IGEL - Inklusion Ganz Einfach Leben

Sascha Lang - Inklusator
Since 04/2021 312 Episoden

Was haben wir heute getan, damit dein Leben glücklicher wird? - Wertgeschätzte Erfahrungen ermöglichen

Aus der Rubrik Lust auf Zukunftsplanung - Ellen Keune im Gespräch mit Nicolette Blok

08.03.2026 67 min Ellen Keune

Zusammenfassung & Show Notes

Was haben wir heute getan, damit dein Leben glücklicher wird? - Wertgeschätzte Erfahrungen ermöglichen
 
Aus der Rubrik Lust auf Zukunftsplanung - Ellen Keune im Gespräch mit Nicolette Blok
 
Nicolette Blok gibt gerne ihre Sichtweise frisch und frech weiter. Dieses Talent schenkt sie uns in dieser Folge von Lust auf Zukunftsplanung. Im Gespräch mit der Gastgeberin Ellen Keune beschreibt die Ermutigerin anhand von Beispielen, wie wertgeschätzte Erfahrungen ermöglicht werden können. Nicci Blok erklärt dabei auch, wie wichtig es ist, mutig vorzuleben, wie man Menschen  die Welt zeigt und zumutet. "Jeder Mensch ist  es wert, kennengelernt zu werden.", sagt die Expertin für Persönliche Zukunftsplanung. Von einem genauen Blick und großen Fragen für ein glücklicheres Leben hörst du in dieser Episode von Lust auf Zukunftsplanung, der Rubrik im IGEL-Podcast über Zukunft und Zukunftsplanung. Wir hören uns in der Zukunft.
 
Die Episoden dieser Rubrik „Lust auf Zukunftsplanung“ erscheinen im IGEL-Podcast immer am 2. Sonntag in den ungeraden Monaten. Ellen Keune freut sich über Feedback, Anmerkungen und Wünsche per Mail an laz@ellen-keune.de oder auf Social Media:
Weitere Informationen und Kontakt zu Nicolette Blok:
Und hier gibt’s Informationen zum Thema Persönliche Zukunftsplanung: www.persoenliche-zukunftsplanung.eu https://www.persoenliche-zukunftsplanung.eu/,
 
 
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Podcast „IGEL – Inklusion Ganz Einfach Leben“
 
 
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Nicolette Blok gibt gerne ihre Sichtweise frisch und frech weiter. Dieses Talent schenkt sie uns in dieser Folge von Lust auf Zukunftsplanung. Im Gespräch mit der Gastgeberin Ellen Keune beschreibt die Ermutigerin anhand von Beispielen, wie wertgeschätzte Erfahrungen ermöglicht werden können. Nicci Blok erklärt dabei auch, wie wichtig es ist, mutig vorzuleben, wie man Menschen  die Welt zeigt und zumutet. "Jeder Mensch ist  es wert, kennengelernt zu werden.", sagt die Expertin für Persönliche Zukunftsplanung. Von einem genauen Blick und großen Fragen für ein glücklicheres Leben hörst du in dieser Episode von Lust auf Zukunftsplanung, der Rubrik im IGEL-Podcast über Zukunft und Zukunftsplanung. Wir hören uns in der Zukunft.
 
Die Episoden dieser Rubrik „Lust auf Zukunftsplanung“ erscheinen im IGEL-Podcast immer am 2. Sonntag in den ungeraden Monaten. Ellen Keune freut sich über Feedback, Anmerkungen und Wünsche per Mail an laz@ellen-keune.de oder auf Social Media:
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Und hier gibt’s Informationen zum Thema Persönliche Zukunftsplanung: www.persoenliche-zukunftsplanung.eu https://www.persoenliche-zukunftsplanung.eu/,
 
 
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Transkript

Igel Inklusion, Ganz Einfach Leben der Podcast für gelebte Inklusion. Mit eurem Inklusator Sascha Lang, Igel Inklusion, Ganz Einfach Leben der Podcast für gelebte Inklusion. Es ist der Monat März, es ist der zweite Sonntag im Monat. Das bedeutet ungerader Monat Lust auf Zukunftsplanung. Die Igel Ausgabe von heute. Ich wünsche viel Spaß mit eurer Gastgeberin Ellen Keune. Gute Unterhaltung. Wir haben mal wieder einen ungeraden Monat, das heißt, ich habe wieder ganz viel Lust auf Zukunftsplanung und habe mir dazu eine ganz besondere Gästin eingeladen, die hoffentlich auch heute ganz viel Lust auf Zukunftsplanung hat. Und ich kann schon mal so viel verraten, wir reisen heute in ein Land, in das wir mit dieser Podcast-Rubrik noch nie gereist sind. Ich begrüße ganz herzlich Nicolette Blok. Hallo Niki. Hallo, grüß dich. Schön, dich zu sehen. Ja, schön, dich zu sehen und vor allem zu hören. Die ZuhörerInnen hören uns ja auch nur. Magst du dich mal kurz vorstellen für die, die dich noch nicht kennen und vielleicht auch so schon deinen Bezug zur Zukunft oder zur Zukunftsplanung? Ja, mein Name ist Nicolette Blok, wobei die meisten sagen Niki. Ich bin gebürtige Holländerin, also von daher reisen wir von Deutschland aus gesehen nach links und nach rechts, nach Österreich und nach Holland, nur um mein Dialekt vielleicht zu erklären. Ich arbeite seit ich im Berufsleben eingestiegen bin mit Menschen mit Behinderung. Erst in den Kinderbereich und dann in den Erwachsenenbereich. Ich habe auf allerlei Ebene gearbeitet in Organisationen und bin schon ganz, ganz lange mit Zukunftsplanung beschäftigt. Also eigentlich mehr mit der Frage, wie kann Inklusion gelingen oder woran könnte man Inklusion auch festmachen, damit nicht nur gesagt wird, wir machen Inklusion, sondern wo es auch so bewiesen werden kann. Das hört sich ja furchtbar an, aber sagen tut mans mal leicht. Und dann, seit 2013 arbeite ich jetzt selbstständig, begleite immer wieder Lehrgänge zur Zukunftsplanung. Ich habe erst gezählt, aber ich habe es leider vergessen. Ich glaube, ich habe jetzt zwölf Lehrgänge begleitet. Und arbeite als Organisationsentwicklerin und als Trainerin und halt alles, was man so macht als Freiberufliche, die brennt für dieses Thema. Außerdem habe ich, ich habe zwei Kinder. Ich habe einen Sohn mit Down-Syndrom, der ist mittlerweile 36 Jahre alt. Ja, und auch mit denen war ich natürlich konfrontiert mit ganz vielen Themen, wie kann Inklusion gelingen. Also das ist so mein Zugang zum Thema. Und kennengelernt habe ich es vor ganz, ganz, ganz viele Jahre. Also ich glaube, der Maik war damals so sechs, acht Jahre, ich weiß es nicht mehr ganz genau. Und da war ich bei einem Vortrag von Ines Boban zu Zukunftsplanung. Und ja, da hat es richtig meine Leidenschaft für dieses Thema entfacht. Genau, also das ist so ein bisschen mein Zugang. Du hast gerade schon gesagt, Zukunftsplanung, persönliche Zukunftsplanung und Inklusion. Siehst du das als einen Weg zur Inklusion? Ja, ich sehe es durchaus. Es gibt natürlich andere Wege auch. Ich kann ja auch so ein Instrument wie das ICF, wenn ich es ordentlich nehme und ordentlich anschaue, dann kann ich es auch als Weg dahin sehen. Der spannendere Weg findet ihr einfach Zukunftsplanung oder das personenzentrierte Arbeiten, was ja ganz, ganz eng zusammenhängt. Ja, ich glaube, für mich sind es Werkzeuge oder für mich sind es Zugänge, die es ganz schnell, ganz leicht machen. Und ich finde, allein die Idee, eine Zukunftsplanung macht man ja mit einem Unterstützerkreis, das sofort inklusiv zu tun, finde ich einfach. Wem das eingefallen ist, diese Leichtigkeit, das ist ja genial. Also ich überlege mir nicht als Professionalistin oder als Begleiterin oder Assistentin, was könnte ich tun, sondern ich beziehe gleich einen Unterstützerkreis mit ein, die, welches besteht aus ganz bunten Leuten, ganz vielfältigen Leuten, dicke, dünne, große, kleine, Menschen aus allerlei beruflichen Kontexten. Also einen wirklich ganz vielfältigen Unterstützerkreis, um gemeinsam zu überlegen, wie kann diese Person Lebensqualität erfahren oder wie kann diese Person so glücklich wie möglich sein. Und das hat immer mit Inklusion zu tun, weil die Menschen können ganz unterschiedlich sein, aber ihre Träume sind es meist nicht wirklich. Du hast gerade gesagt, die persönliche Zukunftsplanung oder auch das personenzentrierte Denken und Arbeiten ist der spannendere Weg. Dass das schon ein inklusiver Weg ist, Ist das das Spannende daran aus deiner Sicht oder warum ist das der spannendere Weg? Ja, für mich tatsächlich, weil es schon mit dem Unterstützerkreis beginnt, ja, darum finde ich ihn spannender. Also ich finde allein schon die Idee, dass man das nicht eins zu eins überlegt im Sinne von, hallo, ich bin deine Assistentin, was sollen wir machen oder was wünschst du dir? Das sind ja allein schon total große Fragen. Was wünschst du dir? Wer bist du? Für was brennst du? Das klingt wie eine ganz einfache Frage, aber das ist es nicht. Sich etwas zu wünschen für das eigene Leben oder einen Willen zu entwickeln, das ist nicht so leicht für viele Menschen mit einer Diagnose, die ganz viel, oft ganz lieb gemeinte oder gut gemeinte Fremdbestimmung erlebt haben oder einfach, wo Menschen nicht auf die Idee gekommen sind, sie mit einzubeziehen in Entscheidungen oder gut gemeint trotzdem entschieden haben. Und für mich stellt sich immer die Frage, wie können Menschen ganz selbstverständlich dabei sein bei allen Prozesse, die ihnen betreffen. Also eigentlich ist es ja irre, dass es so etwas gibt wie, ich bin nicht einbezogen, was mit mir passiert. Du hast gerade selber schon eine Frage gestellt und zwar, wie kann es gelingen, dass die Menschen selber mit einbezogen sind in ihrem eigenen Prozess? Hast du da eine Antwort drauf? Wie kann es gelingen? Ja, da habe ich schon eine Antwort drauf. Was heißt Antwort habe ich? Also ich versuche es immer zu beantworten und das ist natürlich ganz schwer. Auf der einen Seite möchte ich das Wort Selbstbestimmung total treu sein. Also wie kann ich Menschen mit einbeziehen und wie kann ich Menschen immer wieder die Frage stellen, willst du das oder? Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass viele Menschen, die ich begegne, die vielleicht auch in Organisationen groß geworden sind, in einer WG für Menschen mit Behinderung wohnen oder arbeiten in einer Werkstatt, dass die gar kein komplettes Bild von dieser Gesellschaft haben. Es ist ganz schön leicht, sich einzurichten in eine Parallelwelt, wenn man eine sogenannte Diagnose hat. Und dann ist natürlich die Frage, was willst du, manchmal auch eine schwierige Frage, weil wie lernen, Menschen zu wollen. Und manchmal habe ich das Gefühl, und da gibt es ja den wunderschönen Stern, Unterstützer wertgeschätzte Erfahrungen oder wie ich noch viel Liebe sage, Ermögliche für Menschen wertvolle Erfahrungen. Und da habe ich manchmal das Gefühl, es wäre so, also manchmal muss ich auch Menschen erst die Welt zeigen und nicht die Welt, die mir gefällt, sondern ausgehend von den Stärken und Leidenschaften der Personen, die sie jetzt schon haben, darauf aufbauend neue Erfahrungen außerhalb der Parallelgesellschaft zu ermöglichen. Und mitunter kann das eine Spur auch fremdbestimmt sein. Weil ich denke jetzt an jemanden, den ich begleitet habe, der total gern in MTV Musik gehört hat. Aber noch nie auf einem Konzert war, noch nie auf einem Festival war. Und wir ihn einfach eingeladen haben mitzugehen und am Anfang hat er immer gesagt, das geht nicht, ich habe eine Behinderung und das geht nicht. Und wir ihm echt ermutigt haben, geh doch mit. Wie ich aber auch eine Freundin ohne Behinderung ermutigen würde, sich für ihre Leidenschaft manchmal etwas Größeres zu denken, kennenzulernen, zu sehen. Und ich glaube, dass das so ein Auftrag ist an uns, dass es uns nicht egal ist, wie es Menschen geht, dass es uns immer ein Anliegen sein muss, uns um das Glück oder Wohlbefinden oder ja, um ein reichhaltiges Leben von allen Menschen zu bemühen. Und Gott sei Dank gibt es nun mal also ganz selten, ich habe jetzt gehört, dass es irgendein Schlagersänger ein Konzert gibt, nur für Menschen mit Behinderung, da wird man eh schon schlecht, aber Gott sei Dank, Ist es ja möglich, einfach zu sagen, wir nehmen die Mitte vom Konzert und nachher schauen wir. Und wann es dann eine blöde Erfahrung war, weil der völlig keine Ahnung, was war, dann ist es auch okay. Es ist eine Erfahrung, wo er nachher sagen kann, das will ich öfters oder das will ich nie mehr oder ich will es anders. Also ich glaube, dass wenn wir Leute einbeziehen wollen, dass wir ihnen, wie auch Eltern mit ihren Kindern tun, ihnen die Welt zeigen, ihnen die Welt zumuten, ihnen die Welt, ja und manchmal ist bei mir im Leben auch was, wo jemand glaubt, es ist super cool, wenn ich da mitgehe und nachher denke mir, ja, nett gemeint, aber nein, danke. Und dann komme ich ja zu einem immer genaueres Bild von, was will ich eigentlich? Und das, Also dabei merke ich, ich brenne einfach dafür, Menschen Erfahrungen zu ermöglichen, damit sie letztendlich immer besser wissen, das passt zu mir. Also ich kann in einem anderen Kontext auch eine andere Person werden. Ich kann bei einem anderen Erlebnis auch etwas anderes entwickeln. Ich kann plötzlich eine Stärke von mir entdecken, die ich zu Hause auf der Couch nicht entwickeln werde oder in der Parallelwelt nicht sehen kann. Und für das brenne ich. Lass uns die Welt durchmischen irgendwie. Du hast gerade gesagt, lass uns die Welt zeigen und die Welt erfahrbar machen. Wie mache ich das denn konkret? Also wer muss ich sein, damit ich das machen kann? Also ich würde es so gern ganz einfach beantworten. Ich muss ein Mensch sein, der nicht nur sich selber sieht, sondern bereit ist, wirklich zuzuhören. Also was höre ich und was sehe ich, wenn ich einem Menschen begegne? Und was fängt bei mir an, in Kopf sich zu entwickeln und das nicht dann drüber zu stülpen, weil es meine Welt ist, sondern eher Fragen zu stellen wo ich zeige, dass ich wirklich neugierig bin auf diese Person. Ich will diese Person kennenlernen und nicht voyeuristisch kennenlernen. Ich will keine Bildzeitung füllen mit dem Wissen, was ich habe, sondern ich möchte ganz gern genau wissen, wer bist du, und worauf habe ich Lust auch mit dir zu erleben oder was glaube ich, wo du bis jetzt noch gefehlt hast und wie kann ich dir mitteilen, dass du unverzichtbar wichtig bist für diese Welt. Und ich glaube, das kannst du, das kann ich, das kann meine Nachbarin. Ich glaube, dass wir nur lernen müssen, so zu denken. Dass alle Menschen irgendwie unverzichtbar wichtig sind und dass alle Menschen grundsätzlich das Wert sein, kennengelernt zu werden. Ja? Ja, also du und ich, wir haben ja zumindest teilweise ab und zu Zugang zu der Parallelwelt, die du schon beschrieben hast. Aber ich glaube, meine Nachbarin jetzt nicht unbedingt ist. Schlimm. Was ich manchmal sage, Ellen, Entschuldigung, dass ich dich unterbreche, aber genau das ist ja, also wir haben die Welt für Menschen mit Behinderung oder die Welt für Menschen mit der Diagnose nun mal getrennt, organisiert, warum auch immer wir das getan haben. Das ist vielleicht aus der Geschichte her logisch zu erklären, aber darum ist Inklusion, glaube ich, so schwierig, weil viele Menschen überhaupt noch keine Ahnung haben, wie normal Menschen mit einer Diagnose sind. Ja, also wir teilen ja viel mehr. Ich glaube, dass es an der Zeit ist, dass wir, und das mag eine harte Aussage sein, aber ich glaube, dass es an der Zeit ist, dass die Organisationen, die sich bereit erklären, Menschen mit Bindungen, Wohnen, Arbeit, seinen Lernplatz zu bitten, also Menschen, die dafür extra gebaut sind, so wie, keine Ahnung, wie sie alle heißen, die Namen will ich jetzt auch nicht alle nennen, aber dass die, die Menschen, die sie begleiten, die Welt zurückgeben. Nicht im Sinne von, da hat eine Person eine Diagnose, die braucht einen Wohnplatz und wir rufen als Erster bei einer Organisation für Menschen mit Behinderung an. Nein, wir fragen als Erster, was denkst du denn über Leben? Was denkst du denn über Wohnen? Kennst du schon unterschiedlichste Wohnplätze? Kennst du schon ein Hochhaus? Kennst du schon ein Bauernhaus? Kennst du schon, keine Ahnung, eine WG? also nicht eine WG für Menschen mit Behinderung, sondern überhaupt eine WG. Kennst du kooperatives Wohnen? Kennst du das? Oder sollten wir erst einmal Menschen besuchen? Ja, und ich glaube, dass wir manchmal einfach so kompliziert denken. Wir kennen alle Menschen, die unterschiedlich wohnen. Ja, dann lass uns die Menschen einander kennenlernen. Also, ich glaube, dass wir manchmal in dieser Organisation viel zu behindertengerecht, viel zu kompliziert denken und dass es echt an der Zeit ist, Menschen mit Behinderung die Gesellschaft zurückzugeben. Ja, weil dann würde auch deine Nachbarin Menschen mit Behinderung kennen. Ja, und die würden vielleicht wissen, ja, dass sie natürlich manchmal anders ticken, aber manchmal halt auch cool sind oder anders oder eine andere Perspektive bringen oder ja, Aber nie nur behindert. Es sind immer erst mal Menschen mit Potenzialen, mit Talenten, mit Stärken. So wie du und ich. Ich kann mir natürlich auch, bei mir kann ich sagen, das kann ich nicht, das kann ich nicht, das ist schierch, das ist das, das ist das. Aber ich kann auch in den Spiegel schauen und sagen, hi, schön, dass es dich gibt. Und das würde ich die Welt auch so gönnen. Ich glaube, dass viele Menschen, überhaupt alle Menschen, von dieser Art zu denken, was lernen könnte oder es auch brauchen würden. Wie kommen die Menschen dazu, die jetzt noch nicht so denken, so zu denken? Ja, indem wir ständig darüber reden. Ja, also... Ja, ich glaube schon, dass es auch so ein bisschen Mut braucht, ja, also Menschen zusammenzubringen. Es braucht einfach auch Mut und es braucht einen anderen Blick auf Menschen. Ich glaube, dass wir ganz oft innere Bilder haben, wenn man mich sieht, dass man so, keine Ahnung, schon ein Bild hat, was ist das? Ah, das ist eine Holländerin, ja, eh klar, weil, ja, oder, keine Ahnung, die Ellen hat eine Brille, also ist sie so und so, ja, und die Haarschnitt, darum ist sie so und so. Und ich glaube, dass es sich immer lohnt, hinter diesen Menschen zu schauen. Und das muss man, glaube ich, echt ununterbrochen vorleben. Also ich werde in einem Zug nie mit einem Handy da sitzen, nie hinter meinem Computer sitzen, weil es sind so viele nette Menschen da. Und man muss manchmal auch einfach den Mut haben, jemanden anzusprechen. Oder ich bin ganz großzügig mit Komplimenten oder mit Fähigkeiten sehen. Aber das hilft ja nichts, wenn ich es nur sehe, sondern da muss man es halt auch sagen. Und dann kommt man ins Gespräch und dann kommt man von das Hölzchen auf das Stöckchen, und dann irgendwann entdeckt man Gemeinsamkeiten und dann kommt man auf ein anderes Thema und dann kann ich schon sagen, ah, Sie haben ganz viele Fähigkeiten dort und dort, darf ich mir das erinnern und wenn ich einen Unterstützerkreis habe, darf ich Sie dann einladen und dann sagen Sie, Unterstützerkreis, wozu einladen und dann erzähle ich das. ich glaube. Ja, also Ellen, wir können es nur vorleben und wir können nur ganz mutig Beispiele schaffen und darüber erzählen. Also sind gute Geschichten, wo Inklusion gelingt, ganz wichtig, die zu verbreiten? Die sind unbezahlbar. Die sind einfach unbezahlbar und es können kleine Geschichten sein. Also natürlich ist das alles im Kontext von Zukunftsplanung. Also ich liebe die Idee, gemeinsam mit Leuten nachzudenken, mit Leuten, die eine Veränderung wollen oder wo eine Veränderung notwendig ist, nicht einfach nur so zu Spaß, dann eine Zukunftsplanung zu machen. Aber ich denke auch an Kleinigkeiten. Ich war einmal mit dem Zug unterwegs zu einem Auftraggeber und da saßen neben mir eine dreiköpfige Familie, Mama, Papa, Tochter. Und die Tochter hat gelernt, also ich glaube, die ist aufs Gymnasium gegangen und hat halt ihre Hausaufgabe gemacht und hat ihrem Papa immer wieder Fragen gestellt. Sie hat Französisch gemacht und Biologie und dann, also es war ein langer Zugfahrt und ihr Papa war wie ein Joker bei der Millionenschau. Der hat alles gewusst. Und ich habe fassungslos zugehört und dann die Mama, die war, glaube ich, ein bisschen genervt, weil ich so oft drüber geschaut habe und dann habe ich mich halt entschuldigt, Entschuldigung, dass ich so schaue, Aber ich bin völlig fasziniert, wie ihr Lernen gestaltet und ich bin noch faszinierter, was dein Papa alles weiß. Und wir sind ins Gespräch gekommen und dann habe ich einen Visitekarten erbeten, damit wir in Kontakt bleiben können. Und da bin ich relativ schnell und unverschämt vielleicht. Aber am nächsten Tag komme ich in eine Organisation, wo Menschen mit Behinderung begleitet werden, also in eine Werkstatt. Und da erzählen mir Mitarbeiter, wie genervt sie von einem Mann sein, die jede dritte Minute sagt, warum ist das so? Warum? Warum? Da habe ich mir gedacht, ich muss die zusammenbringen. Und dann am Abend habe ich diesen Mann aus dem Zug angerufen und habe gesagt, jetzt habe ich jemanden gefunden, der braucht ihn unbedingt. Solche Dinge, die sind so niederschwellig. Kam der Kontakt dann auch zustande? Ja, natürlich. Und wenn ich den holen hätte müssen, ja. Ich glaube, der war völlig irritiert. Ich sage manchmal auch nicht, dass die dann auf jemanden treffe mit einer Behinderung. Ich sage ja auch nicht, du wirst treffen auf eine Frau mit grauen Haaren oder du wirst treffen auf einen Mann mit einem komischen Schnurrbart oder du wirst treffen auf jemanden, der nur irgendwie seine Haare blau färbt. Also habe ich keine Lust zu erzählen. ein Mann mit Behinderung sagt immer warum und darum, sondern ich sage, ich habe, seit gestern an ihnen gedacht, weil sie so viel wissen und jetzt habe ich jemanden getroffen, der alles wissen will und viel zu wenig weiß. Bitte lass uns gemeinsam mal auf einen Kaffee gehen. Ich glaube, das wäre ein Gewinn für alle. Ja, es ist ja auch so. Auf jeden Fall. Und dann habt ihr das gemacht, dann habt ihr zusammen Kaffee getrunken. Genau. Und das war höchst spannend, weil der Mann ist natürlich schon erstmal irritiert gewesen. Ja, aber das ignoriere ich einfach. Außer sie sind so mutig, das anzusprechen. Dann können sie bei mir eine Antwort haben. Aber sonst ignoriere ich das. Ich würde doch auch ignorieren, wenn ich ein Pickel auf der Nase habe und jemand starrt die ganze Zeit auf meinem Pickel. Das ignoriere ich auch. Ja. Ich glaube, das ganze Konzept der Inklusion, denken wir manchmal einfach zu kompliziert. Wir müssen vor allem tun und Geschichten sammeln, wo es gelingt. Und nicht immer erst sagen, gelungene Inklusion ist, wenn große Dinge passieren. Dann legen wir uns die Latte so hoch. Im kleinen Starten auch. Also bedeutet Inklusion aus deiner Sicht nicht erst, wenn zum Beispiel die Person, wo du gerade erzählt hast, aus der Werkstatt auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden hat und nicht mehr in einer Einrichtung wohnt, sondern auch sowas ist schon Inklusion. Ja, es ist zumindest ein Schritt, weil man weiß ja nie, was passiert. Was ich nämlich auch nicht inklusiv finde, ist, wenn Menschen dann alleine wohnen in einer Wohnung und dort vereinsamen. Das ist auch nicht Inklusion. Also darum arbeite ich so gern mit dem Stern - Ermögliche wertvolle Erfahrungen, weil für mich ist da alles drinnen. Die fünf Hauptzacken sind Zugehörigkeit, also wie zugehörig kann jemand sein und will jemand sein, also wie viele Menschen kennt er, in wie vielen Kontexten ist er, wo Menschen sind. Ja, dann der zweite Zacken wäre respektiert werden. Wie bewusst ist jemand seiner Fähigkeiten und Talente und wie oft wird auf seine Talente anstatt auf seine Defizite geschaut. Meine Defizite brauchst mir du nicht sagen, die kenne ich. Aber wir leben nicht in einer Feedback-Welt. Unsere Welt wird sich verändern, wenn wir auch oder vor allem auf Stärken, Fähigkeiten und Ressourcen schauen. Also das ist bei Respektiert werden, das ist der zweite Zacken. Der dritte Zacken ist öffentliche Plätze benutzenoder teilen. Wie viele Menschen mit Behinderung treffen wir wirklich in Behinderung? Auf öffentliche Plätze. Wie viele Leute treffen wir mit einer Behinderung? Bei einer Demo, im Kino, am Marktplatz, in Züge. Und jetzt gibt es sofort ein Ja, aber. Ja, aber es ist nicht alles barrierefrei. Aber es gibt genug Plätze, wo es möglich wäre. Und wann wir Menschen sehen, dann meist in Gruppen. Also wenn eine Gruppe von Basketballspielern in ein Schwimmbad kommt, habe ich auch ein Problem. Als Frau, wenn die lärmend von Testosteron strotzend da ein. Aber wenn zehn Menschen mit Behinderung reinkommen, kann es, wenn ich keine Erfahrung damit habe, genauso schwierig sein. Auf jeden Fall findet keine Inklusion statt. Geh du mit fünf Freundinnen wo essen, du wirst niemanden kennenlernen. Geh alleine essen. Braucht Mut, aber du wirst Menschen kennenlernen. Also öffentliche Plätze teilen. Dann gibt es Das schöne Wort der Teilgabe, Vor der Teilhabe, also welche Talente hast du und wem könnte dieses Talent gut tun? Also was kannst du dieser Gesellschaft oder was musst du dieser Gesellschaft auch geben von deiner Talente und von deiner? Und dann zum Schluss die Wahlmöglichkeit in dem Ster - ermögliche wertvolle Erfahrungen. Welche Wahlmöglichkeit hast du wirklich im Leben? Kennst du genug? Weißt du, wo die Informationen herkriegst? Gibt es genug Menschen, die dir erzählen, wie groß die Welt ist, was du kannst, wo was ist, welche Hilfsmittel es gibt? Also alles, was quasi Erfahrungen ermöglicht. Und ich glaube, wenn wir dorthin schauen, dann ist klar, dass, Dass Inklusion nicht bedeutet, ich suche einen Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt und jemand verkümmert mir da, weil er eigentlich nicht dazugehört, weil er nicht zur Weihnachtsfeier eingeladen wird, weil er nur mit seiner Assistentin gemeinsam eingeladen wird und nie alleine, weil er nie auf ein Bier geht nach der Arbeit, so wie alle anderen, dann haben wir keine Inklusion. Und wenn jemand vereinsamt in seiner Wohnung, ist es auch keine Inklusion. Also mir ist es zu einfach zu sagen, okay, wir lösen alle Wohnhäuser auf und dann haben wir Inklusion. Daran glaube ich nicht. Da habe ich vielleicht einen strengeren Blick und natürlich, wenn jemand einmal mit einem Mann redet, der gerne Fragen beantwortet, ist es noch keine Inklusion. Aber es ist schon eine Erfahrung, wie es auch sein kann. Und dieser Mensch kann einen Willen entwickeln, so im Sinne von ich will mehr Menschen kennenlernen. Und nicht nur Betreuer, Begleiterinen oder Assistentinnen. Angenommen, uns hört jetzt eine Fachkraft zu, die in einer großen Einrichtung arbeitet, die sagt, ja, jedes dieser Worte, so Zugehörigkeit und Teilgabe und so, habe ich alles schon mal gehört und versuche ich auch, meinen KlientInnen so gut wie es geht zu ermöglichen. Aber ich kann es nicht allen ermöglichen, weil manche haben so einen hohen Unterstützungsbedarf, da geht es einfach nicht. Was würdest du denen sagen? Allein die Frage macht man schon so traurig. Weißt du, für mich stimmt es nicht. Natürlich ist die Suche vielleicht ungleich schwer. Ich weiß es nicht. Ich glaube, dass es schlimm ist, wenn wir glauben, dass Menschen mit einem hohen Unterstützungsbedarf keine Freunde haben können. Ich glaube, dass wenn ich mir das erlaube zu denken, dass Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf vielleicht nicht so wertvoll sein können in dieser Gesellschaft, dass das die erste Fragment ist, warum es nicht gelingen kann. Also wenn ich nicht daran glaube, dann wird es wirklich schwierig. Und ich kann mir das schon vorstellen, wenn du das noch nie ausprobiert hast. Darum sage ich immer zu Menschen in Organisationen, fangst mir bitte nicht gleich mit allen gleichzeitig an, Weil das neue Denken kostet einfach unheimlich viel Kraft, weil du musst ständig dein altes Denken ergänzen. Und wir kriegen nun immer noch Geld in Organisationen für die Defizite. Also für Mitarbeiter ist das nicht leicht. Sie müssen Defizite beschreiben, um zu einer Dienstleistung zu kommen. Und dann müssen sie aber, um Zugehörigkeit zu ermöglichen, um Freundschaft dazu zu schließen, muss ich vielleicht dann... Ja, wie der, was heißt, muss ich vielleicht, muss ich unbedingt an den Leidenschaften und Stärken und Fähigkeiten ansetzen. Aber ich bin davon überzeugt, dass alle Menschen Fähigkeiten haben. Alle. Man muss manchmal echt suchen. Und dann ist diese Suche, vielleicht dauert vielleicht nicht eine Woche, sondern dauert vielleicht ein paar Monate. Aber das wäre doch super mal als Ziel. Also Menschen mit Bindung brauchen ja leider immer noch allerjährlich Zielen, die man dann auch beweisen müssen, dass wir daran arbeiten als Mitarbeiterin, weil Vertrauen irgendwie keine Ahnung, wo das verloren gegangen ist. Da bin ich ein bisschen zynisch, aber ich habe ja selber einen Sohn mit Behinderung und der hat mich mal gefragt, Mama, hast du auch jedes Jahr ein Ziel? Dann habe ich gesagt, nein. Und dann hat er gesagt, ist das auch wieder so ein behindertengerechtes Ding? Und dann habe ich mir gedacht, das hat er jetzt gut auf den Punkt gebracht. Und sein damaliger Bezugsbegleiter hat mich dann angerufen und hat gesagt, der Maik hat gesagt, wenn ich noch nicht fertig bin mit seinen Zielen, soll ich weiter daran arbeiten, ihm ist es egal, wann er es tut. Und dann habe ich mir gedacht, boah, so losgelöst hat Mike seine Ziele von seiner Welt, dass er glaubt, der Bezugsbegleiter muss es machen für ihn. Und ein schönes Ziel wäre ja auch, gemeinsam in den Teams daran zu arbeiten, wirklich die Fähigkeiten, die Talente von jemandem zu sehen. Und wenn daa steht, das steht ja ganz oft, kann gut beobachten. Ja, eh klar, wenn jemand nichts zu tun hat. Was bleibt ihm denn über, wie gut schauen? Dann denke ich mir, dann wäre gut beobachten auf dem Bahnhof, sicher interessanter, als wäre es in der Werkstatt. Und dann wäre da zu, schauen, wie reagieren die Menschen auf diese Person? Wie kann der vielleicht einen Beitrag leisten da? Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, was zu dieser Person, Ich habe ja jetzt keine konkrete Person im Kopf, aber ja, lass uns so anfangen. Wir hatten es vorhin ja von Geschichten. Gibt es dazu Geschichten? Ja, da gibt es schon Geschichten. Fällt dir gerade spontan eine an? Ja, fällt mir spontan eine an. Das ist schon länger aus. Da habe ich für ein Team eine Fortbildung gemacht. So zwei, drei Tage in Haus Fortbildung. Das war ein Platz, wo Menschen mit Behinderung ihren Tag verbringen. Das heißt dann Förderwerkstatt, die eigentlich nicht wirklich was leisten. Wir müssten ja in diesem Kontext sowieso den Begriff Arbeit neu definieren. Was ist denn Arbeit? Aber dann tauchen wir jetzt zu tief ein. Aber die haben in einer Gemeinde gewohnt, wo es viel Ärger gab wegen Pferdemist. Da war ein Reitstall und die sind immer wieder durch die Gemeinde auch gegangen mit den Pferden. Ich bin keine Reiterin, darum kann ich das nicht so gut erzählen. Aber auf jeden Fall war in dieser Gemeinde total viel Ärger wegen viel Pferdemist. Und sie sind als Gruppe auch immer wieder in die Gemeinde gegangen und wurde da immer so eher bemitleidend angeschaut von den Menschen. Und natürlich waren sie auch ein bisschen angeärgert von dieser vielen Pferdemist, weil das hat ja einfach für die Rollstühle auch bedeutet, Mist auf den Rädern. Und dann haben sie überlegt, wir fangen jetzt an, unser - ein Mann mit einem Elektrorollstuhl, da hängen sie einfach so einen, wie heißt denn das, so Strandkarren. Jetzt fällt es mir nur auf holländisch ein. naja, sagen wir so, so einen Anhänger haben sie gebaut, ja. Wie so ein Bollerwagen? Ja, danke, das habe ich gefunden. Ne gesucht, nicht gefunden. Und dann haben sie zwei Menschen, die gehen können, aber auch einen hohen Hilfebedarf haben, aber also auch zum Teil keine Spontansprache haben, haben sie gelernt, den Mist, den Pferdemist in den Bollderwagen zu schaufeln. Und der vordere Mann mit seinem Elektrogerstuch hat eben ganz einen guten Auftrag, weil er musste ja was ziehen. Und dann haben die die Pferdeäpfel gesammelt, getrocknet und nachher in der Gemeinde aus Rosendung verkauft. Und ich finde, diese Idee ist so einfach, so bestechend wirksam, weil plötzlich waren sie in der Gemeinde in der Gemeinde nicht geduldet oder nicht bemitleidet, sondern die haben sogar einen Anruf gekriegt. Seid sie heute nicht unterwegs, weil dort und dort liegen Pferdeäpfel. Und der Pferde, also der Besitzer von diesem Pferdehof war auch froh, weil der Ärger hat einfach deutlich abgenommen. Und das ist für mich eine Win-Win-Win-Win-Win-Situation, wo einer der Mitarbeiter einfach mutig eine Idee gehabt hat und gesagt hat, das tun wir jetzt. Ja, und das Talent war, die haben Zeit gehabt, die haben eine Möglichkeit gehabt, die Zeit zu verwenden für die Gemeinde und haben jemand gehabt mit einem Elektrorollstuhl, wo sie einen Anhänger angehängt haben und einen Bollerwagen, ja. Ja, und für mich ist das, das ist noch kein individuelles Beispiel, aber für mich ist es so ein ganz genial einfacher Zugang hier, ja. Ich weiß nicht, wie du das siehst, aber ich habe so das Gefühl, es ist mir fast lieber als wie... sie basteln. Auf jeden Fall. Also ich denke oft daran, wie man das so Fachkräften erklären kann, was sie tun sollen. Weil ich unterrichte ja angehende HeilerziehungspflegerInnen und die sagen immer, ja das klingt alles ganz gut, aber was soll ich denn tun? Und aus deinem Beispiel denke ich, sie müssen nicht immer nur auf die einzelne Person gucken, was schon auch wichtig ist, haben wir ja vorhin besprochen, aber ich glaube, so eine richtig große Aufgabe ist, die Verbindung zu schaffen, jetzt zum Beispiel zur Gemeinde. Also auch da die Augen offen halten, was braucht es denn da oder wie können wir da eine Brücke bauen, wie können wir da nützlich sein? Ich habe vielleicht noch ein persönliches Beispiel. Das war so eine Zukunftsplanung von einem Mädchen, was fertig war mit der Schule, 17 Jahre alt und die Eltern haben echt gesagt, unsere Tochter darf nicht verschwinden in diese Gemeinde. Die darf nicht um sieben abgeholt werden von dem Behindertentransport und um vier Nachmittag müde heimgebracht werden. Weil wir haben eine strahlende Tochter, die zwar nichts sprechen kann, keine unterstützte Kommunikation hat, weil sie bis jetzt noch nicht den richtigen Ding gefunden haben, aber die einfach so ein Strahlen, und das ist ja fast schon wieder wie eine Stigmatisierung, alle Menschen mit Behinderung strahlen. Aber tatsächlich ist es bei dieser jungen Dame oder dieser jungen Frau echt unfassbar. Die könnte den Namen gute Laune haben, weil das ist sie einfach. Ich kenne die überhaupt noch nicht schlecht gelaunt. Und ich war eingeladen, ihre Zukunftsplanung zu moderieren und da gibt es ja in der Zukunftsplanung eine ganz wichtige Phase, dass man so miteinander überlegt, wo könnte die - "S." sag ich jetzt - wo könnte die wirksam werden, also des Träumens, aber auch des Stärkensammelns. Und ich werde nie vergessen, dass einer der eingeladeten Gäste dann gesagt hat, ja, eigentlich bräuchte es ein S.-Verleih, weil jede Familie hat mal schwere Phasen. Und da müsste man doch einfach die S. abholen können, damit die Familie wieder auf andere Gedanken kommt. Ihr müsst die verleihen. Und natürlich kann man einen Menschen nicht verleihen. Aber allein, du glaubst überhaupt nicht, was in diesem Raum passiert ist, wo jemand das ausgesprochen hat, als Idee sich auch getraut hat, auszusprechen, und was das für diese Angehörigen bedeutet hat. Die Tochter, die sonst immer nur defizitorientiert besprochen wird, wo niemand froh ist, wenn sie die in der Werkstatt dazukriegen, kriegt plötzlich einen Wert. Die unfassbar ist. Und daraus sind dann ganz schnell Ideen entstanden, weil dann war die Frage, wo gibt es oft Menschen, die nicht gut gelaunt sind oder traurig sind oder jemanden brauchen, die die Stimmung hebt. Und das ist eine andere Frage als, wo bringe ich jemanden mit Pflegegeldstufe - in Österreich sagt man sieben, die höchste Stufe - unter. Das ist einfach eine völlig andere Frage. Und sie hat jetzt ganz eine bunte. Wochenstruktur oder Wochenplan oder keine Ahnung, Beschäftigungsgeschichte, noch nicht bezahlt, aber höchst respektiert, höchst zugehörig. Sie geht zweimal in der Woche mit einer persönlichen Assistenz einen Tag, geht sie in ein Altersheim und bringt gute Laune bei den Menschen, spielt Spiele, kann sie eigentlich gar nicht, aber begleitet Spiele mit ihrer enormen Strahlkraft und ein Vormittag in der Woche, neben vieles, was sie noch tut, besucht sie einsame, alte Menschen in der Gemeinde. Und der Bürgermeister ist froh und das Sozialamt ist froh und die S. ist froh und ihre Eltern sind froh. Also darum geht es vielleicht auch. Und wenn wir da jetzt erst beim Verdienst wären, wäre das nicht möglich. Und würde sie in eine Förderwerkstätte kommen, wo sie auch nichts verdient, Taschengeld kriegt. Na juhu. Und so ist sie wenigstens wirksam in der Gemeinde und hilft auch so den Blick auf den Wert von Menschen zu verändern. Jeder Mensch ist wertvoll und hat es verdient gesehen zu werden. Also das sind jetzt zwei Beispiele, neben viele andere, die ich erzählen könnte, wo ich so das Gefühl habe. Auch mein Sohn arbeitet am ersten Arbeitsmarkt viel zu wenig Stunden, der hat viel mehr Kraft und viel mehr Energie. Sonst verliert er halt in dem Bundesland, wo er wohnt, den Status Behinderung. Und das traue ich mir ehrlich gesagt auch nicht, weil vielleicht ist er doch einmal angewiesen auf irgendeine Form von Unterstützung. Aber die restlichen Stunden macht er ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinde. Warum nicht? Warum suchen wir Ehrenamtliche für Menschen mit Behinderung? Wieso drehen wir es nicht um? Ja? Ja. Also es ist eine andere Fähigkeit, die man braucht, auch kreativ zu sein und nicht praktisch zum Beispiel jetzt einen Arbeitsplatz, der halt, was weiß ich, 40 Stunden in der Woche lang ist zu finden, sondern zu gucken, wie kann ich da vielleicht auch eine Tagesstruktur oder eine Wochenstruktur zusammenpuzzeln. Also ich glaube, dass das Schlimmste ist, und das bemerke ich ja bei mir auch, ich habe ganz lange gebraucht, nicht mehr behindertengerecht zu denken. Und ich habe ganz lange gebraucht, um nicht in Dienstleistungen zu denken. Und ich habe vielleicht nicht gar so lange gebraucht, aber der Raul Krauthausen hat ja mal was Wichtiges gesagt, was mich sehr beeinflusst hat, nämlich wir müssen Menschen rausholen der Schonraum-Falle. Das heißt, ich muss die Menschen die Welt zumuten und die Welt die Menschen zumuten. Und ich glaube, dass es darum manchmal so wichtig ist, einen Unterstützerkreis zu haben. Weil wenn du einen Unterstützerkreis hast, die stellen Fragen, die wir schon lange nicht mehr stellen. Also ich kann mich noch gut erinnern an einen Tankstellenwart, der bei einer Zukunftsplanung war und der gesagt hat, boah, macht ihr das mit allen Menschen mit Behinderung so furchtbar kompliziert. Wieso macht ihr das so kompliziert? Ich glaube, das Wort, warum macht oder den Satz, hat er, glaube ich, zehnmal gesagt in der Zukunftsplanung. Und dann habe ich mir gedacht, wir sind, glaube ich, wirklich kompliziert. In der Schweiz haben sie ja den Satz in der Zukunftsplanung einfach machen oder einfach machen. Und ich glaube, dass das was ist, was wir dringend wieder anwenden sollen. Weißt, ich glaube, dass viele Menschen mit Behinderung keine Fehler machen dürfen. Nur gute Erfahrungen machen dürfen. Alles muss sicher sein. Aber ein anderer Freund von mir oder ein anderer Kollege von uns beiden, Ellen, sagt immer, scheiter heiter. Und auch das, glaube ich, ist so wichtig, ja. Also wir dürfen nicht fahrlässig sein, aber zwischen fahrlässig sein und alles immer hundertfach absichern, da liegen Welten. Und ich sage immer, lass uns aus, entweder oder sowohl aus auch machen. Also ich sage immer für mich, Zukunftsplanung und personenzentriertes Arbeiten oder Inklusion ermöglichen. Bedeutet, nicht schwarz-weiß zu denken, sondern alle Grauschattierungen zu würdigen und aus den Grauschattierungen einen Blumenstrauß zu entwickeln. Das ist unsere Aufgabe. Und ja, dazu muss ich out of the box denken. Ich muss wegkommen aus dem, was ich gelernt habe, was denn gut ist für Menschen mit Behinderung. Ich muss sie einfach nur fragen, wer bist du und wie willst du leben und wie kann ich dabei unterstützen, das zu ermöglichen. Du hast gerade den Satz gesagt, raus aus der Schonraum-Falle. Mein direkter Blitzgedanke dabei war, warum sprechen wir da eigentlich von Menschen mit Behinderung, die raus aus der Schonraum-Falle müssen? Warum sind es nicht die Fachkräfte, die da raus müssen? Ja, ist mir noch lieber. Wird es noch schneller gehen, ja. Ja, weil ich glaube, dass die manchmal wirklich, aber das machen sie ja nicht mit Absicht, ja. Aber solange wir immer noch den Fokus in Ausbildung auch, also ich unterrichte ja wie du auch an einer Schule für, also in Österreich nennen wir sie Fachsozialbetreuer und habe da relativ viele Stunden. Und ich habe jetzt gerade eine Klasse abgeschlossen und die haben gesagt, Niki, wie du am Anfang in Unterricht gekommen bist, haben wir geglaubt, du sprichst eine Sprache, die wir nicht verstehen. Wir waren eineinhalb Jahre nur beschäftigt mit Förderplan, mit individueller Planung, mit Diagnose, mit behindertegerechten Methoden. Und dann kommst du und redest plötzlich über Glück. Über Lebensqualität. Und die haben gesagt, wir haben das lang einfach echt nicht mehr zusammengebracht. Und das war tatsächlich am Anfang einen harter Job. Das hat mir nicht nur Spaß gemacht. Und ich glaube, weißt du, warum es so schwierig ist, dass wir ja auch, du und ich vielleicht, aber dass viele Mitarbeiter das ja auch noch nicht erlebt haben, dass sie so begegnet werden. Also, wenn wir das so wollen, können wir nicht nur mit Menschen mit Behinderung personenzentriert arbeiten, müssen wir auch mit Personal in Unternehmen so umgehen. Welche Talente hast du und wie können wir das in der Arbeit nutzen? Wo wir wieder beim Vorleben sind. Wir müssen das den, zum Beispiel SchülerInnen, vorleben, damit dies weitergeben können. Genau. Genau, also die Frage, wer bist du und wer willst du sein oder von was träumst du oder wo ist das Feuer in dir, sind ja total wichtige Fragen, aber wer stellt die schon? Oder ich pflege eine sehr lebendige Feedbackkultur, ganz egal, ob ich jetzt einkaufen gehe oder Bus fahre oder so. Das bringt Menschen zusammen. Einfach einmal was sagen. Es hat eine meiner letzten Unterrichtsstunden in dieser Gruppe, ist eine Frau gekommen, weil die Schule wird jetzt geschlossen. Die wollte den Raum messen und schauen, wie viel Schreibtische Platz hat. Das hat total gestört. Aber es war eine lustige Frau. Es war schon sehr störend. Aber sie war lustig und sie war auch nett. Und dann habe ich gesagt, nein, dann handeln wir. Zehn Minuten sitzt du dir nieder und folgst du jetzt den Unterricht. Und zehn Minuten, ja, und dann habe ich ja noch ein Kompliment. Und dann darfst du zehn Minuten unseren Raum haben und gehen wieder bei Kaffee trinken, so irgendwie. Und dann beim Rausgehen nach den ersten zehn Minuten, wo sie in Unterricht war, hat sie gesagt, ich habe noch nie so Unterricht nett erlebt. Und das war dann nett und dann sind wir ins Gespräch gekommen und habe gesagt, was für cooler Haarschnitt hast du und, ja, also das mag jetzt klingen wie Smalltalk, aber es ist ausgegangen von Stärken und Komplimente und Wohlwollen und Freude mit einer Begegnung, die zwar lästig ist, aber wer weiß, was sie für Gewinn bringt. Also ich glaube, dass wir es immer vorleben können. In jeder Begegnung. Ja, genau. Ja, ich glaube, das ist notwendig. Du hast ja jetzt schon im Laufe des ganzen Gesprächs ganz viele Fragen gestellt, die man stellen kann. Also, was sind deine Talente und Stärken und wo brennt dein Feuer und so. Und du hast ganz am Anfang gesagt, na, wir sammeln das ja nicht für die Bild-Zeitung, hast du, glaube ich, gesagt. Aber was machen wir denn dann, wenn wir es wissen mit dem Wissen? Also wäre das nicht richtig gut, das zu dokumentieren? Ja, die Frage ist nur, wie sind die Menschen? Dokumentieren, finde ich, ist ja auch mein Lieblingsthema, weil ich ja selber auch als Mitarbeiterin ganz viel dokumentieren habe müssen. Und ich habe mir immer die Frage gestellt, warum dokumentieren wir? Und ich habe immer wieder das Gefühl gekriegt, wir machen das für den Fördergeber, Aber nicht für den Prozess. Wir sind nicht stolz auf das, was wir dokumentieren, weil wir so viel geschafft haben, die Lebensqualität wirklich zu erhöhen. Und außerdem habe ich oft das Gefühl gehabt, dass wir super Prozesse reflektieren, aber die Menschen ganz schön geschont werden, wo wir wieder bei der Schonraumfalle wären. Weil eigentlich müsste man ja sagen, lieber Hans, jetzt nehme ich mal den 00:46:49.022 --> 00:46:54.302 Namen, was haben wir heute getan, damit du glücklicher bist oder keine Ahnung. Was haben wir getan? Wie würdest du das jetzt aufschreiben? Oder kennst du deine Doku? Weißt du, was wir... Also eigentlich müsste man ja eine total transparente Doku schaffen, von mir aus auch für den Fördergeber, aber vielmehr für den Hans und für uns, um zu sehen. Und wenn ich dann eine Methode nehme, aus der Personenzentrierung nehmen wir jetzt die Seite über mich oder die ...Kurve, wo es ja ganz viel um die Person selber geht, dann ist das ja nicht etwas, was ich ausfühle. Das ist ja kein Arbeitsblatt. Das ist etwas, was ich gestalte, gemeinsam mit den Hans, auch um ihm zu erklären, warum mache ich das. Und ich finde, Seite über mich ist so etwas wie eine Gebrauchsanweisung über eine Person. Und nicht chinesisch übersetzt, sondern in einer einfacher Sprache, gemacht von der Person selber, über sich. Und ich habe meine Mama, die hat Demenz. Und ich bin total froh, dass wir, bevor sie wirklich so bestimmte Dinge im Denken verloren hat, eine gute Zeit über sie erstellt haben. Erst hat sie gesagt, verschwind mal mit deinem Behindertenzeug, das machst du mit deiner Behinderter , also ganz.. Und wie ich aber erklärt habe, was das bringen könnte, also wie ich ihr das wozu erklärt habe, dass immer mehr Menschen in ihr Leben kommen werden, weil sie wirklich Hilfe braucht, Und dass es doch ganz wichtig ist, dass die Menschen verstehen, wer sie ist und wie sie denkt und was ihr wichtig ist im Leben und was die Werte sein und was ihre Stärken sein. Dann hat sie angefangen mitzuarbeiten und sie war so berührt, wenn ich dann gesagt habe, Mama, das liebe ich an dich, darum finde ich es genial, dass du meine Mama bist und das müssen wir unbedingt aufschreiben. Dann sind ihr die ersten Tränen runter geronnen. Und ich glaube, dass wenn Menschen verstehen, warum es zum Beispiel eine Seite über mich gibt oder warum wir dokumentieren oder wie wir das weitergeben, ohne über die Person zu sprechen, sondern nur sicherzustellen, dass die Person es nicht jedes Mal wie einer Begleiterin erzählen muss, sondern dass wir nur sicherstellen, dass das getan wird, was die Person will und braucht. Ja, dann ist es doch gut. Das heißt, ich glaube, nicht alle Zuhörenden wissen, was eine Seite über mich ist. Da schreibe ich wichtige Informationen über mich drauf. Aber nicht defizitorientiert. Das sind im Wesentlichen vier Fragen. Die erste Frage ist so wie ein Ortssteckbrief und da wird ein Bild und ich bin und ich heiße und ich blablabla. Das zweite ist, was ist wichtig im Leben? Und da steht dann nicht sowas drauf wie meine Familie, weil ich weiß ja nicht, wer deine Familie ist, Ellen. Ich habe keine Ahnung. Meinst du damit deine Eltern, meinst du damit deine Eltern und deine Geschwister? Keine Ahnung. Also da steht ganz genau drauf, wer, also wenn du Familien sagen würdest, oder wenn ich jetzt Familien sage, da steht nicht Familien, da steht mein Mann und zwar darum und das teilen wir und meine Kinder, mein Sohn möchte jeden Tag vor 20 Uhr anrufen können. ,und meine Tochter ..., also da steht viel genauer drauf, was für mich wichtig ist. Für mich ist wichtig, einmal am Tag laut zu lachen, sonst kann ich nicht leben. Für mich sind aber auch meine Bücher, die hinter mir stehen, das sehen die Hörer leider nicht, extrem wichtig. Ich will versinken können in Bücher, in diese Welten, die da geschrieben werden. Also das ist, das Zweite ist dann, was ist mir wichtig. Das dritte ist dann, wie möchte ich unterstützt werden? Also nicht nur bei was, sondern auch wie. Auf meiner ersten Seite über mich ist gestanden, unterstütze mich dabei, dass ich nicht so viel arbeite. Was dazu geführt hat, dass mein Mann gesagt hat, arbeite nicht so viel. Nur, ich will ja nicht erzogen werden. Weißt du, das habe ich hinter mir. Und jetzt habe ich ganz genau dazu geschrieben, wie du mich begleiten musst, dass ich nicht so viel arbeite. Jetzt geht es super. Jetzt steht, helf mir dabei, zu erkennen, dass auch Freizeit haben wichtig ist und dass du auch ohne Arbeit glücklich sein kannst. Und wenn es gar nicht anders geht, verführe mich in die Freizeit hinein. Ja, jetzt funktioniert super. Also wie will ich unterstützt werden? Da will ich nicht bei allen Menschen mit Autismus, Spektrum, Störung lesen. Struktur, was heißt denn das? Ja, es macht mir rasend, wenn ich sowas lese. Und dann gibt es noch einen letzten Teil und der steht auf der Seite über mich. Was steht denn da? Was andere an mir mögen und schätzen, glaube ich, das steht drauf. Was andere an mir mögen und schätzen. Das ist oft eine schwierige Frage, weil wir sind ja eben nicht so eine Feedback-Gesellschaft. Mir würde es auch schon reichen, wenn Menschen selber draufschreiben, was sie an sich selber mögen. Aber da bin ich lästig. Unter 15 Dingen bin ich da nicht zufrieden. Also wenn ich mit jemandem das heute über mich mache, sammle ich so lange, bis dass ich 15 ganz individuelle Stärken und Fähigkeiten finde. Die hat jeder leicht, 15. Also da darf auch nicht einfach nur ein Stichwort stehen, sondern das muss wahrscheinlich auch individualisiert werden, oder? Was man gut kann, weil, weiß ich nicht, ich glaube, ganz viele schreiben einfach kochen drauf, aber jeder kann ja nicht alles kochen. Genau. Also bei mir würde auf kein Kaffee kochen stehen, aber bei mir steht zum Beispiel, die Niki kann komplizierte Dinge auch leicht erklären. Oder die Niki nimmt sie nie ein Blatt für den Mund, gibt frisch und frech ihre Sichtweise weiter. Das ist halt sehr persönlich. Und das mag natürlich nicht jeder, aber das ist mir egal, das bin ich. Und diese Stärke mag ich auch an mich selber. Ja, genau. Und die habe ich mir ja nicht alle selber ausgedacht. Ich habe sie einfach gesammelt in den letzten Jahren. Und wenn ich, also ich habe gerade rausgehört, du hast mehrere Seiten über dich. Das heißt, das ist auch ein Prozess und es wäre immer mal wieder gut, neu draufzuschauen, oder? Und zu gucken, hat sich was verändert oder können wir noch was deutlicher draufschreiben? Das Ding ist eigentlich nie fertig. Und auf der einen Seite ist es natürlich der Inhalt, der nie fertig wird und auf der anderen Seite sind es manchmal auch gestalterische Dinge. Also meine erste Seite über mich war total bunt und fetzig, ein bisschen unübersichtlich. Ich glaube, das war damals eine Lebensphase, wo das so war. Jetzt habe ich eine sehr nüchterne Seite, weil es immer noch ein bisschen chaotisch ist. Schwarz-weiß und viel detaillierter. Also wirklich die wesentlichen Dinge, die ich brauche, um gut leben zu. Eben meine Gebrauchsanweisung. Weil da steht auch sowas drauf, weil ich als Holländerin immer noch nicht gescheit Deutsch schreiben kann. Da steht was drauf, helfe mir richtiges Deutsch zu schreiben, aber ändere die Grammatik nicht so, dass auch der Inhalt sich verändert. Weil das ist immer wieder passiert, wenn jemand meine Texte überarbeitet hat, dann ist nicht mehr das gestanden, was ich gesagt habe. Ich würde das nie so formulieren. Und da bin ich jetzt genauer. Also helfe mir mein Deutsch zu verbessern, eigentlich ist mir das eh egal. Nur wenn ich etwas schreibe, ist es wichtig, dass Menschen verstehen, warum ich das wie sage. Und dann ist manchmal eben, dir und dich werde ich nie lernen. Also dritter und vierter Fall. Das ist natürlich schon wichtig, dass das richtig ist, wenn Menschen meine Texte lesen. Wenn wir gemeinsam viele Informationen gesammelt haben, wo platziere ich dann solche Informationen, wie zum Beispiel die Seite über mich? Ja, das ist natürlich abhängig, ob die Person das selber lernt, das in Situationen zur Verfügung zu stellen, wo die Gebrauchsanweisung, ich finde das seit über mich eigentlich nicht so schöner Name, wo die Gebrauchsanweisung zur Verfügung stehen muss, ja, also wo auf jeden Fall nicht sein sollte es in der Doku, ja, vielleicht höchstens das Foto, wir haben eine gemacht, ja, wollen wir schon so wieder dokumentieren müssen und er liegt dort und dort. Wenn die Person das natürlich nicht kann, dann muss ich die Person vielleicht auch erklären, es wäre wichtig, dass die Seite leicht zu finden ist. Wo könnte man die in deinem Zimmer so positionieren oder in welches Fach deines Rollstuhls kann es sein, dass das in Situationen, wo das gut ist, dass Leute nicht einfach übergriffig sein, deine Seite lesen könnten. Und wie muss die dann gestaltet sein? Weil manche Seiten über mich sind echt sehr privat und dann ist die Frage. Also was ich nicht will, das habe ich auch gesehen, auf jeder Zimmertür in einem Wohnhaus hängt der Seite über mich. Ja, geht es noch? Dann kommt da jemand aus einer Putzfirma, weil sie keine fixen Leute mehr haben und jeder kann das lesen. Das ist so übergriffig. Also sowas geht für mich echt überhaupt nicht. Die Frage ist immer, wo würdest du selber, wenn du in dieser Situation diese Person bist, das hinhaben wollen, damit die Person Lebensqualität erfährt. Die Frage ist immer wieder, wie können wir die Lebensqualität individuell gut im Auge behalten. Ja. Genau. Naja, und außen auf einer Zimmertür könnte auch jeder noch selber was draufschreiben, wenn er einfach vorbeiläuft. Das wäre ja auch nicht Sinn der Sache. Nein, bitte nicht. Höchstens ein Post-it. Das kann natürlich eine Einladung sein auf der Seite über mich. Ich kenne mich noch nicht so gut. Mir fallen jetzt gerade drei Dinge an, die andere an mir mögen. Magst du es ergänzen, dann schreib was auf den Post-it und kleb es dazu. Das wäre das höchste der Gefühle für mich. Genau. Tatsächlich, in der Beratungsstelle, wo ich mal gearbeitet habe, hatte ich die außen an der Tür und ich hatte zwei Teile. Also eins, was ich selber geschrieben habe, das war auch eigentlich relativ, das habe ich sogar mit dem Computer geschrieben und dann aufgeklebt, verschiedene Dinge, war relativ klar, da schreibt man nichts von Hand dazu. Ich hatte eine zweite, wo die ganzen Dinge, die andere an mir mögen, drauf kommen konnten. Also ich hatte auch welche gedruckt, wo ich gesammelt hatte und drunter konnten andere noch Dinge dazu schreiben. Ich war erstaunt manchmal, wenn ich vorbeiging und dachte, oh, da steht jetzt wieder was Neues. Ja, schön. Aber da ist vielleicht ist das Ziel anders. Das war vielleicht in dem Moment auch gut. Also man kann eigentlich auf viele Fragen keine allgemeingültige Antwort geben. Es ist immer situationabhängig und immer so, wie viele Informationen muss da draufstehen, damit eine Person in Situationen, wo sie nicht in der Lage ist, selber gut auf sich zu schauen, dass die Gebrauchsanweisung oder die Seite über mich wirklich wichtig ist. Und man könnte auch unterschiedliche machen. Ein im Kontext der Arbeit, ein im Kontext, man bleibt natürlich immer die gleiche Person, manche Dinge werden auf jeder Seite gleich sind, aber es gibt vielleicht doch auch Dinge, die in der Arbeit wesentlicher sind auf der Seite über mich, als wie in einem Kontext, wo ich mit meinen Freunden unterwegs bin. Ja, tatsächlich war das auch eine Fürs Arbeitsleben. Ja. Da ist natürlich, was ist mir wichtig, eine ganz andere Frage, da würde ich vielleicht auch andere Dinge draufschreiben, als wie, wann es eine allgemeingültigere Seite über mich für alle Kontexte sein müsste, ja. Derzeit habe ich auch zwei. Eine für meine Situation als Moderatorin Zukunftsplanung. Also was brauche ich, damit eine Zukunftsplanung gut gelingen kann und was schätzen die Menschen an mir, wenn ich moderiere. Und eine, der halt für mein Leben, für mein Gesamtleben irgendwie gültig ist. Eine Frage, die ich sonst immer ganz am Anfang stelle, aber ich finde, sie passt jetzt ganz gut. Was sind denn deine Stärken und Talente, die du teilgibst und in die Welt tragen kannst? Also ich habe, glaube ich, echt so ein Abo auf positives, großes, visionäres Denken. Ich kann, glaube ich, überhaupt nicht anders. Ich habe irgendwo gelingt es mir immer wieder eine Energietankstelle zu besuchen, also keine Ahnung wo ich meine Energie hernehme, ich glaube ich habe wirklich, viel Energie und ich glaube schon, dass ich, Dass es mir gelingt auch unangenehme Dinge anzusprechen also ich lasse keine, rosa-rote Elefanten zu im Raum, im Sinne von da ist was und niemand spricht es an, also ich glaube, dass ich schnell Dinge anspreche, bin manchmal ein bisschen zu schnell, aber ich kann mich gut entschuldigen. Und das meine ich dann auch so, da muss ich dann manchmal drüber nachdenken, aber das gelingt mir. Und ich kann ganz laut lachen. Ich habe echt Spaß am Leben, glaube ich, also ganz oft. Ganz, ganz oft. Du hast schon eine zweite Frage angedeutet, die ich immer an meinen GästInnen stelle, und zwar die Frage, wo nimmst du deine ganze Energie her? Und ich glaube, das ist irgendwas, was ZukunftsplanerInnen ganz viel haben, ganz viel Kraft und Energie, aber irgendwie müssen die ja auch eine Energiequelle haben, wo sie die hernehmen. Wo würdest du sagen, ist deine Kraftquelle? Eine Begegnung mit Menschen. Also da muss ich gar nicht zweifeln. Also ich finde so viele Menschen so spannend. Und so ein Gewinn für mein Leben. Also Begegnungen. Ich nehme meine ganze Kraft aus Begegnungen. Und was ich auch gelernt habe, ist mir selber treu zu sein. Also ich tue nicht mehr Dinge, jemand anderem zuliebe, wenn es mir nicht gut tut, dann habe ich gelernt zu sagen, okay, das kann ich jetzt nicht machen, weil es, glaube ich, ist jetzt nicht mehr gut für mich. Also das habe ich gelernt, nicht um den Friedens Wille Dinge zu tun, die mir nicht gut tun. Das tue ich nicht mehr. Das habe ich ganz, ganz lange getan, aber das tue ich nicht mehr. Da bin ich dann lieber ehrlich und dann gibt es natürlich auch Momente, wo ich alleine bin. Genau, allein sein ist auch dort, wo ich meine Energie herhue. Also ich bin auch immer wieder ganz gern alleine und ich liebe meine Wohnung und mein Zuhause sein und in meiner Welt auch abzutauchen. Ich lege ganz viel Wert auf ein schönes, gemütliches Zuhause und da kann ich dann, ich lebe, ich bin zwar verheiratet, aber ich lebe auch großteils immer wieder alleine Und das brauche ich unbedingt. So Zeiten alleine, wo ich mich selber begegnen kann. Sonst in Beziehungen mit anderen begegnest du ja immer anderen Menschen. Aber man muss ja auch Zeit haben, sich selber wieder zu begegnen. Gibt es was, was wir, naja, es gibt bestimmt noch ganz viel, was wir erzählen können und darüber wir sprechen können, aber was dir auf dem Herzen liegt, was du denkst, das muss hier unbedingt noch gesagt werden? Wir haben so viel Schönes besprochen, glaube ich nicht. Also ich finde das Wort ermöglichen so wunderschön, ermögliche einfach Erfahrungen, ermögliche Begegnungen, ermögliche und denke nicht immer so viel darüber nach, was alles schief gehen könnte. Tu es einfach mal und schau, was passiert. Und tu es. Tu es, tu es. Mutig. Das ist schon fein. Und die Welt ist gut. Würde man nicht sagen, Tage wie diese, die Gesellschaft ist irgendwie, also ich finde Nachrichten schaue auch nicht so, sexy im Moment, aber grundsätzlich gibt es doch ganz viele gute Leute, ganz viele nette Leute, ganz viel, also ich treffe immer ganz viele nette Leute, coole Leute. Genau, ja. Okay, dann habe ich noch zwei Fragen an dich und zwar zwei kurze Fragen. Du kannst aber auch gerne sehr lange beantworten, kein Problem. Sehr lange, jetzt muss ich immer kurz werden. Die eine Frage ist, hast du einen Lieblingsort? Und wenn ja, wo ist der? Mein Zuhause. Der wechselt ja oft, weil ich ziehe gern um. Aber mein Zuhause ist mein Lieblingsort. Und jetzt ist er in Graz. Gerade. Und die zweite Frage, wenn wir hier auf den Ausschaltknopf drücken und uns verabschieden, was wird dein nächster Schritt sein? Eine wichtige Frage bei der persönlichen Zukunftsplanung und die stelle ich hier auch immer ganz gern zum Schluss. Was ist mein nächster Schritt? Also ganz konkret gehe ich jetzt in meiner Küche weiter arbeiten, weil eigentlich, ich habe auch einen Lieblingsplatz in der Küche und da liegt eine Facharbeit, die ich lese und beurteilen muss. Und ich liebe es ja, ganz ausführlich zu beurteilen. Also Noten habe ich so wenig gekriegt und kann ich nicht geben. Darauf freue ich mich eigentlich. Es sind schöne Facharbeiten. Also das ist mein konkret nächster Schritt. Und dann noch ein schönerer Schritt. Ich fahre nächste Woche zu meinen Enkeln. Ich habe zwei Enkel und ich bin total gern Oma. Das ist ein bisschen weiterer Schritt, was aber für mich ein nächster Schritt ist. Nächste Woche arbeite ich nicht. Dafür arbeite ich Samstag, Sonntag jetzt in Facharbeiten lesen. Aber ich fahre dann zu meinen Enkeln. Schön. Ja, ich bin gerne Oma. Ich spiele so gern. Das ist super. Ja, ja, ja. Dann bedanke ich mich bei dir ganz, ganz, ganz arg herzlich, dass du dir an deinem Arbeitswochenende Zeit für uns genommen hast, ganz viel über persönliche Zukunftsplanung und Personenzentrierung zu plaudern. Und ich bedanke mich auch beim Inklusator Sascha Lang für, wir hatten es gerade davon, das Ermöglichen für diese Podcast-Folge, dass er das zum Beispiel veröffentlicht und mich dabei immer unterstützt. Wer Fragen oder Anregungen zu der Rubrik Lust auf Zukunftsplanung hat, kann gerne schreiben auf Social Media an mich oder eine E-Mail an laz@ellen-keune.de LAZ steht für Lust auf Zukunftsplanung at ellen-keune.de Wir hören uns in der Zukunft. Danke, Ellen. Tschüss. Tschüss. Das war's für diese Ausgabe. Alle weiteren Informationen und Links gibt es natürlich in den Shownotes. Bis demnächst. Euer Inslusator Sascha Lang. Inklusion Ganz Einfach Leben, wird dir präsentiert von Inklusator. Kontaktieren? Dann schreibe uns eine Mail an moin@igelmedia.com.