Under Pressure - Viel Gegenwind. Noch mehr Gegenstimmen.
Monatsrückblick auf den Monat September mit Ottmar Miles-Paul von den kobinet-nachrichten
01.10.2026 72 min Sascha Lang & Ottmar Miles-Paul
Zusammenfassung & Show Notes
Under Pressure - Viel Gegenwind. Noch mehr Gegenstimmen.
Monatsrückblick auf den Monat September mit Ottmar Miles-Paul von den kobinet-nachrichten
September 2026: Ein Monat voller Debatten, bewegender Begegnungen und klarer Forderungen nach mehr Teilhabe.
In Episode 349 von IGEL – Inklusion Ganz Einfach Leben blickt Sascha Lang gemeinsam mit Ottmar Miles-Paul auf die Behindertenpolitik zurück.
Im Mittelpunkt steht die geplante Reform der Eingliederungshilfe mit der Frage, was eine Rechtsvereinfachung tatsächlich bringen soll.
Wird der Alltag leichter oder geraten individuelle Unterstützung und Selbstbestimmung weiter unter Druck?
Sascha und Ottmar sprechen darüber, warum Menschen mit Behinderungen solche Veränderungen mitgestalten müssen.
Die Allgemeine Bemerkung Nr. 11 zur UN-Behindertenrechtskonvention Artikel 29 führt zur politischen Beteiligung und zur Rolle der Selbstvertretung.
„Nichts über uns ohne uns“ bleibt dabei die zentrale Forderung.
Auch inklusive Bildung kommt auf den Prüfstand: mit Initiativen aus Nordrhein-Westfalen und Sorgen um die Schulassistenz.
Beim Arbeitsmarkt geht es um ungenutzte Fähigkeiten, fehlende Chancen und Arbeitsplätze, die sich den Menschen anpassen.
Warum scheitert berufliche Teilhabe noch immer an unzugänglicher Software und umständlichen Rehabilitationswegen?
Besonders deutlich wird das Gespräch beim Thema Bahn: defekte Aufzüge, diskriminierende Durchsagen und verweigerte Begleitung zum Schienenersatzverkehr.
Persönliche Erfahrungen zeigen, wie schnell eine Reise zur Hürdenstrecke werden kann.
Der Internationale Tag der Gebärdensprachen lenkt den Blick auf Kommunikationsrechte und die Folgen früherer Gebärdensprachverbote.
Die beiden diskutieren außerdem die politische Stimmung nach den Wahlen und mögliche Folgen für Inklusion und Menschenrechte.
Die REHACARE 2026 und der dazugehörige Report finden ebenfalls ihren Platz im Rückblick.
Mut machen junge Menschen, die Verantwortung in der Selbstvertretung übernehmen und klare Veränderungen einfordern.
Aus Luxemburg bringt Sascha Eindrücke zum Ehrenamt von Menschen mit Behinderungen und einen Ausblick auf den neuen Aktionsplan mit.
Zum Abschluss gibt es gute Nachrichten, Audiodeskription und einen ersten Einblick in die kommende IGEL-Serie über pflegende Eltern.
Gute Nachrichten gibt es unter: www.nw3.de
In Episode 349 von IGEL – Inklusion Ganz Einfach Leben blickt Sascha Lang gemeinsam mit Ottmar Miles-Paul auf die Behindertenpolitik zurück.
Im Mittelpunkt steht die geplante Reform der Eingliederungshilfe mit der Frage, was eine Rechtsvereinfachung tatsächlich bringen soll.
Wird der Alltag leichter oder geraten individuelle Unterstützung und Selbstbestimmung weiter unter Druck?
Sascha und Ottmar sprechen darüber, warum Menschen mit Behinderungen solche Veränderungen mitgestalten müssen.
Die Allgemeine Bemerkung Nr. 11 zur UN-Behindertenrechtskonvention Artikel 29 führt zur politischen Beteiligung und zur Rolle der Selbstvertretung.
„Nichts über uns ohne uns“ bleibt dabei die zentrale Forderung.
Auch inklusive Bildung kommt auf den Prüfstand: mit Initiativen aus Nordrhein-Westfalen und Sorgen um die Schulassistenz.
Beim Arbeitsmarkt geht es um ungenutzte Fähigkeiten, fehlende Chancen und Arbeitsplätze, die sich den Menschen anpassen.
Warum scheitert berufliche Teilhabe noch immer an unzugänglicher Software und umständlichen Rehabilitationswegen?
Besonders deutlich wird das Gespräch beim Thema Bahn: defekte Aufzüge, diskriminierende Durchsagen und verweigerte Begleitung zum Schienenersatzverkehr.
Persönliche Erfahrungen zeigen, wie schnell eine Reise zur Hürdenstrecke werden kann.
Der Internationale Tag der Gebärdensprachen lenkt den Blick auf Kommunikationsrechte und die Folgen früherer Gebärdensprachverbote.
Die beiden diskutieren außerdem die politische Stimmung nach den Wahlen und mögliche Folgen für Inklusion und Menschenrechte.
Die REHACARE 2026 und der dazugehörige Report finden ebenfalls ihren Platz im Rückblick.
Mut machen junge Menschen, die Verantwortung in der Selbstvertretung übernehmen und klare Veränderungen einfordern.
Aus Luxemburg bringt Sascha Eindrücke zum Ehrenamt von Menschen mit Behinderungen und einen Ausblick auf den neuen Aktionsplan mit.
Zum Abschluss gibt es gute Nachrichten, Audiodeskription und einen ersten Einblick in die kommende IGEL-Serie über pflegende Eltern.
Gute Nachrichten gibt es unter: www.nw3.de
Und die Nachrichten aus der Episode zum nachlesen findet man unter:
Links zum IGEL Podcast
Podcast „IGEL – Inklusion Ganz Einfach Leben“
Webseite: www.inklusator.com
Socialmedia:
Facebook: https://www.facebook.com/igelpodcast
Feedback: office@inklusator.com
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Transkript
Mit eurem Inklusator, Sascha Lang.
Igel Inklusion, ganz einfach leben. Dein Podcast für gelebte Inklusion.
Herzlich willkommen in dieser Ausgabe. Es ist für die Zuhörer,
die jetzt direkt zuhören, am ersten Tag der Veröffentlichung,
der 1. Oktober 2026. Das bedeutet der erste Tag im Monat.
Und das bedeutet für alle traditionellen Zuhörer schon die alten Hasen unter
euch sozusagen und Häsinnen. Wir wollten ja gendern.
Das bedeutet, dass wir den Monatsrückblick feiern und zwar den Monatsrückblick
auf den Monat September.
Wir dachten, das würde ein ruhiger, anfangs gemütlicher Monat,
Sommerpause. Die meisten reiben sich noch den Schlaf aus den Augen,
aber Pustekuchen, über 257 Nachrichten waren zu lesen auf den Kobinett Nachrichten.
Wir analysieren sie in diesem Monatsrückblick. Mein Name ist das Schlange,
ich bin euer Inklusator und mein Gast ist kein geringer als der Buchautor,
Aktivist und Nachrichtenredakteur Ottmar Malzpaul.
Ich wünsche gute Unterhaltung und viel Spaß.
Oktober 2026. Es ist die Ausgabe 349.
Ich kann jetzt schon mal voraussagen, ich bin Hellseher, wir werden keine große
Feier an der 350. Episode machen. Nein, wir werden da eine spezielle neue Serie
beginnen, aber dazu dann vielleicht nachher am Ende dieser Episode mehr.
Es ist der 1. Oktober 2029.
Das bedeutet der Monatsrückblick. Und vorhin am Telefon oder vorhin am Zoom-Call
habe ich gesagt, täglich grüßt das Murmeltier. Er hat gesagt,
zweitäglich grüßt das Murmeltier.
Wir haben uns erst am Montag gehört zur Aufzeichnung von der Episode 348.
Gute Nacht, die Diskussion.
Jetzt ist er wieder im Studio zugeschaltet aus Kassel. Welcome to the show, Mr. Ottmar Malz-Paul.
Ja, hallo, lieber Sascha. Hallo, ihr da draußen. Schön, wieder dabei zu sein.
Und ich habe ja so ein bisschen gebibbert, weil ich dachte, vielleicht schiebt
er die 3,49 noch rein und wir sind die 3,50. Episode.
Aber das soll dem Neuen vorbehalten sein. Also wir machen heute die 349.
Episode und blicken auf den September 2026 zurück. Und ich habe mal ganz kurz
nachgeguckt. Ich bin ja so ein Zahlen-Statistik-Fan.
247 Nachrichten. Mir ist ganz Angst und Bange geworden, hatten wir im September
in den Kobinet-Nachrichten.
247 Stück. Wir werden definitiv nicht so viele Nachrichten hier in dieser Ausgabe,
beackern, aber wir werden uns mit ein paar hohen Punkten oder ganz zusammengefügten Punkten.
Beschäftigen oder ein paar Themen, die uns Bauchschmerzen bereiten oder vielleicht
uns auch Freude machen. Wer weiß, wer weiß.
Die Eingliederungshilfe stand natürlich auch wieder im Fokus.
Der BSK übergibt sozusagen Unterschriften an die CDU-CSU, an den CDU-CSU-Vertreter,
an Herrn Oellers, der auch bei uns im Interview mal war.
Wer das noch hören will, ganz gerne Richtung Mai nochmal scrollen.
Da ist ein Interview mit Herrn Oellers über die ganze Thematik.
Ja, die Kürzungen sind noch nicht vorm Tisch, aber insgesamt,
wenn wir mal bei der Eingeldungshilfe bleiben, wie sieht es auf der Reformenfront aus?
Ja, ich hatte jetzt im September, hat mich das Thema an mehreren Ebenen gekreuzt.
Ich bin in vielen Gremien auch vertreten und unter anderem gibt es eine Bund-Länder-AG
zum Bundesteilhabegesetz.
Die gibt es schon mehrere Jahre. Da treffen sich dann Vertreterinnen und Vertreter
des Deutschen Behindertenrats, der verschiedenen Verbände, die da aktiv sind
und Vertreterinnen der Länder, also die meistens das Vorsitz haben.
Und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Und da habe ich gelernt,
es soll jetzt im Herbst ein Rechtsvereinfachungsgesetz kommen,
in dem diese Vorschläge zur Eingliederungshilfe-Reform aufgegriffen werden.
Und ja, da gab es ja zwei Vorschlagsebenen. Einmal haben Bundesministerium für
Arbeit und Soziales mit den Ländern,
Da, ich kann schon fast sagen, ein bisschen rumgekummelt. Das klingt so ein
bisschen negativ, aber für mich ist es negativ, weil es war kein Beteiligungsprozess.
Die Verbände wurden zweimal informiert, was denn da so gedacht ist und dann
wurde das Papier veröffentlicht. Das ging schon besser.
Ja, und jetzt soll aus diesen Papieren im Herbst, das kann jetzt eventuell ganz
schnell gehen, bis da die Vorschläge kommen, ein Rechtsvereinfachungsgesetz kommen.
Und da bin ich schon mal sehr gespannt. Und ja, das ist ein verdammt hoher Anspruch,
ein Rechtsvereinfachungsgesetz, das muss ich jetzt noch lernen.
Aber mir gruselt es natürlich, weil auch wenn Entbürokratisierung draufsteht, das sind schon so
ein paar Ideen, glaube ich, wenn das dann mal so formuliert ist im Referentenentwurf,
ich glaube, da muss man nochmal ganz genau drauf gucken, was ist,
sozusagen die Rhetorik, was sind die Worte und was bedeutet es dann am Ende
für behinderte Menschen.
Also das Thema ist heiß und es ist auch auf einer zweiten Ebene heiß.
Ich bin da auch im Prozess, da treffen sich die Wohlfahrtsverbände,
der Deutsche Behindertenrat, die Fachverbände für Menschen mit Behinderungen,
also Lebenshilfe, Caritas, Diakonie und die.
Und wir von der Liga Selbstvertretung, für die bin ich da, da wird jetzt Anfang
Oktober ein Papier, eine Stellungnahme, wo es darum geht sozusagen,
Kürzungen, keine Kürzungen.
Verbesserungen und wo man sich den einzelnen Punkten annimmt.
Also ich glaube, so Oktober, spätestens November könnte uns dieses Thema,
Das ist uns ja immer so grob beschäftigt durch irgendwelche Aussagen.
Da haut mal wieder ein Politiker einen Klotz raus, wo man sagt,
meine Güte, bitte nicht, was habt ihr da vor?
Aber ich glaube, jetzt wird es konkret und da bin ich mal sehr gespannt,
weil dann zählt wirklich, was steht in so einem Referenten, in einem Gesetzentwurf drin.
Und das sehen wir jetzt ja auch bei anderen Gesetzen. Man muss schon höllisch aufpassen.
Ja, aber Rechtsvereinfachungsgesetz nur zur Einglückshilfe oder zu was soll
dieses Rechtsvereinfachungsgesetz denn dazu beitragen? Also wie gesagt,
Erleichterungen in der ganzen Bürokratie ist ja wunderbar.
Die bräuchten wir an sich nicht, wenn die Menschen, die da bei der Einglückshilfe
arbeiten, ihre Gesetze einfach einhalten würden. Dann wären viele Prozesse nicht
nötig, viele Entscheidungen wären nicht verkehrt und man müsste einfach nur
das Teilhabegesetz umsetzen.
Also so, wie ich es verstanden habe. Aber wie gesagt, auch da muss man nochmal
gucken, welche Dynamik entwickelt sich da dann in dem Bundesministerium für
Arbeit, in den verschiedenen Leuten, die da dran sitzen.
Auch da reden die Länder ja auch wieder mal ein Stück weit mit.
Die braucht man nachher für so ein Gesetz.
Also es soll sich schon primär auf diese Vorschläge zur Eingliederungshilfe beziehen.
Es hat aber natürlich auch mit Schnittstellen zu anderen Bereichen,
also ich sage mal die Pflege oder ein Bereich, der mir gerade auch sehr aktuell
ist und der mir am Herzen liegt, ist zum Beispiel die Kinder- und Jugendhilfe.
Also wenn jetzt eingeführt wird, dass Schulen Angebote vorhalten müssen für
die Assistenz von behinderten Kindern und Jugendlichen und das wird nur im Kinder-
und Jugendhilferecht geregelt,
dann haben wir andere Kinder, die kommen über die Eingliederungshilfe, wo es finanziert wird.
Und da merkst du schon, das hat gar nichts mit Vereinfachung zu tun.
Und da passiert auch erstmal nicht wirklich so viel Vereinfachung.
Und dann muss man wieder gucken, wer wird von wem finanziert, wie ist das?
Ist das Angebot der Schule dann auch für diejenigen, die über die Eingliederungshilfe kommen?
Ich könnte hier weitermachen, aber ich will dich und die anderen eigentlich
nicht verschrecken, wie tief und wie schwierig das ist.
Also wenn wirklich Rechtsvereinfachung drinsteht am Ende, wenn das wirklich
ist, wir alle würden Hurra rufen.
Wir alle würden Hurra rufen, wenn es bei dieser Bedarfsermittlung,
also wo man guckt, was braucht der Mensch, welche Hilfen, also wo braucht man
Unterstützung, um teilhaben zu können,
wenn das nicht sich an Ländergrenzen plötzlich von einem Dings auf den anderen Fragebogen verändert.
Aber das möchte ich erst mal sehen, dass man hier die verschiedenen Akteure,
die alle stolz auf ihre Bedarfsermittlungsinstrumente sind, die sie da
entwickelt, erprobt, evaluiert haben und die, wenn die jetzt sich auf ein Instrument
einigen würden, Sascha,
das wäre ein Wunder.
Schönen Gruß aus Luxemburg. Wir haben es hingekriegt. Also wir sind gut dabei, sage ich mal so.
Ja, wir haben gerade darüber gesprochen, dass wieder da geköchelt wurde,
und zwar ohne die Beteiligung der Menschen mit Behinderung und dazu kam aber
in diesem Monat vom Fachausschuss der UN-Behindernrechtskonvention,
Ein interessantes Papier raus. Eine allgemeine Bemerkung zu Nummer 11,
heißt sie, zum Artikel 29. Sehr interessant.
Ja, wirklich sehr interessant. Weil die ist ja wahrscheinlich nicht nur für
Deutschland gewesen. Das ist ja international jetzt.
Ja, das ist international und es liegt leider, andere Sprachen glaube ich auch,
aber für uns jetzt erstmal nur relevant, glaube ich, in Englisch.
Ich weiß nicht, ob es in Französisch vorliegt.
Auf jeden Fall ist das Dokument noch nicht übersetzt.
Das wurde jetzt von dem Ausschuss für Menschen mit Behinderung der Vereinten
Nationen, ich glaube im August, wurde das dann festgemacht, beschlossen und liegt jetzt vor.
Und Sigrid Arnade, ich, wir haben das schon getüftelt mit Hans-Günter Heiden,
weil die haben bei anderen solchen allgemeinen Bemerkungen, die General Commons
sind das, des Ausschusses, haben die schon an der Übersetzung hart mitgearbeitet.
Und das wird wieder ein gutes Stück Arbeit, weil wenn auf klare englische Sprache
deutsche Übersetzung folgen, dann muss man höllisch aufpassen.
Also damals wurde aus Inklusion Integration gemacht. Das haben wir immer noch
nicht geändert in der UN-Behindertenrechtskonvention.
Wäre nichts einfacher gewesen, als einfach nur den Begriff Inklusion zu übernehmen.
Aber nein, die Deutschen müssen Integration draus machen.
Und so wird es bei dieser allgemeinen Bemerkung da. Jetzt geht es um Partizipation
im politischen Prozess.
Da wird sicherlich auch wieder gefeilscht. Also da sind wir schon dran,
dass wir auch die Übersetzung beeinflussen können.
Und diese allgemeinen Bemerkungen, also diese General Comments,
wie es im Englisch heißt, die sind schon wichtig, weil hier geht der Ausschuss
her. Wir haben also einmal den Text der UN-Behindernrechtskonvention.
Da steht dann in Artikel 29 politische Partizipation, muss also sozusagen ermöglicht
werden und vieles andere.
Und jetzt kommt natürlich die Frage, naja, was meinen die genau damit?
Und dann kommen die Länder und legen das für sich aus.
Ah, das ist ja gar nicht so gemeint. Und bei Inklusion zum Beispiel,
Inklusion kann man ja auch in Werkstätten machen. Und da wird dann viel gestritten.
Und das ist jetzt natürlich nochmal für uns, gerade auch aus der Selbstvertretung,
Selbstvertretungen aus den Organisationen, die für gute Partizipation eintreten.
Eine spannende Geschichte, was da jetzt genau rauskommt. Also soweit habe ich
es jetzt schon einigermaßen verstanden, dass die Selbstvertretung hier auch
nochmal ganz explizit hervorgehoben wird.
Und das ist für Deutschland auch schon interessant, weil das zieht sich eigentlich
durch die UN-Behindertenrechtskonvention.
Dieser Gedanke, behinderte Menschen vertreten sich selbst. Und das ist gar nicht so weit hergeholt.
Das Motto, nichts über uns ohne uns, hat eigentlich genau diesen Kontext.
Dass es um die Menschen, die es geht, dass man die auch einbezieht und nicht
nur informiert, mal ein bisschen beteiligt, sondern konsequent mit einbezieht
und wie die UN-Behindertenrechtskonvention ja auch entstanden ist,
dass man mit denen ja jetzt auch erarbeitet, wie setzen wir das um.
Das ist in der Vergangenheit nur teilweise gelungen und ich erlebe es immer
wieder und das ist das, Sascha, wo ich dann auch immer knurrig und müde werde.
Wenn du in Gremien sitzt, wo also kaum behinderte Menschen mit dabei sind und
alle haben da groß was zu reden und jeder hat sein Interessensfeld und ich frage mich immer.
Boah, warum sitzen wir hier so am Rand? Warum haben wir hier so wenig Ressourcen?
Warum, und da sind wir bei dieser politischen Partizipation,
ist es zum Beispiel für behinderte Menschen, die jetzt in Parlamenten sind,
so schwierig, zum Beispiel Assistenz zu bekommen, Barrierefreiheit zu bekommen.
Das heißt also, in deiner ersten Phase der Parlamentszugehörigkeit,
das ist ja vor Ort in den Kommunalparlamenten auch, da bist du so damit beschäftigt,
dass du überhaupt gleichberechtigt arbeiten, mit am Tisch sitzen kannst.
Und da reden wir ja nicht nur über Gebärdendolmetscher, die ja dringend nötig sind.
Wir reden auch schon, wie kann man überhaupt einen Wahlkampf machen,
barrierefrei, wo gibt es da Unterstützung.
Und ja, darum bin ich froh, dass die UN hier, ich glaube, sehr weise Formulierungen
gefunden haben, die uns hoffentlich auch in Deutschland weiter herausfordern.
Da bringst du mich auf ein sehr spannendes Thema. Eine Kollegin von mir ist
nicht gerade jetzt bei einer sehr großen Partei, aber bei die Partei.
Und die ist jetzt auch für die Landeswahl in Schleswig-Holstein auf der Kandidatenliste,
ist selber blind und kriegt von der Eingliederungshilfe die Unterstützung.
Verweigert, um ihr Amt, passives Amt, Wahlrecht auszuführen,
weil die Eingliederungshilfe ihr die Assistenz verweigert.
Auch eine Diskriminierung. Man müsste an sich die Wahl schon direkt von Anfang an,
boykottieren oder annulieren, weil sie nicht richtig stattfinden kann,
weil diese Frau keine Möglichkeit hat, egal ob sie jetzt für eine große oder
kleine Partei, sie hat an sich gar keine Möglichkeit, vernünftigen Wahlkampf
zu machen, weil sie keine Assistenz zur Verfügung kriegt.
Ja, und da sind wir bei diesem ersten Punkt der Eingliederungshilfe.
Wir haben es bei der Reform des Bundesteilhabegesetzes bei diesem Paragrafen,
wo es um Assistenz geht, immerhin geschafft, die Assistenz im Ehrenamt mit zu verankern.
Aber der Tenor dieser Regelung ist, naja, schön, wenn behinderte Menschen im
Ehrenamt mitmachen, aber die sollen zuerst mal die Ressourcen,
das soll man dann den Nachbar fragen oder das Vereinsmitglied.
In dem Fall müsste sie jetzt bei irgendjemand aus der Partei betteln,
Mensch, kannst du mich unterstützen, kannst du mich begleiten?
Und dann, ja, wenn sie das irgendwie nicht, dann kann sie einen Antrag stellen
und dieser Antrag ist natürlich auch erstens mal Einkommensvermögens.
Gebunden, wo man dann überhaupt mal guckt, kriegt man das oder hat man vielleicht
zu viel, verdient man zu viel, hat man zu viel Vermögen?
Also da steht da schön drin, dass Ehrenamt eigentlich wichtig ist.
Und da sind wir bei Professor Dr. Klaus Dörner. Der hat ja immer gesagt,
Teilhabe, das ist nett, das ist wichtig, das ist schön. Es geht aber auch um
Teilgabe. Und jetzt, was will diese Frau in Schwesig-Holstein?
Sie will sich demokratisch engagieren.
Sie will es also nutzen, ein Teil sozusagen der Bürgergesellschaft zu sein,
zu kandidiert für ein Amt.
Und sie hat schon im Vorfeld, bevor sie überhaupt die Chance hat,
richtig für sich zu werben, hat sie eigentlich schon so viele Hürden,
dass es ein Glück ist, da dann reinzukommen.
Also von daher, ich bin da ganz bei dir, wir haben da so viele Lücken und da
reden wir jetzt, wie gesagt, noch nicht von,
welche Räume sind barrierefrei, wo kann man überhaupt teilnehmen,
dabei sein, wenn Diskussionen sind, aber auch nicht, was ist mit einer Heike Heubach?
Die hat es immerhin im Bundestag geschafft, hat jetzt dort natürlich ihre Assistenz mit,
Gebärdendolmetscher, aber wenn die kandidiert ohne ein Amt, dann muss die doppelt,
dreifach, vierfach, fünffach, muss irgendwie gucken, woher kriegt sie das Geld
für die Dolmetschung und ich meine diese Parteien.
Da sammelt man für einen Wahlkampf, da spenden die Mitglieder.
Man hat da kein so ein Riesenbudget, weil wenn da einer kommt,
dann heißt es um Gottes Willen, wie soll man das schaffen?
Also ganz realistisch gesehen, muss da was anderes her.
Lass uns dann mal zum Thema inklusive Bildung kommen. Die in Nordrhein-Westfalen
haben sich was einfallen lassen. Wenn die Politik schon nichts macht,
dann machen wir was selber.
Hm. Was haben die sich einfallen lassen? Da war was? Ja, die Selbsthilfe machen
Druck, indem sie selber, ja, die Organisationen in Nordrhein-Westfalen haben
einen eigenen Aktionsplan entwickelt.
Um in der Bildung einen Schritt weiter zu kommen. Die Folgen reichen vom.
Ausbau inklusiver Schulplätze oder Spielplätze bis Übergang von der Schule in
Ausbildung, natürlich auch Schulplätze für Menschen mit Binderung bis hin zum Beruf.
Und das ist, denke ich mal, ein ganz interessanter Schritt, wobei das natürlich
ein eigens ausgehändigter oder ausgearbeiteter,
Aktionsplan noch immer keine politische Wirkung haben muss oder beziehungsweise
politische Maßnahmen beinhaltet, sondern einfach nur das wollen wir.
Also ein Forderungskatalog könnte man es auch nennen.
Ja, jetzt bin ich bei dir, weil ich hatte nämlich schon überlegt,
habe ich da was verpasst, dass die nordrhein-westfälische Landesregierung was
Gutes in Sachen... Nein, da hast du nichts verpasst, da hast du geträumt, da hast du geträumt.
Ja, weil ich war gerade schon ganz interessiert, weil ich erinnere mich...
Hast du schon gedacht, wo hat der die Nachricht, die sind da nicht von Koma?
Ja, ich erinnere mich nämlich noch an den Wahlkampf, da war glaube ich Hannelore
Kraft noch Ministerpräsidentin. Und das war nämlich ein Wahlkampf,
da hatte die CDU dann ausgegraben, gegen inklusive Bildung zu hetzen.
Und dann hatte sie auch diese Wahl gewonnen und ich hatte mich damals geärgert
und andere auch, dass man eigentlich so mit so einem, wie soll man sagen,
schon Hetze oder mit Heruntermachen von Inklusion an den Schulen Wahlen gewinnen kann.
Aber darum, ich habe also nichts verpasst, aber, das stimmt,
dieser Aktionsplan sozusagen der Verbände.
Und ich würde es mal sagen, das sollte man nicht unterschätzen, weil ich hatte ja früher.
Zu tun mit zum Beispiel Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention
auf Landesebene, auch auf Bundesebene.
Es gibt zum Teil auch so kommunale Aktionspläne.
Ich finde die immer ganz wichtig, weil da schreibt man fest, was man tun will.
Und ich war immer ein Freund davon zu sagen, überlass das nicht den Regierungen
oder den Politikern der Verwaltung, die Maßnahmen zu formulieren,
sondern je mehr wir klarer formulieren können, wie ein Aktionsplan und einzelne
Maßnahmen für uns aussehen,
umso eher können wir das natürlich auch in die Diskussion bringen.
Und Nordrhein-Westfalen ist eh in Sachen Inklusionsinitiativen interessant.
Da gibt es zum Beispiel die mittendrin, den Verein in Köln.
Du hattest auch, glaube ich, da schon Gäste bei dir im Podcast vor einer Weile.
Auf jeden Fall, die sind immer sehr aktiv, die haben auch schon Klagen gewonnen.
Und da, denke ich, ist es sicherlich gut, wenn es gerade auch in so einer Zeit,
wo Inklusion in der Bildung, vor allem in der Schule, ja massiv angegriffen wird,
wenn dort die Verbände sich aufstellen und sagen, oh, hier läuten die Glocken,
das ist es, was getan werden muss, so schlagen wir das vor.
Von daher sage ich, ist das eine gute Geschichte und vielleicht auch nochmal
im Zusammenhang, das haben wir in Hamburg, wo ja eine Petition mit fast 100.000 sind es, glaube ich.
Also es waren, glaube ich, über 80.000 Unterschriften, wo die Schulassistenz massiv gefährdet ist.
Und wo jetzt im Kinder-Jugend-Hilfe-Gesetz, also Kürzungen drohen,
Verschlechterungen, wenn man da nicht richtig aufpasst.
Also die Nordrhein-Westfalen sind, glaube ich, was so auch Eltern für schulische
Inklusion angeht, sind die, ich würde sagen, mit einer der aktivsten.
Von denen kriege ich auch sehr viele Pressemeldungen immer.
Der Arbeitsmarkt, den haben wir schon letztes Monat angesprochen.
Corinna Rüffer hat es nochmal im Bundestag klar gemacht, der Arbeitsmarkt für
Menschen mit Behinderung ist immer noch beschissen auf gut Deutsch.
Es sind immer noch mehr Menschen mit Behinderung arbeitslos,
so prozentual gesehen, als Menschen ohne Behinderung.
Wobei wir nicht ganz klar die Statistik haben, ob die Menschen,
die ohne Behinderung geführt werden, auch wirklich Menschen ohne Behinderung
sind oder ihre Behinderung einfach gar nicht kundgetan haben.
Das wissen wir alles nicht. Also könnte sein, dass die Zahlen noch viel höher
sind, als wir uns vorstellen können.
Nun sagt aber Corinna Rüffer auch, dass er hat nicht nur was mit den,
das ist für sie nicht nur ein Problem der Zahlen, sondern auch der,
sie kann das nicht nachvollziehen bei einem Fachkräftemangel.
Ich kann es natürlich nachvollziehen, wenn Menschen mit 30 schon in Rente geschickt
werden, in Frührente, weil das System sie nicht benutzen kann oder ausnutzen
kann oder wie auch immer man das redet.
Ich bin ja noch immer mein Freund der Überlegung, ein Arbeitsplatz sollte sich
dem Menschen anpassen, das nicht der Mensch im Arbeitsplatz,
aber ja, schön, dass Corinna Rüffer darüber gesprochen hat. Und jetzt?
Gibt ja in der Hoffnung nicht auf, Sascha, dass sich der Arbeitsplatz den Menschen anpasst.
Es gibt ein paar gute Ideen, auch in der Zukunftsplanung, wo man guckt,
okay, wir basteln einen Arbeitsplatz auf den Menschen bezogen.
Also gibt diese Idee nicht auf, das ist eine gute Idee, aber diese Idee ist,
glaube ich, gerade bei der Bundesregierung nicht so präsent.
Und das war auch Corinna Rüffer, die ja gerade diese 194.000,
die wir jetzt Ende August als Arbeitslosenzahlen hatten, die hat das zum Anlass
genommen, hat die Bundesregierung befragt.
Was gedenkt ihr zu tun? Und diese Antwort, die war flach. Die war nicht sagen.
Corinna Rüffer hat sich dann auch wieder darüber aufgeregt.
Das ist immer ganz interessant, wenn die sich über irgendwas aufregt.
Dann schimpft die auch. Das kann sie gut.
Ja, das kann die gut. Und es tut der Seele manchmal auch gut,
sich das einfach anzuhören, auch wenn es natürlich aus der Opposition heraus schwierig ist.
Aber ich fand das gut, sie hat da einen Finger in die Wunde gelegt,
weil ich meine, wir reden immer wieder drüber, viele andere auch,
aber es stumpft ja auch ab.
Und dann hast du Arbeitslosenzahlen, da waren wir bei, ich erinnere mich ja
noch, wir waren in den 150.000er.
Also jetzt sind wir bei 194.000 und man sieht immer diesen Anstieg.
Und ich tue mir halt besonders schwer damit, es gibt dann immer so Zeiten,
wo man denkt, mein Gott, man findet gar keine Fachkräfte mehr.
Da ist ein Schrei, ja, wir müssen irgendwas tun, Fachkräftemangel.
Und da sagen wir ja schon immer, naja, es gibt ja behinderte Menschen,
entweder selber als Fachkräfte oder die man auch einsetzt, damit Fachkräfte
sich gezielter konzentrieren können.
Also, dass sie nicht irgendwie an der Pforte noch mit rumhocken müssen und all
das, sondern wo man gezielt gucken könnte, wie kann man die Arbeitsplätze schaffen,
dass eine Fachkraft zum Beispiel jetzt nicht irgendwie eine Stunde beschäftigt
ist, irgendwie vor der Sitzung alles herzurichten und was es sonst noch alles an Tätigkeiten gibt.
Ja, und dann kommen wieder so Zeiten, da steigt die Arbeitslosigkeit und da
denkt keine Sau mehr, sage ich jetzt mal so salopp, an behinderte Menschen.
Und so, in so einer Phase sind wir jetzt wieder.
Und es wird zwar nach Fachkräften gerufen, in der Pflege und in verschiedenen
Bereichen, aber es zieht sich durch diese ganzen Jahre, durch diese ganzen Geschichten.
Wir sind, es ist politisch anscheinend nicht gewollt, hier ernsthaftig gute
Förderprogramme zu machen, dass wir da endlich mal vorankommen.
Weder für diejenigen, die jetzt gar keinen Job haben, und da gebe ich dir auch
recht, ich glaube, es gibt auch eine ganze Menge Menschen, die sagen,
nee, nee, nee, nee, ich melde erstmal gar nicht an, dass ich behindert bin,
sonst habe ich gar keine Chance mehr.
Also da muss man immer gucken mit diesen Dunkelziffern, mir tut es immer so
ein bisschen leid um die Leute, weil das,
ist natürlich auch ein bestimmter Druck, wenn man dann zum Vorstellungsgespräch
geht und das verheimlichen muss und will, aber...
Aber weder dort noch, dass wir irgendwelche ernsthaften Alternativen für Leute
aus Werkstätten vorantreiben.
Deutschland ist da irgendwie, ja, und das hat Corinna Rüffer gut den Finger in die Wunde gelegt.
Die Rehabilitation ist ja auch, wenn ich sehe, dass Menschen jetzt spät behindert
werden und dann im Beruf noch sein könnten oder wenn sie die richtige Reha-Maßnahme kriegen.
Auch das ist ja die Genehmigungen sind ja auch so ein Akt, wo du denkst,
Kinder, gib dem doch die Möglichkeit, sich, ich weiß nicht, jetzt umzustrukturieren,
an seinem Arbeitsplatz bleiben zu können, indem der Arbeitsplatz angepasst wird,
indem seine Ausbildung normal forciert wird.
Ich sage jetzt mal für einen Blinden, dass er Blindenschrift lernen kann,
mit PC umgehen kann, macht das doch so, dass er das auch gut machen kann,
eventuell von zu Hause, dass wir mit 35, 40 Kindern zu Hause nach Würzburg fahren,
zwei Jahre lang und da leben.
Oder nach Chemnitz oder Halle oder whatever, wohin auch immer,
guckt, dass die Leute vor Ort ihre Rehabilitationsmaßnahmen kriegen,
um zurück so schnell wie möglich in den Beruf zu kommen.
Das ist alles so umständlich und es wird auf die teuersten Angebote gesetzt,
aber nicht auf die effektivsten.
Naja, und da gebe ich dir sowas von recht. Also die Leute werden dann aus ihrem Umfeld gerissen.
Man müsste doch wirklich gucken,
dass die an ihrem Arbeitsplatz möglichst schnell wieder sein können.
Wir haben ja ein paar Modelle, wo man stundenweise einsteigen kann,
aber da ginge noch viel mehr.
Und dass das wohnortnahe entsprechend zu machen ist. Und dann höre ich natürlich
von solchen Geschichten.
Ach, jemand, der seit Urzeiten in einer Bank gearbeitet hat.
Ja, das Sehen wird schlechter. Dann stellt man fest, dass die Systeme,
die genutzt werden, sind nicht barrierefrei. Dann ist der behinderte Mensch
das Problem und nicht irgendwie die Software, die man ja mal entsprechend den
Regeln auch anpassen könnte.
Naja, wozu führt es? Die Leute werden krank, die Leute werden rausgemobbt,
die hängen dann da, was weiß ich, Jahr, zwei Jahre.
Der Arbeitgeber zahlt trotzdem irgendwie weiter, bis man die Person dann irgendwie
loswerden kann. Und da werden richtige Berufsbiografien, aber auch vor allem,
ich sage mal, Fach-Know-how wird hier richtig vergeudet.
Das ist die eine Ebene und die andere Ebene ist natürlich, wenn Arbeitsplätze
nicht barrierefrei zugänglich sind, dann denkt man überhaupt nicht wirklich dran.
Und das ist, ich sage mal, ich kenne es aus den USA, auch nicht alles Gold,
was glänzt, Aber da hat man zum Teil einfach viel pragmatischere Herangehensweisen gefunden.
Und Deutschland ist so starr und wir geben dann doch Geld aus,
wo ich immer denke, meine Güte, das hätten wir kosteneffizienter hinbekommen
können, aber so kosteneffizient, dass es im Sinne der Betroffenen gewesen wäre,
und nicht irgendwelche Systeme, die noch dran verdienen.
In einem Zug hatte letztens ein Schaffner gemeint, wir haben schon 20 Minuten
Verspätung und diese Verspätung erhöht sich jetzt, weil wir noch einen Rollstuhlfahrer zuladen müssen.
Eine Aussage, die einem Fahrgast sauer aufgestoßen hat, er hat das auch publik
gemacht, hat sich auch darüber aufgeregt, auch über die Tatsache,
dass die Menschen, die anderen Menschen im Zug überhaupt gar keine Reaktion dazu geäußert haben.
Stellt aber natürlich fest, dass unsere Deutsche Bahn immer noch nicht barrierefrei
genug ist, weil sonst dürfte das normalerweise keine Zeit kosten,
dann müsste das ratzifatzi funktionieren.
In Hamburg war jetzt mittlerweile seit, ich glaube, gefühlten oder ist noch
immer am Bahngleis 13, glaube ich, der Aufzug kaputt.
Steht in der App, glaube ich, von Mai bis November. Also wer kriegt das nicht
hin, einen Aufzug zu reparieren?
Hat zur Folge, dass wenn einer nachts mit dem Rollstuhl ankommt,
weil auch Menschen mit Behinderung sind ja teilweise mal nachts unterwegs,
man wird es kaum glauben.
Wir sind nicht alle direkt um 7 Uhr abends in der Bude eingesperrt,
wir sind auch noch nachts unterwegs.
Haben dann Pech gehabt, weil sie dann von diesem Bahngleis nicht mehr runterkommen.
Ich weiß nicht, was die mit den Leuten gemacht haben bis dahin,
aber da wurde jetzt mal so richtig ein bisschen protestiert in Hamburg.
Die sind ja wild da drauf, die Jungs und Mädels. Ja, ja, ja.
Das ist vor allem, bleiben wir mal bei den Jungs und reden noch von den Mädels.
Also die gestandene Cécile Lecord.
Sie ist Kletteraktivistin, die hat auch viel im Umweltbereich gemacht und die
Cécile, die lässt auch keine Gelegenheit aus, um wirklich Flagge zu zeigen.
Und die haben, die sind dann nachts irgendwie am Bahnhof angekommen.
Dann war das nicht zugänglich.
Und dann haben die gemerkt, oh nee, wir kommen da nicht mehr in den Zug.
Und dann haben die dann mal schnell den Bahnsteig besitzt.
Und die waren gut vorbereitet, auch mit Transparenten und alles.
Das hatten sie mir dann den Kobinett-Nachrichten gebildet. Das habe ich dann
natürlich gerne aufgegriffen.
Ging dann auch über die sozialen Medien. Und das sage ich einfach cool.
Weil, jetzt können wir natürlich die einen sagen, müssen die immer solche Aktionen
machen und protestieren und muss das immer sein? Ich finde ja,
weil wenn man das nicht tut, dann geht das wieder so unter, dann beschwert man sich irgendwo.
Oh, Entschuldigung, haben wir nicht gemacht.
Es sind Rechte. Andere Menschen, die kommen, die gehen dann irgendwo hin.
Die Treppe runter, die steigen in den Zug, die fahren heim. Nee,
hier ist es wieder der Aufzug über Monate.
Und wenn ich mit dem ICE zum Beispiel unterwegs bin, dann sehe ich da immer
so Warnzeichen, wenn ich das in der App gebucht habe.
Und dann denke ich immer, oh, was ist los? Und dann gucke ich,
Braunschweig ist der Aufzug kaputt.
Hier ist bei dem Gleis. Und ich denke immer, na ja, klar, sie zeigen das alles
an. Aber das zeigt, was da los ist.
Und das ist so diese eine Ebene. Also Cécile de Caen und die anti-able-istische
Aktion, da hocken in Lüneburg einige, ein Hoch auf sie, weil das erfordert Mut.
Das geht nicht immer straffrei ab und all das. Aber wenn wir den Finger nicht
in die Wunde legen, ja, wie lange quatschen wir schon mit der Bahn rum?
Und jetzt kommt so dieses Zweite, wo du sagst, ja, diese Verfehlungen.
Wo jemand echt daneben haut.
Und wo ist ein Unternehmen? Ja, die Bahn ist ein großes Unternehmen.
Aber bei meinen Schaffnerinnen und Schaffnern kann ich doch mal ein Training
machen und sage, liebe Freunde, sagt sowas nicht. Weil ich habe es selber ja
immer wieder erlebt, wo ich mit Rollstuhlnutzern unterwegs war, selber im Zug.
Ich habe das ja auch früher noch viel öfters, jetzt schon zum Glück eine Weile nicht mehr.
Ja, aufgrund sozusagen des Zustiegs
eines Rollstuhlfahrers verzögert sich unsere Fahrt um zehn Minuten.
Boah, das ist eine blanke Unverschämtheit. Vor allem, wenn du schon 30 Minuten
Verspätung hast, die nicht durch den Rollstuhlfahrer verursacht wurden.
Und das ist einfach so eine Unverschämtheit. Weil wir haben gegen die Bahn geklagt.
Wir haben alles Mögliche gemacht, dass der Service besser ist,
dass die Fahrzeuge barrierefrei sind.
Sie haben sich Jahrzehnte drum, also immer nur ein bisschen.
Es gab da auch Leute, es gab da auch gute Leute bei der Bahn,
die haben sich damit gekämpft.
Aber der Konzern als solcher hat sich eigentlich lange Zeit einen Scheiß drum
geschert, was in Sachen Barrierefreiheit ist. Das hat bedeutet,
es dauert natürlich länger, es ist alles komplizierter.
Behinderte Menschen, die jetzt gerade mobilitätsbehindert sind, die.
Können oft gar nicht fahren, wie sie wollen, die müssen extra Wege mit Buchungen
gehen und dann hoffen, dass es klappt und dann fällt ein Zug aus,
dann ist gleich wieder Panik und dann dürfen sie an den Bahnhof nicht raus,
weil da niemand mehr ist, sie kommen zu spät.
Und dann muss ich mir noch immer Zug anhören, wegen mir haben wir jetzt noch eine Verspätung.
Nein, wir haben die Verspätung wegen denen, weil sie ihr System nicht in den Griff kriegen.
Und darum bin ich immer froh, wenn du bei sowas auch den Finger in die Wunde legst.
Weil wenn man so in so einem Zug sitzt, das rauscht so an einem vorbei,
das setzt sich dann im Unterbewusstsein fest, weil da denkt man,
oh Mist, wegen denen kriege ich jetzt meinen Anschlusszug nicht.
Und dann kann man sehr wohl denken, mein Gott, müssen Sie jetzt auch noch Zug fahren?
Wir haben doch schöne Heime. Ja, also da setzt sich dann schon,
und wir kennen das, wenn man im Zug unterwegs ist, wie schnell Leute,
die jetzt auch nicht oft Zug fahren, da sind die ja richtig panisch,
wenn irgendwas mit ihrem Anschlusszug oder irgendwas ist.
Zug fahren ist ja auch eine Kunst, damit umzugehen. Und jetzt kommen die und
sagen, ja, wegen dem Rollifahrer.
Gut, dass die in Hamburg demonstriert haben. Genau. Und noch eine andere Geschichte,
was mir ein blinder Zugfahrer mitgeteilt hat, ist, dass das geile Ding ist, ja,
also wenn die Deutsche Bahn einen Schienersatzverkehr einsetzt,
und dieses Schienersatzverkehr fährt nicht direkt vorm Bahnhof,
dann darf der Bahnbeamte der 3S-Zentrale, das sind die, also die Mobilitätszentrale
ist die, wo wir anrufen und sagen, wir brauchen eine Umstiegseistungshilfe und so weiter.
Also einer von der Bahn eingesetzten Schienenersatzverkehr, der nicht unmittelbar
direkt am Bahnhof dran liegt, darf die Bahn Mitarbeiter, Schrägstrich Mitarbeiterin,
den blinden Passagier nicht zum Bus bringen und auch dort nicht abholen.
Aus versicherungstechnischen Gründen ist das nicht gestattet.
Auf diesen Begriff habe ich gewartet.
Versicherungstechnische Gründe. Das ist deutsch. Alter, wie bescheuert ist das
denn? Die haben doch, das ist das, und das gibt ja EU-Rechte. Also das ist, das ist.
Das kann für mich nicht gehen. Also wenn die Bahn einen Schienenersatzverkehr
einsetzt, ist das eine Weiterführung des Bahnangebots. Weil ich kann ja mit
meinem Deutsch-Ticket, was ich gekauft habe, sei es ICE oder was auch Regional-Ticket,
Deutschland-Ticket, kann ich ja weiterfahren. Also es ist ein Bahnangebot.
Und für mich zählt alles. Dann sollen sie gucken, dass die Schienen der Ersatzverkehre
nicht 300 Meter vom Bahnhof entfernt fahren, sondern direkt vom Bahnhof.
Das kann doch nicht sein, dass sie... Dann hat der blinde Peschgott,
der hat, und ich bin da sehr stolz auf ihn, er ist dann sehr dreist,
der hat dann einfach bei der Polizei angerufen.
Und die Polizei hat dann den Bahnsteig abgeholt und zu diesem Dings gebracht.
Die Bahn darf ihn vor die Tür bringen.
Und dann soll er gucken, dass er klarkommt. Blind, 300 Meter an einem fremden Bahnhof. Hallo?
So, und der ist dann so geil, ruft die Polizei an, kommt die Polizei auf den
Bahnsteig und begleitet den zu dem Bus, wo er dann abgeholt werden soll.
Ich finde das geil, aber das kann es doch nicht sein.
Das hat er zeitlich auch noch geschafft. Er hat die Polizei angerufen,
während er im Zug war, Weil er hat die Information, ich habe nochmal mit den
Sebrückern gesprochen, weil er mich dann nochmal kontaktiert hat.
Ja, das würde auf Versicherungstechnik nicht gehen.
Mir ist das bis jetzt noch nicht passiert, weil wenn ich sehe Schienenersatzverkehr,
dann gehen bei mir alle Glocken an, dann fahre ich anders prinzipiell.
Das ist aber meine Einstellung, er macht das halt nicht so. Er sagt,
ich will dann fahren, dann fahre ich dann auch, ob mir Schienenersatzverkehr
oder nicht, mir scheißegal.
Aber er organisiert dann aus dem Zug raus, die Polizei ruft dann die 110 an
und schildert sein Problem.
Und dann stand am Trierer Hauptbahnhof eine Polizistin und hat ihn dann zum
Bus begleitet. Ich finde die Idee geil, aber sorry, Ladies und Gentlemen,
das ist nicht so, wie es funktioniert. Die Bahn muss ihren Job erfüllen und
hier ist er nicht erfüllt.
Problem ist, jetzt schreibst du eine Beschwerde an die MSZ, kommt das oben bei
der Bahn an. Ich weiß es nicht.
Ich weiß auch nicht, ob das schon anderen Leuten passiert ist.
Ich würde gerne Feedback dazu kriegen. Also gerne an office-adding-closato.com
oder Facebook uns dazu was schreiben. Weil ich würde gerne wissen,
haben andere Blinde schon diese Erlebnisse
gehabt, dass sie durch den Schienersatzverkehr nicht weitergehen?
Es liegt auch wirklich natürlich an der 3S-Zentrale in Saarbrücken.
Die verweigert das dann.
Aber manchmal, je nachdem, wen du als Personal da hast, die machen das ohne
Probleme. Also ich hatte das schon, dass die mich zum Saarbrücker Bus gebracht
haben. Anscheinend wäre das auch nicht die richtige Lösung gewesen,
weil das liegt dann 50 Meter vom Bahnhof entfernt.
Wäre anscheinend auch nicht richtig gewesen, dass diese Person mich da hingebracht
hat. Da denke ich mir so, okay, ja, aber das gehört auch zum Schienenverkehr.
Also das ist einfach ein Bus, der dann fährt.
Dann baut die Busse in die Bahn. Sogar zur S-Bahn oder zur Tram in Magdeburg
wurde der nicht gebracht.
Wie gesagt, das ist der Hammer. Also weil, ich kenne das auch so,
Sascha, wenn ich sehe Schienenersatzverkehr, da habe ich einen Höllenrespekt davor,
weil erstens mal musst du ja überhaupt jemanden von der Bahn finden,
nehmen wir an, du bist in so einem überfüllten Zug, da kommt ein Schaffner ja
oft schon gar nicht mehr vorbei bei den Regionalen,
und dann muss man da jemanden finden, dann sind das ja oft auch solche Bahnhöfe,
da ist auch oft gar keiner mehr so richtig.
Und dann hast du die Herausforderung, alles wuselt, alles ist hektisch,
keiner weiß richtig Bescheid und jetzt musst du dich da irgendwo mit ranhängen.
Und bei mir kommt noch dazu, ich höre auch noch schlechter.
Das heißt, ich kann mich auch nicht immer hundertprozentig verlassen,
dass ich das richtig verstanden habe, beziehungsweise, dass mich Leute dann
noch zum falschen Bus mitschleifen.
Also ich finde, das ist für mich immer so eine Hochrisikogeschichte,
Weil das Problem ist, wenn du da an so einem Pusemuckelbahnhof,
also jetzt nicht in Trier, sondern irgendwo bei diesem Regional,
wo ja irgendwann wieder was repariert wird,
klar, muss gemacht werden, kein Thema, aber dann hockst du da und dann verpasst
du diesen Schienenersatz-Dings und dann hockst du da ein, zwei Stunden rum,
es zerhaut dir deinen ganzen Tag.
Du bist da im Nowhere, im Nichts.
Also ich habe hohen Respekt davor und das mit der Versicherungsschule.
Technischen Gründen. Es passt so zu einem Vortrag, den ich jetzt im September
in Dresden gehört habe, bei einer Veranstaltung der Aktion Mensch.
Da war ein cooler Professor, der hat sich selber auch nicht ganz so wichtig
genommen und der hat eigentlich nochmal so richtig Deleviten gelesen und hat
gesagt, naja, wozu sind wir da?
Wozu werden wir bezahlt? Wozu sind wir Professionelle?
Es geht darum, dass es den Menschen besser geht und dass die Menschen sozusagen
genauso teilhaben können, wie wir alle, Teilgabe ausüben können.
Und er hat vor allem kritisiert dieses Zuständigkeitsgetue.
Oh ja.
Man macht das so richtig wie so ein Puzzle. Also man hat ein großes Bild,
wo man jetzt hergehen würde und sagen, dieser Mensch muss eigentlich nur zu
seinem Bus kommen. Mehr braucht er gar nicht.
Und jetzt machen wir dieses Puzzle auf. Wer ist zuständig? Ist es der Schaffner
im Zug? Nee, nee, nee, ich bin nicht zuständig, ich kann das nicht.
Ist es jetzt, sind es die Passanten? Nee, das ist auch keine.
3S, Moment, Moment, dann kann, wenn der jetzt irgendwie stolpert und was passiert,
dann ist mit der Versicherung.
Aber dass Menschen, die mit Menschen zu tun haben, einfach sagen, ja, ich mache das jetzt.
Und da geht es jetzt mal kurz über die Grenze der Zuständigkeit raus,
aber die Zuständigkeit ist der Mensch, um den es hier geht.
Und das fand ich nochmal so ein interessanter Gedanke, weil das begegnet uns an jeder Ecke.
Und jetzt, wie oft wird es einen Versicherungsfall geben, weil jetzt gibt es
eher noch ganz andere Versicherungsfälle, wenn nämlich der blinde Mensch jetzt auf Sicht gestellt ist.
Wie oft wird es jetzt einen Versicherungsfall geben, weil jemand 50,
100, 150 Meter zum Bus gebracht wird?
Das ist so gruselig. Jetzt sage ich nur Rechtsvereinfachungsgesetz. Ich bin sehr gespannt.
Sehr schön. Wir haben ganz vieles. Wir hatten am 23.
September den Tag der Gebärdensprache. Da wurde auch nochmal darauf hingewiesen,
dass die Gebärdensprache wichtig ist und vor allem auch nochmal angeklagt, dass ganz viele,
Kinder und Jugendliche, die heute Erwachsene sind, damals aufgrund des Verbotes
der Nutzung der Gebärdensprache,
Schwierigkeiten heute haben, sich kommunikativ auseinanderzusetzen oder noch
spät erlernen mussten, wie die Gebärdensprache funktioniert.
Hätten sie von Anfang an mit der Gebärdensprache aufwachsen können,
wäre es einfacher gewesen.
In Luxemburg übrigens ist die Gebärdensprache seit 2018 als offizielle Sprache
anerkannt, was auch ganz cool ist, auch ein Resultat des ersten Aktionsplans in Luxemburg.
Also die Gebärdensprache ist eine offizielle Sprache und jetzt habe ich gelesen,
dass die Abgeordnetenkammer in Luxemburg.
Versucht, das Ganze auch mit KI zu unterstützen, dass die Sitzungen über KI,
weil wir haben das Problem, dass wir nicht genug Gebärdendolmetscher haben für
alle das, was wir bräuchten.
Also da wird jetzt geguckt, ob mit KI etwas möglich ist in Untertitel und so weiter und so fort.
Also in Deutschland wird das auch nochmal ganz klar darauf hingewiesen,
dass diese Gebärdensprache und auch natürlich vernünftige Kommunikation auch
im Katastrophenschutz für gehörlose Menschen gewährleistet werden muss.
Ja, also ich habe ja immer ein schlechtes Gewissen, weil wir von der Behindertenbewegung
haben da ja auch noch einen langen Weg zu gehen, wie wir auch gehörlosen Menschen,
gerecht oder gerechter werden.
Ja, weil es ist einfach manchmal verdammt hart, wie du sagst,
Gebärdensprachdolmetscherinnen zu finden.
Das geht ja auch noch weiter. Ich muss mich auch um leichte Sprache,
ich muss mich um Untertitelung kümmern und all das.
Aber wir haben oft auch einfach das Geld nicht. Und da tut es mir immer weh.
Aber ich bin froh darüber, dass wir bei der Entwicklung des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes
von 2002 und damals war die Gehörlosen-Community noch nicht so stark,
aber dass es da gelungen ist.
Und da haben auch das Forum Behinderte Juristinnen und Juristen wichtige Arbeit
geleistet. Weil da ist nämlich genau diese Anerkennung der Gebärdensprache verankert
seit 2002. Also wir reden hier fast von 25 Jahren.
Und darum war es wichtig, dass Sören Pellmann, war das glaube ich,
genau, von der Linken mit einer Presseerklärung, nochmal darauf hingewiesen
hat, was war denn vorher, wie ist die Geschichte von gehörlosen Menschen?
Und wir haben ja ein bisschen angefangen, die Geschichte, ich sage mal,
in der Heimunterbringung behinderter Menschen aufzuarbeiten,
wo es dann auch ein Fonds gab.
Wo dann sozusagen zumindest mal ein bisschen Anerkennung und Hilfe,
so hieß der Stiftung Anerkennung und Hilfe, geleistet werden kann.
Aber die Geschichte ist einmal von gehörlosen Menschen.
Die ja da traktiert wurden. Wenn die auf dem Pausenhof gebärdet haben,
dann wurden die bestraft. Man hat ihnen die Hände oft hinten zusammengebunden, am Rücken.
Weil was war die Philosophie? Die Philosophie war, ja, die Normalität ist das
Entscheidende. Die Normalität sind die Hörenden, die sprechenden Menschen.
Und die Normalität ist unsere Norm und ihr habt euch einzufügen.
Ihr habt euch zu verbiegen, auf Teufel komm raus zu trainieren,
damit ihr irgendwie einen Weg findet, uns zu verstehen.
Durch Ablesen können auch nicht alle, durch irgendwie anders.
Und hier wurden gerade viele gehörlose Menschen, die jetzt auch älter sind,
aber das hat sich ja lange gezogen und ist ja immer noch schwierig bei Bildungsangeboten,
da wurden gehörlose Menschen ihrer Bildung, aber auch ihrer Würde,
ihrer Teilhabe beraubt.
Und da ist vieles noch nicht aufgearbeitet.
Und auch wenn sowas immer, und das bedauere ich immer, das passiert dann immer
40, 50 Jahre später, wenn die Verantwortlichen schon tot sind oder nicht mehr
herangezogen werden für das, was sie da angerichtet haben,
auch wenn das sozusagen ein Zeichen der Zeit war, trotzdem war es Menschenrechtsverletzungen.
Aber ich hoffe, dass wir da auch ein bisschen mehr in die Aufarbeitung kommen,
weil das hat ganze Lebensläufe von gehörlosen Menschen bestimmt.
Und ich war jetzt auch froh, der Daniel Büther, Das ist einer,
der beim Gehörlosenverband in Bayern sehr aktiv ist.
Der war früher beim Deutschen Gehörlosenbund, hat da viel mit Politik gemacht.
Der haut immer gute Presseerklärungen raus, meldet sich zu Wort.
Und auch wenn ich bei den Covid-Nachrichten nicht immer allem gerecht werden
kann, ich freue mich immer, wenn gehörlose Menschen sich auch zu Wort melden,
Gehörlosengeld einfordern.
Ja, aber auch auf solche Dinge hinweisen, weil das haben wir in unserem Alltag,
in unserem Bewusstsein oft nicht drin.
Berlin, Mecklenburg-Volkbommern, Sachsen-Anhalt.
Hat das Konsequenz für uns Menschen mit Behinderung, was da passiert ist?
Die Wahl, so divers wie sie auch ist, in Berlin rot, rot, grün eventuell.
In Meck-Pommern, keiner weiß genau, was da rauskommt.
In Sachsen-Anhalt will die AfD sich zum Ministerpräsidenten.
Küren lassen. Er will es versuchen. Ich finde das schon mal gut.
Die haben die Wahl gewonnen. Er soll es gerne versuchen. Mit ein bisschen Schrecken
kriegen die das auch noch hin.
Was hat das mit dir gemacht, diese drei Wahlen? Was hat das für dich für eine Bedeutung?
Sowohl jetzt mal auf Landesebene, aber auch auf Bundesebene.
Und was hat das für Konsequenzen für Menschen mit Behinderung?
Ja, ich habe erst vermutet, dass dieser September-Rückblick nicht ohne die Wahlen
auskommt und diesem ja nicht ganz einfachen Thema. Da haben wir ja Menschen,
die ganz verschiedene Ansichten und alles haben.
Aber auf diese drei Wahlen, es waren eigentlich vier, sogar noch die Kommunalwahl
in Niedersachsen, hat auch noch eine Rolle gespielt.
Auf die, sage ich, habe ich auch und viele andere, man hat ja schon,
da war Spannung drin. Man hat schon darauf hingefiebert, weil es drohte hier
schon eine massive Veränderung und die droht natürlich immer wieder.
Und jetzt gehe ich es mal so ein bisschen chronologisch durch. Also dieser...
6. September war das, glaube ich, der 6.
September, diese Wahl in Sachsen-Anhalt, als ich die ersten Prognosen mit AfD
über 44 Prozent, am Ende war sie knapp unter den 44, gesehen habe,
da habe ich schon gedacht, da hat es mich umgehauen.
Weil ich hatte so die Umfragen verfolgt und ja, 40, 41, aber wo ich dann 44,
da habe ich gedacht, meine Güte, das ist schon eine echt harte Nummer.
Und ja, da kann man jetzt sehr gespannt sein. Also bei Sachsen-Anhalt,
es gibt ja immer, wie bei der Bahn ja manchmal auch, da gibt es ja auch wieder Verbesserungen.
Aber Sachsen-Anhalt, ich konnte mich dann wieder ein bisschen hochziehen,
dass die Katrin Gänseke, die hat für die SPD kandidiert, die hat Multiple Sklerosis,
die war schon im Landtag, die hat es wieder geschafft.
Und da dachte ich auch, Mensch, Gott sei Dank haben wir hier wieder engagierten
Menschen mit Behinderung im Landtag.
Und ich meine, es ist immerhin gelungen, dass die AfD nicht die absolute Mehrheit
hat, aber da muss man jetzt mal gucken, wer kippt um, was macht das BSW.
Also was wird da kommen und ich glaube, da werden wir noch einige schwierige
Momente erleben müssen.
Ich sage es auch gleich zur Einschätzung mit behinderten Menschen.
Niedersachsen haben wir es gesehen, dass in den Kommunen die AfD auch kräftig
zugelegt hat. Zum Glück nirgends mit Landräte und so.
Dann kam ja dieses Spannende, dieser 20. September mit Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
Ja, hier konnte die SPD in Mecklenburg-Vorpommern ja nochmal richtig zulegen,
auch wenn sie nicht vor der AfD gelandet sind. Also auch da hat sie kräftig zugelegt.
Aber ich sage mal, hier haben wir ja eine Chance jetzt auf ein Bündnis SPD-Linke-Grüne.
Und ich glaube, das könnte klappen. Mal sehen, wie die sich zusammen verhandeln.
Vorher war es ja SPD und Linke, die regiert haben.
Also da gibt es eine kleine Veränderung. Und Berlin war dann nochmal bunter,
dass hier die Linke da bei 25 Prozent gelandet ist.
CDU wie in Mecklenburg-Vorpommern ja massiv abgestraft wurde.
Da sind sie herausgeflogen in Mecklenburg-Vorpommern. CDU nicht im Landtag.
Das war schon ein herber Schlag für die Unionsleute.
Und ich denke auch so von der Veränderung, in der wir uns befinden.
Ja und auf Berlin darf man jetzt natürlich gespannt sein da wurde ja,
ich sag mal gleich, da wurde ja gleich aus allen Rohren geschossen wie wenn
jetzt irgendwie Antisemitisten.
Jedem wird sein kleines Häuschen jetzt verstaatlicht und was auch alles,
ja und ich meine wir haben in den Parteien wirklich quer und die Linke hat da
natürlich auch manchmal schon auch ein Sammelsurium von verschiedenen Leuten
aber wir haben quer ganz verschiedene Meinungen, ja und Und hätte man nach der
Sachsen-Anhalt-Wahl so gepoltert, der Söder, wir entziehen die Mittel,
wir zahlen nichts mehr für Berlin, hätten sie das bei Sachsen-Anhalt gerufen.
Aber bei Berlin, da wird jetzt ein Mordspro-High gemacht und die Linke wird
auch gucken müssen, was kann sie mit SPD-Grünen durchsetzen.
Und wenn es so läuft, dann kommt eventuell noch ein CDUler wieder mit 18,
irgendwas Prozent wieder als regierender Bürgermeister. Also ich bin mal gespannt
auf Berlin, aber ich glaube, was die Wahlen gezeigt haben, ist...
Es ist wirklich eine Frage, dass man mitmisst, wer kann wem mobilisieren und
die Wahlbeteiligungen waren ja in der Regel sehr hoch.
Extrem hoch, vergleichsweise. Sonst waren die wirklich extrem hoch.
Leider nur natürlich zum Vorteil von der AfD, aber definitiv haben die Leute
mobilisiert. Das muss man denen auch lassen.
Ja, und wie bei der Bundestagswahl auch.
Da merkt man, die Leute engagieren sich wieder demokratisch oder wie man es auch immer betrachtet.
Ich glaube, die Herausforderung ist einfach, wir sind hier in einer massiven Zeit der Veränderung.
Und wir hatten ja Deutschland, manchmal war ja das politische System,
boah, 50er, 60er, Ende 60er wurde es dann anders.
Aber auch unter Helmut Kohl, da war ja kaum irgendwie Bewegung,
die herkömmlichen Parteien.
Also ein bisschen bunter ist schon gut, aber ich sage mal so,
man merkt hier schon, wie einfach auch, wie es extremer wird,
die Bedrohung. Und jetzt sind wir bei behinderten Menschen,
Ach, also die AfD ist schon ein sehr bunter Haufen.
Da hört man aber alle Stimmen. Und was halt das Problem ist,
es werden so viele Tabus gebrochen.
Und das ist so immer der Anfang, wo sich es dann schnell in der Praxis niederschlägt.
Jetzt kann man auch über Stolpersteine streiten.
Ob das jetzt sinnvoll ist, die zu verlegen, da gibt es auch verschiedene Dings.
Aber meine Güte, muss ein Gemeinderat wie in Heidenau jetzt beschließen.
Es dürfen keine Stolpersteine mehr verlegt werden.
Und die Stolpersteine erwähne ich auch deshalb, weil die auch für behinderte
Menschen wichtig sind, weil sie erinnern auch an die Euthanasieopfer.
Und schulische Inklusion. Das Schlimme daran ist, Sascha, es ist,
glaube ich, gar kein einziges Wahlergebnis.
Es ist diese gesellschaftliche Entwicklung, weil wir sind ja längst an dem Punkt,
wo man sich sozusagen zur AfD hinneigt.
Also wenn man jetzt mal die Schulpolitik in Sachen Inklusion angucken würde
in verschiedenen Ländern.
Boah, das ist zum Teil so schade, so gruselig und das wird natürlich jetzt durch
solche AfD-Siege befördert und eine Erkenntnis für mich aus dieser Wahl war,
ich war dann die Woche drauf,
gerade bei diesem Bund-Länder-Treffen, das ich anfangs da, wo wir online zusammen
kamen, hatten, wo es um die Weiterentwicklung auch der Eingliederungshilfe ging.
Wir müssen verdammt vorsichtig sein, was wir tun. Wenn wir heute beschließen,
dass die Schulen in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt vor Ort dafür verantwortlich
ist, die Assistenz zu stellen,
dass es schwieriger wird, die individuelle Assistenz einzufordern,
dass behinderte Kinder leicht untergehen, dann geben wir Kompetenzen noch weiter
an vor Ort und die Länder ab.
Und jetzt habe ich vielleicht so ein Land wie Sachsen-Anhalt,
die sagen, schulische Inklusion, Ideologieprojekt, weg damit.
Dann machen die schlechte Angebote an den Schulen.
Dann werden auch die Kommunen, in denen die AfD stark sein, sagen,
das Geld, das sparen wir uns ein, da machen wir ein Minimalangebot.
Wir haben doch die Förderschulen.
Und dann haben wir ganz schnell eine Rolle rückwärts.
Zurück zur Exklusion, wo wir ja eh schon in vielen Bereichen sind.
Dann werden wieder die Wohneinrichtungen, das sehen wir auch in Nordrhein-Westfalen,
da wird die Zahl wieder erhöht von 24, jetzt können dann plötzlich 80 wieder
in einer Wohneinrichtung sein.
Und das sind so Dinge, das kommt so schleichend und das merken viele gar nicht.
Aber ehe man sich so sieht, heißt dann, naja komm, jetzt regt euch mal nicht
auf, Wir haben doch die Sonderwelten, ist doch viel besser, da wird für euch gesorgt.
Also diese Mär, die uns 30, 40, 50, viele Jahrzehnte verkauft wurde,
wo man dagegen angekämpft hat.
Es wird für uns einfach brenzliger. Und das, wie gesagt, Wahlergebnis ist das
eine, wie Mehrheiten sich dann, was die genau tun, ist nochmal das andere.
Aber diese gesellschaftliche Diskussionsentwicklung, diese Tabubrüche,
dieses Wegschieben, ich sag mal von Menschenrechten, der UN-Behindertenrechtskonvention.
Dienstleister, die sich wahrscheinlich ganz schnell anpassen und dann auch solche
Einrichtungen bauen, froh sind, wenn sie dafür wieder die Kohle kriegen,
ist nicht gut für uns. Vielen Dank.
Ottmar, die Zeit rennt uns davon. Wir haben gesagt, über 250 Nachrichten gab
es diesen Monat wieder auf Kobinett Nachrichten www.kobinett-nachrichten.org.
Ich erwähne kurz noch, dass diesen Monat auch die ReaCare stattgefunden hat, 2026.
Die haben, glaube ich, am selben Tag gestartet wie die Backstreet Boys.
Die Backstreet Boys sind zehn Tage geblieben in Düsseldorf und die ReaCare ist
nach vier Tagen wieder zugegangen, hat wieder Besucher an Massen angezogen,
also war wieder eine sehr wichtige Messe.
Auch da gibt es einen Rehacare Report, über den wir noch beim Eagle Podcast
demnächst einmal sprechen. Wenn wir denn die richtigen Leute ans Mikrofon kriegen,
das ist immer auch so eine zeitliche Komponente, dann die richtigen Menschen
ans Mikrofon zu kriegen.
Was gab es noch für dich ganz kurz im September als Highlight,
wo du sagen würdest, das muss unbedingt noch rein? Darüber haben wir noch nicht gesprochen.
Die Jugend, es war die Jugend, Sascha.
Also da sind wir auch so. Ich bin aus dem Alter raus. Wo sind gute Nachrichten?
Und ich habe zwei Erlebnisse gehabt. Ich war online bei der Mitgliederversammlung
der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben dabei in Deutschland und da war
der Justus Lauer auch mit dabei.
Ich glaube, der Justus, ich habe ihn kennengelernt, er war 14,
15, jetzt ist er glaube ich schon 17 oder bald 18.
Und die jungen Menschen mit Behinderungen haben einen Verein gegründet,
die haben sich jetzt sozusagen Mitglied geworden bei der Interessenvertretung
Selbstbestimmt Leben in Deutschland und das Coole war,
Der war da dabei, der hat die Organisation vorgestellt und dann ging es um die Wahlen.
Ja, wer macht denn den Wahlvorstand? Justus Lauer hat mit seinen,
wie würde man sagen, 17 Jahren die Vorstandswahl der ISL geleitet und der hat
das richtig cool gemacht.
Und da dachte ich, super, weil ich habe ja so manche Wahlen da geleitet,
da muss man schon ein wenig auf Zack sein und fand ich gut.
Und das wurde gepaart mit einer Nachricht aus Österreich, der Martin Ladstätter
und seine Kolleginnen und Kollegen von BIZEPS, das ist österreichischer Online-Nachrichtendienst
zur Behindertenpolitik, die liefern oft interessante Sachen.
Da war nämlich eine Marlene Kruppner, 21 ist die, und zwar wurde die zur Vorsitzenden
von der Selbstbestimmten-Leben-Initiativen in Österreich gewählt.
Da dachte ich, eine 21-Jährige ist dort jetzt die Vorsitzende und die hat auch
gleich klare Worte gefunden.
Ich habe gesagt, in Österreich, es ist eigentlich ganz furchtbar,
egal wo man hinguckt, ist eigentlich Exklusion das Dominierende.
Wir müssen diese Sonderwelten überwinden. Behinderte Menschen müssen von Anfang
an mitten in die Gesellschaft kommen. Das sagt dort jetzt eine 21.
Mit 21-Jährigen. Ich habe ja gleich angeschrieben, dass wir da auch einen Austausch pflegen können.
Das sind Sachen, die sind einfach cool. Sehr schön.
Ich habe noch was, was ich miterlebt habe. 27. September war Ehrenamtsmesse
zum Thema Soziales in Luxemburg.
Und ich freue mich sehr, dass wir einen Workshop anbieten konnten,
zusammen mit unserer Kontaktstelle Info Handicap als Ministerium.
Und zwar ging es darum, um das Ehrenamt vom Menschen mit Behinderung,
etwas, was mir sehr am Herzen liegt, weil wir reden ganz viel über das Ehrenamt
am Menschen und für den Menschen mit Behinderung.
Aber wir vergessen ganz viel, dass es auch Ehrenamt vom Menschen mit Behinderung
geben kann und zwar nicht nur in seiner eigenen Bubble, also nicht nur bei seinem
eigenen Selbstvertretungsverein oder bei seinem eigenen Sportverein,
sondern wirklich auch Ehrenamt draußen in der Gesellschaft.
Einer der Protagonisten, der dabei war, der Polo Wick, ein sehr junger Mann, 24 Jahre alt,
lernverzögert, ist sehr aktiv im lokalen Verein beim Basketball,
beim Fußball und er ist ein liebend gerne Kellner sozusagen,
kümmert sich ganz gerne um Getränke verteilen und ist da wirklich bei.
Den Vereinen in der Region in seinem Dorf verankert.
Obwohl er woanders in die Schule gegangen ist, obwohl er woanders arbeitet,
in einer Werkstatt, aber der ist wirklich in seinem Verein verankert und sobald
er irgendwas aufploppen sieht, wo er helfen kann, steht er vor der Tür und sagt,
kann ich helfen, darf ich mitmachen?
Und man merkt auch, wir haben heute noch darüber gesprochen mit seiner Mutter,
das ist meine Arbeitskollegin.
Sie hat mir auch noch erzählt, dass dann die Vereine, wo er dann das auch macht
oder sich anbietet, die nicht mit Menschen mit Behinderung den Umgang kennen oder noch nicht so,
in der Sache drin sind, dass die dann gucken von Jahr zu Jahr,
wie können wir ihn einbauen und wie können
wir vor allem, und das ist das Allerwichtigste, seine Stärken fördern.
Wo ist er stark drin und wo ist er nicht so gut drin oder wo können wir ihn
noch fördern, dass er noch ein bisschen lernen kann.
Und deshalb sage ich auch, das Ehrenamt ist für mich ein sehr wichtiger Aspekt,
weil beim Ehrenamt geht es gar nicht darum, um unsere Behinderung,
sondern es geht darum, was wir aus unseren Stärken machen. Jeder,
der Ehrenamt macht, macht das, was er gerne macht, was er kann.
Das ist das Ehrenamt, das ist das Motto, das zentrale Motto des Ehrenamts.
Und wir sind ja dieses Jahr auch im internationalen Jahr das Ehrenamt übrigens.
Ja, ja, und Ehrenamt ist sozusagen, da treffen sich Menschen,
die haben gemeinsame Interessen.
Also ob das jetzt Musik ist, ob das jetzt irgendwie Sport oder ob das was Kulturelles
ist oder ob man sich für andere Menschen einsetzt und das ist eine andere Begegnungsebene.
Und das haben unsere Kommentatoren, ich glaube der Ralf Milewski,
aber auch der Stefan Lauchs, die immer mal wieder Kolumnen bei den Covid-Nachrichten schreiben können.
Das ist eine ganz andere Ebene, als wenn man jetzt herkommt und sagt,
wir machen jetzt Inklusion vor Ort und dann kommt irgendjemand und macht da
und treibt da voran und dann muss man erst mal überlegen,
um Himmels Willen, wohin wollt ihr mich überhaupt inkludieren, wo passt es?
Und da, glaube ich, ist so genau dieses ehrenamtliche Engagement,
wo dann Leute mit Behinderung, mit ohne Behinderung, die haben ein gemeinsames
Interesse, die kommen zusammen, die lernen sich kennen und genau das ist es dann.
Man muss nicht alles können, aber da kann jeder irgendwas einbringen und wenn
es auch manchmal nur ein Lächeln ist oder ein Spaß oder wenn du im Stadion irgendwie
bist und dich über das Tor oder nicht Tor freust,
und irgendwie was machst.
Und bohre noch in die Wunde, bohre in die Wunde. Ja, er hat mir nämlich vorher
erzählt, dass Luxemburg 3-0 gegen Island verloren hat.
Und Sascha, du warst im Stadion. Ich war seit langem, also ich war das letzte
Mal im Stadion, dass Luxemburg gegen Deutschland 2-3 verloren hat.
Das müsste 1991 gewesen sein, nach der WM den zweiten Titel oder dritten Titel,
den Deutschland gewonnen hat.
Seitdem war ich nicht mehr und wir haben ein neues Stadion, ein richtig schönes
neues Stadion. Ich war gestern zum ersten Mal, also am Dienstag 29.
War ich einfach mal dahin, weil ich wieder Bock drauf hatte.
Keine Autodescription übrigens, wir arbeiten dran.
Ja, es gibt noch keine Autodescription. Ich habe dann das Radio dazu geholt.
Und auch in Luxemburg wird Fußball aber nicht mehr permanent im Radio übertragen,
sondern nur so sporadisch wird da reingeschaltet.
Fernseher kannst du nicht hören, weil die nur alle fünf Minuten mal einen Satz
sagen, wenn überhaupt. Also es gibt keine Autodescription, wir arbeiten dran.
Aber es war trotzdem einfach die Atmosphäre. Und ich habe mich einfach gewundert
über den M-Block. Das sind so unsere Ultras, wie wir so schön den nennen.
Und die haben wirklich von Anfang an bis zum Schluss in der Pause gegrült,
geschrien, getrommelt. Und
dann denke ich mir, Alter, haben die morgen noch überhaupt eine Stimme?
Aber es war schon ziemlich cool.
Ja, wir haben zwar 0-3 verloren, aber einfach dieses Erlebnis,
dabei zu sein, einfach dabei zu sein, gesehen zu werden, mit dabei zu sein,
das war schon ziemlich cool.
Ja, und das ist dieses Miteinander, wo es gilt, die Türen zu öffnen.
Drum im Ehrenamt lässt sich einiges bewegen, aber auch im Stadion. Absolut, absolut.
Ja, genau. So, Ottmar, jetzt noch ganz kurz zum Schluss.
Prinzipiell gehen wir immer raus mit Gute Nachrichtensinklusion.
Heute am 1. Oktober müssen wir einmal ein kleines Tränchen verdrücken,
weil gestern am 30. September, ihr habt es vielleicht im IGEL Podcast 347 gehört,
ist das wundervolle Projekt Gute Nachrichten sind Kollision zu Ende gegangen.
500 gute Nachrichten hast du gesammelt auf Netzwerk Artikel 3, also nw3.de.
Hast du noch trotzdem vielleicht eine gute Nachricht für mich?
Ja, und das freut mich, dass du mir die Möglichkeit gibst, weil ich hatte im
Podcast mit dir ja schon gesagt, die guten Nachrichten dürfen wir nicht ganz beiseite schieben.
Also ich habe zwei Sachen. Das eine hatte ich schon angesprochen.
Katrin Gensicke ist wieder im Landtag von Sachsen-Anhalt, Frau mit MS,
behindertenpolitisch engagiert.
Sie wird bei einer Tagung jetzt auch in Kassel mit dabei sein,
wo es darum geht, Haltung zu zeigen.
Sie wird viel aus dem Wahlkampf berichten können. Also ich mag die total,
die Katrin Gänseke ist also wieder dabei.
Und das andere, worauf ich gestoßen bin, ist ein pfiffiger Spot, den hat mir die...
Christiane Möller vom Deutschen Binden- und Sehbehinderverband,
die hat mir den Link geschickt in der Heute-Show.
Die wird jetzt mit Audiodeskription gemacht.
Und die haben einen coolen Spot gemacht.
Und zwar, da ist so ein knurriger Mann und dann fangen die an,
den zu beschreiben und dann hört er das.
Dann protestiert der und auf jeden Fall zum Schluss sagt, das habe ich gehört.
Also das war mal richtig pfiffig, weil dieses Thema einfache Sprache wird ja
manchmal, gerade auch von AfDlern wurde das ja schon kritisiert,
und auch bei der Audiodiskretion, wenn dann manche im Fernsehen auf so einem
Kanal sind, das nervt ja, wenn das beschrieben wird.
Nee, nee, nee, das hat was total Pfiffiges und ich fand das einfach gut,
dass das hier mal so aufbereitet wurde.
Ich bin jetzt kein regelmäßiger Heute-Show-Gucker, aber da waren sie echt gut.
Also das fand ich auch, das sind immer so, ich finde auch so aufhellende,
gute Sachen, die man dann hat.
Ausblick auf den Monat Oktober. Ich werde Ende Oktober mal berichten.
Ich habe nämlich, als ich jetzt vier Tage in Madrid war mit meinem besten Freund,
eine Meta-Brille geschenkt bekommen, also Meta-Glasses, Smart-Glasses.
Da gibt es ja Pro und Contra viele Diskussionen. Sprechen wir Ende Oktober in
unserem Oktober-Rückblick drüber, weil ich dann noch die Brille noch ein bisschen
mehr ausprobiert habe und so weiter. Erzähle ich dann.
Was mir im Oktober natürlich ganz persönlich gefällt, ist die Tatsache,
dass ich drei Workshops halten darf für die Lux Air, also wo wir über den Umgang
mit Menschen mit Behinderung sprechen. Also drei Tage, sechs Workshops.
Drei Workshops pro Tag, also neun Stück insgesamt.
Dann bin ich am 24. Oktober bei den Paralympic Days in Luxemburg,
die darf ich diesmal moderieren. Sonst immer habe ich die Paranight oder andere
Sachen moderiert. Jetzt darf ich die Paralympic Night moderieren.
Und da freue ich mich auch sehr darüber.
Und was für meine Arbeit sehr wichtig ist, ich habe erst mal meine Hausarbeit
abgegeben. Da bin ich auch sehr froh.
Ich erlebe auch. Ja, von der lokalen Partizipation zur Umsetzung eines nationalen Bewohnerrates.
Das ist ein Thema, was wir gerade dabei sind. Wir wollen einen nationalen Bewohnerrat.
Wir haben 13 Strukturen in Luxemburg, wo Menschen mit Behinderung leben und
wohnen. 13 unterschiedliche Strukturen, muss man sagen, mit ungefähr 960 Betroffenen.
Und wir wollen daraus einen nationalen Bewohnerrat machen, der auch politisch
agieren kann. Also Partizipation Artikel 29, allgemeine Bemerkung Nummer 11,
kriegt da wieder eine ganz klare Bedeutung und Wirkung.
Schade, dass ich schon die Hausarbeit abgegeben habe, sonst hätte ich das noch
mit reingetütet in dieses ganze Ding.
Und was mich natürlich, also das ist das erste Hausarbeit abgegeben,
die muss ich am 23., 21. Oktober muss ich die verteidigen.
Dann kommt noch dazu, dass wir am 2.
Oktober, also in wenigen Tagen, also morgen sozusagen, wenn die Leute den Podcast
am 1. Oktober hören, unseren Aktionsplan UN-Bindernrechtskonvention,
so heißt der, ohne Enddatum,
im Regierungsrat haben und den dann am 12. Oktober offiziell präsentieren.
Da freue ich mich auch sehr darüber, das war ein Kraftakt. Aber was mich da
sehr stolz macht, das ist, dass wir mit 20 Ministerien derzeit in Luxemburg
aktiv sind und mindestens, jedes Ministerium hat mindestens eine Aktion in diesem Aktionsplan.
Es sind 50 Objektive und 119 Aktionen drin.
Das ist richtig cool und ich habe heute meine Kollegin im Büro,
die sehr viel an diesem Aktionsplan gearbeitet, gekürt.
Sie ist für mich die Queen of Action Plan, weil sie wirklich da es geschafft
hat, jedes Ministerium an Land zu ziehen, in Gesprächen, in Überzeugungsaktionen,
und wir haben da einen richtig, richtig geilen Aktionsplan.
Natürlich ist immer Luft nach oben, das wissen wir alle, aber es ist richtig
cool und darauf bin ich sehr glücklich. Was sind deine Highlights für den Monat
Oktober, lieber Ottmar?
Wunsch, dass ihr es soweit gebracht habt und ich bin schon sehr gespannt,
wenn ihr das dann durchzieht, den gibt es bestimmt auch in deutscher Sprache,
hoffe ich. Ja, Ende November.
Ja, da bin ich also sehr gespannt mal reinzugucken und ich weiß,
was Aktionsplan heißt, also grüß die Queen und auch den King,
der du dann wahrscheinlich auch bist, die da mitgearbeitet hat,
also super und im Oktober, was du schon sagst, es zeigt sich einiges los.
Ich selber werde mit Interesse und Spannung die Anhörung zum allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz,
die ist am 5. Oktober verfolgen.
Der heutige 1. Oktober ist auch nicht ganz unwichtig. Das ist der Welttag der
Senioren und wir fummeln im Moment daran rum,
eine Menschenrechtskonvention für die Rechte älterer Menschen zu basteln.
Die UN arbeitet dran, da gucken wir, wie wir uns einmischen können.
Also deshalb hoffe ich, dass wir da im Oktober auch einen kleinen Schritt weiterkommen.
Ja, und dann werde ich bei der Aktion Mensch sein. Ich glaube,
das ist der 13. Oktober. Da ist Barcamp, Übergang, Schule, Beruf, möglichst inklusiv.
Da werde ich mal wieder in Bonn sein.
Ja, dann haben wir in Kassel eine spannende Tagung über, ja,
wie kann man Haltung zeigen? Muss man wirklich neutral bleiben?
Die Antwort kann ich mir schon vorstellen. Also Haltung zeigen ist schon wichtig.
Ja, und dann bin ich mal wirklich noch so gespannt, was der Oktober uns noch
so alles bringt. Also man merkt jetzt, Behindertpolitik nimmt Fahrt auf. Und ehrlich gesagt,
Ich freue mich jetzt auch, wenn es mal wieder so ein bisschen kühler wird,
weil ich habe in diesem Sommer so viel Hitze erlebt,
und mal wieder richtig durchschnaufen zu können, auch wenn der Herbst jetzt
hier, ja, da kann man die Sonne wieder besser vertragen, da ist es schöner.
Ja, also möge es ein guter Oktober werden und gespannt bin ich darauf,
welche Einblicke du uns dann von deiner Metabrille präsentierst.
Ich weiß noch nicht mal richtig, was das ist.
Das erkläre ich dann in der nächsten Ausgabe. Ich wollte noch zum Schluss etwas
hinweisen, dass wir an sich im Oktober etwas Neues starten.
Und zwar werden wir am nächsten Sonntag, das müsste 12. Oktober sein oder so,
der 11. Oktober, starten wir mit einer Serie, die wir dieses ganze Jahr durchziehen,
nämlich pflegende Eltern.
Der Verband der pflegenden Eltern wird dann regelmäßig bei uns zu Gast sein,
alle zwei Monate. Wir starten jetzt im Oktober mit der Vorstellung des Verbandes
und am 24. Oktober ist Tag der pflegenden Eltern.
Und wir gehen auf deren Problematiken, deren Schwierigkeiten,
Kürzungen, Hürden, Formular, Dschungel und so weiter.
Wir werden da eine ganze Serie starten mit betroffenen Eltern.
Wir werden da analysieren, auch rechtlich gucken, was es da gibt.
Also ein ganz spannendes Thema. Beginnen am 10. Oktober mit der ersten Ausgabe,
wo wir den Verband vorstellen und am 24.
Oktober, wo wir deren aktuelle Kampagne vorstellen.
Und dann alle zwei Monate gibt es da was ganz Besonderes. Und sofern ich mitgekriegt
habe, das zieht sich aber dann von November bis Januar, wird unsere lieben Ellen
Coiner noch eine Weltreise machen.
Ich weiß nicht, wo sie überall war, aber sie hat da irgendwas vorbereitet mit
vielen schönen, interessanten Ländern, wo sie Lust auf Zukunftsplanung sozusagen
gesaugt, aufgesaugt hat.
Also es sind auch spannende Themen, die auf uns zukommen und deshalb bleibt einfach dran.
Wir machen Schluss für heute. Herzlichen Dank fürs Zuhören.
Ich bedanke mich bei heute mal aus Paul für unseren wundervollen Austausch und
ich bin sicher, liebe Zuhörer, und ihr könnt es auch sein, Sollte sich in der
Behindertenpolitik etwas Dramatisches bewegen und wir müssten einen Sonderpodcast liefern.
Der Igel wird es tun. Der Igel wird es tun und ich freue mich wieder mal beim
Igel Monatsrückblick dabei sein zu.
Jetzt muss ich die Vergangenheitsform hinnehmen. Dabei gewesen sein zu dürfen
oder irgendwie sowas. Auf jeden Fall war es mir ein Vergnügen. Dankeschön.
Tschüss. Alle Informationen findet ihr wie immer auf www.kobinet-nachrichten.org.
Dort findet ihr alles das, was wir heute besprochen haben, auch in Textform.
Bis dahin, macht's gut. Euer Incusator Sascha Lang.
IGL. Inklusion. Ganz einfach leben. Wird dir präsentiert von Inklusator.
Infos zum Inklusator und weitere Folgen findest du unter www.igelmedia.com.
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