IGEL - Inklusion Ganz Einfach Leben

Sascha Lang - Inklusator
Since 04/2021 358 Episoden

Wäre Inklusion eine Waffe, wäre genug Geld dafür da!

Monatsrückblick auf den Monat Oktober mit Ottmar Miles-Paul von den Kobinet-nachrichten

01.11.2026 59 min Sascha Lang und Ottmar Miles-Paul

Zusammenfassung & Show Notes

Wenn Inklusion eine Waffe wäre, wäre dann genug Geld da?
Für Aufrüstung werden Milliarden mobilisiert – bei Teilhabe wird über Einsparungen diskutiert.
 Welche Prioritäten setzt eine Gesellschaft, wenn Menschen um ihre Selbstbestimmung kämpfen müssen?
 Im IGEL-Monatsrückblick auf Oktober 2026 stellt Sascha Lang diese unbequeme Frage.
 Gemeinsam mit Ottmar Miles-Paul von den kobinet-nachrichten blickt er auf einen Monat voller Widersprüche.
 Es geht um politische Versprechen, zähe Reformen und die Sorge vor neuen Einschränkungen.
 Was droht, wenn bei Eingliederungshilfe, Pflege und persönlicher Assistenz der Rotstift angesetzt wird?
 Und was bedeutet das für Menschen, deren Alltag von verlässlicher Unterstützung abhängt?
 Auch die Debatte um den Mindestlohn in Werkstätten bleibt ein Brennpunkt.
 Dabei steht weit mehr auf dem Spiel als das monatliche Entgelt: Anerkennung, Wahlfreiheit und echte berufliche Chancen.
 62 Jahre Aktion Mensch bieten Anlass, über Erfolge und notwendige Veränderungen zu sprechen.
 Wer entscheidet über Fördergelder – und wie viel Macht haben Menschen mit Behinderungen selbst?
 Bei der digitalen Barrierefreiheit zeigt sich unterdessen, wie weit Anspruch und Alltag auseinanderliegen.
 Unzugängliche Webseiten verhindern Einkäufe, erschweren Behördengänge und schließen Menschen aus.
 Sascha und Ottmar fragen, warum Gleichstellung weiter auf sich warten lässt und Reformen feststecken.
 Doch zwischen politischen Blockaden und Kürzungsängsten gibt es auch Geschichten, die Mut machen.
 Menschen finden Wege auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, engagieren sich und stellen Aussonderung infrage.
 Der Blick nach Luxemburg führt zum neuen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.
 Sascha berichtet außerdem vom Paralympic Day und von Schulungen für einen respektvollen Umgang am Flughafen.
 So wird deutlich, was möglich ist, wenn Menschen mit Behinderungen ihr Wissen einbringen und mitgestalten.
 Ein streitbarer Monatsrückblick über Geld, Menschenrechte und die Frage, welchen Stellenwert Inklusion wirklich hat.
Nachlesen kann man alles auf: www.kobinet-nachrichten.org
Links zum IGEL Podcast
Podcast „IGEL – Inklusion Ganz Einfach Leben“
 
 
Socialmedia:
 
 
#IGELPodcast #Inklusion #Teilhabe #Selbstbestimmung #Behindertenrechte #Barrierefreiheit #NichtsÜberUnsOhneUns #Mindestlohn #Eingliederungshilfe #PersönlicheAssistenz #UNBRK #KobinetNachrichten #Monatsrückblick
 

Transkript

Mit eurem Inklusator, Sascha Lang. IGEL Inklusion, ganz an Verleben. Es ist der 1. November 2026. Das ist die Ausgabe 355 und wir sind am ersten Tag des Monats. Und das bedeutet beim IGEL Podcast, immer wieder blicken wir zurück auf den vergangenen Monat. Ein Herbstmonat voller interessanter Politischjahr- oder Nicht-Politischjahr-Vorkommnissen. Wir wissen noch nicht genau, was der Monat uns gebracht hat. Das erfahren wir jetzt in dieser Ausgabe. Mein Gast wird sein Redakteur, Autor und auch Aktivist Ottmar Malz-Paul. Wenn Inklusion eine Waffe wäre, wäre dann genug Geld da? Fragezeichen. Diese Frage stelle ich heute und ich bin gespannt, ob wir eine Antwort darauf finden. Mein Name ist Sascha Lange, ich bin euer Inklusator. Herzlich willkommen in dieser Ausgabe 355 vom Eagle Podcast. Viel Inklusion, ganz einfach eben der Podcast für gelebte Inklusion. Die 355. Episode ist am Start und es ist der erste des Monats, und zwar der erste des Monats November. Immer ein Monat, der besonders ist. Und ich begrüße für eine besondere Ausgabe meinen großartigen Co-Moderator und allwissenden Nachrichtenfreak Ottmar Malzpaul. Herzlich willkommen. Hallo Sascha, hallo ihr da draußen. Ja, der November, der bringt den Nebel mit sich und zum Glück haben die sich schon gelichtet. Ich bin aber mal gespannt, was der Nebel für diesen Monat bringt und ja, auch gespannt, welche Fragen du mir, Sascha, stellst, was denn im letzten Monat los war. Ja, fangen wir mal bei einem Thema an, was bei euch auf den Kubinett-Nachrichten von Ralf Meleski behandelt wurde. 62 Jahre Aktion Mensch. Er geht, glaube ich, etwas kritischer mit den Milliarden um, die dort in Projekte investiert werden. Wenn ich dich mal so frage, du hast ja auch das ein oder andere Projekt mit Unterstützung von der Aktion Mensch umsetzen dürfen, können. Hand aufs Herz, geht da viel Geld verloren, verpufft da viel Geld oder kommt da auch was dabei rum? Kann die Aktion Mensch mit ihren Geldern auch was bewirken? Ja, Aktion Mensch ist ein wunderbares Thema, vor allem ein Thema, das bei mir selber auch eine Geschichte hat. Darum hatte ich auch die Ursprungsmeldung aufgegriffen, als die Aktion Mensch das rumgeschickt und so ganz nüchtern berichtet. Einfach nur 62 Jahre Aktion Mensch. Und der Ralf Milewski, der hat das dann zum Kommentar genutzt. Also seit 30 Jahren habe ich eigentlich intensiv mit ganz verschiedenen Leuten von der Aktion Mensch zu tun. Und ja, wenn man so zusammenarbeitet, wenn man so Veränderungsprozesse begleitet hat, die ich hochinteressant übrigens finde, weil das sind ja auch so Fragen, wie verändert sich die Gesellschaft und die Aktion Mensch. Muss man mal sehen, als wir vor 30 Jahren noch gesagt haben, unser Feind, kein Wort und kein Geld vom Feind, da hießen die ja noch Aktion Sorgenkind. Und jetzt sind wir seit 2008, Im Jahr 2000 ging es los mit Ende Februar, Anfang März dann, Aktion Mensch statt Aktion Sorgenkind. Und da hat sich schon einiges verändert. Aber Ralf Milewski hat natürlich recht. Also die Aktion Mensch, die fördert Jahrhunderte, die fördert ja Tausende von Projekten. Und da steckt natürlich noch, wie in der Behindertenarbeit, Politik generell noch sehr viel alter Geist drin. Also ich sage mal so, fangen wir mal vom neuen Geist an. Da muss ich sagen, die Aktion Mensch ist schon eine unheimliche Stütze. Ob man es jetzt Behindertenbewegung nennt, aber ich sage mal für Behindertenorganisationen, die neue Wege gehen, die die UN-Behindertenrechtskonvention ernst nehmen. Wir haben also über Aufklärungsmaßnahmen, Bewusstseinsbildung viele Kampagnen gefördert bekommen und wenn man heute immer so, es gibt so ein paar Leute, das ist auch okay, die Jugend, die darf das und andere, die dürfen auch kritisieren, aber wenn ich nur mal auf den europäischen Protestakt zur Gleichstellung behinderter Menschen blicke, den haben wir 92, selbstbestimmt Lebenbewegung, also aus dem Boden gestampft, ohne irgendwie Geld mit unseren Mitteln und haben den vorangetrieben. Aber natürlich mit der Förderung, mit der Unterstützung auch durch die Aktion Mensch, mit Materialien, mit Koordination, haben wir diesen Protesttag immer noch. Und was dann natürlich daraus gemacht wird, das liegt auch an den Akteuren. Also deshalb auch bei der Aktion Mensch, ich habe da viele Verbesserungsvorschläge. Wir ringen auch gerade um die neuen Förderinstrumente. Da sind wir auch noch nicht so ganz zufrieden. Es ist sinnvoll und es ist gut, Inklusion vor Ort voranzutreiben. Aber ich sag's mal, wenn man uns beschneidet, dass wir auch bundesweit Bewusstseinsbildung vorantreiben können, was in der Vergangenheit ja einfach auch oft gefördert wurde, muss man sagen, dann macht das uns wehrloser. Dann stehen wir nämlich den großen Lobbys der Wohlfahrtsverbände, die ja natürlich auch die Aktion Mensch beherrschen. Gegenüber, wir sind die Ehrenamtler, die uns einbringen in Gremien. Die schicken gut bezahlte Juristinnen und Juristen, Referentinnen, Referenten. Ja, und das sind so Punkte, da ringen wir gerade drum. Und natürlich ringen wir darum, dass hauptsächlich auch Projekte gefördert werden, die wirkliche Inklusion konkret verbessern und in denen auch behinderte Menschen beschäftigt werden. Und da sehe ich noch sehr viel Schatten. Was mir ein bisschen auffällt, ich weiß nicht, ob das jetzt mittlerweile in den neuen Förderrichtlinien etwas vereinfacht wurde, aber was mich so ein bisschen stört ist, klar sollst du gemeinnützig sein, das ist alles völlig richtig, aber was mich da ein bisschen stört, du musst Mitglied in irgendeinem von diesen Wohlfahrtsverbänden sein, paritätischer glaube ich musst du sein. Und das finde ich immer eine Hürde, wo ich sage, ja, aber warum muss da zwischendurch noch jemand entscheiden, der nicht, so direkt, wo ich sagen würde, es gibt so in Luxemburg diese für Menschen mit Behinderung und von Menschen mit Behinderung unterschiedliche. Also das sind die Unterschiede, die in Luxemburg gemacht werden. Und ich finde, diese Paritätischen oder diese Wohlfahrtsverbände sind eher noch für Menschen mit Behinderung und nicht von Menschen mit Behinderung. Und ich finde es schade, dass man Mitglied bei einem Für sein muss, um von zu profitieren. Die Nuss, die haben wir zum Glück sehr früh geknackt, als wir uns also verstärkt auch in Förderanträge gestellt haben, nach der Namensänderung, auch nach, ich sag mal, einiger Politikänderung, Förderänderung der Aktion Mensch. Also wir haben eine Menge Organisationen, ich sage jetzt mal, die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland, die ist zum Beispiel nicht Mitglied, im Wohlfahrtsverband und auch ganz bewusst, weil wir haben da ja auch viele Dinge, ich sage mal, wo wir andere Meinungen haben, andere Herangehensweisen und mit der Wohlfahrt ganz und gar nicht zufrieden sind. Und unsere Anträge und auch von vielen Mitgliedern, kleineren Initiativen, die also jetzt nicht den Wohlfahrtsverband, die gehen direkt durch zur Geschäftsstelle und die Geschäftsstelle der Aktion Mensch bearbeitet die. Und an gewissen Punkten hast du natürlich recht, wenn du jetzt im Wohlfahrtsverband bist, dann prüfen die das vorher, dann melden die zurück, was du von mir aus ändern sollst und wenn die das einreichen, dann segelt das natürlich ins Kuratorium schon mal mit dem Rückenwind, da kriegen die Wohlfahrtsverbände übrigens auch Geld dafür, diese Anträge schon vorzubearbeiten. Aber wer nicht Mitglied im Wohlfahrtsverband ist, kann direkt über die Geschäftssteil. Das wissen viele nicht und darum ist es gut, dass du das ansprichst, weil da haben wir von Anfang an gesagt, also stopp, stopp, stopp, stopp, stopp. Wir müssen ja auch Zugang haben und das haben wir hingekriegt. Das Problem ist trotzdem noch, die Aktion Mensch ist natürlich eine Organisation der Wohlfahrt. Also die wird getragen von den Wohlfahrtsverbänden und Silvia Danade und ich von Selbstbestimmt Leben, vom Netzwerk Artikel 3, wir haben immer wieder eingefordert, also hier muss doch endlich mal die gleiche Augenhöhe her. Es müsste eigentlich eine Organisation sein, wo die Selbstvertretung, wo Behindertenverbände das Sagen haben. Wir hatten kurze Zeit mal über das ZDF, die Graßherrschade im Kuratorium. Das ist jetzt leider wieder gescheitert, da ist jetzt eine andere drin, die kümmern sich nicht so sehr um uns, da ist Distanz eher. Also da sind wir noch lang nicht zufrieden und dann ist natürlich genau das neu, neue Förderrichtlinien, mehr Anträge, damit weniger Spielraum. Ja, und da ist die Wohlfahrt dran. Und Ralf Milewski's Kritik ist hier natürlich völlig richtig zu sagen. Also wir haben nur Endkonventionen, wir haben Inklusion, aber das geht alles noch nicht so einher, auch wenn sich, ich sage mal, bei der Aktion Menschförderung einiges geändert hat. Aber wenn man genau mal drauf guckt auf so manche Projekte, Wie viel Partizipation, wie viel Selbstvertretung ist wirklich drin? Haben Sie selber überhaupt behinderte Beschäftigte? Da wird es dann schon manchmal ganz schön nüchtern. Das gesagt, trotzdem sehr wichtig, dass Sie da sind, weil viele Projekte würden nicht stattfinden, wenn die Aktion Mensch nicht den Geldhahn auftreten würde. Also beidseitig muss man das betrachten und trotzdem ist es schön, dass Sie da sind. Lass uns mal zu einem anderen Thema kommen. Der Mindestlohn in den Werkstätten ist ja ein großes Thema. Böhmermann hat es im Mai aufgegriffen. Böhmermann ist gleich nicht mehr da. Aber trotzdem, das Thema läuft noch weiter. Jürgen Lindemann hat geklagt. Die Klage wird in vier bis sechs Wochen entschieden werden. Lass uns mal kurz auf den aktuellen Stand bringen. Wo sind wir da dran? Und du hast ja auch in einem Interview gesagt, es geht ja nicht nur um den Lohn. Es geht um viel mehr. Lass uns mal kurz die aktuelle Situation beleuchten. Wo sind wir dran und was kann erwartet werden? Also zum Stand der Dinge, ich war schon sehr auf Beobachtung eingestellt, weil Mitte Oktober sollte eigentlich das Arbeitsgericht Münster, war zumindest mal anvisiert, dass eine Entscheidung verkündet wird. Der Jürgen Linnemann, der ist schon seit vielen Jahren in Werkstätten, der war auch in Werkstadträten aktiv, der war früher beim Projekt, das ich da koordiniert habe, Inklusionsbotschafter. Also der ist schon seit vielen Jahren engagiert und der Jürgen Linnemann sagt jetzt, also liebe Leute, weniger wie 200 Euro im Monat, ich glaube, der arbeitet 25 Stunden in der Werkstatt, das ist schon heftig und er hat es geklagt sozusagen, dass er einen Mindestlohn bekommt. Und damit hat er natürlich eine Diskussion aufgegriffen über die Entlohnung, über das Entgelt in Werkstätten. Ja, das ist jetzt nochmal ein Fokus. Und ich bin immer noch total überrascht. Also diese Jan-Böhmer-Mann-Sendung, die hat ja richtig reingeknallt im Mai, wo dann auch die Gesellschaft für Freiheitsrechte verkündet hat mit dem Jürgen Linnemann, dass er klagt und sie unterstützen ihn. Ihn und das Medienecho, das ist anhaltend groß, also jetzt als zum Beispiel diese Entscheidung anstand, ich kriege immer morgendicht, kriege ich immer so über Google-Suche, kriege ich immer was ist gerade zum Thema Behinderung in den Medien, Wahnsinn, wer da alles wie berichtet hat und da sage ich schon mal Hut ab, Jürgen Linnemann, weil allein schon diese öffentliche Aufmerksamkeit darauf zu richten, das ist gut und jetzt ist natürlich die Frage, wie entscheidet das Arbeitsgericht Münster auf diese Klage, dass Jürgen Linnemann. Wie eigentlich fast alle anderen im Land. Nur weil er jetzt in der Werkstatt ist, kriegt er das nicht, aber dass er auch Mindestlohn kriegt. Und ich vermute mal, und da darf man sich nicht täuschen lassen, darum ist Vorsicht geboten. Wenn jetzt Leute in Werkstätten sind und sagen, ich warte jetzt mal, dass der Mindestlohn kommt, tut das nicht. Wenn ihr wirklich Geld verdienen wollt, wenn ihr außerhalb arbeiten wollt, wenn ihr inklusiven Arbeitsmarkt arbeiten wollt, kümmert euch darum, dass ihr Praktikumsplätze, dass ihr dort auch Stellen bekommt. Weil diese Klage, die kann noch verdammt lang gehen. Also eigentlich ist angedacht, das könnte durch die verschiedenen Instanzen gehen und das kennen wir von anderen Prozessen. Es kann jahrelang dauern. Nichtsdestotrotz hat er es angepackt. Gegen wen klagt er denn? Er klagt im Prinzip gegen die Werkstatt, in der er arbeitet. Die hat auch Stellungnahmen abgegeben und klagt sozusagen auf den Mindestlohn. Werkstatt argumentiert natürlich, wenn wir Mindestlohn zahlen, dann können wir schließen, weil wir nicht so viele Erträge haben. Die Werkstätten sagen dann, Start, du musst her. Und jetzt kommt die Krux, die du angesprochen hast. Jetzt nehmen wir an, der Mindestlohn kommt und sagen wir mal, das würde jetzt dann gleich umgesetzt, dann würde wahrscheinlich passieren, dass die Bundesregierung, die Landesregierung, also über die Eingliederungshilfe vor allem, auch die Kommunen, jetzt noch mehr Geld in die Werkstätten schicken. Das sind im Moment schon locker an die 5 Milliarden und jetzt könnten da nochmal 1, 2 Milliarden dazukommen. Und da sage ich, die Forderung ist richtig, dass Leute auch Jobs bekommen, wo sie ihren Mindestlohn bekommen, richtig dafür zu streiten. Wir müssen nur aufpassen, dass wenn wir Geld in die Hand nehmen, dann sollten wir es auch für Inklusion in die Hand nehmen. Und da denke ich, da lohnt es sich schon, das in Verbindung zu bringen. Also Werkstätten, das ist schon ein sehr aussonderndes, spezielles System. Eben Leuten, denen es dort gefällt, schön und gut. Ich kenne aber auch viele, die sagen, Mensch, ich würde wie alle anderen auch einfach gerne einen normalen Arbeitsplatz finden, wo ich dort meinen Zuschuss bekomme. Also zum Beispiel ein Budget für Arbeit bei ganz normalen Arbeitgebern. Und dafür wird immer noch viel zu wenig getan, gibt immer noch viel zu wenige Inklusionsbetriebe. Und da sage ich dann, okay, lasst uns mal vorsichtig sein. Wenn wir an Mindestlohn arbeiten, wenn wir an gerechter Entlohnung, dann lasst uns auch an inklusiven Arbeitsplätzen arbeiten, denn, letzter Satz in diesem Punkt, wenn wir es nicht schaffen, dass behinderte Menschen einfach auch sichtbar sind in der Öffentlichkeit, dass sie Kolleginnen und Kollegen sind, dass sie in der Schule schon sind, werden wir immer Sonderwesen bleiben und laufen immer Gefahr, dass wir Kürzungen, Ausgrenzung und Diskriminierung noch viel mehr ausgeliefert sind, als wenn wir endlich mal, ich sage mal, Nachbarn, Kolleginnen, Mitschülerinnen sind, die einfach ihre Unterstützung bekommen, die sie brauchen, aber voll mit dabei sind. Teile deine Meinung nicht ganz, weil wir reden jetzt davon, dass der Staat eventuell 1 bis 2 Milliarden dann zuschießen muss um Mindestlohn. Wo ist denn die Kalkulation, wie viel Sozialunterstützung, also Sozialgelder fließen, um die Menschen, die mit Behinderung in Werkstätten arbeiten, die kriegen 230 Euro Gehalt, kriegen aber. Vom Staat noch Grundsicherung oder whatever. Also da fließt ja doch, diese Millionen Milliarden würden dann wegfallen. Wir reden hier von 360.000 Beschäftigten in Werkstätten. Es gibt für mich noch irgendwo keine Kalkulation, die besagt, wenn wir denn diesen 360.000 Menschen, Mindestlohn bezahlen, nicht alle kriegen so viele Stunden zusammen, dass der Mindestlohn alles decken würde, aber viele fallen dann aus diesem Sozialraster raus. Also diese Gegenrechnung fehlt mir noch. Ja, das ist natürlich ein interessanter Aspekt. Ich habe immer mal wieder versucht, in meiner... Ach, manchmal einfachere Gedanken, wo ich noch nicht genau weiß, was würde es bedeuten, habe ich dem früheren Staatssekretär, dem Herrn Schmachtenberg, habe ich mal gesagt, ja, dann lasst es uns doch wenigstens so machen, wenn die Leute in der Werkstatt sind und Grundsicherung bekommen. Dann lasst ihnen doch das wenigstens gemeinsam auszahlen und ohne dieses sich vom Sozialamt ständig ausziehen und irgendwelche komplizierten Anrechnungsdingen, sondern lasst uns sagen, Grundsicherung plus das, plus den Ertrag, das kriegt ihr auf die Hand, ohne hier jetzt von der Bürokratie ständig aufgefressen zu werden und euch ausziehen zu müssen. Und ich war, oh, das ist ganz kompliziert. Das wäre eine Vereinfachung. Aber, Sascha, da gab es auch eine Sendung, da haben wir darüber berichtet, die hieß die 12, der Bürgerrat. Ausgesendet vom RBB, also Berlin-Brandenburg. Und da war eine Frau dabei, sie war nur mit Vornamen genannt, Sophie war das, glaube ich. Und die sagte, wisst ihr, unter Tränen dann auch, sie war sehr bewegt, hat gleich gesagt, das wird emotional, weil es sie so beschäftigt. Ihr Mann arbeitet in der Pflege, verdient Geld, aber nicht wirklich so richtig genug für beide. Und beide sind damit knapp über dieser Grenze des Bürgergelds, der Grundsicherung. Und sie arbeitet, ich glaube, dort über 30 Stunden und bekommt gerade mal ihre 200 Euro im Monat. Und sie hat nicht diese zusätzliche Absicherung. Also der Punkt ist der, wir haben halt im Werkstattensystem ganz verschiedene Leute. Manche bekommen die Grundsicherung, manche bekommen die Rente. Und ja, es würde sich wirklich mal lohnen, diese verschiedenen Systeme anzugucken, und es dann einfacher für die Leute zu machen. Aber auch nicht ganz so einfach, dass die Eltern dann sagen, oh, ich schicke mein Kind ja, bewerkstellte doch prima, da ist es sicher, da passiert nichts. Ich finde, so ein Drang zur Inklusion sollte schon noch bleiben. Aber macht gerne mal, wenn ihr das in Luxemburg mal macht, macht gerne mal solche Rechnungen auf, aber ihr habt ja den Mindestlohn. Wir haben den Mindestlohn, wir können diese Rechnung nicht mehr machen. Wir sind zwar frühzeitig umgewandelt und dieses Gesetz wird jetzt nochmal angepasst. Zum Beispiel, dass die Menschen, die in der Ausbildung waren, auch Rentenanspruch haben, Weil wir den Fall hatten, dass eine Frau zwischen 16 und 18 Jahren in einer Ausbildung für eine Werkstatt zwar war, aber ihre Rente da nicht angerechnet wurde und so weiter. Und das wird jetzt auch angepasst, dass die Menschen, die dann in den 80ern, 90ern da noch gearbeitet haben, bevor das Gesetz kam, dass die jetzt auch dann den Rentenanspruch vernünftig haben. Also Mindestlohn ist in Luxemburg schon da und wie ich auch gehört habe, kann man auch als Mitarbeiter mit Behinderung. Das gibt den Statut Salarie Handicapé in Luxemburg, also der Statut als behinderter Mitarbeiter, den kann man anfragen und mit dem hat man zwei Möglichkeiten. Also man kann natürlich in eine Werkstatt gehen, man kann auch aber in einer Werkstatt Karriere machen, also man kann auch mehr verdienen und man kann natürlich auch auf den ersten Arbeitsmarkt gehen. Mit diesem Statut, wenn man auf dem ersten Arbeitsmarkt ist, ist man klar definiert, das ist ein Mitarbeiter mit Behinderung, hat Anrecht auf seine sechs Tage mehr Urlaub, hat aber auch Anrecht auf Hilfsmittel und der Arbeitgeber hat Anrecht auf Unterstützung. Bis zu 40 Prozent Gehaltsunterstützung kriegt der Arbeitgeber in dem Fall, wenn ein Mitarbeiter mit Behindertenstatus, nenne ich das jetzt mal so, auf dem ersten Arbeitsmarkt unterwegs ist und kriegt dann da natürlich auch die Fördergelder, was natürlich sehr viel Geld ist, 40 Prozent von einem Gehalt, die der Staat dem Arbeitgeber bezahlt. Innerhalb vom Staat ist das nicht möglich, aber außerhalb vom Staat geht es und parastaatlich oder Verwaltungen werden da auch unterstützt. Und so geht es, aber ich muss natürlich auch sagen, auch in Luxemburg haben wir nicht genug Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Weil da natürlich auch die Strukturen fehlen. Es fehlt der Mut der ArbeitgeberInnen. Es fehlt aber auch die Barrierefreiheit der Gebäulichkeiten. Wir haben zwar da auch ein neues Gesetz, was bis 2032 umgesetzt werden soll. Also alle öffentlichen Gebäude in Luxemburg und öffentlichen Plätze, die neu gemacht werden und die jetzt schon bestehen müssen, bis dahin barrierefrei sein. Ansonsten dürfen wir klagen. Also wir dürfen gegen einen Inhaber eines Friseursalons klagen. Wenn der 2032 nicht barrierefrei ist. Und das ist schon heftig. Es gibt natürlich Ausnahmen. Also ich habe letztes Mal mit einem Mitarbeiter, einem Inhaber eines Hotels gesprochen, in Luxemburg im Norden. Der gute Mann, ich kenne ihn sehr gut, wir haben ein paar Essen im Dunkeln dort veranstaltet. Er hat gesagt, ich würde mein Hotel gerne umbauen. Ich kriege vom Staat 24.000 Euro, wenn ich bis zu 48.000 Euro investiere. Also die Hälfte kriege ich bis 2028. Ich habe aber eine Investition von 200.000 Euro, um barrierefrei zu werden. Von Zimmern bis Aufzug, bis Badebereich, bis Wellnessbereich. Und er sagt, ich kann mir, ich bin jetzt Mitte 50, ich weiß nicht, wie die Zukunft des Hotels aussieht, bleibe ich da, übernehme meine Kinder. Ich kann jetzt keine 200.000 Euro aufbringen, um das zu machen. Der kriegt natürlich wahrscheinlich eine Sonderregelung. Die auch okay ist, aber die sind sehr strikt. Also die Sonderregelungen werden nicht im Gießkannenverfahren vergeben, sondern du musst wirklich auch Argumente bringen, warum. Weil es gibt zum Beispiel auch Betriebe, die zum Beispiel ihre Stufen so blöd haben, dass wenn die eine Rampe bauen müssten, dann ist der Bürgersteig zu. Das ist einfach gebäulich. Und ich habe mir die Frage gestellt, Ottmar, und da will ich jetzt mal eingreifen, weil wir gleich auch die digitale, es gibt ja auch die Bauministerkonferenz, die jetzt in Deutschland da getagt hat. Ich stelle mir einfach die Frage, wir kommen aus einer Nachkriegszeit. 1945 ist der Krieg in Deutschland vorbei gewesen. Wir hatten noch andere Kriege weltweit bis in die 70er, 80er Jahre. Wir hatten den Kalten Krieg, der jetzt nicht direkt mit Waffen gesteuert war, aber trotzdem. Jetzt stelle ich mir aber die Frage, warum? Warum wurde danach nicht von Anfang an barrierefrei gebaut? Weil ich bin ja der Überzeugung, dass wir definitiv viele, viele kriegsversehrte. Soldaten und Menschen aus dem Krieg hatten. Und da stelle ich mir einfach jetzt einfach so nach, ich habe mir ein paar Mal die Frage gestellt, warum wurde nicht von Anfang an barrierefrei gebaut? Warum? Weil Rollstuhlfahrer gibt es doch nicht erst seit 10, 20, 25 Jahren. Die gab es ja schon vorher. Nach dem Krieg gab es Menschen, die nicht gut gehen konnten, die blind waren. Warum ist damals nicht barrierefrei gebaut worden? Kannst du mir die Frage beantworten? Ja, das ist gut, dass du jetzt von Luxemburg abgelenkt hast. Ich hatte nämlich schon die Befürchtung, dass die Auswanderungswelle von Deutschland zu euch rüberkommt. Ja, aber das ist, also nochmal ganz kurz zurück, es lohnt sich wirklich hier nochmal auf die verschiedenen Systeme zu gucken und zu überlegen, was kann man tun. Also das wäre wirklich nochmal so ein grundsätzliches Nachdenken, wie funktioniert bzw. funktioniert die Beschäftigung behinderter Menschen bei uns in Deutschland nicht und da wäre natürlich spannend Luxemburg. Aber ja, jetzt zu dieser Frage, hochinteressant. Also jetzt gehen wir mal zurück, 1945 in Deutschland. Ich meine, das Land war zerstört, da waren viele andere Länder zerstört, die Deutschen haben ganz furchtbares Angeregt, angerichtet und ja, jetzt zimmerte man das Grundgesetz damals. Und Hans-Günter Heiden hat ja ein Buch geschrieben, wie wir es geschafft haben, 1994 diesen Satz, niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden, in Artikel 3 des Grundgesetzes. Dann, ja, wie viele waren das? Das waren 45 Jahre später, nach der Entwicklung des Grundgesetzes reinzubekommen. Und es war damals nicht nur so, dass man nicht daran gedacht hat, dass man jetzt behinderte Menschen vergessen hat, sondern das Bewusstsein über Behinderung war damals einfach miserabel. Es war wirklich noch stark geprägt auch vom Nazidenken. Und ja, man hatte die Kriegsversehrten. Da haben sich ja dann die Kriegsopferverbände formiert und die haben hauptsächlich für soziale Leistungen gekämpft. Aber in dieser Zeit des Aufbaus, man hat unheimlich viel verdrängt und das wäre genau die Chance gewesen, da hat man so viel aufgebaut. Aber das war natürlich das auch so, man wollte schnell Wohnungen hochziehen. Man hat die Verkehrs-, also in Kassel, da wurden die Straßen, da kamst du nur rüber, rüber war gar nicht, sondern unten drunter durch die Unterführungen. Ja, die haben also Barrieren aufgebaut, das kracht. Und jetzt gehen wir mal ein paar Jahre weiter in die 70er Jahre der USA, Vietnamkrieg. Da kamen die Vietnamveteranen zurück und das passte zusammen mit einer Behindertenbewegung, die selbstbewusster geworden ist, die also nicht alles als gegeben genommen hat, die gesagt hat, das sind hier Bürgerrechtsverletzungen. Und die haben es natürlich dann geschafft, gesetzliche Regelungen relativ schnell in den 70ern sich hart zu erkämpfen, und jetzt gucken wir auf diese 50 Jahre, da kommt jetzt im November auch ein Film über die Judy Heumann, die viel gekämpft hat, Being Human heißt der Film, die haben jetzt natürlich in den 50 Jahren einiges in den USA geschafft, nicht alles Gold, was glänzt, auch immer wieder Rückschläge. Und das haben wir in Deutschland nicht nur nach 1945 verpasst. Wir haben es wieder verpasst nach 1989, 90. Weil wie viel Geld, wie viel wurde gebaut, wie viel ist da reingeflossen sozusagen in die neuen Bundesländer, wie wir sie ja nennen, ehemalige DDR, wo man wieder Barrieren aufgebaut hat. Und das hat uns ja in den Anfang 90er so fuchsig gemacht. Wir haben in den USA gesehen, da gibt es mit dem Americans with Disabilities Act ein Antidiskriminierungsgesetz, das sie verabschiedet hatten und Deutschland ziert sich und macht rum und deshalb haben wir begonnen, wenigstens für die Grundgesetzergänzung. Und später für Gleichstellungsgesetze zu kämpfen. Also das hat ganz viel auch damit zu tun, mit Behinderung, da wollte man nicht wirklich was zu tun haben. Und das kam dann so in den 60er Jahren, wo sich Elternverbände, wo wieder neue behinderte Kinder auch geboren wurden. Es wurden ja auch ganz viele umgebracht in der Nazizeit. Also unsere Geschichte hängt uns dann nach und das hat, glaube ich, ganz viel damit zu tun, dieses große Verdrängen. Nee, Behinderung. Ach, das ist ja Behinderung, Altsein. Das ist ja irgendwie Pfui. Das will man nicht. Da will man gar nicht dran denken. Und warum soll ich jetzt von mir aus, oft kostet es ja gar nicht mehr, aber warum soll ich jetzt ein paar Cent, ein paar Euro mehr ausgeben? Die Treppen, die sind doch viel schöner. Und dieses elendige Denken begleitet uns heute noch und drum ist es eigentlich auch so skandalös, wie schwer sich Deutschland, mit der Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes tut, wo ja schon drinsteht, Leute, ihr müsst euch. Wo du beschrieben hast, der Hotelbesitzer mit 200.000, dann versuchen wir mal, wo können wir angemessene Vorkehrungen schaffen, dass wir wenigstens einige Bereiche zugänglich bekommen, was leistbar ist. Aber auch da ist ja jetzt, vorher war es die FDP, für CDU, CSU, scheint das ja vom Teufel zu sein, dass man mal solche Vorschriften macht und das heißt, die Geschichte pflanzt sich hier so unsäglich fort und drum. Diese Frage, die du dir gestellt hast, nach diesen Antworten kann man wirklich suchen, warum ist die Menschheit so dämlich? 2025, Am 28. Juni ist das European Accessibility Act, also der digitale Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, wie es seit 2021 in Deutschland heißt, offiziell in Kraft getreten und auch somit die digitale Barrierefreiheit als Gesetz eingegangen. Wir wissen, dass das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz extrem verwässert wurde. Die Direktive wurde nicht so umgesetzt, wie man sich das gewünscht hat. Ja, und dann stellen wir fest, der Bayerische Rundfunk hat eine Studie gemacht. So viele Internetseiten sind immer noch nicht zugänglich. Die digitalen Angebote sind zu wünschen übrig. Wir kriegen auch bei den Verwaltungen immer noch nicht das, was wir brauchen und was wir uns wünschen. Und wie sieht es dann da gerade aus mit dieser barrierefreien Umsetzung? Nicht gut, ne? Nicht gut. Also das, was der Bayerische Rundfunk da rausgefunden hat, das war schon unsäglich. Also dass einfach viele Webseiten, da ging es ja auch um die öffentlichen, also von öffentlichen Anbietern, die ja zum Teil mit Landesgesetzen schon viel länger verpflichtet sind, dass die also noch immer noch an Barrierefreiheit schwer zu wünschen übrig lassen. Und ich denke, bei Barrierefreiheit, da haben wir ja auch verschiedene Facetten. Aber wenn du zum Beispiel auf eine Seite überhaupt nicht weiterkommst, wenn du da stecken bleibst, dann schreckt das noch viel mehr ab. Und dann guckt man nach bestimmten Bereichen. Wer hat denn wirklich leichte Sprache? Da wird es dann ganz düster. Also das ist schon ein Problem und hier haben wir die zwei Bereiche. Hier haben wir eigentlich die öffentlichen Kommunen, Land, ich sage mal auch Rundfunkanstalten. Die haben schon an einigen Stellen, würde ich sagen, da haben sie sich ganz gut entwickelt. Aber wenn man dann in die Breite guckt, dann sieht man eigentlich, wie mühsam das selbst im öffentlichen Bereich sind. Was jetzt ja das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ist. Das jetzt seit über einem Jahr in Kraft ist, fordert, das fordert ja auch die Privaten auf. Also wenn ich jetzt im Handel irgendwie was kaufen will, sind eine Reihe von Bereichen, die das barrierefrei machen müssen. Und ich habe mit dem Markus Ertel, der Markus Ertel wohnt in Lenkries, ist selber blind. Markus Ertel hat selber die Erfahrung gemacht, wenn man in einer Sparkasse arbeitet, dann kommt ein neues System und dann kommst du als Blinder nicht mehr zurecht und kannst da eigentlich nicht mehr arbeiten. Und der Markus, der macht auch viele so Eingaben bei der Schlichtungsstelle, und bei dem Ganzen. Ja, und er ermuntert die Leute eigentlich, wenn ihr auf solche Barrieren stößt, dann meldet die, geht an die Schlichtungsstelle ran. Und es gibt ja jetzt auch in Sachsen-Anhalt, die hat diese Stelle eingerichtet. Die fängt jetzt gerade erst mal an, so richtig ihre Arbeit aufzunehmen, wo man dann diese Barrierefreiheit melden kann. Und die sind sozusagen für Deutschland diese Stelle. Da haben wir noch keine richtige Kultur. Weder von denjenigen, die eigentlich diese Umsetzung einfordern müssen, also auch die staatlichen Stellen, noch aber auch von uns Betroffenen. Ich kenne selber Sascha, Da hänge ich dann irgendwo im Internet, ich klicke irgendwo drauf und ich merke, Mist, da ist wieder diese Barriere da, wo ich drei Bus, wo da die Bilder sind, da muss ich ankreuzen, wo ist ein Gehweg, wo ist ein Fahrrad oder wo ist ein Bus. Ich probiere das zweimal, dann rege ich mich auf und denke, ihr könnt mich mal. Und das spart mir manchmal Geld, weil ich dann Dinge nicht kaufe, die ich eigentlich kaufen wollte. Aber es ärgert mich ungemein, weil es schließt mich aus. Und es schließt natürlich auch viele andere aus. Und blinde Menschen, denke ich, haben da oft noch viel höhere Hürden, weil ich habe ja noch so ein gewisser Sehrest, da hänge ich nicht vor meinem Bildschirm. Aber es ist auch wieder so. Es ist einfach auch schlecht gemacht von der Wirtschaft. Das sind Kunden, die wollen zu Ihnen und Sie kriegen es nicht gebacken und wir kriegen es nicht sanktioniert. Das ist Deutschland. BGG, AGG, zwei ganz wichtige Gesetze und Kinder- und Jugendgesetz. Eingliederungshilfe, da wird auch sehr viel gesprochen. Ich habe meine Episode für diesen Monatsrückblick genannt. Wenn Inklusion eine Waffe wäre, wäre dann Geld da? Diese Gesetze, die ich gerade angesprochen habe, wo sind sie dran und wo fließt das Geld hin? Was passiert? Tja, bleiben wir mal bei den Waffen. Da muss ich sagen, Inklusion und das Menschenrecht auf Inklusion, das ja in der UN-Behindertenrechtskonvention verankert ist, ist leider in Deutschland noch ein sehr stumpfes Schwert. Wir versuchen sozusagen, dieses Schwert zu führen, bleiben wir mal im Kriegerischen und versuchen immer wieder mal irgendwo einzudringen und das gelingt dann. Dann sagen wir, toll, da haben wir was geschafft und es ist auch wichtig, dass wir das finden. Und dann sagen wir, oh, eine gute Nachricht, hier ist gelungen. Rewe Düsseldorf zum Beispiel hat jetzt behinderte Menschen eingestellt. Ja, was ist mit den anderen? Und dann freue ich mich, wenn jetzt mehrere Rewe-Markte da was tun. Aber das passiert so auf unheimlich viel Überzeugung. Und ich kann jetzt nur schwerlich kommen und sagen, jetzt, ich habe ein paar andere Waffen, ich habe ein scharferes Schwert. Ich habe vielleicht mal so ein Dolch, wo ich mal so ein bisschen reinstechen kann. und sagen, so, jetzt habt ihr das zu machen. Und das hat natürlich ganz viel damit zu tun, mit welchen Waffen habe ich, also welches Gesetz, welche Möglichkeit. Und du hast sie genannt, da arbeiten wir dran. Das Behindertengleichstellungsgesetz ist schon ein wichtiges Gesetz. Aber wo steckt das denn? Ich höre nichts mehr davon. Ja, aber ich stehe immer... Haben sie sich in die Kammer zurückgesetzt? Ist es in den Kerker geworfen worden, weil es so scheiße war? Was ist mit dem Gesetz los? Ich gehe immer auf die Suche. und ich habe für die Cominent-Nachrichten so ein Bild, das hat die Juliane Harms vom Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben mit KI gemacht. Da ist das Brandenburger Tor und dann steht da oben BGG für Behindertengleichstellungsgesetz. Und dann ist da so eine Lupe, dann guckt man immer. Das Bild nehme ich immer wieder, weil ich gucke natürlich regelmäßig, wo stehen wir. Und wir stehen jetzt dort beim Behindertengleichstellungsgesetz ja eigentlich kurz vor dem Showdown, vor dem Finale. Seit Juni, seit 22. Juni, 2026, also da war Sommer, da war es warm, da gab es die Anhörung, da haben also die verschiedenen Leute ihre Positionen, ihr Für und Wider und alles eingebracht, das heißt, seit diesem Zeitpunkt könnten eigentlich die Regierungsfraktionen aus CDU, CSU und SPD sagen, Diese Änderungsanträge am Gesetzentwurf der Bundesregierung wollen wir jetzt einbringen in die Schlussberatung, im Ausschuss und dann im Parlament. Und normalerweise geht das recht schnell. Weil dieses Gesetz hat ja ein langer Bart. Das geht ja schon vier, fünf Jahre, wo nichts passiert und zum Teil noch viel länger. Aber es hängt. Dann soll es immer mal wieder höhere interne Besprechungen geben, wo man also versucht, jetzt Kompromisse zu finden. Was ändern wir? Und da reden wir jetzt von den Abgeordneten des Bundestages. Die sind jetzt zuständig. Dann wird das abgesagt von der CDU, CSU. Dann kommt man nicht weiter. Und das hängt jetzt. Wir sind schon im November. Im November hängt das jetzt. Und ich habe es auch noch nicht auf der Tagesordnung der nächsten Sitzungswoche gesehen. Das heißt, das hängt weiter. Und jetzt gibt es zwei verschiedene Meinungen. Die einen sagen, beerdigt diesen Scheiß. Beerdigt es, es taugt nichts, es bringt uns zum Teil Formulierungen, wo dann drinsteht, Unternehmen müssen also nichts tun in Sachen Barrierefreiheit und angemessene Vorkehrungen. Wenn du dann einen Hotelbetreiber hast, der sagt, da steht es doch, was willst du eigentlich von mir? Also lass mich in Ruhe. Das ist noch viel deutlicher, wie es jetzt eigentlich ist. Und da sagen die Leute, nee, so nicht. Und ich teile es zu sagen, Leute, sowas braucht ihr nicht zu verabschieden. Und dann gibt es natürlich andere, die sagen, ja, lasst uns doch das Kleine nehmen, was uns das Gesetz gibt. Gesetze sind immer Kompromisse und all das. Da ringen jetzt natürlich die Geister, wie viele Kompromisse darf man machen. Und ja, der Behindertenbewegung ist sich da relativ einig, aber die herkömmlichen Behindertenverbände nicht so ganz, weil, in dem Gesetz wird zum Beispiel für die Assistenzhunde geregelt, wer darf zertifizieren und all das, wo es noch hapert. Aber da sage ich, wenn man will, kann man das auch anders regeln. Also das heißt, Sascha, wir sind hier weiterhin im Nichts. Wir sind beim allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, wo man auch sagen könnte, angemessene Vorkehrungen zur Barrierefreiheit, da sind wir auch im Nichts. Da haben wir jetzt die Anhörung gehabt. Also genau, das weiß man immer noch nicht. Also wir pendeln immer noch zwischen. Grausame, schlechte Verschlechterung oder Stagnierung und wir bleiben bei dem, was wir haben. Vielleicht ist manchmal bei dem, was man hat, ist man manchmal besser dran bei der Bundesregierung, die wir gerade haben. Ja, du sprichst es an. Und das ist auch das Problem mit der allgemeinen Großwetterlage. Wir hatten in Kassel eine Veranstaltung von unserem Zentrum für selbstbestimmtes Leben und da habe ich dann kurz referiert, wo stehen wir im Moment? Und wir sind im Moment wirklich auf Verteidigung, weil du hast auch noch andere Gesetze angesprochen. Wir sehen das bei der Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe. Eine komplizierte Diskussion, aber da laufen wir Gefahr, dass die Rechte auf Assistenz, auf Schulassistenz, auf Assistenz in Kindertagesstätten. Dass das eventuell eingeschränkt wird. Und wären wir jetzt in einer Zeit, wo man vertrauen würde und wo nicht ständig gesagt wurde, ja, wir müssen einsparen, da müssen wir so und so viele Milliarden, da würde man vielleicht sagen, ja, das sind richtig gute Ideen. So sage ich immer, lass uns aufpassen. Auch bei der Pflege-Neuordnungsgesetz. Wenn die Verhinderungspflege jetzt wegfällt und es viel kompliziertere Anträge für irgendwelche Budgets gibt, da denke ich auch, Mensch, lass die Angehörigen, Ja, doch in Ruhe lasst die Betroffenen in Ruhe und verschlechtert es erstmal nicht. Das ist kein Bürokratieabbau und wir hatten jetzt, und da bin ich jetzt auch hier schon am Ende des Oktober, das war glaube ich der 29. Oktober, hat in Bremen eine Protestaktion stattgefunden, wo eben, da waren schon 150 Leute und in Bremen merken sie bei Assistenz, die man braucht. Da werden einfach mal von der Behörde schnell ein paar Stunden weggestrichen. Man muss zum Teil jahrelang streiten. Und sie haben also davor gewarnt, Eingliederungshilfe-Reform, da sind so viele Gefahren. Nur da haben wir noch keinen Referentenentwurf. Aber auch da denke ich, packt es bitte nicht an, weil im Moment ist so vieles leider so gruselig und wir könnten viele Verbesserungen gebrauchen, ich glaube, die eigentlich auch für alle gut wären. Gruselig, das war doch das perfekte Stichwort. Wir hatten am Tag vor dem 1. November Halloween. Also irgendwie passt das ja dann, dass wir uns vielleicht dann vor diesen Gesetzen auch gruseln müssen. Halloween wird sich dann in der Behindertenpolitik weiterentwickeln und weiterbleiben. Gruselkabinett kann man auch nennen, das, was die Regierung gerade macht. Lieber Ottmar, wir haben jetzt knapp, sagen wir mal, 43 Minuten über Sachen gesprochen, die uns am Magen liegen, die wehtun, die schmerzen. Ich würde gerne die letzten fünf, sechs Minuten dafür nutzen, auch wenn das wundervolle, super Projekt Gute Nachrichtsinklusion ja schon seit einem Monat ausgelaufen ist. Wir haben darüber berichtet. Da würde ich gerne mal ein bisschen hören, hast du denn noch neben dem Kollegen Rewe in Düsseldorf, der Menschen mit Behinderungen engagiert und dafür gefeiert wird? Das ist schon dramatisch, dass man dafür einen Shop feiern muss, dass er das macht. Das müsste selbstverständlich sein. Aber egal, lass uns das mal als gute Nachricht zur Inklusion haben. Hast du noch sonstige gute Nachrichten zur Inklusion, die uns etwas glücklicher stimmen an diesem doch etwas besonderen Monat. Der etwas düster erscheint und für viele Menschen auch übrigens mit psychischen Beeinträchtigungen eine schwere Zeit anfängt, die sagen November, Dezember, Januar sind für sie ganz schwere Monate. Ja, Sascha, aber noch ganz kurz noch was zum Gruseln. Das hat aber auch was mit was Gutem zu tun. Wir haben mit, die heißt Nathalie Rosenke. Sie kommt von der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung. Und die Nathalie Rosenke ist in dem Bündnis AGG-Reform jetzt, also zum allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz. Und das ist eine ganz kreative, die macht auch immer so kreative Aktionen. Und die hat jetzt für die Bundestagsabgeordneten, für Halloween, hat sie so Karten da kreiert und so nach dem Motto für ein allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, vor dem wir uns nicht gruseln müssen. Und die nimmt dann immer solche Anlässe und das denke ich, ist auch so für Aktionen, dass wir so ein bisschen pfiffiger werden, dass die Abgeordneten hat ihnen noch irgendwie was Nettes beigelegt, ich weiß gar nicht, irgendwelche Gruselgummibärchen oder irgendwas, was sie da hatte und da denke ich immer oh Nathalie, mehr davon, weil. Ja, man demonstriert und das nützt sich so ab, wir müssen auch gucken, wie wir Leute anders erreichen, also das ist für mich immer ein Highlight und was Positives, wenn die Nathalie wieder eine Idee hat Und ich bin schon mal gespannt, wie die Abgeordneten darauf reagiert haben. Das kriegen wir dann zum Teil ja auch mit. Ja, gute Nachrichten. Also, ich habe jetzt beschlossen, die guten Nachrichten zur Inklusion, ich kann sie nicht mehr so umfangreich machen, aber ich habe natürlich jetzt für diesen Monat auch nochmal zwei, vielleicht finde ich noch eine dritte rückwirkend, eingestellt. Und das war das, ich sage mal das wirklich so, von der Einzelsituation mit Rewe, von ein, zwei mehreren hin, sozusagen zu Praktikumsinitiative unterstützt von der Aktion Mensch, das hatte ich aufgegriffen. Und dann hatte ich noch was gefunden und das kennen wir, glaube ich, alle. Ich habe es mal so tituliert, trotz schlechter Arztprognosen inklusiver Schulbesuch und Jobangebot. Und zwar in Karlsfeld, das ist in Bayern, da wurde einem Jungen, ach, ganz schlechte Aussichten, der lebt nicht lang und da kann man gar nicht viel machen und das, was Eltern ja oft so mit auf den Weg kriegen und so. Ach, das geht alles nicht. Ja, der hat es erst mal geschafft, ich sage mal inklusive Schule, dann hat er ein Praktikum im Edeka-Markt gemacht und der Edeka sagt, den Kerl, den wollen wir haben, haben ihm ein Jobangebot gemacht. Und da denke ich immer, ja, und da bin ich auch froh, da hat er auch die Zeitung und die Gemeinde darüber berichtet, weil viele sind ja damit konfrontiert, man kriegt irgendwie so, ja, alles schlecht, schwierig und man redet nur über die Schwächen. Ja, es ist immer doch viel möglich. Und das knüpft auch nochmal an der dritten Erfahrung an, die ich noch einbringen wollte. Ich war mal wieder in den heiligen Hallen der Aktion Mensch in Bonn. Die haben dort in der Heinemannstraße 36 ihre Büros. Mitunter ist auch so eine Veranstaltungsebene. Und da hatten sie eine recht gute Veranstaltung gemacht, Übergang Schule und Beruf. Und da bin ich mal hin. Und das hat mich auch ermuntert. Da war auch zum Beispiel die Nancy Frind dabei. Die ist jetzt Botschafterin für Menschen, die aus der Werkstatt für behinderte Menschen raus wollen. Sie nutzt selber das Budget für Arbeit. Wir haben einen Workshop zusammen gemacht. Und da hat man schon einige, auch die Eltern von mittendrin e.V., waren ja auch schon im Podcast, wo es doch eine Reihe von Leuten gibt, die gegen diese Mühlen ankämpfen, diesen Automatismus ankämpfen. Förderschule, Werkstatt, sondern die Alternativen aufzeigen. Und das fand ich hochinteressant. Da haben also einige, haben sie denen geholfen, einfach an die Berufsschule zu gehen, wo sie gesagt hat, ja, nutzt das einfach mal, auch wenn ihr das vielleicht nicht schafft. Und das haben eine ganze Reihe von Leuten dann doch geschafft, gegen alle Erwartungen. Und das war nochmal so ein Tag, wo ich dachte, es sind schon viele Akteure da, die was anderes wollen. Und jetzt noch das Letzte. Wir hatten dann vom 16. und 17. Oktober in Kassel mal wieder eine Tagung. Da gibt es das Projekt Aktiv Teilhabe gestalten vom Verein zur Förderung der Autonomie Behinderten und die hatten das mit dem Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben behindert. Oder mit BIFUS, haben sie so eine Tagung gemacht, ja, nicht neutral Haltung zeigen. Und ja, da hätte man noch ein bisschen mehr praktisch rausholen können, aber ich fand es gut, dass da wieder verschiedene Menschen zusammengekommen sind und man sich auch wirklich ausgetauscht hat. Was prasselt alles gerade auf uns ein und wo und wie können wir, ich sage mal, für uns auch Haltung wahren, dann doch was verändern, uns gegenseitig zu stärken und was mich besonders gefreut hat, ich habe sie da auch mal wieder getroffen, die Katrin Gänseke, ich hatte sie ja auch schon ein paar Mal erwähnt, hat Multiple Sklerose, hatte verschiedene Zeiten, wo es ihr besser schlechter ging und die wurde wieder in den Landtag von Sachsen-Anhalt gewählt. Und hat es da jetzt natürlich mit einem Landtagspräsidenten und Vizepräsidenten auch noch zu tun von der AfD. Und ich glaube, die Katrin hat uns allen Mut gemacht. Also sie hat gesagt, ja, ich habe im Wahlkampf wirklich üble Sachen erleben müssen als behinderte Frau. Aber es ist es wert. Und wenn es wir nicht tun, wenn wir nicht zusammenstehen, wer dann? Und das ist für mich auch jetzt so, ich beobachte das ja immer sehr interessiert, weil mein Sohn und Familie in den USA lebt, das sind jetzt ja die Midterm-Wahlen, also zwischen der Präsidentenwahl ist dann. Alle zwei Jahre das Abgeordnetenhaus sozusagen neu gewählt, Senatsmitglieder. Und meine Hoffnung ist einfach, dass wir doch immer wieder aufstehen, auch wenn es irgendwie schlecht läuft und deshalb werde ich auch weiterhin immer, nach guten Nachrichten suchen, denn die gibt es da draußen auch. Wir wären ja keine Menschen, wenn wir nicht auch immer wieder was Gutes, was Tolles schaffen, in unseren Familien was bewegen, in unseren Organisationen und ja, manchmal muss man auch schlucken, aber der Glaube an den Menschheit, ich denke, ich habe ihn immer noch, Das wäre so ein wunderbares Schlusswort, aber ich wollte auch noch zwei, drei gute Nachrichten aus meiner Sicht sagen. Wir haben ja angekündigt letztes Mal am 1. Oktober, dass am 2. Oktober in Luxemburg der Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Binnenrechtskonvention 3.0 veröffentlicht würde. Und der Regierungsrat hat diesen Aktionsplan mit 119 Aktionen, 50 Objektiven und 20 Ministerien. Also alle Ministerien in Luxemburg sind involviert. Jeder hat mindestens eine Aktion in diesem Aktionsplan. Ich bin richtig begeistert davon. Natürlich ist immer Luftflach oben. Man kann immer sagen, ja, da hätte noch das reingekonnt, das reingekonnt, das reingekonnt. Aber ich bin sehr begeistert, wie gut das angekommen ist. Und die Presse hat diesen Aktionsplan auch sehr gut begleitet. Wir sind jetzt schon in der Umsetzung. Wir fangen schon ganz fleißig damit an. Es gibt zum Beispiel jetzt am 10. November eine Konferenz von der ALIA, das ist unsere Aufsichtsbehörde für digitale Kommunikation im audiovisuellen Bereich. Die werden jetzt mal darüber diskutieren, wie man denn im audiovisuellen Bereich Barrierefreiheit umsetzen kann, auch im Hinblick auf das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in Luxemburg. Da gibt es ja schon diese Stelle, die ihr in Sachsen-Anhalt jetzt irgendwie vor ein paar Monaten kreiert habt, gibt es bei uns in Luxemburg schon seit zwei Jahren. Also zuerst kam die Stelle und dann kam das Gesetz, also die Inkrafttretung des Gesetzes. So sollte es an sich funktionieren, nicht umgekehrt, liebe Politiker in Deutschland. Also wenn man ein Gesetz hat, muss man zuerst mal die Struktur generieren, wer dieses Gesetz auch überwachen soll und wo die Proteste dann hingehen sollen. Also das war sehr spannend. Was ich auch sehr spannend fand, war der Paralympic Day in Luxemburg. Wir haben einmal im Jahr immer einen Paralympic Day, also einen Tag, wo man Sportarten ausprobieren kann. 20 verschiedene Sportarten hat der Luxemburg Paralympic Committee zusammengebracht. Und es geht hier nicht nur um die Leistungen, sondern es geht hier auch um den Parasport, um den Breitensport. Und was ich sehr spannend fand, ist, dass sie dieses Jahr ganz viele Kids und Jugendliche dazu bewegt haben, auch dahin zu kommen, auszuprobieren und mitzumachen. Ich durfte gegen meinen Chef, meinen Minister Tennis spielen. Das war auch sehr spannend. Ja, wir haben uns darauf gar nicht, dass keiner gewonnen hat. Also sehr schöne, sehr schöne Momente. Und was mir auch immer sehr gefällt, was ich gerade sehr viel mache, ist Weiterbildungen. Ich bin für Info Handicap, unsere Kontaktstelle im Bereich Behinderung, unterwegs. Und wir haben für die Luxair, die Luxemburger Fluggesellschaft, sehr viele Weiterbildungen gemacht. Und zwar für das Team im Check-in, aber auch für die Sicherheitskontrolle. Und aus diesen Formationen, die wir gemacht haben, ich glaube, ich war bei sechs oder sieben dabei dieses Jahr. Das waren so Kurzformationen bewusst, heißt dieses Projekt, ein Projekt, was ich in Luxemburg eingeführt habe. Ich bin gerade dabei, noch zu gucken, schon seit Monaten und Jahren, wer mir in Deutschland als Partner da zur Verfügung stehen könnte, weil ich dieses Projekt genial finde. Das sind zwei Stunden, in denen man zuerst mal sagt, wer ist Info Handicap Award, also wer ist diese Kontaktstelle. Was ist die UN-Bindernrechtskonvention eigentlich? Und auch ein paar statistische Zahlen werden da genannt. Und dann geht es aber auch um die fünf großen Behinderungsgruppen. Was sind diese? Wie funktionieren die? Und was ist wichtig im Kontakt mit diesen Menschen? Worauf achtet man am besten dann drauf? Und Info Handicap macht es halt immer so, dass wenn eine Kurzformation oder eine Langformation, bei einer Kurzformation ist einer mit, also ein Experte in eigener Sache dabei, ein Betroffener. Und bei den Großformationen, die sieben Stunden dauern, also Weiterbildungen, sind fünf Menschen dabei, die jeweils zu dieser verschiedenen Behinderungsgruppen gehören. Also ein Gehörloser, ein Blinder, ein Rollstuhlfahrer, Mobilitätsbeeinträchtigung, einer mit mentaler Beeinträchtigung, also intellektueller Beeinträchtigung und einer mit einer unsichtbaren Behinderung. Die sind alle da und kriegen auch ihre Stunden mit Simulation, mit Gesprächen. Und die Security vom Luxemburger Flughafen hat angefragt, solche Weiterbildungsmaßnahmen nächstes Jahr zu machen. Wir haben sieben Termine bekommen, wo wir wirklich in der Security mit diesen Menschen daran arbeiten, dass der Kontakt. Zum Menschen mit Behinderung in der Sicherheitskontrolle, wo jeder, der fliegt, weiß, dass jeder ist aufgeregt und dann piepst man auf einmal und man weiß nicht, warum man piepst und so weiter. Dass dieser Kontakt besser wird, weil ich plädiere natürlich auch dafür, wir sind Inklusion, wir wollen reisen und wer reist, muss kontrolliert werden. Das ist für jeden gleich. So, jetzt ist aber die Frage, wie gehe ich dann heran? Wie gehe ich an einen Menschen mit Behinderung ran, der natürlich wahrscheinlich noch aufgeregter ist als ein Mensch ohne Behinderung, weil er angewiesen ist auf die Assistenz und ja, Rollstuhl, wie kontrolliere ich einen Rollstuhl, wenn die Person vielleicht gar nicht aufstehen kann? Oder wie mache ich das mit dem Assistenzhund? Einige Leute haben kein Problem, das Geschirr auszuziehen, andere Leute haben ein Problem damit. Alles das wollen wir den Menschen in der Security beibringen. Ich finde das ein großartiges Projekt, finde ich sehr cool und das macht mir immer wieder Spaß, weil ich auch merke, ich bin viel Flieger, ich bin alle 14 Tage im Luxemburger Flughafen. Und jetzt kennen mich natürlich durch diese Weiterbildungen und durch meine über 300 Flüge kennen mich schon viele in Luxemburg. Und natürlich gibt es viele Mitarbeiter, aber man trifft ja trotzdem dann immer wieder dieselben. Aber ich habe auch von Freunden gehört, die jetzt fliegen, die gesagt haben, wow, da ist eine Menge entstanden. Da ist eine Menge Empathie entstanden, Einfühlsamkeit. Also diese Weiterbildungen fruchten. Und wir haben in Luxemburg sogar, das finde ich mega cool, ist auch jetzt schon an anderen Flughäfen. Aber in Luxemburg ist ja wirklich sehr schnuckelig, einen Raum, wo Menschen mit Behinderungen warten können, bis die Assistenz kommt. Du kommst da hin, gibst deine Boardingkarte ab, es kontrolliert jemand, es passt jemand auf, dass du auch abgeholt wirst oder kannst dich da hinsetzen. Und dann hast du eine schöne gemütliche Couch, du hast noch eine Handymöglichkeit anzuschließen, du hast eine barrierefreie Toilette und du hast sogar einen Ruheraum. Und das ist einfach mega, weil du hast da, du sitzt da nicht mehr so im Trubel, du bist da, in einer gewissen Kontaktmöglichkeit mit einer Person vom Flughafen, die darauf achtet, dass deine Assistenz auch kommt und ja, du fühlst dich da wirklich, wirklich pudelwohl und das finde ich sehr großartig, was da sich bis jetzt entwickelt hat. So, jetzt habe ich genug von Luxemburg geschwärmt. Ich weiß, ich muss aufpassen, dass die Auswanderungswelle nicht groß ist. Übrigens dazu auch noch eine ganz interessante Begründung, Beobachtung. Es gibt effektiv in Luxemburg ganz viele Menschen mit Migrationshintergrund, die nach Luxemburg kommen aufgrund der guten Unterstützung im sozialen und behinderten Bereich. Also wir haben wirklich ganz viele Menschen, die nach Luxemburg kommen, weil in Luxemburg die Unterstützung für Menschen mit Behinderung anscheinend besser ist als in ihren Herkunftsländern. Das ist verrückt, also ein gewisser Handicaptourismus, nenne ich ihn mal so ein bisschen überspitzt. Eine sehr interessante Beobachtung, der ich noch ein bisschen mehr auf den Grund gehe, weil ich das sehr spannend finde, aber auch natürlich sehr gefährlich. Aber ich finde es auch sehr spannend. Wir müssen doch irgendwann den Luxemburg-Podcast machen, wo wir mal genau gucken, welche Dinge laufen dort, was ist gut, wo geht es besser. Auf jeden Fall, Sascha, das sind genauso diese Dinge, weil ich hatte jetzt die Katalyke, die neue Behindertenbeauftragte in Rheinland-Pfalz, Landesbeauftragte hatte ich jetzt getroffen. Da haben wir auch über viele Dinge geredet und ich habe gemerkt, wie mir mein Herz einfach wieder hochging. Weil ich habe mich an so viele Dinge erinnert, die wir da gemacht haben oder noch. Und das, was du so von den Fortbildungen beschrieben hast, wir hatten da immer, und das haben die immer noch, so einen Fortbildungstag bei der Polizei, bei der Landespolizeihochschule. Und da haben wir das halt auch gemacht, dass man sozusagen verschiedene, die mussten das so durchlaufen, verschiedene Behinderungen und dann mussten sie was üben, da haben wir diskutiert. Ja, und das hat gerade auch die Jungen, die in der Ausbildung waren, die den Polizeidienst wollten, erreicht. Und da merke ich schon, da bleibt dann auch immer wieder was hängen. Und das sind natürlich auch so Dinge, die wir ganz konkret tun können, wenn die andere Seite natürlich auch interessiert ist. Und das freut mich natürlich, dass wir da jetzt bei euch mehr haben. Und ich denke, da ist noch vieles machbar, weil am Ende, wenn ich am Flughafen bin. Dann kommt es wirklich darauf an, kabbelt man sich oder laufen die Dinge, behandelt man sich mit Respekt. Was will man? Ich will doch am Flughafen nicht streiten müssen. Ich will in Urlaub fliegen, ich will mein Leben da irgendwie genießen oder man muss mal irgendwo hin. Aber diese ganze Streiterei, die können wir eigentlich nicht brauchen. Also alles, was ihr da schafft, nur zu und möge es nach Deutschland ausstrahlen. Gut, wir werfen jetzt noch ganz schnell einen Blick voraus auf den nächsten Monat, den Monat November. Was steht bei Mr. Ottmar-Malz-Pau auf dem Plan? Bei Mr. Ottmar-Malz-Pau steht auf dem Plan, dass ich den Bundestag ganz gut beobachten werde. Es wird um das Pflege-Neuordnungsgesetz gehen. Ich glaube, die werden die Kinder- und Jugendhilfe-Strukturreform beschließen. Mal sehen, ob da noch Änderungen drin sind. Und es kann sein, dass wir den ersten Referentenentwurf zur Eingliederungshilfe bekommen. Das sind also alles so Sachen, da muss man sehr wachsam sein. Aber ich habe auch wieder mal schöne Sachen. Ich werde nach Erlangen fahren. Die Ina Fischer und ihre Kollegin, die Heike Herzog, die haben eine Lesung organisiert, wo wir uns mit dem Thema Ich will raus beschäftigen in der Stadtbibliothek in Erlangen. Und ja, dann habe ich ein paar schöne Geburtstage. Ich möchte es nicht zu sehr vorweggreifen, aber Sigrid Arnade, die ja behindernpolitisch ein Urgestein ist, die wird 70, die wird das feiern. Also es sind auch schöne und ich hoffe einfach, dass dieser November, der ja traditionell ist, November ist ja immer ein harter Monat, du hast es angesprochen. Es wird dunkler, wenn es dann regnet, wenn es neblig ist. Also ich hoffe, dass wir die Laune im November auch gut halten können und bin jetzt am Anfang des Monats trotzdem zuversichtlich, trotz aller Herausforderungen. Sehr schön. Wir werden uns definitiv wiederhören. Wenn es was ganz Brandaktuelles gibt, dann gibt es den Igel aktuell. Der ist immer in lauer Stellung, in lauer Position. Wenn Ottmar Malzpaul ruft, sagt, da gibt es was, dann ist der Igel direkt da und fährt seine Stacheln aus, damit wir dann in diese Ballons piksen können und viele Informationen kriegen. Bis dahin wünsche ich dir, lieber Ottmar, eine wundervolle Zeit. Genieße es. Freue dich auf deine Lesung und auf sich geht es an als Geburtstag. Und ich wünsche den Hörern alles Gute für diesen Monat und wir hören uns natürlich definitiv am 1. Dezember wieder, zwei Tage vor dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung. Schauen wir, was wir da mal haben. Bis dahin all the best. Macht's gut. Tschüss. Vielen Dank. Danke dir, Sascha und euch da draußen. Das war's für diese Ausgabe. Alle News in Schriftform findet ihr unter www.kobinet-nachrichten.org Bis zur nächsten Ausgabe. Alles Gute. euer Crusator Sascha Lang. IGL. Inklusion. Ganz einfach leben. Wird dir präsentiert von Inklusator. Infos zum Inklusator und weitere Folgen findest du unter www.igelmedia.com. Du möchtest uns kontaktieren? Dann schreibe uns eine Mail an moin.eaglemedia.com.