabei sein,
Einmal in Hannover und einmal hier in Kassel.
Und da bin ich mal wieder gefordert und freue mich vor allem immer auf die Diskussionen,
weil da geht es wirklich darum, wie kriegen wir Inklusion hin.
Die Cominid-Nachrichten werden ihr Redaktionstreffen haben. Ja, da freue ich mich drauf.
Und ansonsten, sage ich mal, habe ich jetzt im August noch nicht viel Großes,
was ja mal was Gutes auch ist.
Zwei Themen, die ich gerne vielleicht im August in den Kobinett Nachrichten
sehen würde, ist Frage Nummer eins. Wo ist Deutschland eigentlich dran mit der
European Disability Card? Ich höre da nada nix.
Und die zweite Frage ist, ich habe gehört, in Deutschland gibt es einen Aktionsplan
zur Umsetzung der Menschen mit Behinderung. Ein Aktionsplan.
Wo gibt es den? Wo ist der dran? Was ist mit dem passiert? Schläft er?
Träumt er? Ist das schon im Sommerschlaf oder?
Fragezeichen. Das sind so die zwei Themen, die ich gerne Ende August mit dir
besprechen werde. Ich gebe dir jetzt schon mal das mit auf den Weg.
Vielleicht kannst du ein bisschen recherchieren.
Ja, ja, da werde ich was dazu sagen können, weil es gibt nicht nur einen Aktionsperson,
da sind auch die Länder interessant.
Darum finde ich das auch gut, dass du diesen Podcast mit der Berliner Beauftragten
jetzt vierteljährlich machst, da auch nochmal in die Länder zu blicken.
Und die Disability Card, da hatte ich jetzt wieder was gesehen von Katrin Langensieben
aus dem Europäischen Parlament.
Ich glaube, langsam müsste die Zeit reif sein, dass das in Deutschland umgesetzt wird.
Ich bin mal gespannt, ob ich dazu irgendwas rauskriege. Also 2021 muss sie in
Europa funktionieren. Das kann ich dir jetzt schon mal sagen.
Das ist, weil ich am Puls der Zeit sitze in Nuxemburg, weil wir gerade daran arbeiten.
Aber es würde mich trotzdem interessieren, wo wir da in Deutschland drin sind.
Im August wird es etwas ruhiger. Es wird nicht gar keinen Podcast geben,
sondern es wird etwas ruhiger geben.
Es wird jetzt bis zum 12. August keine Episode erscheinen. Am 12.
August wird eine besondere persönliche Episode erscheinen.
Es wird eine Hommage an meine Mutter geben. Meine Mutter ist am 17.
Juli leider von uns gegangen und ich habe mich dazu entschlossen,
sie zu verabschieden, nicht sie zu beerdigen. Ich verabschiede meine Mutter.
Sie ist körperlich und krankheitsmäßig, hat sie ziemlich gelitten die letzte
Zeit und sie ist jetzt in Frieden gegangen.
Sie ist befreit, finde ich persönlich. nicht, aber was diese Frau für Spuren
hinterlassen hat, nicht nur in meinem Leben, sondern auch in anderen Leben und
was für mich wichtig ist, als Message herüberzubringen in dieser Episode.
Es wird eine sehr schwere Episode, aber ich möchte über die Geschichte meiner
Mutter erzählen, ich möchte ihr Engagement erzählen, ich möchte aber auch darüber
erzählen, wie sie anderen Menschen, was sie anderen Menschen gegeben hat, aber auch darüber.
Um nicht nur, um ihr Danke zu sagen, was ich auch in Lebzeiten gemacht habe,
ihr Danke zu sagen, aber auch um ihr,
um das Vermächtnis mitzuteilen, wie wichtig es ist, dass wir auch Menschen mit
Behinderung oder überhaupt wir Menschen, Menschen hinter uns haben,
wie Eltern oder auch Freunde,
die manchmal vor uns gehen, manchmal neben uns stehen und manchmal hinter uns stehen.
Und ich konnte das von meiner Mutter, ich kann das von meiner Mutter definitiv
sagen, sie ist vorgegangen, sie stand neben mir und sie stand hinter mir und
sie hat mich aber nie in Watte eingepackt, sondern sie hat einfach ganz klar
gesagt, du bist in einer sehenden Welt geboren und du musst da klarkommen, Punkt.
Und so hat sie auch mit mir gelebt, so hat sie mich auch vorbereitet auf dieses
Leben und da bin ich ihr sehr dankbar und deshalb werde ich in Luxemburger Sprache am 12.
August und in deutscher Sprache eine Hommage an sie, eine Ehrung an sie als
Podcast vermitteln. Das ist wie eine kurze Episode, Und das wird noch eine ganz
harte Zeit für uns, weil wir an dem Tag meine Mutter auch verabschieden werden.
Aber ich bin sehr, sehr dankbar für das, was sie war. Und ja,
deshalb, das wird noch ein starker Monat für uns, für mich, für die Familie.
Und ja, deshalb gibt es halt im August bis 12. August und auch danach ein bisschen weniger Episoden.
Keine Sommerpause, aber wir werden ein bisschen weniger machen.
Dafür wird der Herbst wild und rockig. Das kann ich euch jetzt schon mal sagen.
Lieber Ottmar, vielen Dank für deine Zeit. Wir haben diesmal richtig gut überzogen.
Wir haben über eine Stunde und 15 Minuten für einen Sommermonat verbraucht,
um über Themen zu sprechen.
Danke für deine Zeit und danke für deinen Input. und auch dir privat ganz viel
Kraft und ganz viel Energie.
Du weißt warum. Ja, ähm.
Dann will ich gar nicht mehr weiter überziehen, aber Sascha,
gut, dass du dir die Zeit nimmst.
Auch gut, dass du das nochmal reflektierst, weil unsere Angehörigen haben uns
geprägt. Die haben auch ganz viel gemacht und ja, nimm dir einfach die Zeit
und wenn auch mal ein Podcast später kommt.
Ich glaube, die Welt geht nicht unter. Du bist so ehrgeizig,
du bist immer so zur Stelle. Also toi toi toi für dich und deine Lieben und wir hören uns.
Am 1. September. Bis dann. Ciao. Tschüss. Das war's für diese Ausgabe.
Www.kobinet-nachrichten.org. Dort gibt's alle Nachrichten nachzulesen,
über die wir heute gesprochen haben.
Viel Spaß beim Lesen, viel Spaß beim Stöbern und einen wundervollen August sei
euch gewünscht. Bis dann. Ciao, ciao. Euer Inklusator Sascha Lang.
Für den Inklusator Sascha Lang bedeutet Inklusion, Inklusion ist ein Gesellschaftsprojekt.
Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazugehört.
Egal wie du aussiehst, welche Sprache du sprichst oder ob du eine Behinderung hast.
Inklusion heißt teilhaben.
Wir möchten dich mit unserem Podcaster zu motivieren, bereits jetzt an der Gesellschaft teilzunehmen.
Denn nur so können Barrieren abgebaut werden.
Barrieren, die nicht nur im Alltag bestehen, sondern auch in den Köpfen.
Lasst uns diese gemeinsam abbauen.
IGL. Inklusion. Ganz einfach leben. Wird dir präsentiert von Inklusator.
Infos zum Inklusator und weitere Folgen findest du unter www.igelmedia.com.
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