Starke Kinder, Starke Zukunft – wir sprechen zum Welttag der Kinder
Sonntag trifft IGEL – der Sonntagstalk von Jennifer Sonntag und Sascha Lang
20.09.2026 56 min Sascha Lang & Jennifer Sonntag
Zusammenfassung & Show Notes
Zum Weltkindertag sprechen Jennifer Sonntag und Sascha Lang über das Motto „Starke Kinder, starke Zukunft“ – und darüber, was Stärke wirklich bedeutet. Denn Kinder sind weit mehr als ihre schulischen Leistungen. Stark sind sie, wenn sie sich angenommen fühlen, ihre Persönlichkeit entfalten können, ihre Rechte kennen und erleben, dass sie mit ihren Fähigkeiten, Bedürfnissen und Behinderungen selbstverständlich dazugehören.
Ausgehend von der aktuellen politischen Entwicklung diskutieren Jennifer und Sascha über wachsende Ausgrenzung, geplante Kürzungen, überforderte Schulen und die gefährliche Vorstellung, Kinder mit Behinderungen seien eine Belastung für den Unterricht. Dabei wird deutlich: Nicht die Inklusion ist das Problem. Schulen und Familien stehen vielmehr vor einer Vielzahl sozialer Herausforderungen – von Armut und psychischen Belastungen über fehlende Unterstützung bis zu ungelösten Integrationsaufgaben. Kinder mit Behinderungen dafür verantwortlich zu machen, greift nicht nur zu kurz, sondern fördert neue Vorurteile und alte Denkmuster.
Jennifer schildert sehr persönlich, welche Ängste die politische Entwicklung bei ihr auslöst und warum sie dennoch weiter für Vielfalt, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt eintritt. Gemeinsam fragen die beiden, wie Kinder mit und ohne Behinderung gestärkt werden können. Eine wichtige Grundlage ist die Akzeptanz der eigenen Behinderung – verbunden mit Selbstbestimmung, Empowerment und dem Recht, offen zu sagen: Was kann ich? Was brauche ich? Und wie möchte ich leben?
Die Folge zeigt aber auch, dass Veränderung möglich ist. Sascha erzählt, wie aus einer kaum besuchten Elternversammlung durch persönliche Ansprache eine engagierte Gruppe von Eltern entstand. Sichtbarkeit, Begegnung und ehrliche Antworten auf respektvolle Fragen können Vorurteile abbauen. Kinder machen es uns dabei oft vor: Sie korrigieren diskriminierende Aussagen, leben Vielfalt selbstverständlich und engagieren sich auf ihre eigene Weise für soziale Gerechtigkeit, Umwelt und ein gutes Zusammenleben.
Eine nachdenkliche, persönliche und zugleich ermutigende Ausgabe von „Sonntag trifft IGEL“ über Kinderrechte, schulische Inklusion, psychische Belastungen, politische Verantwortung und die Kraft kleiner Initiativen. Denn starke Kinder brauchen keine Sondersysteme, die sie aussortieren. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen zuhören, ihnen etwas zutrauen und gemeinsam mit ihnen eine inklusive Zukunft gestalten.
Außerdem gibt Sascha einen Ausblick auf die kommenden Folgen: In „Hingehört – Menschen erzählen Teilhabe“ berichtet Steven über das Leben mit seinem 14-jährigen autistischen Sohn und die Sorgen um dessen Zukunft. Ab Oktober startet zudem eine einjährige Reihe mit dem Bundesverband pflegender Eltern über Herausforderungen, politische Rahmenbedingungen und gelingende Beispiele aus dem Alltag betroffener Familien.
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Podcast „IGEL – Inklusion Ganz Einfach Leben“
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Transkript
Mit eurem Inklusator, Sascha Lang.
Sonntag, 20. September 2026. Das ist der dritte Sonntag im Monat September.
Und das ist internationaler Tag der Kinder. Welttag der Kinder.
Gefeiert wird das in Deutschland und in Österreich unter anderem.
Und deshalb herzlich willkommen in dieser neuesten Ausgabe von Sonntag trifft Igel.
Das ist der Igel-Podcast Igel-Inklusion ganz einfach leben. Mein Name ist Sascha
Lang und ich begrüße gleich bei mir die wundervolle Jennifer Sonntag.
Ich wünsche gute Unterhaltung und viel Spaß.
Den 20. September 2026 der internationale Tag der Kinder, aber nicht in jedem Land.
Das habe ich festgestellt. Es gibt nur in Deutschland und in Österreich diesen
20. September, in den anderen Ländern sind es andere Tage.
Erfunden wurde dieser Tag 1954 von der UNO und er steht dieses Jahr unter dem
Motto starke Kinder, starke Zukunft und beschäftigt sich laut UNICEF auch sehr viel mit.
Mentaler Problematik. Und in Thüringen übrigens ist der 20. September ein Feiertag.
Dummerweise fällt er dieses Jahr auf den Sonntag.
Dritter Sonntag im September heißt aber auch bei uns, Sonntag trifft Igel.
Welcome to the show, Miss Jennifer Sonntag.
Hallo, lieber Sascha. Hallo, ihr da draußen.
Ja, ich habe gesagt, der Weltkinder-Tag Übrigens sind...
240 Millionen Kinder auf dieser Welt mit Inklusionshintergrund.
Habe ich auch gelesen. Ja, eins von zehn Kindern. Und in den Nord- und Afrikanischen
Ländern sind sogar 21 Millionen Kinder, die wirklich in der Behinderung haben.
Das sind ganz viele. Und ich habe dann mal so gefragt, wie das denn so überhaupt politisch aussieht.
Und politisch sieht es für unsere Kinder absolut gar nicht gut aus,
ob sie jetzt behindert oder nicht behindert sind.
Es sieht deshalb nicht gut aus, weil die Politik.
Derzeit mit einem Riesenrotstift oder schon fast einem Farbeimer über alles
rüberrollt und da sind auch Kinder mit Behinderung betroffen.
Wir wollten uns heute mit diesem Thema beschäftigen, werden aber auch nicht
drumherum kommen, Inklusion im großen Blick zu behalten.
Erste Frage, Jennifer, an dich.
Wie geht es dir heute? Du kommst aus einem Bundesland, wo wir erstmal so richtig
durchgeschüttelt wurden, wo viele überrascht sind, dass das passiert ist,
was passiert ist. Ich leider nicht.
Wie geht es denn dir heute in Sachsen-Anhalt? Also du bist auch erschüttert, aber nicht überrascht.
Ich bin nicht überrascht, nein, weil das war vorauszusehen. Also das war ja
die Prognosen haben es ja vorausgehalten.
Und wenn dann Wenn ein Bundeskanzler sich hinstellt und sagt,
er wäre total überrascht,
so als wäre das vom Himmel gefallen, dann beweist das nur die Weltfremdheit,
von verschiedenen Politikern, weil das war für mich nicht überraschend,
dass das so passiert ist.
Ich bin sehr froh, dass sie keine absolute Mehrheit gekriegt haben,
aber dass die so abschneiden würden, das war provoziert und für mich ganz klar,
ist das nicht überraschend, aber es ist erschreckend, dass es passiert ist.
Das bleibt, es ist erschreckend, ja.
Ja, Sascha, mir geht es natürlich nicht gut. Ich lebe in diesem Bundesland.
Ich bin hier geboren und im Zusammenhang mit dem Kindertag, über den wir heute
sprechen wollen, ist es für mich natürlich auch nochmal besonders bedeutsam.
Denn die Partei, über die wir nicht explizit sprechen wollen, aber hat ja,
in unseren Regionen vor, die Inklusion extrem nicht nur zurückzufahren,
sondern explizit die Inklusion abzuschaffen, umgehend abzuschaffen.
Inklusion in Schulen, das Experiment Inklusion gilt absolut als gescheitert.
Und die Schüler, SchülerInnen mit Behinderungen lähmen den Unterricht.
Das ist also ein Zitat dieser Partei.
Man möge auch entschuldigen, wenn ich heute ein bisschen traurig klinge und,
auch vielleicht, was für ein Podcast sehr schlecht ist, auch ein bisschen sprachlos bin.
Es ging mir in den letzten Tagen wirklich sehr schlecht. Ich befinde mich in
einem Loch, in einer absoluten
Sinnkrise, weil ich seit Jahrzehnten gerade in diesem Bundesland für andere
Werte, für andere Themen stehe als Sozialpädagogin, Autorin,
Journalistin, Inklusionsbotschafterin und so.
Das ist natürlich für mich, wenn ich auf die Straße gehe, so eine ganz schräge Situation.
Und ich möchte dieses Gefühl auch loswerden, dass jede zweite Person,
der ich begegne, eine Partei gewählt hat, die sich aktiv,
dagegen entscheidet, Menschen mit Behinderung zu inkludieren,
die sich aktiv dafür entscheidet, Menschen mit Behinderung in Sondersysteme auszusortieren.
Und ich weiß, dass nicht alle Wählenden das überhaupt auf dem Schirm haben.
Man hat da andere Themen im Fokus, auf die man sich sehr stark konzentriert.
Wenn man mit einzelnen Personen spricht, werden viele sagen,
ach, das meine ich ja nicht persönlich und auch nicht gegen dich,
aber man wählt natürlich dieses Thema mit.
Man entscheidet sich gegen marginalisierte Gruppen, man entscheidet sich für
Ausgrenzungen und natürlich ist das eine erstmal demokratische Entscheidung,
aber auf lange Sicht entscheidet man sich, wenn man das Thema zu Ende denkt.
Gegen Demokratie und für Diktatur und gegen Minderheiten.
Und da ich in den Baseball-Schlägerjahren aufgewachsen bin, das ist meine Jugend,
kenne ich bestimmte Problematiken, gerade in bestimmten Stadtgebieten,
habe hier damals schon ordentlich auch auf die Nase gekriegt als politisch anders
Positionierte, als Person, die sich für andere Werte eingesetzt hat.
Und demzufolge habe ich natürlich große Angst auch vor Menschen,
die ganz klar Dinge jetzt laut aussprechen, die auch jetzt einige Jahrzehnte lang,
zumindest nur in kleinen Kreisen vielleicht verhuscht mal gesagt wurden,
auch gegen Menschen mit Behinderung.
Und ich traue mich auch nicht in bestimmte Stadtgebiete mit einem Selbstbewusstsein,
was ich eigentlich sehr lange hatte.
Ich habe selber das Glück, hier in einer Bubble zu wohnen, die.
Im ganzen Bundesland aufgefallen ist. Wenn man sich die Karte anguckt,
für uns Blinde ist es ja nicht so einfach. Das muss man sich immer gut beschreiben lassen.
Ich bin hier in meiner Stadt in einer Art gallischen Dorf. Das ist der einzige Wahlkreis, der...
Der 18 Prozent nur AfD-Wählende hatte. Also das ist eine absolute Ausnahme in ganz Sachsen-Anhalt.
Und da bin ich jetzt quasi so ein bisschen entspannter, solange ich mich in
diesem Wahlkreis bewege.
Aber grundsätzlich mache ich mir natürlich Sorgen um die Inklusion,
um unsere Kinder mit Behinderung in diesem Bundesland, um die Eltern,
die natürlich große Ängste haben.
Medial ist ja im Vorfeld da auch viel. Deswegen verstehe ich,
Sascha, was du sagst, überrascht dich überhaupt nicht. Natürlich uns alle hier nicht.
Es ist im Vorfeld viel auch besprochen worden. Auch die Schulen haben sich geäußert,
die KinderschülerInnen inklusiv beschulen, weil sie jetzt alle nicht wissen,
wie würde das weitergehen.
Und selbst wenn es nicht zu ganz schlimmen Folgen kommt, ist es doch so eine Tendenz.
Es sind wieder so Haltungen und Denkmuster gegenüber Kindern mit Behinderungen
in der Gesellschaft, die wir hier gar nicht gebrauchen können.
Und da mache ich mir eigentlich viel mehr Sorgen.
So ein Menschenbild, was jetzt entsteht, also das Kind mit Behinderung als Belastungsfaktor.
Und wir kennen ja den Begriff Ballast-Existenz aus der Vergangenheit,
aus der nationalsozialistischen Vergangenheit. Und da habe ich Angst einfach um die Sicht auf Kinder.
Jetzt rede ich doch ganz viel, obwohl ich eigentlich sprachlos bin.
Ich habe das jetzt oft auch auf Facebook gelesen, wo ich Dinge zu dem Thema
gepostet habe, wo Leute wirklich auch geschrieben haben, naja,
meine Meinung, das stört ja auch dann die anderen Kinder im Unterricht.
Und dann haben Leute zurückgeschrieben, aber sind denn Kinder mit Behinderung keine Kinder?
Und somit sind wir jetzt auch beim Kindertag wieder, lieber Sascha,
jetzt höre ich mal auf zu reden. Aber.
Du sagst, dass du Angst hast, dass diese Inklusion zurückgefahren wird,
aber das hat doch schon begonnen, bevor eine AfD stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt geworden ist.
Und zwar nicht bei der AfD, sondern bei einer CDU-SPD-geführten Bundesregierung,
die die Eingliederungshilfe zurückfahren wollen, die das Pooling einführen wollen,
die selber darüber diskutieren, dass Inklusion ein Störfaktor, eine Belastung ist.
Also ich kann deine Ängste verstehen, aber ich habe das Gefühl,
dass wir insgesamt in Deutschland mit der Politik im Moment auf einem inklusiven,
absteigenden Ast gelandet sind für die Kinder, für die Jugendlichen.
Die Jugendhilfe, die Angliederungshilfe, die Versorgung mit Hilfsmitteln und so weiter.
Kannst du das mit mir teilen oder sehe ich das ein bisschen zu anders?
Kann ich komplett teilen, weil wir alle, die aktivistisch tätig sind oder in
der Öffentlichkeitsarbeit tätig sind, haben ja die letzten Monate schon unheimlich.
Kämpfen müssen, uns getrieben gefühlt von Gesetzesentwürfen enttäuscht gefühlt. Also Stichwort BGG.
Alle Hörenden, die am IGL-Podcast drangeblieben sind, haben das auch immer wieder,
verfolgt oder viele AktivistInnen waren auf den Straßen.
Dass die Barrierefreiheit gefährdet ist, dass man eigentlich die Wirtschaft
für uns Menschen mit Behinderungen schützen will und nicht uns Menschen mit
Behinderungen an der Barrierefreiheit teilhaben lassen will.
Und natürlich gebe ich dir auch vollkommen recht, also gerade wenn wir bei dem
Bundesland bleiben, obwohl es um den Weltkindertag geht, aber man kann natürlich
auch erstmal ins Nahfeld gucken.
Hier sah es nie gut aus, was Inklusion in der Schule betrifft.
Und da brauchten wir nicht erst noch die AfD. Aber wenn die jetzt noch dazukommt,
wird natürlich nichts besser.
Aber man kann natürlich das Gedankenexperiment mal versuchen.
Was wäre denn, wenn diese Partei jetzt verboten wäre? Man nimmt die jetzt völlig
raus wie so ein Puzzleteil.
Ginge es dann der Gesellschaft besser? Ging es dann Kindern und der Inklusion besser?
Naja, wir stünden vor ähnlichen Baustellen. Wir stünden vor Fragen,
die nicht beantwortet sind.
Problematisch ist aber, wenn wir jetzt in rechtsextreme Gefilde geraten und
dann sind wir wieder weltweit, das ist ja ein Trend, den wir leider weltweit haben.
Hilft uns das, die Probleme zu lösen, wenn wir jetzt in solche Strudel geraten
und Menschenbilder sehen, die eigentlich überwunden waren.
Und das wäre jetzt gerade nicht das, was uns hilft. Wir brauchen eigentlich
die Bewegung in andere Richtungen.
Und deswegen macht mir das natürlich so eine Angst. Aber du hast vollkommen recht.
Die Probleme kommen von sowas. Die hatten wir schon vorher.
Aber wir brauchen eigentlich eine Kraft in die andere Richtung.
Leider, das bleibt jetzt politisch und dann kommen wir nochmal zu unseren Kindern,
leider sehe ich diese Kraft im Moment nirgendwo.
Also ich höre sehr viel und schaue mir sehr viel an, aber ich habe leider wirklich,
als hier eingezogener, ich bin ja dann auch einer, der der AfD nicht schmeckt,
weil ich Migrationshintergrund habe.
Zwar seit 21 Jahren in Deutschland lebe,
aber ich sehe im Moment leider.
Eine Alternative gibt es ja also die AfD ist ja auch keine Alternative sie haben
zwar den Begriff Alternative in ihren Dings aber es gibt, ich sehe im Moment
wirklich leider nirgendwo eine Persönlichkeit, weil du brauchst ja Persönlichkeiten,
die irgendwas, also das macht mir auch Sorgen, dass da im Moment wirklich keiner
ist, wo ich sagen würde Du kannst die Karre aus dem Dreck ziehen.
Persönlichkeit, Empathie.
Wo der Rest der Bevölkerung wieder sagt, ich möchte diesem Menschen folgen,
der kann uns aus dieser Situation rausrenten mit seinen Gedanken,
mit seiner Partei, mit seinen Plänen, mit seinen Programmen.
Ich habe wirklich Schwierigkeiten da.
Sie rudern alle im Moment wie verrückt.
Der Bundeskanzler sagt seine UNO-Besuch ab.
Wenn wir jetzt diesen Podcast hier veröffentlichen, sind Wahlen in,
Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Ähm.
Da wird diese Partei wahrscheinlich nicht so groß sein, aber auch nicht klein.
Meckpom ist immer noch auch eine Gefahr, dass sie da die Wahlen gewinnen könnten.
Ja, aber die Inklusion für unsere Kinder oder die Kinder, das Motto heißt ja
starke Kinder, starke Zukunft, ähm.
Das ist insgesamt nicht so rosig, wenn wir dann die PISA-Studie sehen,
wo dann auch irgendein Depp,
ich kann so einen Politiker leider nur Depp nennen, weil das andere fällt mir
bei so einem Typen nicht ein, der dann sagt, aufgrund der Inklusion sind wir in PISA so schlecht.
Also sorry, wir sind glaube ich seit 30 Jahren bei PISA beschissen,
sowohl wir in Deutschland wie auch die in Luxemburg,
und wir brauchen dafür keine Inklusion, weil vor 30 Jahren gab es noch keine
vernünftige Inklusion, dann waren sie bei PISA auch schon scheiße und schlecht
und anscheinend unfähig.
Und es kann natürlich daran liegen, dass PISA einfach sowieso nicht das richtige
Mittel ist, um das zu ermitteln. Und ein Kinderpsychologe hat in Luxemburg gesagt,
ja, wenn wir nur die Kinder auf
das Schulische reduzieren, dann sind wir vielleicht im Ranking schlecht.
Aber wenn wir uns mal darauf konzentrieren würden, was die Kinder insgesamt sind, also als Mensch,
als fähiges Lebewesen, was da alles dahinter steckt und nicht nur das Schulische
sehen, dann haben wir eine ganz
andere Struktur und dann können wir ganz anders über die Kinder reden.
Also wir reduzieren sie auch bei PISA nur auf ihre schulische Leistung und sagen,
die Jugend von heute ist scheiße.
Das sind Sachen, wo ich einfach denke, selber Vater von zwei Kindern,
20 und 17, wo ich einfach denke, ihr habt den Schuss nicht mehr gehört.
Mein Kind ist ja nicht nur diese schulische Leistung, die sie liefert,
sondern die ist ein wertvoller Bestandteil der Gesellschaft und wenn ich sehe,
wie meine Tochter jetzt die 17-Jährige.
Ihr Leben meistert und Sachen umsetzt, dann sage ich mir, wow,
cool und die Älteste, die,
ehrenamtlich unterwegs ist und Eltern mit neugeborenen Kindern hilft,
also das ist viel mehr als nur dieses schulische und ich finde,
wir werden dazu viel zu viel reduziert.
Ich habe auch über das Credo nachgedacht. Es gab ja auch eine Kampagne dazu.
Also in Deutschland konnten Schulen, Kindergärten verschiedene Materialien einreichen.
Ich habe so ein bisschen gezögert, als es darum ging, ja, es gibt eine Malvorlage.
Da dachte ich, da können ja wieder blinde Kinder nicht mitmachen.
Aber als ich weitergelesen habe, habe ich dann auch gesehen,
man kann auch aufkleben und basteln, weil es erst mal auch um die Frage ging, was ist denn stark?
Also wie erleben Kinder sich als stark und was definiert man da überhaupt in
diesen Begriff Stärke hinein?
Weil das kann ja auch schon wieder in die falsche Richtung driften.
Also gibt man diesen Satz starke Kinder, starke Zukunft in die politisch falschen
Hände? Also ist ja so die Frage, wer findet was richtig und was falsch?
Dann sind wir ja vielleicht wieder auch bei den gesunden deutschen Kindern.
Also so ist die Kampagne auf gar keinen Fall gemeint gewesen.
Aber in die Richtung könnte das ja driften, dass man sagt, okay,
die starken Kinder, das sind nur die gesunden Kinder und nur die gesunden Kinder
sind wichtig für unsere Zukunft.
Und Menschen mit Behinderung, die lähmen den Unterricht.
Also das wäre jetzt in den falschen Händen.
Und deswegen ist es wichtig, und darüber hatten wir auch schon mal im Podcast
gesprochen, was ist denn überhaupt Stärke?
Also wie empfinden Kinder sich auch als stark? Und ich habe darüber nachgedacht,
was für mich als Kind mit Behinderung diesen Begriff auch ausgemacht hat.
Und damals in den Glaubenssätzen und Mustern der alten Reha-Pädagogik ging das
eher in so eine Richtung.
Darum stark ist man eigentlich, wenn man seine Behinderung überspielt.
Also wenn man gar nicht zu dieser Behinderung steht, sondern so tut,
als wäre man ein guter Sehender, obwohl man gar nicht gut sehen kann.
Also so diese Überkompensation.
Heute ist es zum Glück ein bisschen anders geworden. Ich weiß nicht, Sascha,
wie du das erlebst, aber wir haben da zum Glück ganz wertvolle Prozesse durchgemacht,
auch durch die Arbeit der ISL, durch die Empowerment-Arbeit, durch Zeitgeist
sind wir eigentlich da angekommen, dass man sagen kann, Stärke ist einfach auch
Selbstbestimmung, Empowerment,
zu der Behinderung zu stehen, auch zu sagen,
was kann ich gut, was kann ich nicht gut, was will ich, was will ich nicht.
Also wie würdest du denn Stärke definieren oder was denkst du.
Was dürfen Kinder denn heute sagen, was ist stark und ohne sich selbst sozusagen
aus der Gesellschaft zu schießen, wo wir jetzt ja in großer Gefahr sind,
dass das passieren kann?
Ich würde nochmal ganz kurz zurückgehen und dann auf deine Frage beantworten. um,
Mentale Verfassung ist ja auch eines, was die UNICEF ja auch hier für diesen
Welttag mit herausgeschickt hat. Und wenn wir.
Die Statistiken uns anschauen, dann sehen wir ja ganz klar, dass fast schon
die Mehrheit oder ganz viele Kinder,
mit mentalen Belastungen behaftet sind, weil sie unter Druck stehen,
weil sie in einer Gesellschaft aufwachsen, wo sie mitkriegen,
wie die Eltern unter Druck stehen.
Und ich glaube, dass das eine Art von Inklusion schon geworden ist,
die verschiedene Menschen mal gar nicht im Blick haben, ob schon sie da schon ist.
Weil wir haben mehrheitlich Kinder mit mentalen Belastungen,
ich nenne es sogar auch mentalen Beeinträchtigungen, also die wirklich psychisch
schon belastet sind in ganz, ganz, ganz, ganz jungen Jahren.
Und das wird unterschätzt, aber das ist auch eine Beeinträchtigung und das führt
zu ganz vielen Problemen auch in den Schulen.
Es sind nicht nur die Kinder mit Behinderung, die den Unterricht lähmen oder
lahmlegen, anscheinend, also das stimmt sowieso gar nicht, aber es sind auch Kinder mit.
Auffälligkeitsschwierigkeiten, Kinder, die auch mental schon Schwierigkeiten
haben, die sind auch da mit drin.
Und die werden aber dann nicht so gesehen, weil das ja noch ein Thema ist,
was ja sehr tabuisiert wird.
Mentale Beeinträchtigungen oder psychische Beeinträchtigungen,
psychische Probleme sind ja in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabuthema.
Sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern wird ja klein geredet,
ob schon die Mehrheit auch nach Corona extrem behaftet ist.
Was ist für mich ein starkes Kind oder was ist für mich Stärke überhaupt insgesamt?
Für mich ist ja ganz klar, dass wir als Menschen mit Behinderung als erster
Schritt die Akzeptanz unserer Behinderung haben müssen.
Das ist für mich der allerwichtigste Schritt, bevor wir mit iPhone,
mit Blindenstock, mit whatever umgehen können, ist für mich wichtig, dass wir lernen,
diese Behinderung, die wir haben, und das ist jetzt egal, ob wir blind,
Rollstuhl oder whatever sind, zu lernen, diese zu akzeptieren.
Denn nur wenn wir sie akzeptieren, können wir lernen, mit ihr umzugehen und
sie dann gegebenenfalls auch für unsere Stärken umsetzen. Das heißt,
wenn wir wissen, ich bin jetzt Rollstuhlfahrer.
Und ich akzeptiere, dass ich jetzt Rollstuhlfahrer bin, weil es so ist und ich
kann es im Moment nicht ändern, die Medizin kann es nicht ändern,
das ist Fakt, dann kann ich lernen daraus, Stärken zu entwickeln,
als Rollstuhlfahrer in dieser Gesellschaft klar zu kommen.
Damit will ich sagen, dass ich dann Stärken entwickeln kann.
Meine Schwäche ist vermeintlich dieser Rollstuhl oder diese Tatsache,
dass ich im Rollstuhl sitze, aber ich kann sie danach in Stärken umwandeln.
Und da spielt die Behinderungsverarbeitung eine wichtige Rolle,
aber auch die mentale Verfassung spielt eine Rolle und der Charakter spielt
eine Rolle, weil nicht jeder kann natürlich seine Behinderung so umsetzen,
dass sie zu einer Stärke wird.
Und das ist auch unterschiedlich. Das haben wir auch schon oft besprochen.
Blind heißt nicht gleich blind und jeder Blinde ist anders und kann seine Behinderung
anders kompensieren oder ausgleichen oder in Stärken umsetzen.
Der eine kann das besser, der andere hat eine mentale bessere Fähigkeit,
der andere hat Orientierungs-Junkie und ist da mega drin, der andere ist technisch
versiert, der andere kann vielleicht alle drei Sachen.
Es gibt aber auch vielleicht Leute, die gar nichts von diesen drei Sachen kriegen,
aber das liegt nicht immer alleine an der Behinderung, sondern auch an dem Menschen.
Also Stärke ist für mich wirklich zuerst mal die Akzeptanz der Behinderung.
Und das ist ja so ein Wandel, den ich jetzt absolut positiv erlebt habe und
manchmal bedauert habe, dass ich nicht jung war, als es Social Media gab.
Also natürlich ist Social Media auch ein ganz großes Problem,
aber da liegt auch eine ganz große Kraft, weil sich Communities gebildet haben,
Menschen zeigen konnten in ihrem So-Sein.
Und wir konnten sehen, jeder Mensch mit Behinderung hat eine ganz eigene Persönlichkeit.
Man kann uns nicht über einen Kamm scheren, aber wir können zusammen.
An Themen arbeiten und wir können zusammen eine große Kraft sein,
wenn es um Gesetze geht, wenn es darum geht, zusammen auf die Straße zu gehen, uns zu verbünden.
Früher hatten wir so ein Vereinzelungsgefühl. Wir hatten das Gefühl,
wir sind jetzt ganz allein mit dem Problem. Da haben sich Komplexe entwickelt.
Heute sehe ich so viele Menschen, die Themen aussprechen.
Ich denke, ich möchte jetzt nicht mal Raul anführen, weil es noch so viele wunderbare
andere Menschen mit Behinderungen gibt, die mal Dinge transparent gemacht haben.
Und ich dachte mir so, genau diese Vorbildwirkung, die hat uns ja oft gefehlt.
Oder natürlich Sascha, du hast eine ganz große Vorbildwirkung.
All deine Gäste, die du hier einlädst, die zu Themen gesprochen haben,
das hatten wir damals nicht.
Und dann immer noch die große Einwirkung, wenn man jetzt in Sondersystemen beschult
wurde, diese Einwirkung von der Reha-Pädagogik, die natürlich so ganz stark
ihren Stempel aufgedrückt hat und man sich dann so,
naja, über uns, ohne uns beeinflussen lassen hat und man konnte nicht selber
dieses Selbstbewusstsein, diese Selbstbestimmung entfalten.
Das ist aber passiert über die Jahre und die jüngere Generation hat das noch
viel stärker entwickelt und da bin ich wahnsinnig glücklich drüber,
was die Behindertenbewegung da geschafft hat.
Und ich habe jetzt eben die ganz große Sorge, dass das wieder so eine Rückwärtsrolle
wird, wenn ich mir Geschichten behinderter Menschen anhöre,
sind da oft Kindheiten, ist da oft große Scham, man hat sich geschämt für die
Behinderung, man hat Mobbing erlebt, man hat.
Komplexe entwickelt, man hat die irgendwann überwunden, wie du schon gesagt
hast, entweder hat man eine Stärke draus gemacht oder muss ja nicht immer gleich
eine Stärke werden, Aber man fühlt sich einfach zugehöriger, nicht so randständig.
Und jetzt kommt aber diese politische, weltweite Beeinflussung und natürlich
prägt das auch die Kinder und andere Kinder.
Und da habe ich eine große Angst, dass man wieder in diesen Komplex reinrutscht,
dass man wieder so denkt, ich bin ja nicht okay, wie ich bin.
Ich bin ja irgendwie jemand, der nicht in die Gesellschaft gehört.
Ich soll ja jetzt in ein Sondersystem. Und wenn ich,
Kindern zuhöre, Kindern im richtigen Stadtviertel, wo ich zum Glück auch noch
gut Anknüpfungspunkte finde und jemand sagt sowas wie, ja, und da war so ein verkrüppeltes Kind,
da kommt immer ein anderes Kind dazu und sagt, du, das ist gemein,
man sagt nicht verkrüppeltes Kind und alle gehören dazu und alle sind gut, so wie sie sind.
Und dann denke ich, geil, wie die Kinder sich selber korrigieren gegenseitig.
Und das kommt natürlich von den Eltern.
Da habe ich auch Sorge, dass wir das einfach verlieren durch diese Tendenzen,
die wir gerade haben. Weißt du, wie ich meine?
Ich weiß, wie du meinst. Meine Tochter hat mich übrigens, ich glaube, das war...
Zwei Tage, drei Tage bevor eure Wahl da stattgefunden hat und meine Tochter
mich angerufen und gesagt hat, so kannst du bitte hier die Wohnung kündigen,
ich will nach Luxemburg ziehen.
Ich habe gesagt, wieso? Ja, wegen der AfD. Ich habe gesagt, die sind erstmal
in Sachsen-Anhalt, wir sind in Schleswig-Holstein. Sind doch geschützt.
Ja, ja, lass das wohl schön hier bei mir. Ja, ja, habe ich gesagt.
Und ich habe ihr, also sie hatte Angst. Also sie hatte wirklich,
ich glaube, sie hatte wirklich Angst.
Und diese Angst konnte ich aber auch nicht nehmen, ist klar,
weil ich sehe nicht in diese Machenschaften rein, was da ist. Ich sehe.
Derzeit wirklich einen Zug fahren durch Deutschland, der führerlos ist,
also führungslos, nicht führerlos.
Das hat schon angesteckt. Du bist schon im falschen Börding.
Da ist eine Lokomotive und da hatte ich das Gefühl, da sitzt keiner drin oder
keiner weiß, wo der Hebel ist.
Das ist ein bisschen das, was ich empfinde. Und das ist das,
was mir mehr Angst macht mittlerweile als wirklich die Tatsache, dass da eine AfD da ist.
Natürlich, ich lebe nicht in eurem Bundesland. Ich habe nicht das Gefühl,
dass ich im Alltag mit deren,
geistigen Ausgüssen schon belastet bin, außer mental.
Da kommen wir nicht drum herum, wenn man hört, was da so von sich gibt.
Aber wie ich sage, und ich kann das leider nicht minimisieren oder runterschrauben,
wenn ich manche Politiker der CDU höre, die sind leider nicht weit weg von dem, was die AfD sagt.
Sie packen es noch ein bisschen anders ein, aber sie sind manchmal nicht ganz weit weg.
Und die Aussagen, die der Bundeskanzler mit Belastungen, mit Störfaktor,
mit Faulheit und so weiter gemacht hat, das ist genauso, das ist eine ähnliche
Redensart, wie die anderen machen.
Und das besorgt mich am meisten und das müsste unseren Kindern Angst machen.
Ich bin aber froh, wie du sagst, dass es noch die Kinder gibt,
die sich gegenseitig korrigieren, die Inklusion leben.
Ich bin zum Beispiel das letzte Jahr im Elternbeirat gewesen für Kinder mit Förderbedarf.
Meine Tochter war ja ein Kind mit Förderbedarf, den hat sie dann beim ESA abgelegt
und hat dann ihren MSA geschafft, trotz Förderbedarf und so weiter.
Und ich bin da jetzt ausgeschieden, weil Lara ja nicht mehr da in der Schule ist.
Und wir hatten im Sommer vor den Ferien eine Versammlung, ein Elternrat,
wo alle Eltern eingeladen waren. Da waren zwei Eltern da und ich, also drei.
Da habe ich gesagt zum Schulleiter, ich habe gesagt, das kann ja nicht sein.
Es kann ja nicht sein, dass die...
Und da wurde auch aber ganz klar, wo das Problem ist. Das Problem liegt bei
der Tabuisierung, bei der Angst zuzugehen, mein Kind hat einen Förderbedarf.
Mein Kind ist ein Inklusionskind.
Und dann habe ich mich entschieden mit dem Schulleiter zusammen,
dass ich einen Brief verfasse als betroffener Vater, als betroffene Person.
Und das Schöne daran war, dass im August eine Elternversammlung stattgefunden
hat, weil neu gewählt werden muss, weil ich ja raus bin.
Und da waren 20 Eltern da und vier Eltern haben sich bereit erklärt,
diesen Elternbeirat für Eltern mit Kindern mit Förderbedarf in die Hand zu nehmen und zu leiten.
Das heißt, es ist möglich zu bewegen, aber wir müssen uns aus der eigenen Perspektive
bewegen und auch da wiederum glaube ich, dass die Eltern eine ganz wichtige
Rolle spielen, wie im Haus,
im eigenen Haushalt, im eigenen Umfeld der Mensch mit Behinderung gesehen wird,
ob es einen gibt, der da ist oder ob es eine Begegnung ist.
Und deshalb bin ich auch immer der Meinung, dass Eltern nicht die Kinder davor
schützen sollen, wenn sie auf der Straße einem Rollstuhlfahrer oder einem Blinden
begegnen, sagen, pssst, nichts sagen.
Sondern wirklich Fragen stellen, Fragen stellen lassen.
Und wir dürfen aber auch lernen, und das ist auch das, was wir manchmal verpassen,
diese Fragen zu beantworten.
Es gibt, der eine oder andere Behinderter sagt, ich bin kein professioneller
Behinderter, also ich muss nicht jeden Tag als behinderter Botschafter unterwegs sein.
Ich finde, wenn wir sichtbar sind, ist das ein wichtiger Aspekt,
dass wir Fragen beantworten. Es dürfen keine blöden Fragen sein oder Fragen,
nach dem Motto, ist Ihr Partner auch blind? oder wie machen sie Sex oder whatever.
Das sind bescheuerte Fragen, das ist privat. Aber Fragen über,
wie machst du das und das oder wie meine Social Media Assistentin gesagt hat,
sie würde mal interessieren, wie ich denn täglich meine Kleider aussuche.
Sicherlich gibt es da schon Tausende von Posten auf Instagram oder so.
Also du trägst doch Kleider, Sascha, ja? Ich trage Kleider, ja.
Ich laufe nicht immer nackt rum. Hautfarbe. Jetzt ist es raus.
Nee, aber das sind Sachen, die die Leute interessieren und ich finde,
Wir sollten da auch, wir dürfen da auch lernen, wenn wir sichtbar sind,
uns damit auseinandersetzen und diese Fragen auch beantworten,
weil das ist für mich Sensibilisierung und Aufklärung.
Und ich bleibe dabei und ich kämpfe wirklich ganz heftig dafür,
dass wir Menschen mit Winderung sichtbar sind, dass die Kinder sichtbar sind,
weil das ist für mich der einzige Weg zur Inklusion und der richtige Weg zur Inklusion.
Politik kann ganz vieles bewegen, aber wenn die Politik, die Gesetze sind ja schon da,
aber wenn das nicht umgesetzt werden kann aus finanziellen Gründen,
aber auch aus menschlichen Gründen, weil auch Menschen dahinter stecken,
die das Ganze gar nicht so umsetzen wie bei uns damals die.
Leiterin des Förderzentrums, die gemeint hat, dass die Kinder besser in ihrem
Förderzentrum aufgehoben sind als in der Inklusion,
dann helfen auch keine Gesetze.
Und das ist für mich ganz klar, dass die Gesellschaft da am meisten dazu beitragen kann. Das heißt,
Diese Kinder ermutigen, die sagen, nein, das ist kein Krüppelkind,
sondern das ist ein Kind mit Behinderung und das ist genauso stark und das ist ein cooles Kind.
Das muss aber aus dem Elternhaus mitgefördert werden. Und auch natürlich in
der Schule, aber auch in der Schule gibt es Lehrer, wenn ich dann Lehrer höre,
die sich darüber aufregen, dass Inklusionskinder nicht so ganz hinterherkommen oder langsamer sind.
Das darf gar nicht passieren. Die Lehrer müssten für mich, müssen die da bestraft
werden. Das ist Diskriminierung und das hat in der Schule nichts zu suchen.
Gerade die Lehrer müssten von Anfang an diese Inklusion mitleben.
Und dann würde auch Inklusion in der Schule ganz einfach funktionieren.
Da habe ich auch so ein bisschen die Befürchtung, dass selbst die,
das möchte man nicht unterstellen, aber ich saß auch oft so in Runden und in
pädagogischen Runden und habe dann so gehört, ja, aber wie.
Also überforderte Lehrer und das kann ich auch teilweise verstehen,
weil wir haben hier diese Problemviertel, wo Überalterung, Migration,
Kriminalität, Armut aufeinandertrifft.
Und natürlich ist es auch eine absolute Überforderung, wenn das dann in so sozialen
Brennpunkten alles aufeinander kommt. Und in der Schule soll es dann gelöst werden.
Problematische Elternhäuser, sämtliche Ebenen von sozialen Problemen.
Ich wurde damals integriert, also ich habe das sogar, jetzt denke ich auch,
das Wort Experiment ist ein bisschen negativ belastet.
Ich habe aber mit vielen anderen Kindern zusammen auch gesagt,
wir sind Integrationsexperimente.
Und da darf man aber nicht den falschen Schluss ziehen, also sagen,
wir lassen es, sondern wir machen es besser.
Also aus unseren Beispielen sollte man eigentlich lernen, wie man es besser
macht und nicht einfach sagen, okay, dann wird das mit der Inklusion nichts,
wenn das mit der Integration nicht geklappt hat.
Aber viele Lehrer sagen natürlich, naja, wir sind damit überfordert und die
sind vielleicht jetzt sogar ein bisschen froh, wenn gesagt wird,
wir schaffen das ab, wir lassen das sein und atmen dann durch.
Aber man darf natürlich die Schulen damit nicht alleine lassen,
man darf die sozialen Brennpunkte nicht alleine lassen und von so einem wohl
situierten Viertel aus sagen,
wie es besser geht, ist auch eine arrogante Haltung, wo man diese ganze Kriminalität
und die Problematiken nicht hat und sagen, naja, da müssen Lehrer auch mal ein bisschen kreativ sein.
Weil ich kenne Situationen aus anderen Kontexten, weil ich insgesamt auch 16
Jahre mit Schulklassen gearbeitet habe und auch gemerkt habe,
wie sich Situationen zuspitzen damals, als ich Führungen und Seminare angeboten habe.
Und wir konnten manchmal, ehe wir mit den Seminaren angefangen haben,
mit den Workshops, Die konnten manchmal gar nicht arbeiten, weil erst mal viele
soziale Probleme gelöst werden mussten.
Überalterte Schüler, man kam über die Sprachbarriere nicht hinweg,
da waren Heimaufenthalte, da gab es Prügel zu Hause und ganz viel Testosteron.
Da waren Jungs, die erstmal in irgendeiner Form kommunikationsfähig sein mussten,
damit wir überhaupt anfangen konnten. Also das können auch nur Menschen nachvollziehen,
die täglich in diesen Problemfeldern arbeiten.
Aber das wird mir zu, du hast absolut, ich stimme dir zu, aber das wird mir
dann zu viel nur auf die Inklusion geschoben.
Also wir sind mit der Inklusion und das Problem ist gar nicht die Inklusion.
Das Problem ist diese, was ich gesagt habe, diese massive psychische Belastung
der Kinder, die aus Familienkreisen kommen, die nicht gut sind,
nicht die sind, die wir mal hatten.
Die kommen aus Heimen, aus Brennpunkten, aus Migrationshintergrund.
Wo die Integration nicht funktioniert hat und so weiter und so fort.
Das hat aber nichts mit Inklusion von Menschen mit Behinderung zu tun.
Und das ist das, was mich nervt, dass wir das darauf, da wird gesagt,
wir sind mit der Inklusion überfordert. Und die Inklusion ist gar nicht das
Problem. Das Problem ist die Vielfalt der Probleme, die wir mittlerweile haben. Richtig.
Und ich finde das auch verantwortungslos zu sein. Natürlich sagt man ja leicht,
Migration ist das Problem, Inklusion ist das Problem. Das ist ein gesamtes Konzept.
Für mich ist das gesamte Ding ein Problem. Genau.
Und ich finde auch die Migrationsfrage, und ich kenne das seit Jahrzehnten,
weil ich in diesen Vierteln aufgewachsen bin. Ich bin dort zur Schule gegangen
und das war auch schon damals einfach nicht gut moderiert, also politisch einfach nicht gut moderiert.
Kippt die ganzen geflüchteten Problematiken auf Problemviertel und sagt so,
liebe Bevölkerung, löst ihr das mal.
Und das löst nicht eine Bevölkerung, die schon ziemlich gebeutelt ist,
also wo schon massive soziale Probleme herrschen, schüttelt man noch mehr obendrauf
und da haben wir die Resultate jetzt genau in diesen Vierteln,
wird natürlich AfD gewählt.
Und dann sagt man, gut, dann schicken wir Schüler mit Inklusionsbedarf,
die schicken wir in Sondersysteme, Schüler mit Migrationshintergrund in Sondersysteme,
stellen noch einen Wachschutz auf, hängen eine Deutschlandfahne hin.
Also das sind ja alles Probleme und Konzepte, die dann eine bestimmte Partei auf den Plan ruft.
Aber das ist natürlich nicht die Schuld von Kindern. Das finde ich ganz problematisch. Und.
Das muss politisch gelöst werden. Da verdienen Leute Geld damit,
sich da Gedanken zu Konzepten zu machen.
Und das darf man nicht der Bevölkerung überlassen, die dann vor dieser Riesenbaustelle steht.
Und auch eine Lehrerin kann ich dann gut verstehen. Da haben Direktorinnen gekündigt,
da haben Lehrerinnen gekündigt. Ich kenne Schulen, die da wirklich am Limit sind.
Und natürlich kennt man auch das Gegenkonzept. Man kennt sehr sortierte Schulen,
da funktioniert Inklusion gut, da sind Privilegien dahinter,
die andere Stadtgebiete so nicht haben.
Das kann man ja jetzt statistisch auch sehr gut auseinanderdröseln.
Menschen darf man damit nicht allein lassen.
Wie wir das jetzt für uns lösen, also das kann natürlich, du und ich,
wir können das nicht lösen, aber du hast vorhin so ein schönes Beispiel auch gesagt.
Da tun sich Eltern zusammen, da erklären sich Eltern bereit,
vielleicht eine Gruppe zu bilden für einen bestimmten Bereich.
Mir hilft es auch gerade sehr, mich mit Menschen zu umgeben.
Die an Vielfalt arbeiten.
Mich baut das gerade auf zum Beispiel, ich bin Beirätin für ein Festival in Halle.
Und da wollen wir einfach auch ganz viele Vielfaltsfaktoren zusammenbringen.
Und mit Kultur funktioniert das immer erstaunlich gut. Und ich umgebe mich einfach
jetzt voll Karacho nur mit Menschen, die meine Werte haben.
Und da sehe ich, dass wir ganz stark darauf gucken. Haben wir da das Thema Migration,
Inklusion vertreten, Flinterpersonen ausreichend vertreten?
Alte Menschen vertreten. Natürlich müssen Kinder mit allen Vielfaltsmerkmalen mit rein.
Und ich darf den Punkt Inklusion vertreten und sagen, ja, sind auch blinde Menschen mitgedacht.
Was können wir wahrnehmen? Also so sieht man ja, wie man Vielfalt bauen kann.
Und umso absurder kommt mir das vor, wenn behauptet wird, Vielfalt geht nicht.
Und so möchte ich einfach jeden ermutigen, im Rahmen seiner Möglichkeiten,
wo er jetzt handeln kann, einfach weiter an dieser Haltung dran zu bleiben.
Und ich bin dankbar, dass das gerade für mich so ergeben hat,
dieses Festival, gerade jetzt, wo ich in diesem Loch bin.
Weil das hilft, mit Leuten zusammen zu sein, die an diesen Solidaritätsthemen,
dran sind, die an Demokratie dran sind, weil damit eben Demokratie nicht zu Diktatur wird.
Und gerade die sogenannten DDR-Bürger, die ja Diktatur so satt hatten,
entscheiden sich jetzt wieder fast für diktatorische Strukturen.
Das finde ich so absurd. Aber anstatt mich da jetzt immer weiter reinzudrehen,
in diese Problematik, ist es wirklich hilfreich, was du vorhin auch gesagt hast,
weiterzumachen, woran wir schon die ganze Zeit arbeiten und uns an den Menschen
zu orientieren, die da mit uns einfach Inklusion und Vielfalt gestalten. Und,
Vielleicht sogar auch in den Problemvierteln, weil die holen wir jetzt auch
aktiv mit rein und da gibt es auch,
wieder über den Weg der Kultur manchmal einen besseren Dialog als über den Weg
der Politik, obwohl Kultur natürlich auch hochpolitisch sein kann.
Also sonst würde mich, glaube ich, Kultur auch nicht interessieren,
wenn die nicht eine politische Aussage hätte.
Aber ja.
Ich wollte dich vorhin noch fragen, was du, weil wir ja bei dieser Stärke sind,
starke Kinder, starke Zukunft, was du denkst, was Kinder nicht nur als Stärke
definieren, sondern was Kinder auch stark machen kann.
Also gerade jetzt in Zeiten wie diesen, was Menschen oder Kinder speziell mit
Behinderung, was die jetzt brauchen, was die jetzt stark macht?
Das ist eine sehr gute Frage.
Ich glaube, dass Kinder stark macht, aber auch uns stark macht,
dass wir bei uns bleiben.
Dass wir, wie du gesagt hast, dass du bei deinen Werten bleibst und probierst,
diese Werte weiter umzusetzen. Das heißt, dass wir versuchen,
Unseren Stiefel der Inklusion nicht auszuziehen, sondern ihnen noch fester zu
treten und in diesem Stiefel der Inklusion wandern und die Kinder mitnehmen
und die Kinder motivieren.
Es gibt ja seit einiger Zeit eine Jugendvertretung für Menschen mit Behinderung,
was ich eine sehr gute Lösung finde. Die JUMEM, glaube ich, heißt sie.
Was ich mega cool finde, dass das jetzt passiert. Sie hat mir noch ein bisschen
zu wenig Aufmerksamkeit, aber das ist ja auch eine Möglichkeit, die noch gegeben wird.
Also ich halte das ganz wichtig, dass wir den Kindern zuhören,
weil die Kinder sind noch,
teilweise unbefleckten, wenn sie noch nicht von ihren Eltern so massiv beeinflusst
wurden, sind die Kinder noch die, die uns ganz klar vor Augen führen,
wie es funktionieren kann oder finden auch die Lösungen einfacher.
Wir sind ja schon in so vielen Strukturen drin, dass wir manchmal vor lauter
Bäumen den Wald nicht mehr sehen und ich glaube, dass wir stärken können,
indem wir bei uns bleiben, also bei unserer Thematik bleiben und dass wir auch aufzeigen,
ich nenne jetzt mal das leider auslaufende Projekt von Ottmar Malz-Paul,
gute Nachrichten zur Inklusion, also auch gute Nachrichten zur Inklusion zu
verbreiten und nicht nur uns leid lassen von den Kürzungen, von dem Negativen,
Was uns die Politik gerade aufdruckt von dieser Angstmacherei,
auch von dieser politischen, kriegerischen Hetzerei, die gerade stattfindet,
dass hinter jedem Baum irgendeine Drohung wartet.
Wir dürfen das nicht ignorieren, aber wir dürfen versuchen, den Kindern auch
klarzumachen, dass dieses Leben noch lebenswert ist und dass sie auch eine Zukunft haben.
Denn wenn wir es weiter so treiben in unserer negativen Spirale.
Dann werden diese Kinder alle depressiv.
Alle. Weil sie Angst haben vor der Zukunft und weil sie irgendwann nicht mehr
uns haben, die sie im Moment noch auffangen können. Irgendwann sind wir nicht mehr da.
Und wir bereiten sie gerade, teilweise habe ich so das Gefühl,
dass die Medien, Social Medien, aber auch die Medien,
unsere Kinder auf das Düsterste vorbereiten, was es nur gibt und Perspektiven
werden gar keine mehr aufgezeigt und es gibt Perspektiven, es gibt gute.
Und guck mal in Ungarn, da hatten wir eine Zeit lang so einen Typen da sitzen,
einen rechtsradikalen Orban, der ist weg.
Das heißt, es geht auch noch andersrum.
Und das ist meine positive Motivation, dass ich sage, ja, wir haben eine schwierige
Situation, aber wir sind auch noch in der Lage, die Situation umzukehren.
Wir müssen nur gucken, dass wir es richtig machen und dass wir die Menschen
mitnehmen und damit auch unsere Kinder stärken und ihnen aufzeigen,
es geht auch anders und es ist auch möglich.
Und wie du sagst, das kann, und das ist wichtig, das kann auf kleinen Ebenen sein.
Und durch diese kleinen Ebenen, die sich vermehren, werden sie größer und vermehren sich und so weiter.
Aus eins wird zwei, aus zwei wird vier, aus vier wird acht und so weiter.
Und das ist meine Hoffnung und das ist auch das, wo ich versuche,
meine Kinder oder wenn ich mit Kindern, mit Jugendlichen spreche, um diese zu motivieren.
Diesen Optimismus nicht zu verlieren und nicht nur sich in diesem negativen
Spiral, in dieser Weltlage und diesem ständigen Angstmacherei der Politik,
zu verfangen, sondern auch zu sagen, aber wir können lokal anfangen,
was Gutes zu bewegen und das regional, Kreis, Land, Bund, Welt umsetzen.
Ich denke auch, dass gerade im Umgang mit Kindern wir da so sehr im nahen Umfeld bleiben können.
Also die Sorgen, die wir erwachsen haben, die haben zum Glück Kinder oft auch
noch nicht, weil die noch nicht diesen großen Reflexionsrahmen haben und vielleicht
auch noch nicht so zermürbt sind von diesem einmal Mordor und zurück.
Also was ich jetzt so sehr stark sehe, dass wir sehr viel Zeit verlieren werden.
Irgendwann diesen ungarischen Weg sicherlich vielleicht auch gehen werden,
um wieder da anzukommen.
Wo wir jetzt sind. Aber da werden wir, oder wo wir eigentlich waren,
aber da werden wir viele Jahre verlieren, Federn gelassen haben,
vielleicht auch Menschen verloren haben, gerade marginalisierte Gruppen,
die nicht die Kraft gehabt haben werden.
Stichwort...
Pflege oder vulnerable Gruppen, für die wir ja immer auch mit solidarisch sein müssen.
Ich habe auch die ganz starke Hoffnung, dass jede Bewegung dann auch wieder
so eine Gegenbewegung erlebt. Aber wen werden wir auf dieser Strecke möglicherweise verloren haben?
Das ist aber so ein Blick, den glücklicherweise Kinder noch gar nicht haben.
Und wenn wir uns so an die eigene Kindheit erinnern, waren wir da ja noch nicht
so die Hardcore-politischen Wesen.
Deswegen ist so die Frage, haben Kinder Bock auf Politik? Müssen die politisch sein?
Du hattest auch schon sehr spannende Podcast-Folgen, gerade zum Thema,
es ging um so ein Camp, wie kann man Kinder für Politik gewinnen?
Da gab es irgendwie drei GesprächspartnerInnen und ich kann mich erinnern,
dass es darum ging, auch Kinder für oder Jugendliche zu gewinnen.
Für politische Themen und was man da machen kann, für Workshops dazu.
Landvertretung und so weiter, ja. Genau.
Und ich glaube, man muss die auch gar nicht immer so, es macht ja schon Erwachsenen
oft keinen Spaß, wo ich auch immer überlege, wie kriegt man das jetzt methodisch hin?
Manchmal haben die keinen Bock, sich mit trockenen Gesetzestexten auseinanderzusetzen.
Das ist manchmal so eine Frage, wie kriegen wir denn Menschen dahin,
sich für ihre Themen zu interessieren, damit die sich dafür auch stark machen,
weil denen das zu trocken ist.
Politik muss man irgendwie lebendig machen, sodass Leute fast nicht merken,
dass sie sich politisch engagieren.
Und machen es im Prinzip einfach durch Leben. Ich glaube aber,
ich muss sich da, also ich habe das Gefühl, dass Jugendliche schon sehr politisch
engagiert sind, auf ihre Art und Weise.
Ja, ja, das stimmt. Also das fällt mir, meine Tochter ist Veganerin,
die Älteste und ist sehr umweltbewusst. Das ist auch politisch, ohne politisch zu sein.
Ja, ja, gebe ich dir recht. Lara ist sehr sozial, die setzt sich für soziale
Themen ein, ohne politisch zu sein und doch schon politisch zu wirken.
Ja, da hast du recht. Und genau das meine ich eigentlich. Da will ich so ein bisschen hin.
Weil es gibt ja so eine Art unattraktive Politik, wo man so denkt,
ach, die ganzen grauen alten Männer reden da irgendwie so trockenes Zeug daher.
Da haben ja schon Erwachsene eigentlich oft keinen Bock drauf.
Und dann gibt es aber diese Politik, wo man merkt, das ist Lebensgestaltung.
Da bin ich selbst wirksam.
Und das ist nicht nur in meinem Dunstkreis, sondern das hat auch was mit der
ganzen Welt zu tun. Die hole ich da rein. Deswegen kam ich auf Fridays for Future.
Da haben sich auch ganz eigene Bewegungen entwickelt.
Viele haben verurteilt, was die jungen Menschen da machen. Und doch haben sie
recht, weil wir schon seit Jahrzehnten wissen, dass das Klima geht einen Berg
runter, einen Bach runter.
Sorry, Leute, mein Kopf ist heute nicht so fit.
Aber ich glaube auch, dass das gerade Kinder mit Behinderung oder.
Überhaupt Kinder, ich würde auch gar nicht so diese, es gibt ja die Kinderrechtskonvention
und dann nochmal die Behindertenrechtskonvention, die Menschenrechtskonvention.
Deswegen haben wir auch nochmal einen separaten Tag der Kinderrechte,
weil du das vorher nochmal aufgezählt hast, der ist dann nochmal im November.
Wir als sozialistisch geprägte Menschen hatten den 1. Juni als Kindertag.
Es gibt also durchaus wirklich verschiedene Kindertage. Aber so Kinderrechte
auch zu trennen von Rechten von Menschen mit Behinderung, Eigentlich gehören
diese ganzen Rechte irgendwie zusammen.
Und ja, ich überlege einfach immer, wie wir Kinder jetzt nicht auch überfordern,
für ihre Rechte einzustehen, in Anführungsstrichen, weil da könnte ja noch mehr passieren.
Und da passiert ja jetzt schon auch zum Glück ein bisschen was in Richtung Jugendarbeit und Behinderung.
Sodass das Ganze auch mit Spaß und farbenfroh passieren kann,
diese Selbstvertretung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung,
noch stärker zu fördern und vielleicht auch zu gucken, was wünscht ihr euch
denn, damit das auch Spaß macht,
wie das bei umweltpolitischen Themen ja wirklich schon sehr gut klappt.
Da haben wir ja schon eine sehr große Bewegung bei Kindern und Jugendlichen gesehen.
Starke Kinder, starke Zukunft, das ist der internationale Tag der Kinder.
So heißt das Motto von diesem Kindertag. Wir haben versucht,
ein bisschen über die Kinder zu reden.
Wir sind auch ein bisschen ausgeschweift auf die derzeitige politische Situation
und auf die Frustration der politischen Situation.
Wir haben uns aber immer wieder versucht, in dieser Ausgabe mit den Kindern
zu verbinden und haben natürlich auch versucht, herauszufinden,
wie wir unsere Kinder stark machen können oder was starke Kinder sind. Liebe Jennifer.
An diesem 20. September sage ich dir vielen Dank für diesen Austausch und diese
Ausgabe und ich wünsche mir, dass du,
anhand deines tollen Projektes, was du uns gerade ein bisschen erläutert hast,
wieder Freude gewinnst, Motivation gewinnst und positive Energie,
bekommst und aus deinem Loch, wie du es vorhin beschrieben hast,
wieder rauskriechen kannst.
Denn wir brauchen dich und wir brauchen Aktivisten mit und ohne Behinderung,
damit diese Welt nicht untergeht, ist so ein bisschen mein Gefühl.
Vielen Dank also für diese Ausgabe und bis im Oktober, würde ich sagen.
Ach, danke, lieber Sascha. Danke,
dass du mir aus meiner Sprachlosigkeit offensichtlich rausgehorchen hast.
Es ist einiges zur Sprache gekommen und wir freuen uns natürlich auch über eure
Feedbacks. Wir würden uns natürlich auch sehr freuen, wenn Eltern von Kindern
zugehört haben, vielleicht sogar auch Kinder und Jugendliche uns zurückmelden.
Was hilft Ihnen denn? Was sind Wünsche oder Ziele?
Was sind Dinge, die euch jetzt aktuell stärken?
Und was sind vielleicht auch Vorbilder, die gerade sehr dabei helfen,
einfach immer weiterzumachen und am Thema Inklusion dran zu bleiben oder auch
einfach, die dabei helfen, eine erfüllte, sichere, glückliche Kindheit zu haben?
Ich würde gerne zum Schluss auf zwei Sachen hinweisen und zwar kommt am nächsten Sonntag, den 27.
September, eine neue Ausgabe von Hingehört, Menschen erzählen Teilhabe.
Da kommt Steven, Vater von einem autistischen Jungen, zu uns und er wird uns
über seine Erfahrungen erzählen.
Seine Probleme und seine Sorgen auch im Hinblick auf die Zukunftsentwicklung
seines 14-jährigen Kindes erzählen.
Und ab Oktober werden wir alle zwei Monate für ein ganzes Jahr lang mit dem
Bundesverband der pflegenden Eltern zusammenarbeiten, eine Serie starten,
wo wir diese Themen hervorheben.
Also pflegende Eltern von Kindern, ob sie jugendlich sind oder bereits schon
erwachsen sind. Was sind die Probleme?
Was sind die Konsequenzen der Politik? Was sind aber auch die Herausforderungen?
Was sind aber auch gute Beispiele? Was sind Erfolgsbeispiele?
Also wir werden da sowohl den Verband natürlich vorstellen in einem ersten Gespräch
am Anfang Oktober und dann immer zum Schluss vom Monat.
Werden wir dann über dieses Thema sprechen.
In den geraden Monaten werden wir das dann machen, wahrscheinlich auf den Anfang
des Monats dann festlegen.
Und am 24. Oktober ist übrigens der Tag der pflegenden Eltern.
Also wir werden uns in der nächsten Zeit ein bisschen auch mehr mit dem Thema
Kinder beschäftigen. Und definitiv werde ich auch gucken, die Jungs und Mädels
von der UMEM mal bei uns im Interview zu haben.
Also kleiner Vorausblick, da wird noch einiges auf euch zukommen.
Das ist doch ein großartiger Ausblick, Sascha. Finde ich auch.
Und in dem Sinne, einen schönen Anfang vom Herbst. Morgen ist der offizielle Herbstanfang.
Und wir sehen uns im Oktober wieder, liebe Jenny. Genau so. So machen wir das.
Macht's gut, ihr Lieben. Tschüss. Tschüss.
IGL. Inklusion. Ganz einfach leben. Wird dir präsentiert von Inklusator.
Infos zum Inklusator und weitere Folgen findest du unter www.igelmedia.com.