Im Sturm der Reformen – Community kämpft weiter für Teilhabe
Monatsrückblick auf den Februar 2026 mit Sascha Lang (Inklusator) & Ottmar Miles-Paul (Kobinet Nachrichten)
01.03.2026 67 min Sascha Lang & Ottmar Miles-Paul
Zusammenfassung & Show Notes
Im Sturm der Reformen – Community kämpft weiter für Teilhabe
Monatsrückblick auf den Februar 2026 mit Sascha Lang (Inklusator) & Ottmar Miles-Paul (Kobinet Nachrichten)
Im Sturm der Reformen blicken Sascha Lang und Ottmar Miles-Paul auf einen politisch aufgeladenen Februar 2026 zurück.
Im Mittelpunkt steht der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes, der in der Community massive Kritik auslöst.
Besonders die Formulierung, Barrierefreiheit könne für Unternehmen eine „unverhältnismäßige und unbillige Belastung“ darstellen, sorgt für Empörung.
Die Frage steht im Raum, ob wirtschaftliche Interessen erneut über gleichberechtigte Teilhabe gestellt werden.
Diskutiert wird der konkrete Zeitplan im Bundestag mit Anhörung Anfang Mai und möglicher Beschlussfassung im Laufe des Monats.
Die beiden betonen, wie wichtig jetzt öffentlicher Druck und direkte Kontakte zu Abgeordneten sind.
Auch der Europäische Protesttag am 5. Mai rückt als politischer Hebel in den Fokus.
Thematisiert wird zudem die stockende Reform der Werkstätten für behinderte Menschen.
Niedrige Entgelte und minimale Übergänge auf den ersten Arbeitsmarkt bleiben strukturelle Probleme.
Hinzu kommt der Gender Pay Gap in Werkstätten, der behinderte Frauen zusätzlich benachteiligt.
Bei der Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes herrscht ebenfalls Unsicherheit über den weiteren Verlauf.
Hoffnung machen einzelne Gerichtsentscheidungen zur Barrierefreiheit, etwa zu zugänglichen Dokumenten.
Mit Spannung wird ein Urteil des Bundesgerichtshofs zum Zugang zu Reha-Leistungen erwartet.
Sascha berichtet außerdem von der Zero Project Konferenz in Wien und internationalen Innovationsprojekten.
Im Zentrum standen dort inklusive Krisenvorsorge und digitale Notruflösungen für Menschen mit Behinderung.
Persönlich schildert er seine Erfahrungen mit einer Fluggesellschaft, die die Mitnahme seines Assistenzhundes verweigerte.
Der Vorfall wirft Fragen zur praktischen Umsetzung europäischer Rechte auf.
Im Gespräch wird deutlich, dass Barrierefreiheit kein Nischenthema ist, sondern ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft.
Die Community steht vor großen Herausforderungen, zeigt aber zugleich Engagement und Vernetzung.
Der März soll nun genutzt werden, um Reformprozesse aktiv zu begleiten und Teilhabe entschlossen einzufordern.
Im Mittelpunkt steht der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes, der in der Community massive Kritik auslöst.
Besonders die Formulierung, Barrierefreiheit könne für Unternehmen eine „unverhältnismäßige und unbillige Belastung“ darstellen, sorgt für Empörung.
Die Frage steht im Raum, ob wirtschaftliche Interessen erneut über gleichberechtigte Teilhabe gestellt werden.
Diskutiert wird der konkrete Zeitplan im Bundestag mit Anhörung Anfang Mai und möglicher Beschlussfassung im Laufe des Monats.
Die beiden betonen, wie wichtig jetzt öffentlicher Druck und direkte Kontakte zu Abgeordneten sind.
Auch der Europäische Protesttag am 5. Mai rückt als politischer Hebel in den Fokus.
Thematisiert wird zudem die stockende Reform der Werkstätten für behinderte Menschen.
Niedrige Entgelte und minimale Übergänge auf den ersten Arbeitsmarkt bleiben strukturelle Probleme.
Hinzu kommt der Gender Pay Gap in Werkstätten, der behinderte Frauen zusätzlich benachteiligt.
Bei der Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes herrscht ebenfalls Unsicherheit über den weiteren Verlauf.
Hoffnung machen einzelne Gerichtsentscheidungen zur Barrierefreiheit, etwa zu zugänglichen Dokumenten.
Mit Spannung wird ein Urteil des Bundesgerichtshofs zum Zugang zu Reha-Leistungen erwartet.
Sascha berichtet außerdem von der Zero Project Konferenz in Wien und internationalen Innovationsprojekten.
Im Zentrum standen dort inklusive Krisenvorsorge und digitale Notruflösungen für Menschen mit Behinderung.
Persönlich schildert er seine Erfahrungen mit einer Fluggesellschaft, die die Mitnahme seines Assistenzhundes verweigerte.
Der Vorfall wirft Fragen zur praktischen Umsetzung europäischer Rechte auf.
Im Gespräch wird deutlich, dass Barrierefreiheit kein Nischenthema ist, sondern ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft.
Die Community steht vor großen Herausforderungen, zeigt aber zugleich Engagement und Vernetzung.
Der März soll nun genutzt werden, um Reformprozesse aktiv zu begleiten und Teilhabe entschlossen einzufordern.
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Transkript
Inklusion. Ganz einfach leben.
Der Podcast für gelebte Inklusion.
Mit eurem Inklusator Sascha Lang.
EGEL Inklusion ganz einfach leben. 1. März 2026.
Herzlich willkommen zur Episode 307.
Es ist der erste Tag im Monat. Das heißt Monatsrückblick gleich zu Gast.
Mein Redaktionskollege und unser Man of the News, Mr. Ottmar Malzpaul.
Herzlich willkommen und.
Igerl Inklusion, ganz einfach eben der Podcast für geliebte Inklusion.
Am 1. März 2026, internationaler Tag des Rollstuhls, sprechen wir sicherlich
definitiv auch über Barrierefreiheit.
Herzlich willkommen, Redakteur von den Kobinett Nachrichten, Mr. Ottmar Malz-Paul.
Ja, hallo in die Runde. Es ist März und der Frühling beginnt,
zumindest der meteorologische. Und die Sonne scheint.
Sascha, blicken wir zurück auf den Februar. Da hat es viel geregnet,
zum Teil geschneit, da war einiges los.
Ja, du wirst wissen, was du wissen willst. Ja, es war einiges los.
Endlich hat das Kabinett sich mit dem Bundesgleichstellungsgesetz beschäftigt
und einen Entwurf vorgelegt, der jetzt diskutiert wird.
Und wie wir uns vorstellen können, wie wir befürchtet haben,
hinterlässt es Nackenschmerzen wegen zu vielem Kopfschütteln.
Der Sascha schnauft, hat Machen, Schnacken, Schmerzen und Kopfschütteln.
Ich glaube, dieser Entwurf, denn das Bundeskabinett jetzt ja immerhin als Gesetzentwurf,
also damit ist es ja die Vorstufe eines verabschiedenden Gesetzes,
also schon was richtig Wichtiges, was die da sozusagen vorgelegt haben.
Da haben, glaube ich, viele noch weitere Schmerzen gekriegt.
Zumindest war das in den Kobinettnachrichten förmlich zu spüren.
Das hat man gelesen und gespürt und jeder, der wollte, konnte.
Musste, dachte, hat was dazu geschrieben.
Ich habe an sich davon gelesen, auch auf der Bundesregierungsseite,
da gab es ja einen wundervollen Post.
Alleine die Tatsache, dass der Satz drin stand, wir wollen die privaten Unternehmen
nicht mit zu viel Barrierefreiheit überfordern,
hat ja wirklich, ich habe gedacht, ich würde nicht mehr richtig lesen,
nachdem der Bundestag 2021 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz schon verwässert
auf den Weg geschickt hat,
das heißt eine europäische Direktive nicht vernünftig umgesetzt hat,
Steht dann im Jahre 2026 bei 15 Prozent der Bevölkerung,
die mit einer Behinderung sich sehen und behindert sind,
steht dann da, wir wollen die Privaten nicht überfordern.
Dann habe ich mir die Frage gestellt, 15 Prozent Bevölkerung,
die eventuell zum Shopping eingeladen werden könnten, wenn Barrierefreiheit
in den Privatunternehmen herrschen würde.
Ist das eine Gesellschaft, eine Wirtschaft überfordert, lieber Ottmar?
Ja Sascha, wenn das jetzt in irgendeiner Diskussionsrunde der Ausdruck gefallen
wäre, dann hätte es wahrscheinlich Widerspruch gegeben, man hätte diskutiert.
Ja, so meinen wir das ja alles nicht, aber man muss ja bedenken,
die Wirtschaft und Krisen und drum und drum.
Aber das steht jetzt in einem Gesetzentwurf drin und ich finde,
das ist schon eine heftige Ansage und das ist auch die Kernkritik an der ganzen
Sache und darum habe ich mich auch ehrlich ein bisschen gewundert,
wie so die ersten Reaktionen, also Bundesregierung, solchen Gesetzentwurf,
dann ja groß auch noch rausproleten und die Tagesschau hat auch vieles von dem,
was die Bundesregierung da verbreitet hat, erstmal übernommen und das klang dann so.
Also es war nur ein Bericht, der in Schriftform war auf der Tagesschau-Seite
und das klang dann so, jo, die Bundesregierung macht hier was richtig Gutes.
Und das ist so ein bisschen, ja, das ist das große Problem. Es wird immer so
unheimlich viel geblendet, Schatten geboxt.
Ich will jetzt mal gar nicht von Fake News reden, aber es ist ja immer eine
Frage, wie präsentiert man eine Nachricht?
Und das war auch jetzt das Spannende in der Berichterstattung.
Ich hatte an dem Tag, ich wusste, dass es im Bundeskabinett verabschiedet wurde.
Ich habe heiß und hungrig darauf gewartet, wann kommt die Meldung,
dass es im Kabinett beschlossen wurde und was sagt die Bundesregierung.
Und dann hatte ich das veröffentlicht, weil ich dachte, gut,
eine Nachricht. Und dann polterte es aber den ganzen Tag rein.
Und solche Tage sind für mich dann wieder, manchmal fragt man sich, warum jeden Morgen?
Warum schon seit, was weiß ich, über 25 Jahre fast jeden Tag Kobinettnachrichten
schreiben und gucken und machen?
Aber wenn dann solche konkreten Sachen kommen, Gesetzesinitiativen,
dann ist es schon gut, wenn man so ein Instrument hatte.
Und so sind halt bei uns diese verschiedenen Rückmeldungen aufgeschlagen.
Der ganzen Verbände, der Beauftragten, die Förderabermann, die Beauftragten.
Antidiskriminierungsbeauftragte war ganz schnell in ihrer Stellungnahme, der Jürgen Dusel.
Und wenn man das so liest, also da haben sich jetzt bestimmt schon an die 20
verschiedene Akteure jetzt geäußert im Laufe des Monats mit Pressemeldungen.
Es ist einhellig, also dass da ein Satz drin steht. Und da sind wir wieder,
sind wir Kundinnen oder was sind wir eigentlich?
Da wird zuerst beschworen, angemessene Vorkehrungen ist wichtig.
Ja, Barrierefreiheit ist wichtig. Das soll auch berücksichtigt werden.
Und dann kommt der Satz, für Unternehmen stellt der Abbau von Barrieren und
sozusagen die angemessenen Vorkehrungen eine unverhältnismäßige und unbillige Belastung dar.
Und Andreas Bethke vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband hat das
mit so einem Sharepick, wie man es ja heutzutage auf Social Media macht,
gut beantwortet. Sind wir behinderte Menschen eigentlich nur eine Bürde für die Gesellschaft?
Und ich meine, wenn sowas im Gesetzentwurf steht, von einer Bundesregierung,
wo auch die SPD ja noch mit in der Regierung ist, wo die CDU noch ihr Christlicht
davorstehen hat, wo wir schöne Sonntagsreden hören.
Also wir sind eine unverhältnismäßige und unbillige Belastung.
Und darum muss man also nicht mal, also Barrieren verstehe ich noch,
wenn ich jetzt richtig umbauen müsste. Da kann man überlegen, wie kriegt man das hin?
Aber eine angemessene Vorkehrung, Sascha, wenn ich frage bei McDonald's,
ich kann Ihre Karte dahinter nicht lesen, können Sie mir mal kurz sagen,
welche Burger Sie haben?
Und die können mir lauthals ins Gesicht sagen und sagen, Entschuldigung,
das ist für uns eine unbillige und unverhältnismäßige Belastung,
Ihnen das jetzt vorzunehmen. Da schäme ich mich für dieses Land.
Absolut. Und wir haben es ja gesehen, die Reaktionen waren massiv.
Auch Raul Krauthausen hat eine sehr interessante Initiative gemacht,
die ich auch lobenswert finde.
Er hat ein Tool entwickelt oder sein Team hat ein Tool entwickelt,
wo man den Abgeordneten jetzt E-Mails schicken kann.
Ich denke, dass das ganz viele fleißig gemacht haben. Ihr habt das auch,
glaube ich, auf der Kobinett-Seite veröffentlicht, ne?
Ja, ja, und das von Raoul Krauthausen, der war super schnell und das war klasse.
Er hat es ja als vergiftetes Geschenk bezeichnet, diesen Gesetzentwurf.
Und hat dann sehr schnell selber einen Brief an Abgeordnete aus dem Wirtschaftsausschuss,
und dem Ausschuss für Arbeit und Soziales an die CDU, CSU und SPD-Abgeordneten geschrieben,
auch mit dem Gesprächsangebot, da kommen auch die Rückmeldungen,
Hat dann aber dankenswerterweise auch die Adressen und Musterbriefe auch ins Internet gestellt.
Das war eine richtig gute Lobbygeschichte und das reiht sich ein.
Wir hatten ein Treffen von Akteuren, die auch früher schon für Barrierefreiheit
und so aktiv waren, gerade wenn Gesetze kamen.
Und da haben wir ganz verschiedene Maßnahmen besprochen und eine davon war,
jetzt sind wir in einer Phase, der Gesetzentwurf liegt vor.
Der Deutsche Bundestag hat den jetzt wahrscheinlich schon zugeleitet bekommen,
der Bundesrat kann Stellung nehmen.
Jetzt geht es nur noch darum, schaffen es die Bundestagsabgeordneten,
und da sind natürlich die Regierenden, CDU, CSU und SPD, die haben es in der
Hand, schaffen sie es, noch Änderungsanträge einzubringen.
Wenn sie das nicht schaffen, dann wird das ein richtig miserables Gesetz.
Und darum ist es das, was Raoul Krauthausen ja hier macht und ich hatte auch
schon in Briefe an Abgeordneten, andere auch geschrieben, wir müssen an die
Abgeordneten ran und sagen, Moment mal.
Ihr seid nicht nur die Ansprechpartner der Wirtschaft und ihr seid nicht nur
da, um die Wirtschaft vor, was weiß ich, vor behinderten Menschen zu schützen,
die euch irgendwelche Kosten oder sonst was verursachen.
Ihr seid auch für uns da.
Und wir sind Kundinnen und Kunden, wir sind diese 15 Prozent.
Und ja, das hoffe ich jetzt natürlich, wir können das von den Verbänden her,
können wir natürlich sowas schreiben.
Viel wichtiger ist, dass Leute in ihren Wahlkreisen gucken, wer ist eigentlich
mein Bundestagsabgeordneter?
Wer ist dort zum Beispiel für die CDU oder CSU oder SPD drin?
Und die schreibe ich an und sage, Leute, das geht gar nicht.
Also ich hoffe, ihr ändert das und wenn nicht, dann schämt euch.
Das Gesetz wird scheinbar Ende März, Anfang April im Bundestag vielleicht verabschiedet,
vielleicht angepasst, vielleicht auch abgelehnt. Man weiß es nicht, Frau auch nicht.
Was ist danach die Möglichkeit, wenn so ein Gesetz durchgeht,
was ja einschlägig gegen die UN-Binnenrechtskonvention verstößt?
Das sind wir uns ja alle, glaube ich, einig, dass es gegen die UN-Binnenrechtskonvention
verstößt. Was sind danach noch die Möglichkeiten?
Könnte man so ein Gesetz vom Verfassungsgericht anklagen? Könnte man da vorgehen?
Also wir haben zum Glück, zum Glück haben wir noch ein bisschen mehr Zeit,
hoffe ich, weil jetzt muss man gut unterscheiden, was passiert jetzt.
Und da gibt es so einen Zeitplan, der kann sich natürlich verschieben.
Der Zeitplan sieht jetzt vor, der März ist sozusagen die Zeit,
da können sich die Bundesländer das angucken.
Also der Bundesrat, der könnte zum Beispiel anregen, dass dieser Satz,
den ich davor genannt habe mit den Unternehmen, dass das unbillige und unverhältnismäßige
Belastungen sind, dass der gestrichen wird.
Also im März könnte man jetzt zum Beispiel noch an die Ländervertreter ran.
Dann ist so ein Gesetzgebungsverfahren hier in Deutschland interessant.
Das hat immer verschiedene Stufen. Also jetzt hat die Regierung einen Entwurf vorgelegt.
Und wahrscheinlich so 19. bis 20.
April rum, da wird zum ersten Mal im Bundestag über den Gesetzentwurf diskutiert.
Und das ist schon mal sehr spannend, weil da sieht man dann, wie,
Wie positionieren sich die einzelnen Abgeordneten, vor allem diejenigen aus
den Regierungsfraktionen?
Wilfried Oellers von der CDU-CSU, der Behindertenbeauftragte der Fraktion,
hat gesagt, ja, wir halten Wort und jetzt endlich Barrierefreiheit,
aber man darf die Unternehmen da nicht belasten.
Ja, vielleicht könnte man darüber reden, dass die Bundesbauten nicht erst 2045
barrierefrei werden und vielleicht ein bisschen früher, aber da war kein richtiger
Veränderungswille zu spüren.
Heike Heubach hat zwar gelobt, jetzt gibt es das Ding endlich mal,
ja, das sage ich auch, jetzt gibt es das endlich mal, aber die Qualität zählt
am Ende, weil vom schlechten Gesetz haben wir gar nichts oder wird für uns sogar noch schlechter.
Die ist für die SPD, die Behindertenbeauftragte, ja, die ist schon kritischer,
aber die Frage ist, wie wird sie sich durchsetzen können. Also das werden wir so am 20.
Und 21. April rum, wenn die Debatte ist, da kriegt man ein Gespür dafür.
Und jetzt kommt ein wichtiges Datum.
Der 4. Mai könnte das sein. Das ist nämlich genau in der Woche mit dem Europäischen Protesttag.
Da dürfte es eine Anhörung vor dem Ausschuss für Arbeit und Soziales geben.
Da weiß man nie, wer wird jetzt eingeladen von den Verbänden,
nur die, die schön um den Mund reden und auch kritische.
Lädt sie die Opposition, laden sie die Regierenden ein.
Auf jeden Fall ist das natürlich ein wichtiger Fokus, weil bei dieser Anhörung
wird die Grundlage gelegt, wollen sie an dem Gesetz noch was ändern.
Und dann kommt, glaube ich, am 20. Mai ist die wichtige Ausschusssitzung vom
Ausschuss für Arbeit und Soziales.
Und wenn dort Änderungsanträge eingebracht werden, dann werden die dort beschlossen oder abgelehnt.
Und dann ist am Ende, ich glaube, 21. oder 22.
Mai die Debatte und Beschlussfassung. Und wenn dann dieses Gesetz beschlossen
ist, kann, glaube ich, der Bundesrat noch am 12.
Juni, da weiß ich nicht genau, ob es wirklich zustimmungspflichtig ist.
Auf jeden Fall der Bundesrat muss sich auch nochmal damit befassen.
Und dann sind wir an dem Punkt, Sascha, dann haben wir dieses Gesetz.
Und dann müssen wir gucken, wann tritt das Gesetz überhaupt in Kraft.
Das haben wir bei anderen Gesetzen ja auch gehabt. Das wird dann vielleicht
Mitte des Jahres beschlossen und das tritt erst im nächsten Jahr oder in zwei Jahren in Kraft.
Also das kann sein, das Gesetz, sagen wir mal, das tritt am 1. Januar 2027 in Kraft.
Und dann kann man natürlich versuchen, Verfassungsbeschwerde einzureichen.
Und da haben wir uns in unserem Aktionskreis auch schon damit beschäftigt.
Der Haken an dieser Geschichte ist, ich glaube, 90 Prozent der Verfassungsbeschwerden
werden vom Bundesverfassungsgericht abgelehnt.
Es ist sehr aufwendig, solch eine Verfassungsklage zu machen.
Und wir haben das jetzt bei dem Thema Triage erlebt.
Man gewinnt nicht immer vom Verfassungsgericht und es zieht sich über Jahre hin.
Das heißt, wenn wir es jetzt nicht schaffen, in den nächsten Monaten Druck auf
unsere Abgeordneten zu machen, dann können wir hinterher über Barrierefreiheit,
alles Mögliche schwätzen.
Aber wir werden ein miserables Gesetz haben und ich sag mal Hotel und Gaststätten,
die Läden, die Kinos und wer auch immer.
Die können sich erstmal zurücklehnen und wenn das wirklich so bleibt,
sagen, ja Moment mal, da steht doch dieser Satz.
Und den werden die Wirtschaftsverbände garantiert an ihre Mitglieder verbreiten.
Wir müssen doch hier gar nichts machen. Das ist doch für uns ein unverhältnismäßiger
Aufwand. Das ist doch eine Belastung für uns.
Also das heißt, die Glocken läuten jetzt in den nächsten zwei, drei Monaten
Dann schaffen wir es, Druck zu machen. Danach lässt man ja natürlich nicht davon ab.
Und wenn es dann eine Verfassungsbeschwerde möglich ist und Sinn macht,
dann werden die einzelnen Akteure das sicherlich versuchen.
Aber das ist dann leider immer nur der billige Nachklapp und wir sind wieder
hinten dran. Und mich ärgert das so enorm, weil man hätte doch hier ein einigermaßen
vernünftiges Gesetz machen können und man gemeinsam an einem Strang zieht.
Nein, wir sind wieder diejenigen, die die Bundesregierung beschimpfen müssen,
die Abgeordneten jetzt sozusagen da mühsam zu Kreuze kriechen,
sie zu überzeugen, was für ein Mist da eigentlich auf dem Tisch liegt.
Ja, und das ist so ein bisschen das Bittere an deutscher Behindertenpolitik.
Es gelingt leider selten den Regierenden, die Leute einfach richtig mitzunehmen
und auch mal zu gucken gemeinsam, weil in der Wirtschaft, es gibt doch Leute, die tun was.
Ja, die tun jetzt was. Die investieren vielleicht auch. Die bringen Haltegriffe
an verschiedenen Stellen an.
Der Konkurrent von nebenan, der sagt, nö, muss ich nicht. Der eine hat Kosten,
der eine bemüht sich, der kriegt hoffentlich auch behinderte Kunden.
Der andere kann sein Angebot viel billiger machen, was in der heutigen Zeit auch zählt.
Ja, da ist überhaupt nichts. Die Diskriminierer haben Vorfahrt.
Eine sehr düstere Prognose. Allerdings wissen wir ja, du hast gesagt, 19.20.
April, so da drum herum, Soll in dem Bundestag eine Debatte stattfinden und
danach kommt der Europäische Protesttag.
Das heißt, es wäre jetzt 2026 wirklich sinnvoll, vernünftig Protest zu organisieren und laut zu werden.
Vielleicht in Berlin, wo auch immer. Wie sieht es aus?
Ja, ich glaube, wir waren an einem Protesttag noch nie so heiß an der Politik
dran, weil der Protesttag findet ja immer so um den Europatag, also so um den 5.
Mai in Deutschland diese Woche, finden ja immer verschiedene Aktionen statt
und dieses Mal haben wir ein richtig heißes politisches Thema,
wo man sagen kann, liebe Abgeordnete, wir wollen nicht nur schwätzen,
sondern streicht ihr den Satz oder nicht.
Ja, erhöht ihr bestimmte Fristen, schafft ihr mehr Möglichkeiten,
da gibt es ja noch mehr im Gesetz, was man besser machen könnte.
Ja, und deshalb ist natürlich dieser europäische Protesttag verdammt wichtig.
Also wenn am 4. Mai die Anhörung im Bundestag stattfindet, die Demo in Berlin,
und die könnte eine größere wieder werden dieses Jahr, die ist auf den 5.
Mai leider schon terminiert.
Aber man kann ja auch am 4. Mai schon mal so deutlich machen,
liebe Abgeordnete, hier ist Druck im Kessel.
Also am 5. Mai wird es sicherlich eine größere Demo in Berlin geben.
Ich weiß schon, dass einige vor Ort Veranstaltungen durchführen und ja,
die Herausforderung ist jetzt, dass wir denen klar machen, ja,
Es gibt verschiedene Themen. Es gibt auch gerade die Diskussion zur Eingliederungshilfe.
Macht aber deutlich, wenn es nicht gelingt, hier klare Kriterien zur Barrierefreiheit
auch bei den Privaten, also von Anbietern, von Dienstleistungen und Produkten
hinzukriegen, dann haben wir es auch in der Eingliederungshilfe schwer.
Es hängt nämlich wirklich zusammen, weil wenn mir Barrieren aufgebaut wird und
ich Assistenz brauche, um teilhaben zu können,
dann wird das natürlich teurer für die Eingliederungshilfe, als wenn ich Barrieren
abbaue, weil wer von uns will denn schon zum Amt rennen und was beantragen,
wenn es vielleicht gar nicht nötig ist oder wenn man gar nicht so viel Hilfe
braucht, wie wenn man ständig an Barrieren stößt.
Also es könnte ein hoffentlich guter Mai werden und die Sterne stehen auch noch gut. Bis zum 31.
März können noch Veranstaltungen auch bei der Aktion Mensch beantragt werden, die gefördert werden.
Die haben, glaube ich, 2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Für bis zu 5.000 Euro kann man einen Antrag stellen ohne Eigenmittel.
Und ja, ich glaube, damit kann man auch eine gute Aktion machen und die Sandra
Vukovic, die das bei der Aktion Mensch koordiniert, die sagt,
ja, da ist schon einiges aufgeschlagen, es geht aber noch was.
Ja, und jetzt hoffe ich wirklich alle Aktiven, alle Inklusionsaktivisten dieser
Republik, das ist jetzt mal die Chance.
Gebt mal gemeinsam und ihr könnt alle verschiedene Töne anschlagen,
aber der Fokus sollte sein, es kann nicht sein, dass wir für Unternehmen eine
unverhältnismäßige und unbillige Belastung sind, sodass die gar nichts machen müssen.
Das widerspricht natürlich dem ganzen, ich sage es jetzt salopp,
Gefasel in diesem Gesetz, wo dann irgendwie
dass Barrierefreiheit beschworen wird und dann heißt es, nein,
ihr müsst das nicht. Du merkst dieses Gesetz.
Ich habe vor über 35 Jahren in den
USA erlebt, als dort das Antidiskriminierungsgesetz verabschiedet wurde.
Ich war auch bei Anhörungen im Kongress, als kleiner Bub damals,
sage ich mal, war ich mit dabei.
Und seit daher weiß ich, es geht, es macht Sinn, dass man gute Gleichstellungsbestimmungen
hat. Ich weiß es auch von Besuchen.
Es macht gerade, wenn man eine Behinderung hat, das Leben einfach leichter.
Man ist Kunde auf Augenhöhe und seit daher kämpfe ich dafür,
dass es in Deutschland kommt und deshalb, ich reg mich auf.
Sehr schön. Es gab noch vor einiger Zeit das Thema AGG-Reform jetzt. Wo sind wir da dran?
Ja, das ist auch hochinteressant, weil schon um die Weihnachtszeit,
als die Bundesregierung ja
wieder mal die Reform vom Behindertengleichstellungsgesetz verschoben hat,
wo es wieder Interventionen vom Wirtschaftsministerium gab, wo das Gesetz noch
mal schlechter gemacht wurde,
da sollte eigentlich schon die Reform vom Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz im Entwurf kommen.
Und dann hieß es immer, ja, wir warten täglich fast drauf, weil da muss man
auch eine EU-Richtlinie bis zum Sommer umsetzen.
Die haben eigentlich auch Zeitdruck.
Und jetzt die ganzen Wochen, ich bin ja alle Woche, zwei Wochen mal in dem Bündnis
AGG-Reform jetzt, also da geht es um das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz,
also Antidiskriminierungsgesetz eigentlich, für verschiedene benachteiligte Gruppen.
Und der Entwurf ist immer noch nicht da.
Und wir haben schon eine Gruppe sozusagen schon zusammengestellt,
die sofort dann inhaltlich reagiert und jetzt seit Wochen nichts.
Und ich vermute, und das ist natürlich eine zweite schwierige Nachricht,
die uns lobbytechnisch herausfordert.
Dass diese Vorschläge für das Behindertengleichstellungsgesetz,
jetzt auch für das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, dass die versuchen,
das einheitlich und wahrscheinlich schlecht zu machen.
Also zum Beispiel gibt es jetzt eine Frist von zwei Monaten,
um eine Diskriminierung zu melden. Das ist verdammt kurz.
Vor allem, wenn man noch irgendwie eine Beratung hinzuziehen will,
wenn man das erstmal verdauen will.
Und da hat man gehofft, naja, ein halbes Jahr, Jahr sollte rauskommen.
Jetzt im Behindertengleichstellungsgesetz ist die Frist auf vier Monate gesetzt.
Es wäre eine Weiterentwicklung, aber nicht wirklich viel.
Und wenn natürlich die Idee, dass angemessene Vorkehrungen, die ja auch für
andere benachteiligte Gruppen wichtig sind, dass die sozusagen dann im Behindertengleichstellungsgesetz
so weichgespült werden.
Ich sage jetzt mal für eine Person mit hohem Gewicht.
Wir erleben ja auch viele Diskriminierungen. Man geht dann in ein Restaurant,
dann haben sie so gut gestalte, ganz schmale Stühle.
Ja, dann hockt man da. Entweder passt man gar nicht rein oder ist es noch peinlich.
Da ist es doch ein leichtes zu sagen, Mensch, haben Sie mir auch einen anderen
Stuhl. Wir halten einen Stuhl ohne Lehne vor. Kann auch für andere besser sein.
Ja, und wenn es dann heißt, nö, müssen wir nicht, ist für uns eine Belastung,
dann ist das auch für andere Gruppen richtig schwierig.
Und drum war auch die Ferda Attermann als Antidiskriminierungsbeauftragte ganz schnell bei der Sache.
Der Antidiskriminierungsverband Deutschland, die betrachten das natürlich mit
Sorge, Okay, was kommt jetzt? Aber wir hoffen natürlich, Verbesserungen zu erreichen.
Und darum warten wir täglich darauf, dass dieser Referentenentwurf für diese
Reform auf den Tisch kommt.
Also irgendwie ist das alles miteinander verzwackt. In Frankreich sagt man jamais
deux sans trois, also selten zwei ohne das Dritte.
Reform der Werkstätten, die steckt auch irgendwo fest.
Ja, das stimmt, das stimmt. Und das hängt auch damit zusammen.
Weil da hatten wir ja auch immer wieder interveniert und haben gesagt,
ja, wann kommt ihr jetzt mal raus aus eurem Pott? Ich gehe mal zurück.
Es war warm, es war Sommer 2023, es war August.
Und da wurde am Ende des Monats eine Studie über das Werkstattentgelt,
dass das monatlich bei 226 Euro im Durchschnitt liegt, Vermittlungsquote bei 0,35 Prozent.
Und diese Studie wurde dann vorgestellt, mit den Werkstatträten diskutiert.
Dann wurde ein Dialogprozess vom Bundesministerium für Arbeit gestartet mit allen möglichen.
Und alle warteten, was kommt jetzt? Und es sollte auch schnell gehen. Es kam nichts.
Es kam nichts, es kam wieder nichts, die Ampelregierung platzte,
die neue Regierung will was tun, es kam nichts, es kam nichts, nachgefragt.
Ja, wir wollen zuerst das Behindertengleichstellungsgesetz durchbekommen und
dann packen wir das an. Und da haben wir wieder mal, wo das zusammenhängt.
Also es gibt jetzt wohl eine Chance, das sind so die neuesten Nachrichten,
dass das dann im Sommer angepackt wird mit entsprechenden Gesetzesvorschlägen.
Ich hoffe auch erstmal vom Ministerium Anhörungen über das, was sie vorhaben,
dass man da noch mitreden kann.
Also es könnte dann so zum Ende des Jahres könnte das Thema aufs Trapez kommen.
Ja, und da hoffen wir, dass da ja auch, ich sage mal, ich finde ja immer zentral,
dass Menschen auch Chancen gegeben werden, dass man nicht in einer Werkstatt
festsitzt, sondern wenn man sich verändern will, dass man auch Unterstützung bekommt.
Ich will raus, wer raus will, soll auch eine gute Unterstützung bekommen und
auch Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
Aber ich glaube, das ist nötiger denn je, weil, überleg mal Sascha,
monatlich 200 irgendwas Euro, du schaffst 30, 35 Stunden die Woche,
du bist dann ständig wieder auf welche Leistungen vom Sozialamt angewiesen,
man muss sich da immer wieder nackig machen.
Das ist für Menschen, die jetzt arbeitslos werden sind ist das ja schon für
ein, zwei Jahre eine richtig harte Nummer, aber für diese Menschen ist es oft
lebenslang und ich hatte jetzt ein Interview,
mit der Nancy Frind, die jetzt seit vier Jahren aus der Werkstatt raus ist das
ist einfach ein Unterschied, wenn ich mir auch mal ein Taxi leisten kann,
wenn der öffentliche Nahverkehr streibt ja.
Und wir haben ja schon bereits darüber berichtet, du hast es gerade nochmal
erwähnt, 226 Euro pro Monat, das sind glaube ich 1,5 Euro die Stunde, wenn überhaupt.
Also es ist ein sehr geringer Lohn, der weit weg vom Mindestlohn ist,
den ja die Bundesregierung auch aufweichen will, den Mindestlohn.
Das ist aber ein anderes Thema.
Jetzt stelle ich dann oder lese ich dann noch einen Zusatz.
Es geht nicht nur darum, dass Menschen mit Behinderung weniger bezahlt werden
oder zu wenig bezahlt werden in den Werkstätten, sondern da wird auch noch ein
Unterschied gemacht zwischen Mann und Frau.
Also da gibt es ein Gender Pay Gap, wie man so schön sagt. Also eine Diskriminierung
in der Diskriminierung von der Diskriminierung.
Ja, das ist ein Thema, bei dem behinderte Frauen schon seit Jahrzehnten immer wieder dran ist.
Die Martina Buschke, die Brigitte Faber, die Sigrid Anade.
Also auch Leute vom Weibernetz und auch die Tina Radtke, die in New York zum
Beispiel auch dafür gekämpft haben, dass bei der UN-Behindertenrechtskonvention
die Belange behinderter Frauen, dass die dort gleichberechtigt berücksichtigt werden.
Die haben ja schon ganz früh und immer wieder gesagt, naja, man guckt in der
Behindertenpolitik wie in manchen anderen Bereichen eigentlich hauptsächlich auf die Männer.
Man macht keine geschlechtsdifferenzierten Betrachtungen.
Und die Martina Puschke hat sich jetzt auch zum Ende Februar zum Equal Pay Day,
also wo es um gendergerechte Entlohnung für Männer und Frauen geht,
hatte die sich auch nochmal zu Wort gemeldet mit einer Presseerklärung vom Weibernetz.
Und gerade in Werkstätten ist es oft so, dass die Männer dann noch mehr Geld
kriegen und Frauen liegen oft bei 150, 160 Euro.
Die sind irgendwo in der Wäscherei und das wird dann nicht so hoch gewertet,
wie wenn jemand für VW irgendwas stanzt oder irgendwas mit Metall macht.
Also das heißt, behinderte Frauen sind ja ohnehin,
denke ich, in vielerlei Hinsicht benachteiligt, aber das zeigt sich auch in
den Waldstätten und ich war auch bei der Erstellung dieser Studie,
war ich in dieser Expertengruppe da mit dabei und da haben wir schon frühzeitig gesagt, liebe Freunde.
Differenziert das, guckt da nochmal genau hin und das wurde dann so ein bisschen
abgetan und ein paar Zahlen dazu sind drin.
Aber ich finde das gut, dass sich da behinderte Frauen auch verstärkt zu Wort melden,
weil die Chancen dann aus der Werkstatt rauszukommen, die sind dann natürlich
oft auch geringer, als es dann für Männer ist, die vielleicht nochmal irgendwo
eher in so einem Betrieb andocken können.
Also wir merken, es gibt noch sehr viele, sehr viele Themen und was mir diesen
Monat noch ein bisschen aufgefallen ist, es sind zwei spannende Themen.
Das war, der Bundesgerichtshof hat ein Urteil da liegend von einer sehbehinderten Frau,
die geklagt hat, weil sie keine Reha-Maßnahme
anmachen konnte oder abgelehnt wurde wegen ihrer Sehbehinderung Und parallel
dazu ein interessantes Urteil vom Münchner Gericht über Umsetzung von barrierefreien
Formen der Dateien oder der Informationen von Gericht und von Anwälten,
dass das auch in Audioform sein muss und dass das nicht am Anwalt der Klägerin
ist, das vorzubringen oder vorzulesen,
sondern dass das vom Gericht so dargestellt werden muss, dass die Person auch
Zugriff auf alle Informationen hat. Das sind ja zwei spannende Urteile.
Das andere Urteil vom BGH warten wir noch, aber ich bin mal gespannt, wie das ausgeht.
Das könnte nämlich eine ganze Menge auch in dem Reha-Bereich verändern,
weil wir ja insgesamt Probleme haben, überhaupt Reha-Maßnahmen mit Behinderung zu bekommen.
Ja, da kommen wir auf die gute Seite, die ich ja verzweifelt auch immer suche.
Und ich habe mal die, das waren glaube ich jetzt an die 200 Nachrichten,
die wir im Februar veröffentlicht haben, da habe ich drüber geguckt,
meine Güte, ist das immer düster.
Die Verbände fordern natürlich immer, die legen den Finger in die Wunde und
natürlich stoßt man dann auch auf gute Sachen.
Und ja, die versuche ich dann immer besonders festzuhalten. Und das sind gerade
auch immer wieder solche Gerichtsentscheidungen. Und da merkt man dann schon.
Es gibt ja einige Leute, die sagen, was wollt ihr mal mit euren Gesetzen?
Aber es hilft natürlich enorm, dass wenn ich mein Recht einklagen will,
wenn ich mein Recht will, wenn ich die Gesetze auf meiner Seite habe,
und darum ist natürlich diese Gerichtsentscheidung
über die barrierefreie Dokumente, das ist eine wichtige,
und von der Bundesgerichtshofsentscheidung, also höchstes Gericht in diesem
Bereich im Zivilrechtlichen,
die habe ich mit Spannung mir angeguckt.
Und zwar, ich habe gesehen, da haben mich auch andere aus dem Antidiskriminierungsbereich,
also das stößt auf breites Interesse, darauf hingewiesen, dass da was kommt.
Und dann hatte ich schon mal berichtet, dass da der Termin am 26. Februar ansteht.
Und dann habe ich natürlich dauernd gedacht, wann kommt die Meldung, wann kommt die Meldung.
Und dann habe ich reingeguckt, verschoben. Ich habe dann beim Andreas Bethke
nachgehakt vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband.
Der hat auch mit Spannung drauf gewartet, das muss mit Krankheit zu tun haben.
Also nicht, dass da eine Klage jetzt zurückgezogen wurde.
Und ich finde das total wichtig und ich bin da sehr hoffnungsfroh.
Ich hoffe, ich werde da nicht enttäuscht, aber ich hoffe da,
dass da eine gute Entscheidung kommt.
Weil ich kenne inzwischen eine ganze Reihe von, ja vor allem auch blinden und
sehbehinderten Menschen, aber auch Leute mit anderer Behinderung,
die haben zum Beispiel, was weiß ich, ob es jetzt psychisch oder man bricht
sich ein Bein oder sonst irgendwie was und jetzt kommen die in die Reha.
Und dann schlagen die Rehakliniken, also einige zumindest, erstmal die Hände
über den Kopf zusammen, weil sie sich nicht vorstellen können,
oh Gott, jetzt kommt ja jemand Blindes, hochgradig Sehbehindertes. Das geht doch gar nicht.
Ja, und das bekommen die Leute dann zu spüren. Sie kriegen entweder erst gar
keinen Platz. Und wir hatten so Geschichten wie, die sind dann dort angekommen.
Boah, die wurden flugs wieder nach Hause geschickt, weil sie sich ausgemalt haben.
Die fliegen irgendwelche Treppen runter oder sonst was. Und jetzt,
Sascha, du bist blind, ich bin sehbehindert.
Wir wissen, ja, Assistenz ist ein wichtiger Punkt und ja, manchmal braucht es
vielleicht auch einfach nur ein ganz klein bisschen Orientierung.
Wo ist mein Zimmer, wo ist der Aufzug?
Eine gewisse Hilfe im Speisesaal. Also das ist doch alles kein Hexenwerk und
bei irgendwelchen Anwendungen vielleicht mal ein bisschen mehr Erklärung oder
sonst was. Aber da scheint eine große Unflexibilität zu sein,
obwohl es ja mit dem Thema Behinderung zu tun hat.
Und da hatte ich jetzt gehofft, weil das macht Leuten wirklich zu schaffen.
Weil du hast eine medizinische, manchmal auch eine psychische Notsituation.
Und du willst dorthin, um zu gesunden, um wieder in die Gänge zu kommen.
Und du hast es nur mit dieser Abwehr, Diskriminierung, mit Unverständnis zu tun.
Und da hoffe ich jetzt, und ich bin so froh, dass das, ich glaube,
es war eine Frau, eine hochgradig sehbehinderte Frau, die das jetzt bis zum
Bundesgerichtshof vorantreibt, weil das muss man ja auch erstmal schaffen.
Und ich drücke so die Daumen, dass da eine gute Entscheidung rauskommt.
Aber es war jetzt nicht im Februar, es wurde verschoben, es stand auf der Seite
vom Bundesgerichtshof noch keine Neuterminierung an.
Ich hoffe, das passiert bald, weil da blicken einige auch aus den,
wie ich schon sagte, Antidiskriminierungsverbänden drauf, weil wir hatten ja
schon eine Entscheidung, das war glaube ich Januar, da ging es darum.
Müssen Makler von Deutschland.
Also Makler, die die Wohnungsvermietungen vorantreiben, müssen die ebenfalls
nicht Diskriminierung beachten.
Und da hat das Gericht ebenfalls Recht gegeben. Das war, glaube ich,
auch der Bundesgerichtshof.
Und das sind schon wichtige Entscheidungen, die uns einfach nochmal Rückenwind
geben, wo man dann den Reha-Kliniken sagen kann, ja, sie wissen aber schon,
Bundesgerichtshof, ich würde mich jetzt mal drum kümmern.
Sehr schön. Wir haben ganz viel auf der Kobinett-Seite, du hast gesagt,
über 200 Nachrichten wieder, aber sehr viel natürlich zum Bundesgleichstellungsgesetz.
Deshalb jetzt nochmal an dich so die Frage, was hast du noch aus dem Februar
rausgepflückt, wo du sagst, darüber sollten wir nochmal reden?
Ja, es war relativ am Anfang des Monats. Das war, glaube ich, der 5.
Februar war das. Und zwar, da konnte ich nicht anders und musste es aufgreifen.
Horst Frehe wurde 75 Jahre alt.
Horst Frehe, wer ihn nicht kennt oder den Namen noch nie gehört hat, der lebt in Bremen.
Im Moment ist er leider wieder in der Klinik hier bei mir ganz in der Nähe von
Kassel in Bad Wildungen, weil er doch immer eine Reihe von medizinischen Problemen hat.
Aber ob in der Klinik, ob aus dem Bett raus oder in Aktion,
Horst Frehe ist immer noch sehr aktiv und er hat vor allem ein wahnsinniges
Wissen, weil der Horst Frehe, der hat Wirtschaft studiert, der war dann Richter,
der war im Parlament in Bremen, der hatte in den 80er Jahren schon Hungerstreik,
als damals die Fahrdienstkürzungen anstehen, organisiert.
Der war bei den Krüppelgruppen dabei und Horst Frehe saß sogar mal auf der Regierungsbank
im Bundestag, weil er und der Andreas Jürgens und eine Reihe anderer behinderte
Juristinnen und Juristen hatten die entscheidenden Vorschläge für die,
die Reform des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes gemacht. Und als das verabschiedet
wurde, wurde der Horst Frehe und der Andreas Jürgens, die wurden dann auf die
Regierungsbank sozusagen mit dazugeladen, saßen dort im Bundestag.
Und ja, das sind nur so ein paar Ausschnitte. Ich meine, der Horst hat eine
total interessante Geschichte, aber er ist ein Beispiel dafür.
Wie sich so ein Engagement über viele Jahre zieht, wie man auch,
ich sage mal, mit dem Wissen oder mit den Möglichkeiten, die man hat,
auch für andere was tun kann.
Und er hat auch die Horst-Frehe-Stiftung vor ein paar Jahren gegründet,
wo er jetzt ganz viel macht zu barrierefreien Wohnungen, weil er sagt einfach,
behinderte Menschen, die müssen sicher sein, dass sie nicht aus ihrer Wohnung rausfliegen.
Die müssen überhaupt mal eine barrierefreie Wohnung finden.
Und deshalb ist er da in Bremen hochaktiv. Und es war mir einfach mal eine Freude, dass der 75.
Geburtstag von ihm nicht ganz so stillschweigend vorbeizog.
Also das war so eine Sache.
Der Karneval war ja auch noch, Sascha. Richtig. War dann mir vorbei?
Ich habe immer so ein halbes Herz, weil ich ja fünf Jahre in Mainz gelebt habe
und im Schwabenland aufgewachsen bin.
Da war ja auch immer, ja, da fragt man sich ja immer Karneval.
Es ist wirklich, da kommen ja alle Jecken zusammen, so wie sie sind.
Und da fragt man sich ja immer, naja, spielen behinderte Menschen da auch eine Rolle?
Oder wird nur irgendwer nur irgendwelche blöde Witze über sie gemacht,
die manchmal unter der Gürtellinie sind?
Und in Politik kennen wir das ja auch, wenn dann irgendwie jemand mit blinder
Wut, blindem Hass, wo man manchmal denkt, oh Leute, überdenkt mal eure Sprache.
Naja gut, beim Karneval weiß man
halt nie, wohin das geht, aber dieses Mal ging es mit einem Wagen durch
in Düsseldorf, bei dem großen Rosenmontagsumzug. Und die hat man einen Wagen
so kreiert, dass da auch Rollstuhlnutzer, Leute mit Rollator dabei waren.
Und ich glaube, das war nochmal ein wichtiges Zeichen für diese verrückte Welt,
dass man eben nicht nur perfekt sein muss, dass das Leben bunt ist und vielleicht
auch die Antwort auf all diejenigen,
die gerne nur mit einer Farbe malen, anstatt dass es bunt ist.
Und dass man so ist, wie man ist. Und ja, da habe ich dann gedacht,
gut, es geht auch beim Karneval, auch wenn da noch viel mehr gehen würde.
Karneval, ja, ein spannendes Thema. Am Rosenmontag bin ich nach Wien geflogen.
Das wollte ich wissen von dir, Sascha. Du warst bei der Zero-Project-Konferenz in Wien.
Ja, wie warst du? Aber ich muss beim Rosenmontag anfangen, weil ich reise ja
prinzipiell mit einem Assistenzhund.
Ich bin mittlerweile gefühlt, ich müsste so langsam an die 300 Flüge kratzen,
die ich in meinem Leben durchgezogen habe, durch mein Hin- und Herpendel.
Und davon sind zwar auch 290 Flüge mit der Luxair, also mit der Luxemburger
Fluggesellschaft. Das heißt, ich bin sehr verwöhnt, weil da funktioniert das Einwandfrei.
Und ich bin auch schon einmal mit Eurowings geflogen. Und schönen Gruß an die
Kollegen von Eurowings, bitte bearbeitet meine Beschwerde.
Ich komme am Flughafen, also es steht auf der Internetseite von Eurowings,
dass man seinen Assistenzhund mindestens 72 Stunden vor Abflug anmelden muss.
Es gibt ein Formular, wo man alles eintragen muss.
Hunde, Größe, was auch, whatever, Flugnummer und alle weiter.
Hat natürlich der Sascha vorschriftsgemäß gemacht, hat alles reingeschickt und
hat auch eine Request Confirmation bekommen.
Also ich habe eine Mail zurückbekommen, dass meine Mail angekommen ist.
Ich komme dann also, gehe davon aus, dass das dann ausreichend war,
komme dann am Flughafen an und dann wird gesagt, ah ne, der Hund ist hier nicht angemeldet.
Und man muss ja wissen, dass man mittlerweile an Flughäfen teilweise gar nicht
mehr mit Mitarbeitern der Gesellschaften zu tun hat, sondern mit irgendwelchen
Dienstleistern, die irgendwelche Leute günstig einkaufen.
Nichts gegen diese Leute. Aber ich habe schon meine Erfahrungen mit denen gehabt.
Ich erinnere vor drei Jahren am Hamburger Flughafen von der Gesellschaft eine
Person, die mich bei der Luxair nicht mitnehmen wollte, weil ich blind bin und nicht fliegen sollte.
Eine Mitarbeiterin. Also da erlebt man schon manche Sachen und hier war das genau so ähnlich.
Also bei Eurowings war meine Hundassistenzanfrage nicht eingetragen als confirmed.
Somit wurde die Mitnahme meines Assistenzhundes verweigert.
Ich bin dann zur Supervisorin gegangen von dieser Firma und habe gedacht,
das wäre dann eine Person von Eurowings, Pustekuchen.
Ja, das wäre dann so, ich soll mich dann beim Kundencenter melden,
das können Sie jetzt nicht anders machen.
Parallel dazu war es fast 12.25 Uhr, das heißt, das Boarding wurde geschlossen,
das heißt, unser Flug war weg, weil ich musste ja dann,
Jemand organisieren, also meine zweite Assistenz organisieren,
die den Hund wieder abholt.
Weil ich musste ja nach Wien fliegen. Ich war Gott sei Dank mit meinem Assistenten da mit Noah.
Ich weiß nicht, wie es gegangen wäre, wenn ich ohne Assistenz da gewesen wäre.
Auf jeden Fall habe ich dann den Hund abholen lassen. Ich habe gedacht,
es bringt jetzt nichts, hier am Flughafen Terror zu machen. Du kriegst ja sowieso
keinen beim Callcenter anzurufen.
Da kann ich auch in die Wüste gehen und nach Wasser schreien.
Finde ich genauso wenig.
Auf jeden Fall mussten wir dann einen zweiten Flug buchen. Und 520 Euro hat
er gekostet für uns beide, einen Hinflug.
Und dann sind wir mal vier Stunden später geflogen. Der Hund wurde in die Obhut
gegeben meiner Familie.
Und ich war dann in Wien ohne Hund.
Am Gate erfahre ich dann, dass der Typ von Eurowings schon Bescheid wusste. Und der war da.
Das heißt, es wäre für die Firma AHS, die das Handling gemacht hätte,
nichts Komplizierteres gewesen, als den Herrn von Eurowings zu rufen.
Der wäre dann gekommen und man hätte das vielleicht anders klären können.
Auf jeden Fall habe ich jetzt eine Beschwerde eingereicht bei Euromings.
Ich will mein Geld für den zweiten
Flug zurück und ich habe 250 Euro Schadensersatzforderung gestellt.
Und ich habe ganz klar gesagt, dass ich diese Sache jetzt nicht mehr auf mir beruhen lassen.
Ich gehe wahrscheinlich bis zum Europäischen Gerichtshof, weil erstens mal ist
die Frage zu stellen, ein Assistenzhund, der europäisch anerkannt ist,
Darf überhaupt eine Fluggesellschaft Regeln festlegen, wann und wie der mitgenommen wird?
Der soll anscheinend auch noch einen Maulkorb tragen oder mitführen.
Er soll einen Maulkorb mitführen für einen ausgebildeten Assistenzhund,
der vier Jahre alt ist, der definitiv keinen Hunger auf Stewardessen und Mitflieger hat.
Außer sie haben dann viel Flieger rabatt. Nein, auch nicht. Also der Hund hat
gar kein Interesse daran, andere Menschen da zu tyrannisieren.
Zumal der Hund, der jetzt schon über 40 Mal geflogen ist, also der ist definitiv,
Der legt sich unter den Sitz und den lasst bitte in Ruhe. Der hat keinen Bock auf irgendwas anderes.
Also das ist die Frage, ob überhaupt Fluggesellschaften solche Richtlinien einführen dürfen.
Und es gibt eine europäische Richtlinie, wie die Mitnahme mit Assistenzhunden gewährleistet ist.
Und die Frage ist, wenn ich ihn angemeldet habe und das habe ich, reicht das nicht aus?
Warum brauche ich von einer Gesellschaft eine Confirmation zur Mitnahme eines
Assistenzhunds? Bei der Luxair ist es so, dass maximal drei Assistenzhunde zusammen
in einem Flugzeug fliegen dürfen.
Ich habe mit ein paar Luxair-Mitarbeitern gesprochen, das ist die Luxemburger
Fluggesellschaft, denen ist nicht bewusst, dass das überhaupt schon mal passiert ist.
Und da stelle ich mir auch die Frage, ob das nicht grenzwertig ist.
Was wäre denn, wenn mal die Assistenzvereinigung einen gemeinsamen Ausflug macht
und es wären sechs Hunde an Bord, wie das denn ausschauen würde?
Es geht ja auch nicht unbedingt darum, dass der Assistenzhund immer einen eigenen Platz braucht.
Ich sah auch schon in einem Flieger, wo der Assistenzhund bei mir und bei den
Füßen lag. Also der braucht nicht immer einen zusätzlichen Platz.
Das ist also alles auch ziemlich mit den Haaren herbeigezogen.
Und ich habe mir definitiv diesmal vorgenommen, das bis zum Europäischen Gerichtshof zu bringen,
sollte Euro übrigens nicht einlenken und mir das Geld bezahlen,
weil ich einfach keine Lust mehr darauf habe, dass wir wegen solcher Blödsinnigkeiten
diskriminiert werden und dass meine Autonomie auch untergraben wird.
Also ich war natürlich in Wien nicht so autonom, weil ich natürlich auch keinen
Blindenstock mitgenommen habe.
Jetzt gibt es natürlich draußen Zuhörer, die sagen, ja, der muss immer deinen
Blindenstock mitnehmen.
Nein, ich bin ja der Überzeugung, dass natürlich kann dem Hund was passieren,
aber ich bin der Überzeugung, dass ich ein Hilfsmittel dabei habe und das reicht.
Das ist ein lebendes Hilfsmittel, nämlich mein Assistenzhund.
Und ich finde es gegenüber dem Hund eine Frechheit, links den Hund zu haben und rechts den Stock.
Das ist aber meine Einstellung. Es gibt Menschen, die brauchen das,
die wollen das. denen ist das wichtig.
Und da sage ich auch wiederum, alles okay. Für die, die sollen das machen.
Aber für mich gibt es entweder den Hund oder den Stock.
Beides halte ich für nicht vertrauenserweckend für den Hund.
Und das irritiert meinen Hund definitiv. Ich habe den Stock meistens im Rucksack
dabei. Diesmal hatte ich ihn halt nicht dabei.
Ja, das war mein Start nach Wien. Sag mal kurz, Sascha, wie ist denn der Ablauf?
Mal ganz kurz zur Frage, wenn du da schon so nervig am Rosenmontag belästigt
wurdest mit dem ganzen Stress. Du gehst normalerweise mit deinem Hund dann ins
Flugzeug, der liegt bei dir und das ist eigentlich kein großer weiterer Aufwand, oder?
Nein, das ist absolut kein Aufwand. Im Gegenteil, es ist sogar eine Flugtherapie
für Mitarbeiter des Flugzeugs, weil von Pilot bis Du, das sind sie alle froh,
wenn ein Hund an Bord ist und die freuen sich.
Und ich habe schon drei Piloten, die Fotos mit dem Hund gemacht haben.
Also prinzipiell ist es eine positive Aufgabe.
Eine positive Sache. Und der Hund, wie gesagt, der kommt ins Flugzeug,
der geht freiwillig unter den Sitz, legt sich hin und den hören die meisten Menschen,
die, wenn ich als erster einsteige und die mich vorher nicht gesehen haben und
ich als letzter aussteige, gibt es 95% der Fluggäste, die das überhaupt gar nicht mitkriegen.
Weil der Hund einfach gar nicht reagiert. Der ist so entspannt.
Sogar bei Turbulenzen ist dieser Hund sowas von entspannt.
Nicht jeder Hund sicherlich, aber ich rede jetzt von meinem Hund.
Ich kann ja nur von meinem Hund reden.
Und die meisten Hunde, die ich bis jetzt gehört habe, also die meisten blinden
und zielbehinderten oder assistenzbedürftigen Menschen, die Hunde mitnehmen,
die haben Hunde, die wirklich das auch können und das im Griff haben.
Also es sind selten Menschen, die fliegen, wo der Hund ein Tyrann ist.
Und wie gesagt, wenn ich vergleiche, wie viele Menschen in Flugzeugen sich daneben
benehmen, dann ist mein Hund noch ein Engel. Also gar kein extra Aufwand.
Sascha, noch ein Erlebnis.
Ich bin in, wo sind wir da gelandet? Ich glaube, das war Detroit.
Da gab es sogar bei den Gates einen Raum, wo dann sozusagen eine Hundetoilette
drin war. Da konnte man mit seinem Führhund dann dorthin am Flughafen.
Und das sind die Unterschiede, wie man behandelt wird.
Und wenn die gar keinen großen Aufwand mit dir haben, was soll diese Anmelderei und sonst was?
Naja, das war also... Das ist sehr spannend, weil für den Rückflug 20.
Februar 2026, gehen wir jetzt mal davon aus, ich hätte den Hund mitnehmen können,
wäre es ganz spannend geworden, weil wir hingen nämlich 8,5 Stunden am Flughafen in Wien fest.
Und in dem Moment habe ich wirklich gedacht, okay, liebes Universum,
danke, dass du den Hund dann nicht mitnehmen durftest.
Weil ich hätte mir die Frage gestellt, wie ich die 8,5 Stunden,
mein Hund kann das aushalten, Gott sei Dank. Aber das ist natürlich nicht gerade artgerecht.
Das muss man einfach ehrlich sagen.
Aber mein Hund hätte es ausgehalten.
Nur, das muss man sich dann auch bedenken. Wir sind dann am Wiener Flughafen,
da gibt es keine Hundetoilette.
Das heißt, auch da ist das Thema, wie man das in Zukunft mal regeln kann.
Weil das ist natürlich auch, wenn man, also man sollte natürlich nicht mehr
am Flughafen warten, aber das kann ja mal passieren. Also das war.
Ja, das war auch sehr spannend. Aber deine ursprüngliche Frage war Zero-Konferenz. Sehr spannend.
Wir waren dienstags im Parlament. Da gab es eine Präsentation und da wurden
auch fünf Projekte vorgestellt.
Sehr schön, wenn man da dann ins Parlament sitzen kann und das zuhören kann und so weiter.
Was mich an dieser Zero-Konferenz fasziniert hat, ist die Tatsache,
dass wir Barrierefreiheit besprechen und darüber nachdenken,
global auf dieser ganzen Welt.
Es geht hier wirklich nicht nur um Österreich, Deutschland und Europa,
sondern da waren Menschen aus Burkina Faso, aus Indien, aus Israel,
aus China, aus Taiwan, aus Indien.
Also wie gesagt, alle Menschen aus ganz verschiedenen Regionen und das Interessante
ist, sie haben natürlich alle ihre Projekte mit dabei gehabt.
Und was ich ganz spannend fand, ist, dass wir hier barrierefreier natürlich
propagieren, aber wir sehen auch, dass das ein Geschäft ist,
dass das eine Wirtschaft ist, also dass die Projekte, die da sind.
Da wurden Geldgeber gesucht, da wurden Partner gesucht, da wurden Partnerfirmen
gesucht, um diese Projekte umzusetzen.
Natürlich, wenn ich jetzt einen Vortrag mir zuhöre von dem indischen Kollegen,
der über mobile Rampen spricht, dann weiß ich natürlich ganz klar,
wenn wir nach Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg, Frankreich gucken,
das gibt es bei uns schon, aber die Menschen aus Burkina Faso zum Beispiel,
die haben das nicht, das heißt für die kann das Thema in Indien für Barrierefreiheit
oder mobile Rampen sehr spannend sein.
Weil dann natürlich ganz anders produziert wird, günstiger produziert wird und
vielleicht ist das dann ein Thema, weil wenn die eine mobile Rampe aus Europa
importieren, dann sind die ganz vermögenlos. Also das war sehr spannend.
Es ging auch sehr viel und ich meine seit gestern haben wir nochmal einen Krieg
mehr auf dieser Erde seit dem 28.
Februar. Es ging auch sehr viel um Krisen, um Krisenmanagement, um Notfallprojekte.
Also wie werden Menschen mit Behinderung mitgedacht, wenn eine Krise entsteht,
wenn Katastrophen entstehen?
Und wir haben nicht nur Kriegskatastrophen, wir haben Umweltkatastrophen.
Ich erinnere nur vor ein paar Jahren an Ahrtal, wo ganz viele Menschen mit Behinderung
auch verstorben sind, weil nicht adäquat gehandelt wurde oder nicht richtig
gehandelt wurde oder weil sie einfach nicht mitbedacht werden.
Und da gibt es einen sehr interessanten Report, über den wir auch im IGL-Podcast
im März noch berichten werden.
Ich habe mit Michael Fembeck gesprochen, der CEO von Zero Project.
Und er hat uns diesen Report ein bisschen nahegebracht, wie man denn Menschen
mit Behinderung auch in Krisen von vornherein mit bedenken muss.
Und da gab es zum Beispiel ein Projekt, wo ich sehr begeistert war. Das war der Notruf.
Für Menschen, die nicht sprechen können. Es gibt ja Menschen,
die ALS haben oder die gehörlos sind.
Die nicht mehr ihrer Sprache mächtig sind, also keine Stimme mehr haben oder
auch, und das sollte man auch bedenken, da komme ich aber gleich nochmal auf
das Thema zurück, Menschen, die halt in der Schockstarre sind durch einen Unfall
und dann nicht sprechen können.
Und da gibt es mittlerweile Applikationen, mit denen man trotzdem kommunizieren
kann mit der Leitstelle, ohne sprechen zu können.
Also das ist eine App, die auch sogar barrierefrei ist, auch für Blinde und
Sehbehinderte, wo man halt ganz viele Informationen übermitteln kann.
Die App kann man auch so programmieren, dass man schon seine Informationen drin
hat. Also Beispiel Diabetes, Blutgruppe 0, Blind oder Rollstuhlfahrer oder whatever.
Also die Sachen kann man schon informieren. Das heißt, die Leitstelle bekommt
meinen Notruf mit den Informationen und weiß schon, auf was sie sich gegebenenfalls,
was mal die Grundstrukturen anbelangt sozusagen, einlassen kann.
Ich finde, das ist ein sehr spannendes Projekt oder auch Talk2MeGo ist auch
eine sehr spannende App, die Menschen mit ALS wieder eine Stimme verleiht,
wenn sie dann irgendwo Audiodateien noch zur Verfügung haben,
die sie nutzen können, um ihre Stimme zu simulieren.
Dann kann man mit seiner eigenen Stimme sprechen.
Franz Josef Ioannik hat das ja letztes Jahr im Parlament gemacht.
Das war ein Projekt aus Israel.
Also der kann das machen. Es gibt ja auch einen Abgeordneten in Österreich,
der das schon gemacht hat.
Wir haben auch bei Kobin darüber berichtet. Also sehr interessante Projekte
und war eine sehr, sehr spannende Zeit und vor allem, noch eine kleine Anekdote
am Rande, es hat dann natürlich am 19. Februar angefangen mit Schneien.
Und Wien lag dann unter einer Schneedecke, als hätten sie noch nie Schnee gesehen
teilweise. Der Flughafen war ja dann am 20. teilweise geschlossen und so weiter.
Aber ganz spannend, das hört ihr auch am 4. oder 5. März in unserer nächsten
Episode, wo wir über die Zero-Konferenz sprechen im Interview.
Da gab es einen Blinder aus Indien, der zwar schon mal Schnee angefasst hatte,
aber noch nie Schnee in seinem Gesicht gespürt hat.
Und er hat sich fünf Minuten rausgestellt in Wien in den Schnee und hat das
einfach auf seinem Gesicht spüren lassen, fühlen lassen.
Das sind Momente, die schreibt dann solch eine Konferenz mit internationalen Gästen.
Wir waren über 16 neue Gäste da und wir waren in der UNO City auch sehr spannend
da, wo die Atomagentur auch zu Hause ist.
Hatte auch so einen ganz komischen Beigeschmack, wenn man wusste,
dass parallel Amerika und Iran über Atomabbau diskutieren mit dieser Agentur
da und dann gehst du da durch diesen Vorraum, wo dann im Haus in diesem Gebäude
diese Atomagentur dann ist.
Also es sind schon ganz besondere Momente, muss ich sagen.
Ja, danke für deinen Bericht. Ich verfolge ja schon seit vielen Jahren diese
Zero-Project-Konferenz da in Wien.
Ich war leider selber noch nicht da, aber ich kriege dann ja immer mal wieder
Berichte von Projekten, die ausgezeichnet werden und ich kann dir an dem Punkt
echt recht geben. Ich beobachte das jetzt seit vielen Jahren.
Wo ich dann manchmal denke, na, das könnte auch anders gehen.
Wir kämpfen für irgendeine gesetzliche Verbesserung.
Wir kämpfen für irgendeine Förderung von Hilfsmitteln oder sonst was.
Und du hörst und siehst nichts von den Leuten. Da kommt mal keiner und sagt,
ach, ihr macht eine gute Sache.
Komm, wir spenden mal ein klein bisschen was für eure Kampagne.
Wir wissen, dass ihr kein Geld
habt und das alles immer nur hier auf eure eigenen Kosten zum Teil macht.
Kaum ist das Gesetz verabschiedet, kaum gibt es das, dann kriege ich Pressemitteilungen
über irgendwelche Werbe von Firmen, die jetzt natürlich dann auch gutes Geld daran verdienen.
Und die sollen ja auch daran verdienen, weil es sind ja auch entsprechende Hilfsmittel,
die entwickelt und gemacht werden müssten.
Aber ja, da wäre ich manchmal froh, wenn das ein bisschen mehr Hand in Hand
ginge, weil wir kämpfen dafür, dass die Leute in der Gemeinde leben,
selbstbestimmt andere profitieren. und die tun immer so, als ob alles vom Himmel fällt.
Das waren jetzt so meine Gedanken.
Ja, und mit Schnee, ich kann das so gut verstehen, ich bin ja so ein Schneefan,
auch wenn ich jetzt dieses Jahr froh bin, wenn der Frühling kommt.
Ich habe noch eine Anmerkung, da würde ich gerne mal so ein bisschen deinen
Blickwinkel, so nach 35, 40 Jahren Behindertenpolitik sehen.
Ich merke ja immer wieder, dass wir noch immer sehr stark auch im Behindertenbereich
in Sparten denken, also in der marginalen Form. Ich rede von Barrierefreiheit zum Beispiel.
Wir reden, wenn wir über Barrierefreiheit reden, bei der digitalen Barrierefreiheit
reden wir fast nur über blinde und sehbehinderte Menschen.
Wenn wir bei der haptischen Barrierefreiheit
sprechen, sprechen wir über Rollstuhlfahrer und so weiter.
Ich verstehe noch immer nicht genau, warum wir, auch wir Menschen mit Behinderung
in unserer Arbeit, anfangen aufzuhören, das immer nur für uns zu verkaufen.
Also dass die Barrierefreiheit für uns als Menschen mit Behinderung wichtig ist.
Weil ich stelle immer wieder fest, dass wenn wir uns überlegen,
für wen Barrierefreiheit.
In der haptischen Welt, also für Rollstuhlfahrer zum Beispiel,
aber nicht nur für Rollstuhlfahrer.
Wir sprechen da von Menschen, die in Rollatoren unterwegs sind.
Wir sprechen von Menschen, wir fahren immer eine größere, mehr gesellschaftliche
Anerkennung von Fahrrädern.
Wir sprechen über Kinderwagennutzer, also Eltern, die mit Kinderwagen unterwegs sind.
Wir sprechen über Menschen, die vielleicht zu Fuß gar nicht mehr so gut sind
und die viel lieber eine Rampe gehen als eine Treppe.
Also wir marginalisieren diese Themen, die an sich gar nicht mehr marginalisierbar
sind, weil wir im Endeffekt nachher feststellen, dass wenn sie bis eingeführt
werden, sind sie ein globaler Gewinn für die Gesellschaft.
Ich rede auch von der Barrierefreiheit im Internet.
Das ist ja nicht nur für Blind- und Sebernette gut, wenn eine Seite vernünftig
und strukturiert gestaltet ist, sondern es ist für ganz viele Menschen,
auch mit Lernschwierigkeiten, auch für Menschen, die gar keine Behinderung haben.
Wenn wir mit einfacher Sprache agieren, ich habe für den Digitalkompass vor
kurzem mit Uwe Roth über das Thema einfache Sprache gesprochen.
Wenn wir die einfache Sprache promovieren und weiterbringen,
sprechen wir nicht nur von Menschen, die mental beeinträchtigt sind,
die daran gewinnen können. Wir sprechen von Menschen, die vielleicht die deutsche
Sprache nicht so beherrschen.
Für die sprechen wir. Wir sprechen für ganz viele Menschen, die froh sind,
wenn sie diese bescheuerten administrativen Texte mal in einer verständlichen Form kriegen.
Also mir fällt auf, dass wir in unserer Behinderten-Bubble noch viel zu sehr
an diese Marginalität anknüpfen und ich glaube,
wenn wir aufhören würden, diese Barrierefreiheitsthemen oder die Inklusionsthemen
nur auf uns zu beziehen, sondern wirklich gesellschaftlich hervorzuheben,
dass es für die gesamte Gesellschaft ein Mehrgewinn ist,
dass wir vielleicht dann auch in der Gesellschaft einen höheren Anklang finden
könnten und dass die Politik vielleicht dann auch wacher würde.
Ich weiß es nicht, das frage ich dich jetzt mal als Experte.
Weil ich einfach finde, dass wir noch zu klein denken.
Ja, ich habe jetzt nachgedacht, während du geredet hast.
Und zwar, es wäre wahrscheinlich ein Thema für Sonntag trifft Igel,
weil das ist schon eine komplexere Geschichte.
Also wenn ich jetzt sozusagen an mein Engagement und an das Umfeld denke,
wir haben schon in den 80er Jahren, als wir dann in Kassel hier für barrierefreie
öffentliche Verkehrsmittel, also Busse und Bahnen demonstriert haben,
da haben wir ja auch schon immer deutlich gemacht,
dass das für viele ein großer Vorteil ist.
Und ich meine, die Verkehrsbetriebe, wenn wir ein Gespräch hatten,
ja, wie viel nutzen es denn am Ende?
Da haben wir gesagt, naja, es werden viele nutzen. Aber sie haben sich einen Scheiß drum geschert.
Und ich habe es dann gebargt, als wir dann hier in Kassel wirklich breites Netz
an Niederflurbahnen hatten.
Und dann bin ich ausgestiegen an der Endstation.
Da ist eine große Seniorenwohnanlage. Boah, dann sind da Leute mit Rollatoren
rein und alles Mögliche. Und ich habe mich gefragt, wo wart ihr damals?
Wo wart ihr, als wir gesagt haben, es betrifft andere Gruppen,
wo wir immer wieder darauf hingewiesen haben, die Leute mit Kinderwagen.
Und das ist die andere Seite der Medaille. Ich glaube, wir versuchen ja schon Argumente zu finden.
Wir haben ja auch Untersuchungen und alles Mögliche. Und wir sprechen es natürlich nicht immer an.
Man ist manchmal auch selbst fokussiert, aber das hat natürlich auch damit zu
tun, meine eigene Erfahrungswelt kann ich in der Diskussion auch eher einbringen.
Wenn ich über die anderen rede, dann wäre es gut, wenn andere das auch sagen.
Und die Erfahrung war auch in der Vergangenheit, wo wir auch immer gesagt haben,
wir müssen auch mit anderen benachteiligten Gruppen zusammenarbeiten.
Wir haben uns wirklich oft bemüht. Und das war dann von denen manchmal so,
oh, die haben dann schon abgewirrt.
Na ja, mit Behinderten wollen wir jetzt doch nicht in den Topf geworfen werden.
Das war früher mal so mit schwulen Lesben, wo ich gedacht habe,
ups, da treffen zwei Welten aufeinander.
Und ich glaube, es hat damit zu tun, auch wenn die Leute den Kinderwagen nutzen,
Die machen das temporär, die regen sich mal kurz auf und dann ist das Kind groß
und dann ist das vergessen.
Und das ist sehr schade und wir können sicherlich da auch mehr dran erinnern.
Aber ich würde mir jetzt zum Beispiel auch von der Senioren-Serie,
Union. Der CDU, Hubert Hüppe hat zwar, der ist jetzt Vorsitzender der Seniorenunion
Deutschland, also der CDU- Organisation für ältere Menschen.
Er hat zwar eine Presseerklärung zu dem Gesetz, aber sonst hört man nichts.
Weil gerade Senioren, wir haben so viel gemeinsam mit denen.
Wir profitieren von dieser Technikentwicklung an so vielen Ecken und da gibt
es auch Leute in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisation,
die sagen, ja, Altersdiskriminierung, und wir müssen da was machen. Ich sehe sie nur nicht.
Und das ist leider die andere Seite der Medaille, wo ich immer so das Gefühl
habe, ja, in unseren eigenen Reihen müssen wir noch viel Bewusstseinsbildung
machen, dass man diese Querverbindung sieht.
Und das ist für Menschen generell, glaube ich, nicht so einfach.
Vom Ich aufs Wir zu springen.
Aber in dem Fall würde es uns auch viel nutzen.
Aber dieses Wir, es ist immer noch eine starke Distanzierung.
Also wenn es da Ideen gibt und ich meine, es gibt auch Leute,
mit denen arbeiten wir richtig gut zusammen.
Das Antidiskriminierungsbündnis, da muss man sich reinfuchsen,
aber da haben wir gegenseitig wahnsinnig viel voneinander gelernt und ich kenne
das, ich war in San Francisco,
ich habe da in Berkeley bei San Francisco fast anderthalb Jahre gelebt und da
kriegt man einfach vielfältige Menschen mit.
Das geht dann ein bisschen in Leib und Magen unter und man denkt mit.
Aber hier in Deutschland, wir sind so in unseren Kästen und da tun beide Seiten einen Beitrag.
Und ich fände es total spannend, da mal intensiver drüber nachzudenken,
was kann man tun, aber auch das dann wirklich mal ein bisschen auszuwerten,
weil wir haben ja auch die Situation behinderter Frauen, Zusammenarbeit mit anderen Frauen.
Und die haben auch immer wieder einen Dämpfer bekommen, wo es dann zum Teil
gegen die Interessen behinderter Frauen ging.
Und da wirklich mal genau hinzugucken, was geht.
Von daher, Sascha, das ist ein...
Das ist schon ein gutes Thema und letztendlich ist es sowas von bewiesen.
Viele der Erfindungen, die ursprünglich mit Behinderung zu tun haben,
die bestimmen heute unseres Lebens.
Ich weiß noch, als ich Hörbücher gehört habe, damals der blinde,
der sehbehinderte Bub, der da mit seinem Kassettenrekord Bücher hören musste,
der arme Kerl. Also heute hören sie ihre Hörbücher überall.
Die sterben die Büchereien aus, weil keine Büchereien gibt. Ja,
die können ihre Kopfhörer gar nicht mehr abnehmen. Und das ist dann jetzt in.
Und wir waren damals, da bist du da vorkommen, echt wie der letzte Depp,
weil du ein Buch gehört hast.
Und so haben wir viele Entwicklungen. Und da würde ich mir schon wünschen,
natürlich auch, dass wir mehr Verbündete finden und mitdenken.
Aber natürlich auch, da muss auch was von den anderen kommen,
Weil es ist schwer, dann von den Eltern mit Kinderwagen zu reden, wenn dann keiner kommt.
Keiner kommt. Hoffe ich nicht, dass wir im Mai das Problem haben,
wenn manifestiert wird. Bis dahin haben wir noch zwei Monatsrückblicke.
Also wir werden noch ein bisschen die Werbetrommel rühren.
Wenn ihr Veranstaltungen habt, die wir im April in unserer Episode gerne erwähnen
sollten, dann her damit bitte. office.inklusator.com Der März steht vor der Tür.
Wir haben ihn reingelassen. Das Frühlingswetter küsst uns schon ganz leicht und ganz sanft.
Das tut gut. Die Sonne Vitamin D draußen.
Für die sportliche Seite im März wird gesorgt vom 6.
März an bis 15. März die Paralympischen Spiele in Italien, Norditalien.
Die Olympischen Winterspiele sind vorbei. Jetzt kommen die Paralympischen.
665 Sportlergegner an den Start
von 45 Nationen. Das ist schon mal ein Highlight, das wir im März haben.
Was gibt es für dich noch für Highlights im März, lieber Ottmar?
Ja, jetzt im März, ich werde jetzt nach Erfurt fahren, am 6.
März, da macht die Nancy Frindt von der Liga Selbstvertretung eine Veranstaltung
für Werkstatträte, Wohnbeiräte, Frauenbeauftragte.
Da, glaube ich, ist gut, wenn man da mal nochmal die Diskussion hat,
weil da geht es um das Thema Gewalt, da geht es darum, wie können wir mitten
in der Gesellschaft leben.
Ich werde beim Treffen der Antidiskriminierungsstelle dabei sein.
Ich denke, wir werden noch viele Diskussionen zur Reform vom Behindertengleichstellungsgesetz haben.
Hoffentlich auch viele Anträge für Aktionen im Mai.
Ja, und ansonsten ist der März jetzt hoffentlich auch davon gefüllt,
dass man mal wieder rausgeht, wieder mehr in Kontakt kommt zu den Leuten.
Und ja, auch hoffentlich, es wird die eine oder andere spannende Veranstaltung geben.
Ich bin irgendwo auch mit dabei, da geht es um Arbeit im internationalen Zusammenhang.
Das ist auch wieder so ein Thema.
Ja Mensch, wo gibt es denn gute Beispiele, gute Modelle? Ja und der März hat in der Regel sowas.
Es ist noch nicht so richtig in Bewegung, aber es kommen Diskussionen auf und
da hoffe ich, dass dieser März uns da auch einiges zu bieten hat. So wie im Winterschlaf.
Man hat das Gefühl, dass der März so auch für den Igel, weil wir werden jetzt
hier wieder mehr Igel-Podcasts haben. Der darfst du doch mal raus.
Der Igel entrollt sich auch diesen Monat wieder intensiver. Es gibt wieder mehr
Episoden. Ich habe noch einiges hier liegen.
Ich wurde auch schon mal angerufen, sagen wir, wann kommt meine Episode?
Ja, irgendwann, wenn ich dann wieder Zeit habe oder wenn ich mich wieder mal
dem Podcast widmen kann.
Ja, und auch ganz, ganz spannend, Und im März wird der Digitalkompass-Podcast wieder aufleben.
Das war ja ein Projekt, was letztes Jahr ausgelaufen ist. Da ging es um barrierefreien
oder Barriereinrichtungen.
Abbauen für Menschen, die sehgeschädigt und hörgeschädigt waren.
Das Projekt wurde jetzt vom Wirtschaftsministerium auch verlängert und jetzt
wurden auch Menschen mit Lernschwierigkeiten mit einbezogen.
Also Barrieren abbauen für Menschen mit Lernschwierigkeiten.
Auch sehr interessantes Projekt.
Digital Kompass Podcast einfach mal durchsurfen. Da kommt im März eine Folge
und da geht es um die einfache Sprache mit Uwe Roth.
Also der März ist gut gefüllt und ich freue mich darauf. Lieber Ottmar,
ich wünsche dir einen wundervollen Monat März mit viel Sonne im Herzen und viel
Sonne draußen und einem hoffentlich etwas positiveren Monatsrückblick im April.
Den brauchen wir unbedingt, Sascha. Geben wir unser Bestes.
War schön, wieder mal dabei zu sein. Schöne Grüße an dich und alle, die zugehört haben.
Alle News auch nachzulesen auf www.kobinet-nachrichten.org und zu wünschen bleibt,
dass der Monat März etwas diverser wird in den Nachrichten und natürlich auch
die Aufbruchsstimmung des Wetters mitführt,
nämlich etwas bessere News zu liefern.
Bis dann, alles Gute, euer Inklusator Sascha Lamm.
Igel. Inklusion. Ganz einfach leben. Wird dir präsentiert von Inklusator.
Infos zum Inklusator und weitere Folgen findest du unter www.igelmedia.com.
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