IGEL - Inklusion Ganz Einfach Leben

Sascha Lang - Inklusator
Since 04/2021 250 Episoden

Seit 4 Jahren kein Ausfall – der Monatsrückblick

Sascha Lang (Inklusator) & Ottmar Miles-Paul (Kobinet Nachrichten) analysieren die Behinderten- und Sozialpolitik aus dem Monat März 2025

01.04.2025 83 min Sascha Lang & Ottmar Miles-Paul

Zusammenfassung & Show Notes

Wie der Frühling blühen Sascha Lang als Moderator und Ottmar Miles-Paul als sein Gast so richtig auf.
180 Nachrichten standen beiden zur Verfügung um den Monat März Revue passieren zu lassen.
Aufbruchstimmung? Zitterpartie? Voller Erwartung?
Von Hubert Hüppe (scheidet aus dem Bundestag aus) und Rolf Schmachtenberg (ist beim BMAS in Rente gegangen) wird sich gebührend verabschiedet.
Selbstverständlich stehen Themen wie die Koalitionsverhandlungen, die Werkstätten und vieles mehr noch auf dem Programm.
Um beim Frühling zu bleiben: ein bunter Straus an wichtigen themen.
Zum Schluss schauen wir nach Vorne und lassen die guten Nachrichten zur Inklusion nochmals aufblitzen.
Zum feiern: seit fast 4 Jahren liefern Ottmar Miles-Paul und Sascha Lang nun ohne Pause diesen Monatsrückblick!!!
 
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Transkript

Speaker0
00:00:24
Sascha Lang. Willkommen zur SideCity 2025. Europas führender Fachmesse für Blinden und Sehbehinderten Hilfsmittel. Vom 21. bis 23. Mai öffnet das Cup Europa in Frankfurt seine Türen für alle, die sich für innovative Technologien, Hilfsmittel und Services interessieren. Entdecken Sie unsere aufregenden Neuerungen. Das Gaming Lab mit digitalen und analogen Spielewelten sowie dem inklusiven E-Sports-Turnier als Highlight. Auf der neuen interaktiven Workshop-Bühne erwarten Sie vielfältige Themenbereiche mit Weiterbildungscharakter. Natürlich finden Sie auch wieder unser altbewährtes Forum mit spannenden Vorträgen zu Medizin, Rehabilitation, Bildung und smarter Mobilität. Können Sie nicht persönlich teilnehmen? Kein Problem. Erleben Sie alle drei Bereiche hybrid und nutzen Sie zusätzlich die exklusiven Online-Aussteller-Vorträge. So verpassen Sie keine der inspirierenden Ideen und Lösungen, die mehr Selbstständigkeit im Alltag ermöglichen. Die Teilnahme ist nach Anmeldung auf www.sitecity.net kostenlos, ob vor Ort oder digital. Über 140 Aussteller präsentieren in der altbewährten Ausstellung ihre neuesten Entwicklungen und freuen sich auf ihren Besuch.
Speaker1
00:02:00
Moin Moin und herzlich willkommen. Das ist IGL Inklusion, ganz einfach leben. Dein Podcast für gelebte Inklusion. Wir sind am 1. April 2025 und ich kann jetzt schon vorausschicken, dass wir euch nicht in den April schicken. Wir werden wieder zum Anfang des Monats einen Monatsrückblick wagen, zusammen mit meinem Kollegen von den Kobinet-Nachrichten, Ottmar Malz-Paul. 180 News standen uns zur Verfügung in dieser Episode und wir werden ziemlich viel diskutieren. Bleibt dran, gute Unterhaltung wünscht euer Inklusator Sascha Lang.
Music
00:02:35
Speaker1
00:03:08
Igel Inklusion, ganz einfach, eben der Podcast für gelebte Inklusion. Es ist der 1. April 2025 und regelmäßig bereits in unseren Podcast-Folgen gibt es den Monatsrückblick am 1. Des Monats. Ich glaube, wir sind, seit wir begonnen haben, noch nie ausgefallen. Herzlich willkommen, lieber Malz Paul.
Speaker0
00:03:27
Ja, hallo Sascha, hallo in die Runde und es ist kein Scherz, wir sind wirklich da.
Speaker1
00:03:32
Ja, und nie ausgefallen. Also sogar als die Stimmen gekrächzt haben, sind wir durchgeritten sozusagen und haben unseren Stimmen den Krieg erklärt und haben trotzdem moderiert. Also das ist schon mal, sogar in den Sommerpausen gibt es immer noch, es ist immer nur eine Pause zwischen den Monatsrückblicken.
Speaker0
00:03:49
Stimmt, das hast du gut arrangiert und wir waren morgens des Frühs, abends des Späts, Sonntag am Samstag und das jetzt schon fast vier Jahre.
Speaker1
00:03:59
Wahnsinn. Ja, Wahnsinn, Wahnsinn. Ja, der Monat März, da gucken wir darauf zurück. Am 1. Mai gucken wir auf den April zurück, wo die 250. Episode von diesem Eagle-Podcast erscheinen wird. Ich bin ja gespannt, ich muss ja der Presse entnehmen, dass da irgendwas geplant ist im Hintergrund, mit dem ich anscheinend nichts zu tun habe. Ich bin sehr gespannt, lieber Ottmar.
Speaker0
00:04:20
Wenn das mal keine Fake-News war. Ja, ich hoffe nicht. Wir müssen mal sehen, was kommt. Das wird sich im April zeigen.
Speaker1
00:04:29
Ich vertraue ja der Seriosität von den Kobinet-Nachrichten, dem einzigen Magazin für Menschen mit Behinderung und Sozialpolitik, wo noch die Wahrheit drin steht. Deshalb schauen wir jetzt mal auf die Kobinet-Nachrichten und wir versprechen, es gibt keinen 1. April-Schatz. Wir haben uns dazu entschlossen, diesmal auch keinen zu machen. Genau, weil die Auflösung zu kompliziert ist. Und im Endeffekt gibt es trotzdem den einen oder anderen April-Scherz, wenn man so guckt. Es liegt ein Koalitionspapierchen vor, wo die zwei Parteien oder die drei, für mich sind es immer nur zwei, CDU und SPD, aber die CSU vergesse ich manchmal, wo die drei Parteien sich zusammengesetzt haben mit der freundlichen Unterstützung der Grünen, würde ich mal so ein bisschen provokativ sagen, einen Koalitionsvertrag auszuarbeiten. Wie sieht es denn aus mit dem Thema Behinderung? Ich habe da so ein bisschen zwischen den Zeilen gelesen, dass da noch nicht so, oder wie sagte Verena Bentle, da ist noch Luft nach oben.
Speaker0
00:05:25
Ja, Luft nach oben ist da bestimmt und sicherlich noch bei vielen Sachen. Aber ich muss sagen, ich war überrascht, weil es gab ja zuerst mal so Vorverhandlungen und da gucken dann die Parteien und in dem Fall muss man sie, glaube ich, wirklich als drei betrachten, weil CDU, SPD und dann die Bayern, die reiten ja immer nochmal gesonderte Pferde mit der CSU. Ja, auf jeden Fall haben die geguckt, könnte das überhaupt miteinander klappen. Und das nannte sich das Ergebnis ein Sondierungspapier. Und das ist dann sozusagen das, was die Parteien annehmen müssen erst mal. Und danach wird richtig in die Tiefe verhandelt. Und ich hatte das irgendwie so am Samstagnachmittag dann bekommen. Ich war glaube ich so Mitte März. Und wo ich dachte, Anfang März fast. Wo ich dann dachte, da guckst du mal noch schnell rein. Und siehe da, es sind elf Seiten und da habe ich nicht groß damit gerechnet, vor allem bei den Großdiskussionen, die wir hatten mit Sondervermögen, mit Militärausgaben, hatte ich nicht damit gerechnet, dass Behindertpolitik auftaucht und siehe da, da ist ein Kapitel Inklusion drin. Es sind natürlich nur wenige Zeilen, ich glaube so vier, fünf, aber ich war überrascht. Es ging also darum, sozusagen gleichberechtigte Teilhabe möglich machen für behinderte Menschen. Ich denke, das kann man leicht schreiben. Dann haben Sie aber auch das Thema Barrierefreiheit angesprochen. Und zwar nicht nur im öffentlichen, sondern auch privaten Raum. Bei so Allgemeinformulierungen, da ist natürlich noch viel Luft drin, was Sie genau meinen. Und die Ausrichtung fand ich auch interessant. Sie haben also jetzt nichts von Werkstätten geschrieben, sondern sie haben die Zielrichtung klar formuliert auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt. Und ich finde für so ein Sondierungspapier habe ich dann schon mal gedacht, aha, vielleicht kriegen wir ja doch noch irgendwas Schönes rein. Und es ging ja weiter. Es gibt jetzt inzwischen sind schon Arbeitsgruppen-Ergebnisse durchgesickert, aber auch die werden noch zu Ende verhandelt in der großen Runde. Aber auch da sind ein paar spannende Sachen drin.
Speaker1
00:07:35
Okay, hast du schon was durchzutaten gehört oder so?
Speaker0
00:07:39
Ja, die haben das veröffentlicht auf Frag den Staat. Da haben die diese, ich glaube, 16 Arbeitsgruppen bei uns. Da haben sie mit drin. Also interessant fand ich erstmal eine Sache, mit der ich nicht gerechnet hatte. Also man wird ja, wie soll man sagen, in seinen Erwartungen wird man ja kräftig zusammengestutzt bei der Weltlage und auch bei Wahlausgang und alles. Aber siehe da, das Thema Antidiskriminierung, Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, dass das ja regelt, das haben sie im Bereich, wo es um Inneres, Recht und Migration geht, die erste Arbeitsgruppe, da haben sie was mit drin. Also dass der Einsatz gegen Diskriminierung wichtig ist. Natürlich auch immer so mit der Perspektive, naja, die Leute sollen hier in Deutschland arbeiten können. Aber sie haben es zumindest mal, ich sage mal, angefasst. Und da war ja die Befürchtung, dass zum Beispiel CSU, CDU das total unterdrücken. Und man findet dann auch im Bereich, wo es um Familie, Senioren, Jugend geht, dort nehmen sie spezifisch Bezug auf Altersdiskriminierung. Und da hatte ja auch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, jetzt nochmal eine Untersuchung, dass 45 Prozent bisher Erfahrungen mit Altersdiskriminierung hatten. Das können also ältere Menschen sein, das können jüngere Menschen sein. Und das stand auch im CDU-CSU-Parteiprogramm. Und vielleicht ist das ein Hebel. Und da bei Altersdiskriminierung, da geht es auch um die digitale Ausgrenzung. Also vielleicht haben wir da zwei Hebel in dem Bereich Antidiskriminierungsgesetz. Beim Thema Inklusion, da findet sich das ungefähr wieder, was wir in dem Sondierungspapier hatten. Also wird nochmal betont, Barrierefreiheit, öffentlicher, privater Raum. Es wird auch das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz angeführt. Das reformiert werden soll. Problem an der Geschichte ist natürlich immer, wenn man das so liest, es ist so ein bisschen allgemein gehalten. Und allgemein kann man viel Schönes schreiben. Ich finde, die UN-Behindernrechtskonvention wird erwähnt. Nichts über uns ohne uns oder irgendwie mit Partizipation, das taucht dieses Mal bisher noch nicht auf. Ich muss immer sagen, bisher, weil vielleicht wird ja noch da an der einen oder anderen Ecke noch weiter verhandelt. Das werden wir dann im April sehen, was rauskommt. Wir haben den allgemeinen Arbeitsmarkt mit drin, das Budget für Arbeit stärken, aber wir haben auch Werkstätten erhalten. Und ein kritischer Punkt ist, Dabei, die letzte Regierung, die hatte geregelt, dass aus dem Mittel der Ausgleichsabgabe, also das Geld, das Betriebe zahlen, wenn sie nicht ihre Quote erfüllen. Dass das nicht mehr in Werkstätten und Wohneinrichtungen fließen soll. Und ich finde das auch völlig konsequent, weil es soll um Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gehen und die Werkstätten sind in der Regel gut ausgestattet. Aber viele haben da immer Zuschüsse bekommen und das will die CDU, CSU, das ist noch nicht als Einigung beschrieben im Papier, das ist noch offen, die wollen das wieder einführen, dass also wieder Geld aus der Ausgleichsabgabe in die Werkstätten, Wohneinrichtungen fließen können. Und ich glaube, das würde all denjenigen wehtun, die bei ihren Kostenträgern um zum Beispiel Arbeitsassistenz, um Hilfsmittel sozusagen beantragen müssen und bangen müssen, weil nicht selten heißt, wir haben gar nicht viel Geld im Kopf der Ausgleichsabgabe. Und ich finde, da sollte der Vorrang ganz klar sein, allgemeiner Arbeitsmarkt, das Geld sollte dafür eingesetzt werden. Also das sind so ein paar Punkte, wo man in der nächsten Koalition vielleicht was rausholen kann. Jetzt bin ich nur mal gespannt, wie wird es dann im Finale aussehen? Also was wird nochmal gestrichen? Aber es ist natürlich vieles von dem und das ist immer sowas, da müssen wir ein bisschen aufpassen. Wir lesen da schöne Sätze und freuen uns. Man muss nochmal genau dahinter gucken, was tun sie. Und ich glaube, das wird entscheidend sein, wer wird zukünftig das Thema Arbeit, Soziales als Minister, Ministerin vertreten. Wer wird Behindertenbeauftragte, Behindertenbeauftragter sein. Ja, da glaube ich steigt und fehlt dann auch steigt viel oder fällt viel mit auch dem Engagement oder der Ausrichtung der Leute.
Speaker1
00:12:15
Die Die Entscheidung, was da alles passiert. Der Koalitionsvertrag, den wir vorher hatten mit der Ampelkoalition, der hat uns ja glücklich gemacht, so zum ersten Moment. Der Nüchstrom kam dann, als die Ampel die Lichter ausgingen. Deshalb ist es vorsichtig zu genießen, das Ganze. Ich finde es übrigens das Thema mit dem Ausgleich da sehr spannend, weil bei mir im Bescheid, wenn ich Arbeitsassistenz beziehe, steht auch immer drin, also ich könnte es an sich wie eine Werbung machen, solange der Vorrat reicht.
Speaker0
00:12:43
So steht es ein bisschen so drin.
Speaker1
00:12:45
Ich warte auf den Tag, wo ich keine Arbeitsassistenzunterstützung kriege, weil kein Vorrat mehr da ist, weil ich mir dann definitiv vorgenommen habe, den deutschen Staat zu verklagen, weil es kann nicht sein, dass wir so viele Tausende von Euros einsacken bei den Unternehmen, die nicht in der Lage sind, Menschen mit Behinderung einzustellen. Gut, es gibt viele Gründe, warum das nicht funktioniert. Das hat ja nicht nur mit dem Willen zu tun, es hat auch mit dem Markt zu tun. Sind Menschen auf dem Markt, die man überhaupt einstellen kann? Und warum wird denn da nicht viel besser in die Bildung investiert? Warum soll da Werkstätten oder Wohngemeinschaften unterstützt werden? Warum wird nicht in die Bildung für Menschen mit Behinderung investiert? Da gehöre das Geld vielleicht eher hin. Das sind so Elemente. Also ich warte wirklich auf den Tag, weil ich habe mir vorgenommen, dann den deutschen Staat zu verklagen, weil das geht gar nicht. Also das ist wirklich mein Plan. Ich hoffe, ich werde es nicht erleben müssen, nochmal den deutschen Schatz zu verklagen. Einmal habe ich das ja schon gemacht, bis vor das Bundesverwaltungsgericht. Ich hoffe nicht noch ein zweites Mal. Kommen wir aber zu einem anderen Thema, wo ich total überrascht war, dass ein Urteil eines Gerichtes jetzt klären musste, dass Menschen, die in den Werkstätten arbeiten, also tätig sind, das sind ja keine Arbeitnehmer offiziell, dass die, das steht auf Reha-Dat, dass die, das muss jetzt in einem Gerichtsurteil geklärt werden, dass die auch den schwerbehinderten Vertreter wählen durften. Das ist doch nicht der Ernst. War das wirklich ein Diskussionsthema?
Speaker0
00:14:04
Ja, Sascha, du kommst aus Luxemburg. Ich weiß nicht, wie es dort ist, aber hier in Deutschland.
Speaker1
00:14:09
Wir haben keine Schwierbehindertenvertreter in Luxemburg.
Speaker0
00:14:11
Okay, okay.
Speaker1
00:14:14
Wir arbeiten da sehr dran, auch an einem Bewohnerrat. Also das heißt, es gibt mittlerweile in den Wohnstrukturen Bewohnerräte. Wir arbeiten gerade an einem, ich bin da sogar im Projekt mit drin, in einem nationalen Bewohnerrat, also um das zu klären. In den Werkstätten bin ich mir nicht so ganz sicher, ob es da schon Vertretungen gibt, aber da arbeiten sie immer mehr dran. Aber so das Thema Schwerbehindertenvertreter in den Unternehmen gibt es, glaube ich, in Luxemburg gar nicht. Das ist ein Thema, was in Luxemburg gar nicht so...
Speaker0
00:14:42
Hoch gepustigt. Man muss natürlich auch sagen, dass wir ein kleines Land sind. Also du hast in verschiedenen Unternehmen vielleicht zwei, drei Menschen mit Behinderungen arbeiten oder vier, fünf. Beim Staat ein bisschen mehr.
Speaker1
00:14:51
Aber da gibt es keine direkte Schwerbehindertenvertretung in dem Sinne, nein.
Speaker0
00:14:55
Ja, also ich fand das sehr interessant. Mir hatte die Dagmar Gresskamp von der Aktion Mensch, mit der habe ich immer wieder zu tun, wenn es um Thema Arbeit geht. Die machen ja auch das Inklusionsbarometer Arbeit dort. Und die hatte mir die Info von dem Urteil geschickt. Und ich fand das auch hochinteressant, weil wir haben ja in Deutschland ja so Verschiedenheiten, sage ich jetzt mal. Wenn man jetzt im normalen Betrieb oder in der Verwaltung ist, dann gibt es sozusagen die Schwerbehindertenvertretung. Die haben auch eine ganz wichtige Funktion, die haben auch einiges mitzureden. Gut, die werden auch oft, haben auch Schwierigkeiten, dass sie ernst genommen, dass sie wirklich konsequent einbezogen werden. Aber sie haben eine Reihe Möglichkeiten und die werden von den schwerbehinderten Mitarbeitenden des Betriebes gewählt. Da kann man dann kandidieren, da gibt es die Versammlung und die haben dann auch Freistellungsmöglichkeiten, Schulungsmöglichkeiten. Und in den Werkstätten haben wir das zweigeteilt. Wir haben einerseits, ich sage mal, die werden oft als die Betreuerinnen genannt, also Betreuer nicht im Gesetzlichen, sondern die die Menschen eigentlich unterstützen, so wird es da oft genannt. Oder die Mitarbeitenden, die anderen sind dann die behinderten Beschäftigten. Ja, und die haben halt auch einen ganz normalen Betrieb, da gibt es dann Betriebsrat, die entsprechenden Wahlen, da gibt es auch Schwerbehindertenvertretungen. Aber der Unterschied war bisher, die Betreuten, sage ich jetzt mal, also behinderte Menschen, die jetzt in der Werkstatt unterstützt werden, die ja dort auch keinen Arbeitnehmerstatus in dem Sinne haben, die konnten dann halt ihren Werkstattrat wählen. Also da konnten dann die behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die konnten dann antreten, konnten zur Wahl, die konnten sich aufstellen lassen und dann wurde der Werkstattrat gewählt. Der Werkstattrat hat natürlich andere Kompetenzen als zum Beispiel der Betriebsrat und auch zum Beispiel eine Schwerbehindertenvertretung. Und im Zuge der ganzen Auseinandersetzung, wie ist die Entlohnung in Werkstätten, klang ja auch immer wieder an. Und da gab es auch Rechtsgutachten. Also wenn das jetzt nicht einfach nur eine zeitlich befristete Rehabilitationsmaßnahme ist, sondern Leute sind da ja schon 10, 20 Jahre, noch länger, dann sind die eigentlich auch wie Arbeitende zu betrachten. Also ja, da taucht dann die Frage auf, muss man nicht auch Mindestlohn zahlen? Also das schwelt schon die ganze Zeit rum und jetzt war ich natürlich überrascht, da muss also jemand bis vor das Bundesarbeitsgericht gegangen sein, so nach dem Motto, wenn hier eine Schwerbehindertenvertretung gewählt wird. Ja, dann wir auch. Ja, dann haben wir auch die Möglichkeit. Ich bin jetzt mal gespannt, was das in den Werkstätten macht, weil es hebt jetzt die Anführungszeichen Betreuten, die hebt das sozusagen auf die gleiche Ebene wie die Behindertenbeschäftigten, also Menschen mit Behinderung, die jetzt in der Unterstützung tätig sind. Und da kann man sich natürlich auch fragen, kann ich auch für einen Betriebsrat kandidieren? Und so weiter und so fort. Also ich finde es eine spannende Entwicklung, die auch dieses System nochmal herausfordert. Weil ich meine, was ist es denn? Die gehen, ich meine, hoffentlich gehen sie. Es gibt manchmal auch, man wundert sich, aber die gehen durch die gleiche Tür rein. Die arbeiten im gleichen Betrieb den ganzen Tag. Die einen sind normale Arbeitnehmer, die anderen sind irgendwie arbeitsmarktähnlich beschäftigt und die können nicht wählen. Also ich finde das total gut, dass das gelungen ist, weil das ist nochmal eine andere Vertretungsmöglichkeit als sonst und man hat vielleicht nochmal einen anderen Hebel an die Leitung ranzukommen als die Werkstatträte. Die haben auch Vertretungsmöglichkeiten, aber wenn man mit Leuten so spricht, naja, wie ernst werden sie genau genommen? Manche Werkstätten mehr, manche weniger.
Speaker1
00:18:52
Brauchst du dann da noch einen Werkstattrat? Im Endeffekt ist er für mich ja obsolet, weil für mich gehören alle, die da in einer Werkstatt tätig sind, ich nenne das jetzt mal ganz bewusst tätig sind, gehören zusammen in einen Betriebsrat. Also das muss alles gleich gesehen werden und vielleicht sogar noch, ich setze noch einen drauf, das müsste sogar paritätisch sein. Genauso viele Menschen mit Behinderungen wie Betreuer, wie man die da nennt. Für mich dürfte das da keinen Unterschied geben.
Speaker0
00:19:17
Ja, bei Inklusionsbetrieben, wo wir die Regel haben, dass es mindestens 25 Prozent Beschäftigte, zum Teil sind es ja auch bis zu 50 oder mehr Behinderte beschäftigt sind, die also ganz regulär arbeiten, da ist das auch alles gleichgestellt. Also es wäre ein Weg dorthin, wo man sagt, Werkstätten, entwickelt euch mal weiter. Und ja, weshalb hier diesen Unterschied, genau.
Speaker1
00:19:42
Dazu ein spannender Film in der ARD Audiothek. Ich muss nochmal den Titel gucken.
Speaker0
00:19:48
Wir wollen mehr Arbeit ohne Barrieren. Ich habe ein bisschen darüber gelesen.
Speaker1
00:19:55
Ich fand die Konstellation der Interviewten etwas speziell. Konntest du dir den Film schon angucken?
Speaker0
00:20:00
Ja, Sascha, weil die Mareike Müller, das ist die Journalistin, die den Film gemacht hat, die hat sich bei mir und anderen bestimmt schon vor einem Jahr gemeldet und hat gesagt, ja, ich würde da gerne recherchieren, ich würde den Film gerne machen. Ich bin dann immer wieder mit ihr in Verbindung geblieben und dann kam die Nachricht, jetzt zum 26. März, also dem 16. Jahrestag des Inkrafttretens der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in Deutschland, wurde der Film in der Mediathek der ARD veröffentlicht. Der wird, glaube ich, der 16. April war es, glaube ich, wird er auch im hessischen Rundfunk dann ausgestrahlt, abends um 22 Uhr. Also so ein Film, der es nicht ganz in die Primetime schafft, aber ich sage mal immerhin. Und es ist eine sehr engagierte Journalistin und ich habe dann so über die Zeit gemerkt, wie sie sich da reinfummelt in dieses Thema. Und sie hat dann so vier, fünf Menschen gefunden. Die hat sie so ein bisschen begleitet über die Zeit aus verschiedenen Perspektiven. Und ich muss sagen, ich finde den Film als jetzt jemand, der sich schon länger mit dem Thema Werkstätten für behinderte Menschen beschäftigt. Ich finde ihn eigentlich, ich finde ihn gut, weil er zeigt so die verschiedenen Perspektiven. Er zeigt einerseits eine junge Frau, für die ganz klar ist ihr Herz schlägt für die Arbeit im Kindergarten. Kindergarten, die ist dort auch schon tageweise. Nur jetzt gelingt dieser Sprung nicht, dass sie eine Ausbildung machen kann, also dass sie wirklich im Kindergarten arbeiten kann. Und da scheitern sie wieder an allen möglichen Hürden und lange gesucht, die Angst, sie will also nicht da irgendwie jetzt dauernd in der Werkstatt sein. Und ja, jetzt gibt es irgendwie ein Integrationshotel, aber man merkt dann, oh, das Bitten machen, das alles, ja, sie macht es, aber ihr Herz schlägt für den Kindergarten. Also das ist so eine der Hauptstory. Junge Frau mit Down-Syndrom, auch ganz engagiert und pfiffig. Also da frage ich mich auch, warum geht es nicht? Dann waren sie in der Werkstatt in Bielefeld, waren noch in Duisburg bei Leuten, die raus wollen. Es zeigt so die verschiedenen Perspektiven. Die einen sagen ganz klar, ich will Chancen, ich will raus, ich will was anderes, ich will einen normalen Job, ich will Inklusion. Die anderen, die kämpfen in der Werkstatt für Veränderungen. Also da kommt dann das Thema natürlich mehr Lohn, mehr Rechte. Und es gab noch eine Ausbildungsinitiative in der Wetterau in Hessen. Und da ist es gelungen, also erste Menschen jetzt mit einer entsprechenden Ausbildung, dann auch Ausbildungsbegleitung auf den ersten Arbeitsmarkt jetzt unterzubringen. Da wurde dann gefilmt, wie der erste Arbeitsvertrag unterzeichnet wurde. Also es zeigt diese Breite auf. Was mir noch so ein bisschen gefehlt hat, war ganz konkret, wie mache ich das? Wie beantrage ich ein Budget für Arbeit? Wie kann ein Budget für Ausbildung funktionieren? Da hätten wir sicherlich noch mehr Beispiele gehabt. Also ein Fortsetzungsfilm wäre hier angebracht.
Speaker1
00:23:13
Wir werden sicherlich auch nochmal auf den Film zurückkommen. Ich werde in den nächsten Monaten auch nochmal ein kleines Interviewgespräch mit mehreren Menschen führen, die auf Außenarbeitsplätzen arbeiten, also die von der Werkstatt auf Außenarbeitsplätze geschickt werden. Was ich ja skandalös finde, die daneben anderen Mitarbeitenden von anderen Unternehmen für Hungerlohn beschäftigt werden und die anderen Mitarbeiter haben Mindestlohn oder andere Löhne. Wir werden uns das Thema auch mal annehmen, weil sich da ja auch ganz viele Unternehmen sozusagen weiß waschen, würde ich das mal so sagen, indem sie Menschen aus den Werkstätten beschäftigen, aber sie nicht dementsprechend bezahlen, sondern die Werkstätten kriegen das Geld dafür und die Mitarbeiter werden unter Lohn bezahlt. Also das ist auch ein Thema, wo wir mit den Menschen mal uns unterhalten, die das wirklich auch leben und machen dürfen müssen. Ich denke mal, dass wir da auch verschiedene Perspektiven angehen werden. Die einen wollen das gerne, die sind da sehr zufrieden, weil sie den...
Speaker0
00:24:10
Die Ummantelung der Werkstätte haben und die anderen sind sich ganz klar bewusst.
Speaker1
00:24:15
Wenn sie da arbeiten, wissen sie, dass sie neben den anderen Menschen arbeiten, die einen anderen vernünftigen Lohn kriegen und sie können das auch kriegen. Aber das Unternehmen macht es aus irgendwelchen Gründen nicht. Ich kenne die Situation auch in Luxemburg, ich prangere sie auch ganz oft an, aber es ist auch ganz oft, wo ich höre, dass die Menschen, die Betroffenen selber, ich weiß nicht, wie das aus deiner Erfahrung ist, dass die dieses Morgensankommen in der Werkstatt und Freunde treffen und so weiter und dann auf die Außenarbeitsplätze fahren, dass denen das extrem wichtig ist noch und dass sie deshalb diesen geschützten Raum gar nicht so direkt verlassen wollen. Das ist so ein Zwiespalt. Wir sagen ja auch ganz klar, Werkstätten abschaffen wird schwierig, Sie müssen sich modernisieren, weil wir natürlich auf dem ersten Arbeitsmarkt auch nicht genügend Plätze haben. Dafür fehlt vielen Menschen leider die Ausbildung.
Speaker0
00:24:59
Ja, schön, dass du das anpacken willst. Spannendes Feld. Also es hat ja ganz verschiedene Perspektiven. Die Werkstätten, die vermitteln auf den allgemeinen Arbeitsmarkt und der Arbeitgeber zahlt dann an die Werkstätten. Sie zahlen aber, was weiß ich, 200, 300 Euro vielleicht an die behinderten Menschen. Also was sind da für Interessen dahinter? Und ich stelle mir immer vor, ich bin in Rheinland-Pfalz, als ich Landesbeauftragter für behinderte Menschen war, ich bin morgens ins Ministerium an der Pforte vorbei. Und da war unsere Pförtlerin, die war früher in der Werkstatt, das war eine Kollegin. Sie hat den Lohn bekommen, den man an der Pforte bekommt. Sie hatte alle Herausforderungen, die die anderen auch hatten. Sie haben zum Glück immer mal wieder auch sie so ein bisschen unterstützt, aber sie war eine Kollegin. Und jetzt stelle ich mir vor, ich gehe morgens in Betrieb und arbeite dort, bekomme meinen Lohn. Manche finden es ja zu wenig, aber wenn ich jetzt mal links von mir gucken würde, wer sitzt da und die bekommen nur vielleicht 300 Euro. Die bemühen sich noch zum Teil noch viel mehr wie ich. Was sind das für Verhältnisse? Das hat doch nichts mit Augenhöhe zu tun und nichts um Kümmern. Und das wird halt dann, ich sage mal, man kann Praktika machen. Man kann auch sagen, wir probieren das jetzt mal ein Dreivierteljahr aus. Aber doch nicht für zwei, drei, fünf, zehn Jahre, was wir hier in Deutschland ja oft haben. Und jetzt haben wir natürlich die Situation der Menschen, die in der Werkstatt sind. Viele sind erst mal dankbar und froh, dass sie überhaupt eine Gelegenheit bekommen. So weit, so gut. Aber ihnen steht doch auch mehr zu. Sie haben mehr Chancen. Und wenn man sie wirklich gut aufklärt, dann werden sie lernen, wenn das nicht mehr klappt, ich habe ein Recht, wieder in die Werkstatt zurückzugehen. Also diese Anbindung, die bricht auch nicht ab. Aber da stecken natürlich auch emotionale Aspekte dahinter. Da stecken die Eltern dahinter. Da stecken verschiedene Leute. Also ich finde es toll, wenn du da mal genau drauf guckst und auch mal hörst, was sagen die Leute dazu, weil ich finde, da geht noch einiges.
Speaker1
00:27:07
Ich habe jetzt zwei Personalitäten, die die Bühne verlassen. Der eine als Politiker, auch mal eine Zeit lang Bundesbehindernbeauftragte. Der andere als Staatssekretär, ganz unterschiedlich. Die beiden Personalitäten. Ernüchternde Bilanz von Hubert Hüppe. War mal Bundesbehindernbeauftragte vor Verena Bendle, glaube ich sogar noch.
Speaker0
00:27:28
Ja.
Speaker1
00:27:29
Und CDU-Politiker, stellt aber fest, dass er doch nicht so viel bewegen konnte, wie er gerne bewegt hätte. Hast du in einem Interview mit ihm festgestellt. Erzähl mal ein bisschen mehr darüber.
Speaker0
00:27:38
Ja, Hubert Hüppe ist vielleicht vielen bekannt, ist schon seit den 90er Jahren für die CDU im Bundestag. Er hatte dann mal irgendwie auch so ein, zwei Phasen, wo er dann nicht wieder gewählt wurde, wo er nicht im Bundestag war. Ja, und er war dann von 2009 bis 2013, das war die Zeit der Regierungskoalition mit CDU und FDP, war er Bundesbehindertenbeauftragter. Genau, und danach kam dann die Verena Bentele. Hubert Hüppe ist Vater eines behinderten Kindes. Er selber hat jetzt keine Behinderung, aber das Thema, das treibt ihn unheimlich um. Und ich glaube auch so über die ganzen Jahre, er ist einer, der Inklusion einfordert. Er hat immer so gesagt, wer Inklusion sucht, will, der findet Wege. Andere, wer es nicht will, die finden Begründungen. Das hat er ja schon entscheidend auch geprägt. Und ja, er konnte sicherlich das eine oder andere anstupsen. Und ich hatte jetzt ein Interview mit ihm gemacht, wo ich dachte, Mensch, er scheidet jetzt aus aus dem Bundestag, geht in Rente, Kreistag und so ist er dann noch aktiv da in Nordrhein-Westfalen. Aber da hat mich mal interessiert, na, wie ist es denn? Ja, jetzt, wo man rausgeht. Und in dem Interview hat er schon auch aufgezählt, Ja, da konnte er was anstupsen, das hat er wahrscheinlich auch in seiner Zeit als Bundesbehindernbeauftragter gemerkt, weil da ist man ja viel unterwegs, da hat man mit vielen Initiativen direkt zu tun. Aber eigentlich war seine Bilanz ernüchternd und ernüchternd dahingehend, dass es mal einen Schwung gab. Also es gab noch so Inklusion, dieses Thema, das hat sich aufgebaut. Das kam dann mit der UN-Behindertenrechtskonvention. Alle redeten davon, es wurde gestritten, es wurden Aktionspläne gemacht. Und das ging so los 2009, 2011 und ging dann so bis 17, 18. und dann merkte man schon langsam, es flaut jetzt ab. Es kommen die anderen Stimmen durch. Dann kam Corona, dann war das natürlich erst mal gar kein Thema. Und dann hat Hubert Hüppe natürlich gemerkt, es geht nicht voran. Also Werkstätten machen weiterhin ihr Ding, Wohneinrichtungen, die meisten Leute bleiben drin. Es verändert sich nichts, auch mit Bundesteilhabegesetz. Also da findet wenig statt, wo man sagen kann, die Menschen kommen raus, gehen in die Gesellschaft. Und bei schulischer Inklusion ist ein Thema, das fuchst ihn total, dass wir hier also sozusagen in der Diskussion, aber auch in der Praxis Rückschritte erleben. Und er hat es natürlich auch als Vater eines behinderten Sohnes, der jetzt einen Job auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schon länger hat, hat er natürlich auch erlebt, wofür er kämpfen muss, hat auch immer wieder behinderte Beschäftigte eingestellt und hat diesen Kampf mit der Bürokratie miterlebt. Also er ist schon mit vielen Wassern gewaschen. Und ich fand es jetzt natürlich in seinem Rückblick, sicherlich geprägt auch jetzt von der Ampelkoalition, wo also vieles versprochen wurde und einfach viel zu wenig oder so gut wie gar nichts kam. Ja, aber auch von seiner eigenen Fraktion, der eigenen Partei. Da brauchen wir uns nichts vormachen, egal in welcher Partei wir engagiert sind. Wir treffen da auf solche und solche Leute. und ja, da ist Hubert Hüppe auch nicht so glücklich, weil gerade in der CDU, CSU, und das werden wir jetzt in dieser Koalition wahrscheinlich leider erleben, haben wir immer dieses Ja, aber. Also Inklusion, ja, natürlich, ja, allgemeiner Arbeitsmarkt, natürlich, aber die Werkstätten, da muss das Geld hin, aber Förderschulen, ja, da bauen wir neue. Wohneinrichtungen, ah, da können wir noch anbauen. Ja, und das ist so dieses, ich glaube, diese Doppelzüngigkeit und diese Entwicklung, die in dem Bereich eine Schnecke ist und dann geht es wieder rückwärts. Ich glaube, das hat ihn doch jetzt beim Abschiednehmen, das hat ihn nochmal so richtig erwischt. Das ist also Hubert Hüppe.
Speaker1
00:31:45
Dann Rolf Martenberg, Staatssekretär.
Speaker0
00:31:49
Hochinteressant. Also Rolf Schmachtenberg war ja Staatssekretär, also er war zuerst in der Abteilung, wo es um Behindertenhilfe im Bundesministerium für Arbeit und Soziales geht, war er Abteilungsleiter. Also schon speziell auch für die Politik mit uns zuständig, behinderte Menschen, und hat auch diese ganze Diskussion über das Bundesteilhabegesetz, ja, da war er hauptsächlich mit zuständig, hat das mit geprägt. Man hat sich aneinander gerieben, man hat gestritten, es wurde demonstriert und irgendwann wurde das Bundesteilhabegesetz beschlossen. Ja sicherlich mit Erfolgen, mehr oder weniger Zufriedenheit und danach wurde dann, ich glaube ab 2018, wurde er dann Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, also sozusagen die Ebene unter dem Minister Hubertus Heil. Und das Spannende an Rolf Schmachtenberg ist, Dr. Rolf Schmachtenberg, ist, dass er, ich finde, ein sehr interessanter Kommunizierer ist. Ich habe es bisher noch nicht oft erlebt, eigentlich so gut wie gar nicht, dass mich einfach jemand anruft und sagt, Herr Malz-Paul, wir sollten mal miteinander reden. Wann haben Sie denn mal Zeit? Und er hat sich immer wieder gemeldet. Dann war ich im Ministerium, dann ist man mal irgendwie essen gegangen. Er war auch hier in Kassel, hatte Termine. Dann habe ich ihn vom einen zum anderen Termin gebracht. Also immer sehr unkompliziert. Aber kam immer wieder so, ja, wo stehen wir denn eigentlich? Was denken Sie? Natürlich auch, was er denkt. Was steht an? Und er hat auch ermuntert, weil nach der Diskussion um das Bundesteilhabengesetz, ich hatte so richtig die Schnauze voll von dem ganzen Thema. Das war echt kräftezehrend. Und ich sage, oh, Herr Dr. Schmachendor, ich glaube, Sie müssen jetzt eine Weile lang alleine des Weges schreiten. Und dann hat er mir gesagt, Paul, jetzt geht es doch erst richtig los. Holen Sie sich kurz und jetzt müssen wir doch in die Umsetzung gehen. Also er hat schon, ich sage mal, auch die ganze Selbstvertretung mit vielen anderen, Dann hat er wirklich kommuniziert, Andreas Bethke, Sigi Arnade und vielen. Also er hat schon ein Ohr an Leuten gehabt, die natürlich auch nerven. Wir haben ja dieses Ministerium genervt von vorne bis hinten. Wir haben da mannwachen, haben wir da was weiß ich wochenlang durchgeführt. Aber er hat es ausgehalten und jetzt ist er in Ruhestand gegangen, also zum 1. April. Und ich war nochmal bei ihm, habe nochmal ein Dreiviertelstündchen mit ihm geredet, andere auch. Er hat bei der Verabschiedung auch nochmal mit ganz vielen Leuten kommuniziert. Ja, da geht jetzt jemand. Natürlich nicht unumstritten, weil wir haben auch nie hundertprozentig das bekommen, was wir wollten. Auch jetzt in der Ampelkoalition muss man einfach sagen, ja, unheimlich viel Gerede, unheimlich viel Hingehalte. Ja, und dann kracht so eine Ampel. Also ich glaube, er wollte eine ganze Menge noch erreichen. Natürlich sicherlich auch immer mit Bedacht, was durchsetzbar ist. Da haben wir natürlich auch andere Rollen als Interessenvertretung und als Ministeriumsvertreter. Aber es sind eine Menge Sachen gewesen. Auch der Partizipationsfonds des Bundes kam. Reformbehindertengleichstellungsgesetz in dieser Zeit, wo wir, glaube ich mal, so im Nachhinein betrachtet, sicherlich öfters mal sagen müssen, wo ist denn der Schmachtenberg? Den könnte man jetzt mal brauchen. Aber man weiß ja nicht, wie es weitergeht, wer jetzt diese Position füllt. Aber man muss ihn wirklich lassen. Er war dem Thema Behinderung auch zugeneigt. Das hat man auch nicht oft. Weil Leute in solchen Positionen, die können sich um ganz viele Themen kümmern. Und wie gesagt, also wenn man das kopieren könnte, dass auch andere in der Verantwortung mal auf uns zukommen und sagen, Mensch, lass uns mal reden. Was denkt denn ihr dazu? Nicht wir immer hinterherkriechen müssen. Kriegen wir irgendwann mal einen Termin? Wir müssen nicht ewig labern. Da reicht manchmal halbe, dreiviertel Stunde. Aber man hat wieder ein Gefühl, ja, das ist Dr. Rolf Schmachtenberg. Und ich muss sagen, bei allen Auseinandersetzungen, die wir geführt haben, unterschiedlichen Meinungen, ich vermisse ihn schon jetzt.
Speaker1
00:36:10
Ist das ein Parteiamt? Also ich weiß, dass wir in Luxemburg auch mal immer Staatssekretären hatten. Ist das sozusagen die Vertretung vom Minister dann? Oder ist das dann parteipolitisch? Das heißt, es könnte jetzt auch gut sein, wenn jetzt das Arbeitsministerium an einen CDU-Mann geht, dass da ein CDU-Staatssekretär da sitzt? Oder wie ist das in Deutschland geregelt? Ich kenne mich da nicht aus.
Speaker0
00:36:31
Also in der Regel ist es parteigebunden. Da entscheiden dann die Ministerinnen und Minister, welche Personen bringe ich mit, weil das sind ihre rechten und linken Hände. Die machen auch ganz viel Detailarbeit. Also auch das Management, die Vertretung im Ministerium ist also schon ein enorm wichtiges Amt. Und das wechselt in der Regel. Also wenn wir neue Minister, Ministerinnen haben, dann wechseln oft auch die Staatssekretäre. Also wenn jetzt eine andere Partei kommt, in der Regel auf jeden Fall. Inwieweit die jetzt wirklich in der Partei, ich sage mal so typische Parteigänger sind, das muss das nicht unbedingt heißen, aber sie sind natürlich der Partei in der Regel verpflichtet und natürlich dem Minister oder Ministerin. Also das sind schon politische Ämter. Das wird dann auch immer beschlossen, wie viele Staatssekretäre in welchem Ministerium gibt, wer kann das besetzen. In der Regel kann die Partei, die das Ministerium bekommt, auch ihre Staatssekretäre aussuchen.
Speaker1
00:37:37
180 News standen diesen Monat wieder zur Verfügung. Ganz viele Nachrichten. Wir können sie nicht alle begutachten, aber ihr könnt sie nachlesen auf www.kubinet-nachrichten.org. Wir haben sie so ein bisschen zusammengefasst in dieser Ausgabe vom 1. April 2025, dem Monatsrückblick in der Episode 247 vom Eagle Podcast. Wir schweifen jetzt mal kurz aus ins Nachbarland, nach Österreich. Da wurde ein interessanter Preis verliehen, wo ich mir auch die Frage gestellt habe, gibt es sowas überhaupt in Deutschland? Also nicht denselben Preis, aber auch so einen Medienpreis. Den Herbert-Pichler-Preis wurde in Wien überreicht. Gibt es sowas Ähnliches bei uns auch? Also an die Medien, die sich mit dem Thema Inklusion beschäftigen? Ich kann mich da nicht daran erinnern.
Speaker0
00:38:20
Ja, das Interessante an diesem Österreicher-Preis ist, es waren drei Deutsche, die ausgezeichnet wurden.
Speaker1
00:38:26
Das ist dann natürlich auch eine Idee. Die Deutschen haben keinen Preis und die Österreicher mussten uns auszeichnen. Ja, so ist es unter den Nachrichten.
Speaker0
00:38:35
Ja, der Martin Nahtstetter hatte mich informiert, dass es diese Preisverleihung jetzt, ich glaube, am 27. März gab. Dass es also da die Deutschen waren, die abgeräumt haben. Jetzt könnte man sagen, jo, dann lassen wir die Österreicher machen und wir holen die Preise. Das ist schon ein spannendes Thema. Ich habe immer mal wieder so, ich muss ehrlich sagen, bei den Preisen bin ich inzwischen ein bisschen vorsichtig geworden, weil das so inflationär ist. Man muss dann immer gucken, wie viel Aufwand ist dahinter. Wir haben manchmal so Stipendien, für Journalistikstipendien zum Thema Inklusion, die dann irgendwie, ich glaube, beim Deutschen Institut für Menschenrechte irgendwie so forschen können. Aber jetzt so einen richtig, ich sage mal, gut positionierten, entscheidenden Journalistinpreis jetzt allgemein, da fällt mir jetzt auf die Schnelle nichts ein, aber da lasse ich mich gerne von den Hörerinnen und Hörern korrigieren, vom Schwarmwissen. Was wir haben, wir haben die Lebenshilfe, die macht halt immer den Bobby. Das ist im Prinzip ein Preis für Engagement für Menschen, wie sie es ja immer noch sagen, mit geistiger Behinderung, also für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Und dieser Preis, der wurde ja oft schon an Fernsehleute, an Medienleute, die in den Medien präsent gemacht, aber halt natürlich auf das Thema eingeengt. Aber so ein genereller, gut positionierter Medienpreis für Berichterstattung in Sachen Inklusion, auch engagierte Berichterstattung, sagt mir oft die Schnelle nichts. Aber das wäre sicherlich auch wichtig, weil ich habe das ja gemerkt, jetzt bei der Filmemacherin für diesen Film, von dem wir es vorher hatten, wir wollen mehr Jobs ohne Barrieren oder Arbeit ohne Barrieren. Und das sind ja oft Leute, die wursteln sich so rein. Die müssen unheimlich viel Engagement aufbringen. Die müssen auch richtig gut recherchieren, um hinter die Kulissen zu gucken. Und das ist schon auch Menschenrechtsarbeit. Und da wäre es schon mal interessant, über sowas nachzudenken. Man muss natürlich jetzt gut gucken, wer schreibt so einen Preis aus, mit welchem Duktus. Ist er dann auch mal dotiert, also dass es sich auch lohnt für dieses ganze Preisgewerbe und steht es im Verhältnis zwischen Aufwand, also ich sage immer so, das ganze Gedöns, das da drumherum ist, das wieder Kräfte bindet und der Wirkung. Aber die Österreicher, die haben uns da, glaube ich, einen Schritt voraus. Hat natürlich auch damit zu tun, der Martin Laatstetter und solche Leute, ja, die haben ja auch ein Herz für Journalismus und das Ganze, sind da auch aktiv. Vielleicht haben die auch entsprechend Einfluss genommen.
Speaker1
00:41:13
Hast du die Preisträger im Überblick?
Speaker0
00:41:16
Leider nicht, leider nicht.
Speaker1
00:41:18
Okay, www.kominetnachrichten.org, da stehen sie aber im Artikel, wenn ich mich richtig erinnere.
Speaker0
00:41:23
Ja, da sind sie da.
Speaker1
00:41:24
Und da sind sie natürlich auch verlinkt auf bizeps.at. Das ist die Internetseite von den österreichischen Kollegen. Dann surft da mal vorbei und schaut euch das mal an. Sehr interessant, muss ich dazu sagen. Ich habe sie auch jetzt nicht alle drei hier oder alle Preisträger hier auf dem Bildschirm. Aber ja, wäre sehr interessant zu gucken, ob sowas vielleicht mal in Deutschland möglich wäre. Warum auch immer, dass nicht vielleicht in anderen Preisen, die schon vergeben werden, zum Beispiel im September der Radiopreis, könnte man ja auch gucken, dass man das da mit integrieren könnte. Warum muss man da einen extra Preis dafür entwickeln, für Inklusion? Man könnte das, wenn wir Inklusion denken, dann könnte das im Radiopreis, im Fernsehpreis oder wo auch immer, wo die Preise vergeben werden bei Dokumentarfilmen, so der Film von Mareike Müller wäre zum Beispiel eine Kandidatin dann, wäre ja Idee, einfach das mal zu integrieren, anstatt immer zu gucken, noch was Sonderbares zu entwickeln oder was nebenbei. Ich glaube, auch im Sport gibt es ja einen Preis für paralympische Beiträge. Da wurde ich auch mal angefragt, weil ich einen Podcast über Sport gemacht habe, ob ich mich da bewerben würde. Ja, warum gibt es immer so Sonderpreise? Ich finde, das könnte man gut integrieren, so wie man ja auch mittlerweile vielleicht überlegen sollte, ob die Sportler-Gala nicht auch eine Mixtur werden könnte unter Behinderten und Nicht-Behinderten-Sportlern. Das aber ein anderes Thema. Ich weiß nicht, wie du darüber denkst.
Speaker0
00:42:47
Ja, ich finde das schon gut. Wir hatten auch einen Beitrag von Ralf Milewski, der auch dieses ganze Preiswesen sich nochmal kritisch vorgenommen hat. Der schreibt öfters mal auch bissige Kommentare. Ich finde das schon gut, wenn man da weiterdenkt. Und es stimmt, wo du es jetzt sagst, da sind auch eine ganze Reihe von spezialisierten Preisen, gerade Paralympics und so über Berichterstattung. Aber da habe ich immer so das Gefühl, es ist ja gut, wenn Leute sowas machen. Sie wollen damit ja auch was erreichen, sie wollen was anstupsen, aber das stimmt schon. Jeder backt seinen Kuchen und es wäre halt mal schön, mal ein richtig großes und ganz leckeres Blech hinzubekommen, das auch mehreres abdeckt. Ich habe inzwischen die Preisträgerinnen gesehen hier. Das Gute ist, man kann nachgucken, es sind jetzt keine Namen dabei, die jetzt mir bekannt sind, aber wie gesagt, Covid-Nachrichten haben am 30. März. Die aufgeführt und darüber berichtet.
Speaker1
00:43:43
Ein kleines Schmankele. Ich mache ja immer ganz gerne Werbung für die guten Sachen aus Luxemburg. Die schlechten vergesse ich dann immer. Luxemburg hat übrigens im Dezember 2025 als Sportler des Jahres Tom Habscheid gewählt, der bei den Paralympics-Spielen die Bronzemedaille gewonnen hat. Also es war keiner ohne Behinderung, sondern ein Mann mit Behinderung als Sportler des Jahres 2024. War Zufall, war wichtig, war gut. hatten wir nicht gedacht, dass sich die Sportjournalisten so durchringen würden, aber war ein großartiges Zeichen, was gesetzt wurde. Tom Hauptstadt hat jetzt seine Karriere zum zweiten Mal an den Nagel gehängt, ob er nochmal ein Comeback feiern wird. Er hat immer gesagt, nein, aber wir sind gespannt.
Speaker0
00:44:22
Kommen wir zu.
Speaker1
00:44:22
Einem anderen Thema und zwar ein Mentoring-Programm, was besser heißt. Kannst du uns dazu was sagen? Ich fand das sehr interessant.
Speaker0
00:44:31
Ja, da geht es darum, dass ich da Hildegardis vereine. Ich war bei denen auch mal beim Austausch, Online-Austausch. Und ich meine, wir haben das über die Jahre, Jahrzehnte, kann man jetzt schon fast sagen, immer mal wieder aufgepoppt gehabt. Wie unterstützen wir behinderte Menschen, die in die Selbstständigkeit wollen, beziehungsweise die auch selbstständig sind, also beruflich jetzt, die berufliche Selbstständigkeit und was kann man da auch an Werkzeug an die Hand geben? Jetzt könnte man sagen, das ist wahrscheinlich nicht viel anders wie bei nichtbehinderten Menschen auch. Da gibt es Förderungen und all das. Ja, aber mit dem Thema Behinderung, da kommen schon eine ganze Reihe von Faktoren dazu. Und da gibt es jetzt dieses Projekt Besser. Das ist also vom Hildegardes-Verein wird das gemacht. Das unterstützt die Leute. Ja, und die haben auch immer wieder Austausch, Veranstaltungen. Und ja, es ist schon wichtig, weil beim Thema Behinderung, man hat einfach mehr Herausforderungen. Ich merke das auch, die Sabine Lohner, mit ihr war ich viel letztes Jahr unterwegs als Leseassistentin, wo wir Lesungen aus dem Roman gemacht haben. Die Blind ist, die hat nämlich auch eine WhatsApp-Gruppe gegründet. Die läuft jetzt auch schon über ein Jahr, würde ich sagen. Ja, wo sich einfach auch Leute, behinderte Menschen, die selbstständig arbeiten, austauschen. Und da merkt man schon, dass es sich nicht mehr so ist. Da kommen eine Reihe von Fragen auf. Wenn ich jetzt als blinder Mensch irgendwie meine Webseite gestalten muss, da hilft es schon, wenn ich mich austauschen kann. Wenn ich jetzt irgendwas beantragen will und ich merke dann schon, oh, die Infos sind nicht richtig barrierefrei, da ist es einfach wichtig, Tipps zu kriegen, aber auch der ganze Peer-Austausch. Und das ist schon richtig, weil wir haben viele Ebenen, wo man auch selbstständig tätig sein kann. Und ich finde es auch immer wichtig, wichtiger behinderte Menschen als Referentinnen, als Beraterinnen, Berater, jetzt nicht nur beim Thema Behinderung hinzuzuziehen, sondern es gibt auch viele andere Berufszweige, wo behinderte Menschen einfach aktiv sind, wo die eine ganze Menge einbringen und ja, warum nicht? Aber das wird natürlich, ich sage mal, bei den herkömmlichen Berufsberatungen, bei den herkömmlichen Informationen. Das wird oft schon weggedacht, Ja, weil das ist anstrengend, das ist schwierig, das schaffst du doch nicht und was man dann alles hört. Aber ich habe selber jahrelang sozusagen als Selbstständiger gearbeitet und dann immer wieder mal so Projekte da macht und ich liebte es und mache auch immer noch gerne mal eigenständige Sachen. Und da andere Leute zu inspirieren. Also finde ich gut, was die da machen. Zentralstelle für Arbeitsvermittlung, vor allem auch die Vermittlung schwerbehinderter Menschen dort. Die Abteilung, die unterstützt auch solche Projekte, ist mit dabei. Also eigentlich eine gute Sache. Das Spannende ist halt bei diesen Projekten immer, was passiert, wenn die Förderung ausgelaufen ist? Was passiert mit den Menschen? Schaffen sie den Sprung in die Selbstständigkeit? Weil es braucht manchmal einfach auch länger, Es bräuchte was Konstantes. Und dann sind wir halt wieder im deutschen Projektwesen. Es macht einiges möglich. Es öffnet Türen. Deshalb möchte ich es auch nicht missen. Aber in Sachen Nachhaltigkeit, man fängt halt immer wieder von vorne an.
Speaker1
00:47:58
Selbstständigkeit ein sehr spannendes Thema. Wichtig ist, dass man da eine sehr gute Unterstützung im buchhalterischen Bereich hat. Steuerberater ist ganz extrem wichtig. Und ich muss ganz ehrlich sagen, es hängt auch wirklich davon ab.
Speaker0
00:48:11
Wenn man jetzt auch mit Arbeitsassistenz arbeitet.
Speaker1
00:48:14
Wen man als Fachsachbearbeiter bei dem Integrationsamt zur Seite stehen hat. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass als ich in Trier angefangen habe mit meiner Selbstständigkeit 2008, hatte ich noch keine Arbeitsassistenz. 2012 hatte ich dann, hat mich angefragt, hatte mit dem damaligen Sachbearbeiter ein zweistündiges Gespräch über das, was ich geplant habe, wie ich funktioniere. Und ab dann bis 2013, wo ich in Trier gewohnt habe, absolut keine Probleme. Wir haben alles miteinander besprochen, bin dann 2014 nach Schleswig-Holstein gezogen. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich keinen, und wir sind jetzt elf Jahre in Schleswig-Holstein, keinen Sachbearbeiter bis jetzt persönlich gesprochen habe und ich glaube erst einmal oder zweimal mit einem Sachbearbeiter telefoniert habe. Alles andere läuft über Post, über Brief, über mittlerweile auch endlich barrierefreie Kommunikation, nachdem ich drei Jahre lang gedroht habe, da ist sie vor Gericht ziehe. Ich war auch übrigens mit dem Integrationsamt in Schleswig-Holstein vor Gericht, weil die damals gemeint haben, Selbstständigkeit und Angestellten sein, das geht gar nicht. Ich habe ihnen dann was anderes erklärt und auch Michael Richter als RBM. Aber das sind Hürden, die man manchmal in den Weg gelegt bekommt. Also das ist Wahnsinn. Und vor allem wechseln dann die Sacharbeiter und dann wechseln auf einmal die Bedürfnisse von den Sacharbeitern, wie die Unterlagen zur Verfügung gestellt werden sollen und so weiter. Manchmal wird da auch ganz viel Hürden oder ganz viele Barrieren in den Weg gelegt. Aber mittlerweile bin ich mit meinem Sachbearbeiter in einem guten Austausch. Ich glaube, wir kommen jetzt voran. Ich bin mal gespannt. Ich warte jetzt auf ein paar Informationen. Aber da kommen manchmal Fragen wie zum Beispiel, warum Mitarbeiter. Ich nutze halt mehrere Mitarbeiter, weil ich die Kompetenzen aufgeteilt habe. Einige als sozialversicherte Minijobber. Also Minijobber, nicht sozialversicherte, sondern Minijobber. Und einige als Honorarkräfte. Warum die Gehälter unterschiedlich sind. Ganz einfach. Sie werden alle auf Stunden bezahlt. Und wenn ich in einem Monat nicht viel Bedarf habe, dann wird es halt weniger. Und in den anderen Monaten habe ich mehr. Aber dass man das so sachbar arbeiten erklären muss, dass es nicht selbst erklären ist, da kriege ich manchmal so eine Krise oder warum der eine Assistenz dann mit nach hier fährt und nach da fährt und mit Assistenzkosten oder Fahrtkosten, das wäre ja unmöglich, weil warum auch immer, also kommen manchmal Fragen auf mich zu, wo ich denke so, Was denken diese Leute, die da sitzen? Meinen sie das wirklich ernst oder wollen sie nur von mir nochmal die Bestätigung haben? Also das ist manchmal ein sehr heftiges Ding. Und die Hürden, die manchmal da auftauchen, die sind auch ganz lustig. Also ja, da hoffe ich, dass das Erleichterung. Aber ich glaube, das sind nicht nur für Menschen mit Behinderung, die selbstständig sind. Die haben noch das Integrationsamt auf dem Buckel, aber auch die anderen Menschen, die selbstständig sind, was da alles manchmal verlangt wird, erwartet wird. Und dann schreibt ihr auf einmal das Statistische Amt Nord, die wollen eine Ermittlung erfassen von meiner Dienstleistung für 23. Die Steuererklärung 23 habe ich aber das Recht bis April oder Februar 25 abzugeben, muss aber 24 bereits eine Statistische Ermittlung übermitteln, die gar nicht möglich ist, weil die Steuererklärung noch nicht fertig ist. Also da hast du manchmal Sachen, wo du denkst, was ist das für eine Zusammenkurse? Also wie geht das? Das ist für mich manchmal nicht erklärbar. Diese administrativen Hürden oder diese Willkür, die da passiert, ist manchmal sehr speziell.
Speaker0
00:51:36
Ja, das ist gut, dass du das ansprichst, weil ich meine Selbstständigkeit als solches. Man muss inzwischen so viel beachten. Das ist schon eine Herausforderung. Man muss natürlich auch sein Feld erstmal bestellen. Man muss Auftraggeberinnen finden. Und dann kommt genau das dazu. Und ich hatte das damals auch. Ich musste die ersten zwei, drei Jahre, war mir klar, wenn ich das rein selbstständig mache, ich muss ranklotzen, ich muss mir Reserve schaffen, weil das ist ein Problem, wenn man spitz auf Knopf ist und mal irgendwie, man hat eine Phase, wo gerade kein Auftrag ist oder Sachen auslaufen. Also ich, ich, für mich brauchte Reserven. Das heißt, die ersten zwei, drei Jahre, ich habe rangeklotzt wie ein Verrückter. Ich habe irgendwie zu allem zugesagt. Das fordert natürlich seinen Preis. Und dann kommt das dazu, was du sagst. Jetzt muss ich mich noch zusätzlich behinderungsbedingt zum Beispiel damit auseinandersetzen. Kriege ich jetzt die Assistenz, die ich brauche. Denn ich hatte das Glück, ich hatte damals ein persönliches Budget und ich bin Schwabe, also wenn ich die Assistenz jetzt nicht irgendwie brauche, dann gebe ich das Geld dafür nicht aus. Und dann war natürlich immer der Punkt, wo ich dann den geschrieben habe. Ich habe gesagt, ich habe weniger gebraucht, aber ich möchte doch darum bitten, dass man mir das, was wir veranschlagt haben, lässt, weil bei mir schwankt das halt total und dann bleibe ich arbeitsfähig. Und das Coole war, sie haben das mitgemacht. Weil ich habe auch anfangs gedacht, da haben sie gesagt, nee, versuch doch einen Weg zu finden, nachher kürzen sie es dir. Und ich habe gesagt, nee, ich möchte es probieren. Und das haben sie irgendwie über Jahre hinweg verstanden. Ich bin oft runtergeblieben, dann habe ich es mal wieder ausgeschöpft. Aber wenn man diesen Kampf da führen muss, wie du zum Bundesarbeitsgericht, ich meine, eigentlich muss man seinen Job machen. Das ist fordernd genug, wenn man selbstständiger ist und all das erfüllen. Also von daher lohnt es sich, da schon nochmal einen Blick drauf zu werfen, wo wird eigentlich unterstützt und wo wird gebremst.
Speaker1
00:53:35
Ja, und manchmal sitzen, also ich habe zum Beispiel jetzt ab, das war eine Zeit lang, irgendwie jetzt von 1. April bis 31. März die Zeiträume, die ich einfach bescheuert finde. Ich finde einfach immer von Jahr zu Jahr, finde ich sinnvoller als so mitten im Jahr. Und ich habe zum 1. April, also wo wir jetzt heute veröffentlichen, Noch keinen Weiterbewilligungsbescheid, obschon ich Mitte Februar meinen Antrag eingereicht habe. Aber der gute Sachbearbeiter hatte keine Zeit und hat jetzt noch Fragen gestellt und Fragen gestellt. Die habe ich ihm alle beantwortet, aber ich habe bis zum heutigen Tag noch keine Weiterbewilligung. Das heißt, ab 1. April bezahle ich die Assistenten dann mal aus meiner eigenen Tasche und kann gegebenenfalls, wenn ich keine Zukunftsperspektive kriege, meine Assistenten alle kündigen. Das finde ich einfach, das geht für mich gar nicht, weil die Selbstständigkeit geht ja weiter und habe aber auch keine Kraft, um ständig dagegen anzukämpfen, sondern bin einfach ruhig und weiß, dass die Weiterbewilligung stattfindet. Ansonsten gibt es definitiv Stress, weil ich weiß, was ich leiste. Und ja, aber einfach diese Momentaufnahme zu wissen, dass du jetzt im Endeffekt am 1. April gar nicht weißt, ob du deine Mitarbeiter als Arbeitsassistenten Ende April bezahlen kannst, finde ich schon heftig. Also diese Unruhe, die das macht bei mir selber, du willst dich konzentrieren auf deine Arbeit, das geht für mich gar nicht und das dürfte auch gar nicht so passieren. Also es müsste einfach auf zwei Jahre ausgelegt sein und dann müsste es, natürlich können die allen vor allem ja gerne kontrollieren und Steuerbescheid kriegen, ob ich überhaupt Umsatz habe. Und es gibt ja auch genug Urteile, die besagen, dass der Umsatz nicht ausschlaggebend ist. Das Urteil gibt es ja auch, darüber haben wir auch, glaube ich, schon mal hier gesprochen. Also es ist ja genug Möglichkeiten, um das zu überprüfen. Da habe ich auch kein Problem damit, habe auch nichts zu verbergen. Aber das nervt einfach, dass du am 1. April noch nicht weißt, ob du deine Mitarbeiter, die jetzt schon für dich arbeiten, überhaupt bezahlen kannst.
Speaker0
00:55:21
Du hast jetzt so gut beschrieben, was gerade jetzt bei der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes ist ja auch gerade eins der heißen Themen, weil jetzt da Berichte rausgekommen sind über die Finanzwirkung, über was das Gesetz überhaupt gebracht hat, also eine Wirkungsprognose. Und das ist genau einer der Knackpunkte. Es sind eigentlich gute Sachen im Gesetz. Aber dann werden die Betroffenen in so eine Lage wie du gebracht. Es wird wieder eine Bedarfsermittlung, Neubescheiderstellung. Und eigentlich müsste man die Assistenten schon kündigen, weil man noch keine Grundlage hat, wie es dann weitergeht. Die hängen in der Luft, du hängst in der Luft. Und wenn man Pech hat, dann gehst du jetzt weiter in Vorlage und sie sagen irgendwo mal, Herr Lang, unser Topf ist jetzt ausgereizt. Wir hängen da ja auch in der Ausgleichsabgabe zum Teil noch mit drin. Und das war es. Und dann wärst du da hin. Und gerade auch Leute jetzt mit höherem Unterstützungsbedarf. Es gibt auch zum Beispiel Dienste, ambulante Dienste, die warten zum Teil ein Jahr darauf, bis sie das Geld bekommen, wo sie in Vorleistung gehen. Also alle, die so Wege gehen wollen, die einfach nur ihr Leben führen wollen, möglichst selbstbestimmt, kommen immer wieder an solche Punkte, wo man ins Zittern kommt. Das macht man auch mal mit. Da kommt man durch. Aber nach dem dritten, nach dem vierten, nach dem fünften Mal, das laugt dermaßen aus. Und wenn man dann noch an die falschen Sachbearbeiterinnen, Sachbearbeiter kommt, dann ist ein Ding, also das ist so eine Geschichte, wird viel darüber geredet, Bundesteilhabegesetz, was kann man besser machen? Es kann doch nicht sein, dass man behinderte Menschen in solche Situationen und Beschäftigte bei behinderten Menschen in so prekäre Situationen bringt. Also von daher, Sascha, das Thema wird uns noch leider eine Weile begleiten.
Speaker1
00:57:18
Wir haben am 26. März 2025 den 16. Geburtstag von der UN-Bänder-Rechtskonvention. Haben wir ihn gefeiert oder haben wir ihn betrauert? Was haben wir damit gemacht? Übrigens zwei Monate jünger als meine Tochter, stelle ich gerade fest. Sehr spannend.
Speaker0
00:57:35
Wahnsinn. Ja, wie schnell das vergeht.
Speaker1
00:57:39
Die auch mit der UN-Bänder-Rechtskonvention in Konflikt geraten ist, weil sie einen Förderstatus lernen hatte und wir festgestellt haben, Und das katastrophal war sie. Naja, aber das ist ein anderes Thema, habe ich ja schon ein paar Mal hier angesprochen. Also mit Inklusion war das da auch weit hergeholt. Aber sie ist auf dem guten Weg.
Speaker0
00:57:55
Ja, ich hoffe, dass diese UN-Behindertenrechtskonvention nicht nur deiner Tochter, sondern ganz vielen auf dem Weg hilft. Und sie ist für uns nach wie vor so wichtig. Und jetzt hatten wir natürlich letztes Jahr 15 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention. Da gab es dann auch Tagungen dazu. Da war auch ein großer Bohai. Dieses Jahr hatte ich so das Gefühl, da ist gar nicht so viel los. Es kamen so ein paar Pressemeldungen. Manchmal habe ich so das Problem, wenn so ein Tag ist, da denke ich, heute müsste ich 20 Meldungen schreiben, weil es kommen ja von allen möglichen. Da denke ich immer, ach, ist gut, wenn die berücksichtigt auch werden. Diesmal, es waren ein paar. Es war also relativ ruhig. Ist klar, ein 16. Jubiläum ist jetzt nicht das, was, auch der 16. Hochzeitstag wird auch nicht so besonders gefeiert. Aber nichtsdestotrotz ist natürlich ein total wichtiges Datum. Der Tenor war diesmal schon so einerseits, Das ist fordernd oder bange ausgerichtet. Was machen die da gerade bei den Koalitionsverhandlungen? Also da passte es schon so ein bisschen, dann nochmal das Augenmerk drauf zu richten und ich hoffe, das bleibt im Arbeitsgruppenergebnis, auch in dem Koalitionsvertrag. Sie haben immerhin am Anfang bei dem Kapitel schon mal die UN-Behindernrechtskonvention erwähnt und dass das sozusagen die Zielrichtung ist. Da muss man jedes Jahr darum kämpfen, dass das nicht ganz weggedrückt wird. Denn ehrlich gesagt, ich kriege schon öfters auch mal so die Nachrichten, Leute, wenn ihr überzeugen wollt, kommt nicht gleich mit der UN-Behindernrechtskonvention, kommt nicht gleich mit Inklusion, versucht es mal anders rüber zu bringen. Ja, da sind inzwischen viele allergisch. Und da muss ich sagen, das kotzt mich natürlich total an, weil das ist für uns so eine wichtige Errungenschaft, da geht es immer noch ums Menschenrecht, aber klar, man muss gucken, wie nimmt man Leute mit. Also es war dieses Mal eher so, es gerät in Vergessenheit, es geht rückwärts. Natürlich aber auch von Leuten, die sagen, klar, wir kämpfen weiter.
Speaker1
01:00:06
Wir haben jetzt eine Menge von Nachrichten bereits beackert und bearbeitet. Ich würde jetzt so langsam wieder in die positive Richtung gehen. So schlimm war es ja auch heute nicht, glaube ich. Wir sind doch ein bisschen optimistisch. Ich habe von einer Fachtagung gelesen am 16. und 17. Mai von BIFOS. Würdest du uns dazu ein bisschen mehr erzählen und den Aufruf starten, dass da sich Menschen mit Behinderung melden? Ich kann leider da nicht da sein, aus beruflichen Gründen, aber du hast schon, glaube ich, mir angedeutet, dass du da vielleicht das Mikrofon mitnimmst oder so, oder? War das nicht da?
Speaker0
01:00:35
Ja, das könnten wir überlegen. Sascha Lang ist ja immer gut für Ideen, für weitere Podcasts. Und vielleicht zu der Tagung, es ist eine Mitmachtagung, gestern, heute Morgen, sozusagen Behindertenbewegung im Gespräch. Entstanden ist es eigentlich aus dieser Not oder auch Idee, immer mehr behinderte Menschen sterben uns weg. Und die Geschichte, die gelebte Geschichte, die erfahrene Geschichte, wo auch Leute sich für was eingesetzt haben, auch was erreicht haben, das geht so verloren in unseren Reihen und junge Menschen kommen nach, aber natürlich, da findet nicht so viel Austausch statt. Das war eigentlich der Ausgangspunkt, wo wir gesagt haben, wir müssten mal jung und alt zusammenbringen und auch so unter dieser Perspektive nicht nur die Alten labern von ihren tollen Taten, sondern lass uns eher mal, was interessiert die Jugend? Was wollen die wissen? Ich werde da zum Beispiel so eine Fragestunde anbieten, wo ich einfach sage, wer hat Fragen? Ich bin seit 40 Jahren dabei. Fragestunde, ich werde natürlich die Jungen auch zurückfragen. Wie ist es für euch? Und diese Tagung findet jetzt am 16. und 17. Mai in Kassel statt. Man kann sich noch bis zum 15. April anmelden. Die Juliane Harms und die Barbara Viehweg vom Bildungs- und Forschungsinstitut Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen machen das. Da wird auch noch ein Interview mit der Juliane Harms, das ist am 31. März in den Kobinet-Nachrichten erschienen, noch mal ein bisschen zu den Hintergründen. Und ich finde, man muss immer so gucken, welche hohe Erwartungen hat man. Durch so eine Tagung schafft man es jetzt nicht, dass da die großen Erleuchtungen, aber ich finde mal eine Annäherung, Dass man wieder zusammenkommt, sich austauscht. Ja, was haben die Jungen vor? Was bewegt die Jungen? Was treibt die Älteren um? Wo kommt man zusammen? Wo kann man neue Wege gehen? Auch diese ganze Social-Media-Geschichte und all das, wie stärken wir uns gegenseitig? Wie halten wir einen Geist, wo wir uns als Familie betrachten, wo wir zusammenhalten als Bewegung, anstatt aufeinander rumzuhacken? Da ist Traum in Kassel, also 16. Mai, 17. Mai, im Kassel Zentrum für selbstbestimmtes Leben. Und ja, ich kann nur ermutigen, dass dort wirklich auch viele Leute kommen und Leute vor allem auch die Lust haben, sich auszutauschen. Darum haben wir gesagt, das ist jetzt nicht die Tagung, wo wir Leute zutexten wollen, sondern das ist eine Mitmachtagung. Da kann man auch eigene Angebote einbringen. Ich bin mal gespannt, wie es läuft. Es ist eine größere Herausforderung, wie ich mache eine Tagung und habe meine zehn Redner und das sortieren wir ein. Das wird alles ein bisschen bunter, herausfordernder. Aber das Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen in Kassel ist ein guter Ort. Da ist viel entstanden. Wir haben auch ein stattliches Haus mit vielen Räumen, hoffentlich gutem Essen und sicherlich spannende Leute. Ich habe schon ein paar gesehen, die kommen. Also von daher, kommt nach Kassel.
Speaker1
01:03:49
Brauchen wir, brauchen wir eventuell, um wieder Menschen für den Aktivismus zu gewinnen, brauchen wir eventuell wieder auch die Möglichkeit, den Menschen zu zeigen, dass ihre Tätigkeit für die Behindertenpolitik, also ihr Engagement, Früchte trägt. Weil ich habe so manchmal das Gefühl, dass die Menschen immer sagen, ja, passt jetzt, passiert ja sowieso nichts, ich kann mich ja engagieren, so viel ich will, aber passiert ja sowieso nichts. Wir zeigen das jetzt in Luxemburg, auch wiederum bei der Erarbeitung oder der Bilanz über den Aktionsplan 2.0, indem wir auch die Teilhabe fördern, auch für den 3.0 die Teilhabe fördern und dass die Menschen sehen, dass ihre Inputs auch irgendwo Früchte tragen oder mit in die Politik mit einfließen. Fehlt das so ein bisschen in Deutschland? Hat man das Gefühl, dass das vielleicht noch mal ein bisschen mehr aufgezeigt werden muss, dass wir wieder mehr zeigen müssen, guckt da, da seid ihr mitverantwortlich, dass es in irgendeiner, auch wenn es nur kleine Schritte sind. Ist es, glaube ich, das, was wir wieder vielleicht auch in der Behindertenszene verstärkt fördern müssen, aufzuzeigen, was unser Engagement wirklich auch bringt?
Speaker0
01:04:54
Ja, ich glaube, wir brauchen es nicht nur in der Behindertenszene, wir brauchen es eigentlich vielleicht sogar für die ganze Menschheit, aber zumindest auch in Deutschland, weil wir haben ja diesen Trend, der Garten vom Nachbar ist grüner, der vom Kollegen, der hat mehr Geld, der andere fährt da in Urlaub und ich, armes Haschel, habe das nicht. Und das ist so eine Perspektive und die andere Perspektive ist, unser Leben ist komplex und man sieht dauernd Dinge, die besser laufen könnten. Das wird jetzt auch durch diesen Personalmangel nicht unbedingt besser. Man erlebt einfach Sachen, die laufen nicht gut und dann meckert man und man meckert auch zu Recht, weil es sind viele Dinge, sage ich mal, wo es dann, gerade wir behinderte Menschen kennen das, wo es einfach nicht klappt, wo man gehemmt wird, wo man behindert wird. Und jetzt ist natürlich die Frage, meckere ich nur oder haue ich mal einen Post auf Facebook raus, freue mich, wenn fünfmal geteilt wird und dann passiert aber natürlich nichts, weil auf Facebook wird viel gemacht. Und deshalb finde ich das auch so spannend zu gucken, wie können wir denn was verändern? Und das ist nicht die große Weltpolitik. Das ist auch nicht immer die Bundespolitik. Das ist manchmal nicht mal sogar die Landes- und die Kommunalpolitik. Das können einfach was sein. Man schafft was, dass ich in meinem Laden besser einkaufen kann. Dass ich da vielleicht eine kleine Unterstützung oder irgendwas bekomme. Das sind ja viele ganz kleine Dinge, vermeintlich kleine Dinge im Alltag, mit denen man sich rumschlägt. Und hier Wege zu finden, den Menschen aufzuzeigen, A, wie könnt ihr was verändern? B, wo findet ihr vielleicht Verbündete? Und C, guckt mal, wenn ihr was erreicht habt, auch wenn es noch nicht perfekt ist, ja, würdigt das, feiert das. Und deshalb habe ich auch immer so Spaß, wir haben vorher das Bildungs- und Forschungsinstitut zum Selbstbestimmen Leben behinderter Menschen angesprochen, das BIFOS, die machen ja Empowerment-Schulungen für Menschen, die sich in der Politik, in Gremien einbringen wollen. Und da ist ja immer so der Punkt, man redet, man schreibt, man diskutiert. Man geht zu Veranstaltungen und man sieht nicht in diesem großen Wald, was bringt es. Und ich glaube, wir müssen Erfolge mehr organisieren, Leute unterstützen und aber auch das sichtbar machen, berichten. Also darum stehe ich auch jeden Morgen immer wieder auf in den Kobinett-Nachrichten und schreibe, weil da geht es ja auch immer darum, was tun, was fordern Leute, aber auch, was haben sie erreicht. Und die guten Nachrichten zur Inklusion ist ja auch sowas. Also ich habe jetzt eine Mail bekommen von der Empowerment-Schulung, da nimmt man sich immer konkrete Projekte vor. Also jeder, jede, die da teilnehmen, nehmen sich was vor. Das kann klein, das kann größer sein, aber es sollte relativ schnell anpackbar und machbar sein. Also nicht gleich die ganze Welt verändern, sondern. Und da ist eine Franke aus Niederolm und die hatte so das Ziel, ach, wir wollen eine große Veranstaltung für Arbeitgeber organisieren, um die einfach auch mit behinderten Menschen zusammenzubringen. Das klang erstmal irgendwie recht kompliziert und habe ich gedacht, oh, wie will das so eine Person? Gut, dann hat es jetzt Verbündete. jetzt kriegte ich die Mail, jetzt gerade hier Ende März. Cool, wir haben es geschafft, wir haben die Veranstaltung durchgeführt, das war ein Erfolg und ich glaube, da ist jetzt vielleicht noch nichts passiert, aber vielleicht entstehen da auch Arbeitsplätze draus. Aber das sind Dinge, das haben die Leute geschafft, da können wir auch stolz drauf sein und da kann man dann auch wieder dran anknüpfen und das fehlt uns so ein bisschen der Blick in all diesen, großen Herausforderungen, Also Sascha, ich gebe dir sowas von recht. Ich glaube, wir müssen wirklich auch nochmal viel pragmatischer gucken. Ja, was haben wir denn erreicht? Wo haben wir was bewegt? Gucken wir mal, die letzten 20, 30 Jahre, es war doch furchtbar in den 80er, 90er Jahren. Ich weiß, da warst du noch jung, aber ich war da ja schon in der Blüte meines aufsässigen Jugendlebens.
Speaker1
01:08:59
Der Sturm und Drangzeit.
Speaker0
01:09:01
Ja, ja, die dauerte ein bisschen länger.
Speaker1
01:09:04
Die dauerte länger, okay. Du bist ja nur, nur, Klammern, zehn Jahre älter. Also so viel alt ist ja aber nicht.
Speaker0
01:09:11
Oh, dann muss ich mein Haupt ein bisschen beugen.
Speaker1
01:09:15
Aber trotzdem habe ich in den 80er-Jahren mich mit Behindertenpolitik absolut gar nicht interessiert. Da war ich Teenager, da habe ich ja gut, Mädels nachgeschaut, kann ich auch nicht sagen, ich war ja blind. Gute Nachrichten zur Inklusion, lieber Ottmar, noch sechs Monate läuft dein Projekt. Ich hoffe, es geht danach weiter. Was gibt es da aus dem Hause der guten Nachrichten?
Speaker0
01:09:35
Das Hause der guten Nachrichten, das hat immer noch Ideen, jetzt nach dreieinhalb Jahren, Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Ich bin darauf gestoßen, das französische Parlament, ich liebe es ja manchmal über die Grenzen zu gucken, da muss man immer gucken, wie kriegt man die Information. Auf jeden Fall, das hat die Abstimmung durch Aufstehen abgeschafft. Fand ich interessant, weil Weil dort ist ein Rollstuhlfahrer im Parlament und auch wenn viele Abstimmungen schon durch irgendwie Knopfdruck oder Handheben gemacht werden, aber Handheben ist auch so eine Sache, wenn jemand zum Beispiel keine Arme hat, haben wir ja auch Leute. Die Frage ist, wie gestalte ich Abstimmung? Im Bundestag haben wir das immer, da soll man dann aufstehen. Und es gibt manchmal dann die Ansage oder auch bei Gedenkfeierlichkeiten, dann sagen manche, also in den USA habe ich das oft erlebt, da ist das bewusster, diejenigen, die aufstehen können, mögen jetzt aufstehen. Damit wird schon anerkannt, dass das also für manche auch nicht geht. Ja, und die haben jetzt das abgeschafft, dass man also bei bestimmten Situationen die Abstimmung, seine Zustimmung durch Aufstehen gibt. Ja, weil als Rollstuhlfahrer bleibst du hocken. Da musst du irgendwie ein Fähnchen oder irgendwas finden. Aber es sind genau diese Sachen. Es sind so manchmal vermeintlich kleine Sachen. Aber du bist dann derjenige, der hockt. Alle stehen. Es wird nicht irgendwie gemacht. Und da kann man sensibler damit umgehen. Auf jeden Fall. Vielleicht eine kleine Maßnahme, aber ich fand das gut. Und ansonsten hat sich viel im März bei den guten Nachrichten zur Inklusion um Arbeit gedreht. Also das ist doch ein Thema, was Menschen umdrehen. Ein blinder Landwirt aus Norddeutschland hat über sein Wirken als Landwirt sozusagen berichtet. YouTube-Kanal mit über 30, was weiß ich, wie viele Follower da, 30.000 irgendwas, wo er seinen Alltag als blinder Landwirt beschreibt. Und der ist wirklich bei der Sache. Also das ist einfach gut. Da denkt man jetzt als erstes nicht dran, dass man als blinder Mensch eine Landwirtschaft betreibt. Aber er schafft es. Und das andere, was mich auch sehr gefreut hat, war diese Access. Das ist also eine GmbH, die ist in Erlangen angesiedelt, aber die macht so in dem ganzen Bereich Nürnberg, da im ganzen Frankenland da. zum Teil vermittelt die Leute ins Arbeitsleben. Und da sind wir wieder beim Preis. Die haben nämlich in Wien den Zero Project Award bekommen. Das ist also so eine internationale Initiative. Die finden dann jährlich sozusagen Preisverleihungen statt. Und weil es jetzt groß im internationalen Kontext bewegt, ist das schon eine Würdigung, wenn man da einen Preis kriegt. Und gerade die Access. Ich war damals oft in Erlangen bei der Bundesgeschäftsstelle, der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland war dort angesiedelt und da ist aus dem Zentrum für selbstbestimmtes Leben heraus dieses Access, speziell auf Arbeit. Boah, die haben jetzt inzwischen Kontakte, ich glaube, über 1500 Arbeitgeberinnen, Arbeitgebern mit denen, die zu tun haben. Die haben über 1000 Leute oder noch mehr in Arbeit, also in wirklich inklusive Arbeit vermittelt. Die ringen natürlich auch damit, dass der Übergang mit den Werkstätten nicht so klappt. Also es ist so eine, nicht nur ein Stachel, sondern auch so ein Beispiel, ähnlich wie die Hamburger Arbeitsassistenz, die einfach zeigen, es geht was. Und ich finde das super, dass die im Herzen Bayerns sind. Ja, das sind dann so für mich, wo ich immer sage, ja. Man kann vielleicht sagen, das müsste eigentlich Standard sein, aber es ist nicht Standard. Und man kann auch sagen, naja, warum brauchen wir immer so Projekte? Naja, wir haben solche Projekte, weil Leute sich auf den Weg machen, um was anderes zu tun, dafür zu kämpfen. Und dieses Projekt selber hat auch einen hohen Anteil Schwerbehinderter Beschäftigter. Ich weiß es selber eigentlich, ein Inklusionsbetrieb. Und ich finde das schon interessant, dass dann solche Initiativen durch solche Verleihungen dann doch wieder hochgespült werden. Weil, wenn man jetzt theoretisch darüber redet, was soll ein Koalitionsvertrag, wie wollen wir Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, da sage ich mal eine Gruppenfahrt von CDU, CSU und SPD nach Erlangen zu Access. Vielleicht lernt ihr was.
Speaker1
01:14:00
Sehr spannend. Wir werden auch noch im Laufe dieses Frühjahrs über den Zero Project sprechen. Wir waren dieses Jahr leider live nicht dabei, weil der Termin sich verändert hat und damit eine Präsenz vom Eagle Podcast in Wien nicht möglich gemacht hat. Aber wir sind in Kontakt mit den Kollegen für mal einen Rückblick zu machen, weil es ist nie zu spät, einen Rückblick zu machen. Wir machen aber jetzt einen Blick nach vorne, lieber Ottmar. In diesem Monat April gibt es so einiges. Wir veröffentlichen am 1. April. Am 2. April ist der Global Summit, Disability Summit. Ich muss ja ganz ehrlich gestehen, dass ich noch immer nicht so genau weiß, was das Ding soll, was es uns bringen soll. Ich weiß, dass in Luxemburg unser Land auch präsent sein wird. In Deutschland sind verschiedene Vereinigungen da. Ich habe das System noch nicht verstanden. Entweder ist es total an mir vorbeigegangen, aber vielleicht kannst du mich aufklären. Vielleicht weißt du ein bisschen mehr. Ich finde aber auch, dass in Kubinett-Nachrichten wenig drüber steht.
Speaker0
01:14:57
Ja, ich habe schon mal so ein bisschen darauf hingewiesen. Es gibt einen Film. Der Global Disability Summit findet statt am 2. und 3. April in Berlin. Da werden also an die 3000 Leute unterwegs sein dort aus allen Herren- und Frauenländern. Das ist, glaube ich, der Dritte insgesamt. Er ist entstanden eigentlich so als Initiative aus der Entwicklungszusammenarbeit. Man will die Länder des globalen Nordens mit dem globalen Süden zusammenbringen, um auch nochmal die Entwicklungshilfemaßnahmen zu stärken. Und darum segelt das an einigen von uns auch vorbei, weil wir sind in Deutschland. Ich keine Ahnung, wie ihr in Luxemburg seid, aber wir sind von der Behindertenbewegung wahnsinnig schlecht aufgestellt. Wir haben immer Leute, die sich engagieren, aber wir haben kaum Mittel, weil die Förderbedingungen so bescheuert sind. Weil wenn ich 25 Prozent für ein Entwicklungsprojekt selber aufbringen muss, das schaffen wir nicht als Selbstvertretungsorganisation. Aber es fließt natürlich sehr viel Entwicklungshilfegeld. Und das ist das Spannende jetzt bei diesem Thema. Da geht es jetzt also vorrangig auch, was kann man tun? Welche Initiativen kann man ergreifen, um Entwicklungszusammenarbeit zu fördern, die gerade auch der Großteil der behinderten Menschen, die in Entwicklungsländern wohnen? Wie kann man die stärken? Und eine Geschichte, die vorangetrieben wird, es wird eine Amman-Berlin-Declaration, also eine Erklärung. Und zwar Jordanien und Deutschland organisieren den Gipfel zusammen mit einer Selbstvertretungsorganisation internationalen. Und da wird es eine Erklärung geben, das Ziel ist, und das finde ich schon wieder interessant. Dass wenn es ungefähr auf der Welt 15 Prozent behinderte Menschen gibt, dass auch 15 Prozent der Gelder aus der Entwicklungshilfe für die Inklusion behinderter Menschen fließen müssen. Dass also diese Gruppe nicht aus dem Blick gerät. Und da sind wir jetzt ja gerade in einer Zeit. Donald Trump streicht zusammen, was er nur kann. Die ganze US-Entwicklungshilfe bricht zusammen. Andere Länder fangen auch schon so nachzuziehen. Also es ist, glaube ich, eine schwierige Zeit. Da sterben jetzt Menschen, weil plötzlich die Hilfe abgeschnitten wurde. Und ich finde das so eine gute Gegeninitiative, wo jetzt die Leute zusammenkommen, sich austauschen. Da geht es natürlich auch ganz viel darum, gegenseitig voneinander zu lernen. Aber da sind die Regierungen, da sind die Behindertenorganisationen da, da sind verschiedene Akteure aus der Entwicklungszusammenarbeit. Das findet am 2. und 3. in Berlin statt. Und heute beginnt sozusagen auch schon eine Vorkonferenz von den Selbstvertretungsorganisationen behinderter Menschen.
Speaker1
01:17:42
Ich denke mal, dass wir im Monatsrückblick im 1. Mai nochmal darauf zu sprechen kommen, was dann so ist. Dann haben wir noch in diesem Monat April, den 17. April, das ist ein Donnerstag,
Speaker0
01:17:52
Da findet die 250.
Speaker1
01:17:54
Episode vom IGL-Podcast statt. Das haben wir schon mal ganz am Anfang, glaube ich, erwähnt. Sollte man noch erwähnen. Was hast du noch
Speaker0
01:18:00
Auf dem Plan? Naja, zu der 250. Episode des Podcasts, muss man sagen, Sascha weiß noch nicht, was da kommt. Nee.
Speaker1
01:18:10
Eine freundliche Übernahme meines Podcasts.
Speaker0
01:18:12
Ja, es gibt Leute, die arbeiten da dran. Also man darf sehr gespannt sein, was da am 17. April rauskommt.
Speaker1
01:18:20
Wir müssen auch noch erklären, wie der das hochladen wollte, weil im Endeffekt will ich das wirklich nicht im Vorfeld wissen. Also ihr müsst doch mit meinem Grafikdesigner Kontakt aufnehmen und ihr müsst die Daten kriegen, wie ihr das hochladen müsst. Weil im Endeffekt will ich wirklich erst am 17. April, weil wenn ich das ja selber hochlade, dann kann ich ja schon reinhören. Das will ich aber nicht. Ich will wirklich erst am 17. April, wenn die Veröffentlichung ist, will ich das erst erfahren. So bin ich dann. Aber das klären wir doch im Offen.
Speaker0
01:18:44
Sascha, lass dich überraschen. Auf jeden Fall haben wir ihm irgendwann mal gesagt, vergiss, sorge dich nicht, um die 250 der Ausgabe. Es wird irgendwas passieren. Wir sind alle selber gespannt. Ja, im April, ja, der April wird uns wahrscheinlich einen Blick in die nächsten, vier Jahre Regierungskoalition bringen.
Speaker1
01:19:06
Bist du wirklich überzeugt, dass die das, also vor den Ausgaben sind noch drei Wochen, bist du wirklich, dass das der Herr Herzler ist?
Speaker0
01:19:11
Also ich glaube, ich glaube es, weil jetzt sind, jetzt sind wir ja schon in Verhandlungen sozusagen der, ja, der oberen Etage, also der Chefinnen und Chefinnen, die Frage ist, wo sie sich einigen. Sie haben ja jetzt die 500 Milliarden im Rücken für die ganze Infrastrukturmaßnahme. Also ich denke, es könnte im April noch klappen. Ich bin selber sehr gespannt, aber das ist natürlich jetzt für alle diejenigen, die Hoffnung haben, dass natürlich an den Regeln, die die Behindertenpolitik beherrschen, die Gesetze, was gemacht wird. Das wird natürlich wieder so eine spannende Phase sein und dann sind wir leider wieder auf der Ebene, Sie daran zu erinnern, tut auch, was er reingeschrieben hat. Also das könnte im April noch kommen. Und dann geht Ende April, ich glaube ab 26. Oder so, fangen schon die ersten Aktivitäten zum Europäischen Protesttag statt. Da werden wir dieses Jahr auch wieder hunderte von Veranstaltungen erleben. Ich hoffe, dass wir da auch ein paar kraftvolle Aktionen hinkriegen. Ja, und dann haben wir auch im April Ostern. Und ich hoffe, wir alle finden auch gute Ostereier.
Speaker1
01:20:20
Denke ich auch. In diesem Sinne, liebe Zuhörer, das war es für den Monatsrückblick auf den Monat März. 180 Nachrichten standen uns zur Verfügung. Wir konnten sie nicht alle bearbeiten. Mehr Informationen auf www.kubinet-nachrichten.org. Einen herzlichen Dank geht raus an Mr. Ottmar Malz-Pau. Vielen Dank für dieses wunderbare Gespräch, was wir am 30. März 2025 aufgezeichnet haben und am 1. April 2025 veröffentlichen. Danke, lieber Ottmar.
Speaker0
01:20:48
Es war mir wie immer ein Vergnügen und Sascha, fast vier Jahre lang machen wir das schon. Wahnsinn.
Speaker1
01:20:53
Wahnsinn, ne? Das ist großartig. Danke für deine Geduld auch und deine Energie und überhaupt dein Durchhaltevermögen.
Speaker0
01:21:00
Sind immer für mich die besten Prüfungen, wenn Sascha fragt und ich weiß noch nicht, was er fragt. Ihr Lieben, macht's gut.
Speaker1
01:21:07
Das war's für die Episode 247 vom Eagle Podcast. Wie immer alle wichtigsten Links in den Shownotes. Bis dann, macht's gut. Euren Crusator Sascha Lang.
Music
01:21:16
Speaker0
01:21:26
Für den Inklusator Sascha Lang bedeutet Inklusion, Inklusion ist ein Gesellschaftsprojekt. Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazugehört. Egal wie du aussiehst, welche Sprache du sprichst oder ob du eine Behinderung hast. Inklusion heißt Teilhaben. Wir möchten Dich mit unserem Podcaster zu motivieren, bereits jetzt an der Gesellschaft teilzunehmen. Denn nur so können Barrieren abgebaut werden. Barrieren, die nicht nur im Alltag bestehen, sondern auch in den Köpfen. Lasst uns diese gemeinsam abbauen.
Music
01:22:00
Speaker0
01:22:09
Das war der Podcast Igel Inklusion ganz einfach leben mit eurem Inklusator Sascha Lang.
Music
01:22:15
Speaker0
01:22:15
Www.inklusator.de.igelmedia.de.
Music
01:22:38