IGEL - Inklusion Ganz Einfach Leben

Sascha Lang - Inklusator
Since 04/2021 356 Episoden

Im Ernstfall mitgedacht? Menschen mit Behinderung im Katastrophenschutz

Folge 3 aus unserer Serie Berlin und seine Behinderten Politik mit der Landesbehindertenbeauftragten Christine Braunert-Rümenapf

25.10.2026 40 min

Zusammenfassung & Show Notes

Was passiert, wenn der Strom ausfällt – und mit ihm Aufzüge, Hilfsmittel und wichtige Informationswege?
 In Episode 353 des IGEL-Podcasts geht es um Katastrophenschutz, der Menschen mit Behinderungen erreicht.
 Sascha Lang begrüßt dazu Berlins Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Christine Braunert-Rümenapf.
 In Folge 3 von „Berlin und seine Behindertenpolitik“ ziehen sie Lehren aus dem Berliner Stromausfall Anfang 2026.
 Die geschilderten Erfahrungen zeigen, wie schnell fehlende Vorsorge zu gefährlichen Situationen führen kann.
 Wenn Beatmungsgeräte auf Akkus angewiesen sind oder Aufzüge stillstehen, braucht es verlässliche Hilfe.
 Doch wie erreicht diese Hilfe Menschen, die in ihrer eigenen Wohnung leben und Unterstützung benötigen?
 Und wie erfahren Betroffene, welche Anlaufstellen zugänglich sind und wo sie versorgt werden können?
 Braunert-Rümenapf beschreibt Lücken bei Informationen, Notunterkünften und der Berücksichtigung gemeinschaftlicher Wohnformen.
 Wir sprechen über barrierefreie Warnungen, Gebärdensprache, Leichte Sprache und das Zwei-Sinne-Prinzip.
 Auch die Zugänglichkeit der Berliner Katastrophenschutzleuchttürme und Informationspunkte steht zur Diskussion.
 Ein weiteres Thema ist ein Notfallverzeichnis – mit Fragen zu Freiwilligkeit, Datenschutz und praktischer Hilfe.
 Deutlich wird außerdem, wie sehr finanzielle Mittel und soziale Kontakte die persönliche Vorsorge beeinflussen.
 Nachbarschaftshilfe, ehrenamtliches Engagement und Hilfsdienste haben während des Stromausfalls viel aufgefangen.
 Die Verantwortung für verlässliche Schutzstrukturen bleibt jedoch bei Politik und Verwaltung.
 Beim Hitzeschutz zeigen sich ähnliche Aufgaben: zugängliche kühle Orte, verständliche Informationen und konkrete Maßnahmen.
 Auch Familien mit Kindern mit Behinderungen brauchen Unterstützung, wenn Betreuung und gewohnte Tagesstrukturen ausfallen.
 Ein kurzer Rückblick auf die Berliner Wahl ergänzt das Gespräch um die Frage nach barrierefreier politischer Teilhabe.
 Die zentrale Forderung: Menschen mit Behinderungen müssen Notfallpläne als Fachleute in eigener Sache mitgestalten.
 Eine Folge über Schutz, Selbstbestimmung und die Verantwortung, Inklusion in jedem politischen Handlungsfeld mitzudenken.
Hier geht es zur seite des Instituts für Menchen Rechte:
Das DIMR hat zum Katastrophenschutz eine neue Veröffentlichung und eine Website: https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/themen/rechte-von-menschen-mit-behinderungen/zivil-und-katastrophenschutz
 
Und hier zu den Socialmedias von der Landesbehindertenbeauftragten:
 
 
 
 
Links zum IGEL Podcast
 
Podcast „IGEL – Inklusion Ganz Einfach Leben“
 
Socialmedia:
 


Im Ernstfall mitgedacht? Menschen mit Behinderung im Katastrophenschutz
                
Folge 3 aus unserer Serie Berlin und seine Behinderten Politik mit der Landesbehindertenbeauftragten Christine Braunert-Rümenapf
 
 
 
Was passiert, wenn der Strom ausfällt – und mit ihm Aufzüge, Hilfsmittel und wichtige Informationswege?
 In Episode 353 des IGEL-Podcasts geht es um Katastrophenschutz, der Menschen mit Behinderungen erreicht.
 Sascha Lang begrüßt dazu Berlins Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Christine Braunert-Rümenapf.
 In Folge 3 von „Berlin und seine Behindertenpolitik“ ziehen sie Lehren aus dem Berliner Stromausfall Anfang 2026.
 Die geschilderten Erfahrungen zeigen, wie schnell fehlende Vorsorge zu gefährlichen Situationen führen kann.
 Wenn Beatmungsgeräte auf Akkus angewiesen sind oder Aufzüge stillstehen, braucht es verlässliche Hilfe.
 Doch wie erreicht diese Hilfe Menschen, die in ihrer eigenen Wohnung leben und Unterstützung benötigen?
 Und wie erfahren Betroffene, welche Anlaufstellen zugänglich sind und wo sie versorgt werden können?
 Braunert-Rümenapf beschreibt Lücken bei Informationen, Notunterkünften und der Berücksichtigung gemeinschaftlicher Wohnformen.
 Wir sprechen über barrierefreie Warnungen, Gebärdensprache, Leichte Sprache und das Zwei-Sinne-Prinzip.
 Auch die Zugänglichkeit der Berliner Katastrophenschutzleuchttürme und Informationspunkte steht zur Diskussion.
 Ein weiteres Thema ist ein Notfallverzeichnis – mit Fragen zu Freiwilligkeit, Datenschutz und praktischer Hilfe.
 Deutlich wird außerdem, wie sehr finanzielle Mittel und soziale Kontakte die persönliche Vorsorge beeinflussen.
 Nachbarschaftshilfe, ehrenamtliches Engagement und Hilfsdienste haben während des Stromausfalls viel aufgefangen.
 Die Verantwortung für verlässliche Schutzstrukturen bleibt jedoch bei Politik und Verwaltung.
 Beim Hitzeschutz zeigen sich ähnliche Aufgaben: zugängliche kühle Orte, verständliche Informationen und konkrete Maßnahmen.
 Auch Familien mit Kindern mit Behinderungen brauchen Unterstützung, wenn Betreuung und gewohnte Tagesstrukturen ausfallen.
 Ein kurzer Rückblick auf die Berliner Wahl ergänzt das Gespräch um die Frage nach barrierefreier politischer Teilhabe.
 Die zentrale Forderung: Menschen mit Behinderungen müssen Notfallpläne als Fachleute in eigener Sache mitgestalten.
 Eine Folge über Schutz, Selbstbestimmung und die Verantwortung, Inklusion in jedem politischen Handlungsfeld mitzudenken.
Hier geht es zur seite des Instituts für Menchen Rechte:
Das DIMR hat zum Katastrophenschutz eine neue Veröffentlichung und eine Website: https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/themen/rechte-von-menschen-mit-behinderungen/zivil-und-katastrophenschutz
 
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Transkript

Mit eurem Inklusator, Sascha Lang. Igel Inklusion, ganz einfach leben. Herzlich willkommen. Das ist der 25. Oktober 2026, erster Veröffentlichungstermin dieser Episode. Am 25. Alle drei Monate erscheint eine Rubrik, eine Serie, die wir gestartet haben im April 2026. Und zwar mit der Landesbindern-Beauftragten aus Berlin, Christine Braunert-Rübenapf. Und zwar sprechen wir über Berlin und seine Behindertenpolitik. Wir sind in der Folge 3 und heute sprechen wir unter anderem über Katastrophenschutz. Wir werden selbstverständlich auch einen ganz kleinen Blick auf die Wahlen 2026 in Berlin von Ende September werfen. Aber wichtigerweise kümmern wir uns um Katastrophenschutz. Wie war es denn, als der Strom Anfang des Jahres in Berlin ausgefallen war? Wie war es denn eigentlich auch mit der Hitze? Wie konnten Menschen mit Behinderungen dort gut betreut oder besorgt oder versorgt, umsorgt werden? Alles das sind Fragen, die wir heute mit Christine Braunert-Rümnapf besprechen werden. Mein Name ist Sascha Lang, ich bin euer Inklusator und ich heiße euch herzlich willkommen in dieser Episode 353. Konklusion, ganz einfach leben. Es ist der 25. des Monats. Wir schreiben den Oktober 2026 und hier kommt Folge 3 von Berlin und seiner Behindertenpolitik. Und dafür lade ich mir natürlich immer die Person ein, die mir am besten darüber erzählen kann, wie es derzeit aussieht. Die Landesbehindertenbeauftragte aus Berlin, Christine Braunert-Rivenapf, welcome to the show. Ja, vielen Dank. Guten Tag. Schön, dass Sie wieder dabei sind. Ja, wir sind fast einen Monat nach der Wahl in Berlin. Und wie war denn die Wahl in Berlin für Menschen mit Behinderung, Frau Rübenhapf? Also so genau wissen wir das noch nicht. Die Zahl der barrierefreien Wahllokale, die variiert ziemlich stark zwischen den Bezirken. In der Innenstadt gibt es immer weniger barrierefreie Wahllokaten. Das hängt dann eben auch mit dem Altbaubestand zusammen. Wir werden eine genaue Auswertung im Dezember bekommen. Dann können wir das Thema vielleicht nochmal aufrufen. Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025, da wissen wir es genau, da waren 76,1 Prozent aller Wahllokale barrierefrei. 14,8 Prozent konnten mit einer Begleitung betreten werden und 17,7 Prozent waren überhaupt nicht barrierefrei. Das war eine Steigerung um knapp 9 Prozent. Punkte seit der Abgeordnetenhauswahl von 2016. Aber wie gesagt, also neuere Zahlen zu dem Aspekt, das kriegen wir dann in einer umfangreichen Auswertung im Dezember mit der Innenverwaltung und auch mit der Landeswahlleitung. Dann werden wir nochmal im Januar darauf eingehen, denke ich mal, in unserer nächsten Ausgabe. Ja, dann machen wir das gerne so. Genau. Ja, wir haben uns aber heute ein anderes Thema angesprochen. Im Off haben wir schon bereits gesprochen, dass die Welt derzeit nicht gerade die hübscheste ist. Es kriselt rechts, links, oben, unten und es hat bereits gekriselt. Wir gehen jetzt nicht auf die internationalen Krisen ein, aber es gibt auch Krisen um uns herum in Deutschland. Im Januar 2026 wurde Berlin erschüttert durch eine Strompanne. Wir haben die Hitzewelle gehabt. Lassen wir uns mal beim Strom anfangen. Ja, welche Rückmeldungen haben Sie zum Stromausfall Anfang des Jahres konkret von Menschen mit Behinderungen bekommen? Also während des Stromausfalls direkt haben wir tatsächlich ganz wenig Anfragen bekommen, aber in der Folge haben wir über die verschiedenen Gremien wie den Landesbeirat für Menschen mit Behinderung, die Arbeitsgruppe, aber auch von einzelnen Personen sehr viel über kritische Situationen und Probleme erfahren. Das hat dann bei uns dazu geführt, also in meinem Büro, in den Diskussionen mit meinen Kolleginnen und Kollegen, dass ich zu diesem Thema einen Verstößebericht vorgelegt habe. Das ist eine gesetzlich vorgesehene Möglichkeit, Verstöße gegen das Landesgleichberechtigungsgesetz und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gegenüber dem Senat und dem Abgeordnetenhaus zu adressieren und öffentlich zu machen. Dieser 15. Verstößebericht, das war eine ganz umfangreiche Auswertung zur Situation von Menschen mit Behinderung, dieser Großschadenslage heißt es ja offiziell und wir haben darin eine ganze Reihe von Hinweisen an den Senat gegeben. Vor allen Dingen konnten wir vier Problemfelder identifizieren, aber vielleicht erst mal als kurze Zusammenfassung, was die Auswertung betrifft. Die Menschen mit Behinderung sind insgesamt einigermaßen gut durch die Situation gekommen, aber die Berücksichtigung der Belange von Menschen mit Behinderung durch die behördlichen Strukturen, die hatte ganz deutliche Defizite. Also das heißt, dass es für die Menschen mit Behinderung glimpflich in vielen Fällen, nicht in allen, aber in vielen Fällen abgegangen ist. Das war tatsächlich eher. Der Einsatz von zivilen Helfenden, aber auch von den Hilfswerken. Vielleicht kommen wir da nochmal drauf. Es ging vor allen Dingen so um vier Problembereiche. Das eine war die Barrierefreiheit von Informationen. Dann ging es um die Ausgestaltung der Notunterkünfte. Wir haben in Berlin Katastrophenschutz, Leuchttürme und Informationspunkte, aber eben auch die Notunterkünfte. Das war das zweite Problemfeld. Das dritte war eine systematische Berücksichtigung gemeinschaftlicher Wohnformen. Und das vierte ist eigentlich das aus meiner Sicht schwierigste Problem. Da haben wir uns während der Corona-Pandemie schon ausführlich damit auseinandergesetzt und auch hinterher. Das ist die Auffindbarkeit und Versorgung von Menschen mit Behinderung in der eigenen Häuslichkeit, also in Privatwohnungen. Außerdem haben wir vielleicht noch einen Punkt. Also es gab ja eine Aufarbeitung dieser sogenannten Großschadenslage durch den Senat. Auch da gab es keine systematische Berücksichtigung der Rechte von Menschen mit Behinderung. Und das haben wir natürlich auch sehr deutlich moniert und eine ganze Reihe von Empfehlungen zur besseren Berücksichtigung dieser Rechte bei zukünftigem inklusiven Katastrophenmanagement formuliert. Also eben unter anderem auch der Vorschläge zur Nachbesserung dieses beschlossenen Maßnahmenpakets durch den Senat beschlossenen Maßnahmenpaket. Jetzt haben Sie sich wahrscheinlich sicherlich ganz viel mit Menschen mit Behinderungen unterhalten. Gab es hier besonders prägende Schilderungen, die Ihnen noch im Gedächtnis sind und die Sie auch vielleicht geprägt oder auch schockiert haben? Ja, durchaus. Also ganz besonders dramatische Fälle waren auch in der Presse. Darunter zum Beispiel der Fall einer Person, die beatmet werden musste in der eigenen Häuslichkeit und dann unter Zeitdruck ins Krankenhaus verlegt wurde. Sie trennten wohl wirklich nur noch wenige Minuten vor dem Erstickungstod, weil der Notfallakku kaum noch Kraft hatte. Dann gab es eine ältere Dame mit Pflegebedarf, ältere Dame, also 90, die mit einer Notfallliege in einer Notunterkunft liegen musste, bis was Adäquates für sie gefunden wurde. Dann hat mir jemand berichtet, wie eine rollstuhlnutzende Person ihre Wohnung nicht mehr verlassen konnte. Der Aufzug war auch ausgefallen. Klar, Strom. Und sie hatte aber auch weiter keine Information, die in die absolute Panik geraten ist. Und vielleicht als letzte Schilderung noch ein Mensch mit MECSF, der die meiste Zeit liegend in abgedunkelter Wohnung mit Kopfhörern auf, um Geräusche nicht zu hören, auszublenden, der die ersten 24 Stunden überhaupt nicht gemerkt hat, was los ist und eigentlich erst darauf gekommen ist, dass irgendetwas Grundsätzliches nicht stimmt, als die Wohnung dann, wenn es kalt wurde. Das sind dramatische Erlebnisse. Jetzt wissen wir ja auch aus der Presse, dass Berlin auf diese Katastrophe, diese Strompanne, diese Stromattacke, die es hier war, es war ja keine Panne, die so passiert ist, sondern es war ja ein richtiges Attentat. Es ist noch nicht alles aufgeklärt, aber das wissen wir mittlerweile schon, dass Berlin darauf nicht so ganz vorbereitet war, nicht nur für Menschen mit Behinderung, aber auch für jeden, weil es hat ja lange gedauert, bis das Ganze wieder instand gesetzt werden konnte. Aber wie sehen Sie denn die Vorbereitung auf solch eine Situation für Menschen mit Behinderung? Kann man sich denn überhaupt da vorbereiten, wenn wir erwarten, dass, wir können ja nicht erwarten, dass das für Menschen mit Behinderung vorbereitet sind, wenn wir schon für die Menschen ohne Behinderung gar nicht vorbereitet sind, also auf solche Situationen. Wie können wir uns auf diese Situationen, die ja immer varianter werden? Also man merkt ja diese Cyberkriminalität, wie ich sie vielleicht definieren würde, also diese nicht aggressive, sondern andere Art, von Attentaten, da kann man sich ja irgendwie so schwer vorbereiten, weil es immer wieder was anderes ist. Es ist ja immer wieder was Neues. Wie können Sie sich da vorstellen, wie man sich da vorbereiten könnte für Menschen ohne Behinderung, aber auch für Menschen mit Behinderung? Ich glaube, die vier Aspekte, die ich vorhin schon angesprochen habe, das ist doch eigentlich erst mal so eine Grundstruktur. Egal, welche Krisensituation, welchen Katastrophenfall ich habe, ich brauche erst mal Informationen. Und es war für viele Menschen mit Behinderungen sehr schwer, an die passenden Informationen zu kommen. Gut, Internet und Handynetz sind teilweise ausgefallen. Erst spät am 3. Januar bzw. am Folgetag wurde dann informiert. Aber zum Beispiel über Lautsprecherdurchsagen, diese wurden nicht von allen verstanden. Oder über Aushänge in Treppenhäusern, die aber aufgrund von funktionsunfähigen Aufzügen nicht erreicht werden konnten. Oder Informationen auf Berlin.de zu den Anlaufstellen und Notunterkünften. Aber da wurde dann sehr uneinheitlich informiert und man konnte nur schwer herausfinden, wo man sich hinwelten sollte. Und es gab auch noch keine Informationen zur Barrierefreiheit. Die Pressekonferenzen des Senats waren ohne Gebärdensprachdolmetschung. Also ich glaube, allein dieser Block Informationen ist etwas, wenn man es durchdekliniert, für die verschiedenen Personengruppen. Dann kann man sich da auf jeden Fall schon mal ein ganzes Stück vorbereiten. Man muss es natürlich auch an die Bevölkerung weitergeben, also im Rahmen von vielleicht so Checklisten. Ich brauche ein batteriebetriebenes Radio oder ich brauche ein Kurbelradio oder so, damit ich auch beim Stromausfall vielleicht noch an diese Informationen komme. Was kann ich für Menschen machen, die beispielsweise taub sind? Also so, das muss man, aber das geht, glaube ich, auch, wenn man diese Situation durchspielt. Dann der zweite Punkt, Notunterkünfte und Anlaufstellen. Es gibt in Berlin sogenannte Katastrophenschutzleuchttürme und Informationspunkte. Dafür gibt es schon ein Konzept. Die Umsetzung ist sehr uneinheitlich. Es gibt Bezirke, die haben schon mehrere Katastrophenschutzleuchttürme ausgewiesen. Es gibt andere, die haben noch keinen einzigen. Also da ist in dem Bezirk noch kein einziger Betriebsbereit. Aber wir wissen zum Beispiel nicht, sind sie überhaupt barrierefrei? Wie umfassend sind sie barrierefrei? Und die Notunterkünfte waren auch nur zu teilen auf die Bedarfe von Menschen mit Behinderung eingestellt. Also auch das ist etwas, worauf man sich, glaube ich, gut vorbereiten kann. Was brauche ich an Barrierefreiheit? Was muss ich dafür bereitstellen? Wir haben zum Beispiel eine Nachbesprechung jetzt erst vor kurzem gehabt. Da ging es auch darum, wie finden die Leute diesen Katastrophenschutz-Leuchtturm? Und dann haben wir gesagt, naja, sie können zum Beispiel auch so ein aufklebbares Blindenleitsystem in so einem Notfallkoffer haben und wenn ich was Neues aufbauen muss, dann klebe ich das eben entsprechend dann vorher auf. Also das ist eine ziemlich schnelle Sache. Für den Aufbau. So, dann hatten wir den Punkt, der hier schon schwerer, aber auch da kann man sich drauf vorbereiten, Menschen in gemeinschaftlichen Wohnformen. Hier wurde berichtet, dass vor allen Dingen die Kälte ein ganz großes Problem war. Ein Leistungserbringer hat deswegen noch schnell am 3.1. ein barrierefreies Hotel gebucht. Und eine andere große Wohneinrichtung konnte in der Nacht mit Notstrom versorgt werden. Und die stand dann auch für die Nachbarschaft zur Verfügung. Also hier wäre es zum Beispiel denkbar, die Einrichtung, wie wir das aus dem Pflegebereich auch kennen, Ich glaube, es ist der Paragraf 113 im SGB XI, zu verpflichten, ein Krisennotprogramm zu entwickeln und vorzuhalten. Und man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen. Also in dem Fall, wo die Notstromversorgung dann stand und auch für die Nachbarschaft geöffnet wurde, da kann man das vielleicht sogar noch weiter treiben und kann sagen, so, das und das müsst ihr machen. Aber dann hat es auch ein gewisses Versorgungspotenzial für den Nahraum. Dann können die Nachbarinnen und Nachbarn eben auch dahin kommen. Also auch das ist was, wo man sich darauf einrichten kann. Und hier ist es tatsächlich so gewesen, dass. Die Einrichtungen der Eingliederungshilfe nicht systematisch von den Krisenstäben berücksichtigt worden sind in diesem sogenannten Lagebild. Das ist eine Datenbank für die Rettungskräfte. Sondern sie sind dann eben individuell über die 112 haben sie Kontakt zu den Rettungsdiensten aufgenommen, um ihre Lage grundsätzlich zu besprechen. Darauf kann man sich aber auch vorbereiten. Aber am schwierigsten ist es tatsächlich für die Menschen in der eigenen Häuslichkeit. Also wir wissen bis jetzt auch noch gar nicht, wie viele Personen betroffen waren. Und das hängt eben auch ziemlich stark von den finanziellen, aber auch sozialen und sonstigen Ressourcen ab, wie man so eine Notlage meistern kann. Also wenn ich kein großes soziales Netz habe, wenn ich nicht genügend Geld habe, um Vorräte anzulegen, wenn ich eine sehr, sehr kleine Wohnung habe, wo ich bestimmte Sachen nicht lagern kann, dann brot natürlich viel eher Gefahr. Und das ist, glaube ich, auch was, wo wir ein ganz intensives Augenmerk drauf haben müssen, wie wir diese Personengruppe sehr viel besser in den Blick nehmen können. Aber das Erfreuliche war, es gab auch sehr viele Angebote von hilfsbereiten Menschen, von Ehrenamtlern, die sich gemeldet haben, die gesagt haben, ja, ich würde hier auch unterstützend tätig sein. Auch hier kann man sich vorbereiten und kann sagen, sie möchten helfen, das und das müssen sie beachten. Und da muss man die Menschen mit Behinderung eben dann natürlich als eine Personengruppe auch berücksichtigen. Und identifizieren können. Identifizieren können, genau. Und dann eben entsprechend berücksichtigen können. Eine Personengruppe will ich noch erwähnen. Das ist die Situation von Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen. Wenn Schule und Tagesstruktur insgesamt auf einmal ausfallen, dann sind die Familien natürlich ganz besonders belastet. Das bedeutet, dass die Eltern unter Umständen nicht ihre Arbeitsplätze aufsuchen können. Und die brauchen auch unbürokratische Hilfe. Die muss man, glaube ich, dann auch nochmal mit einem eigenen Handlungsfeld so speziell in den Blick nehmen. In meinem Heimatland Luxemburg wurde gerade eine Broschüre verteilt über 72 Stunden Vorbereitung, also wie man 72 Stunden im Katastrophenfall überleben kann. Super Idee, grandios. Allerdings die Broschüre für Blinde und Seelbehinderte mit keinem fühlbaren QR-Code. Dann ist es auch wichtig, dass man darauf achtet, dass die Information barrierefrei eventuell auch in leichter Sprache verfügbar ist. Ich erwarte jetzt nicht, dass diese Broschüre immer in Breil ist und an alle Haushalte in Breil verschickt wird. Aber wenigstens ein gefühlbarer QR-Code wäre aber mal wichtig gewesen. Vor allem ist die Broschüre in vier Sprachen, weil wir in Luxemburg halt so vielsprachig sind. Und ich war da total erschrocken drüber, gerade weil wir jetzt unseren neuen Aktionsplan veröffentlicht haben, dass da auch diese Information nicht barrierefrei war. Ja, sehen Sie, sowas meine ich zum Beispiel. Und das sind schon Sachen, da kann man sich gut drauf vorbereiten. Das kann man systematisch durchdeklinieren. Und da ist es ganz wichtig, die Menschen mit Behinderungen als Expertinnen und Experten eigener Sache zu fragen und sie eben entsprechend auch mit einzubeziehen und zu sagen, was brauchen Sie, was würden Sie machen? Hat denn auch was gut funktioniert, Frau Braunert-Rübenlapf? Gibt es das was, wo Sie sagen, das könnte man in so einen Notfallplan mit übernehmen, weil das hat gut funktioniert? Einen Aspekt hatte ich ja schon genannt. Also, dass man eben auch Versorgungspotenziale identifiziert und nicht nur die vulnerablen Orte. Dass man sagt so, ja, so eine Einrichtung, so eine gemeinschaftliche Wohnform ist einerseits ein vulnerabler Ort, weil da sehr viele Menschen leben, die nicht über eigene Selbstrettungskräfte verfügen und die davon abhängig sind, dass sie von anderen Menschen unterstützt werden. Aber sie können eben, wie gesagt, auch eine Anlaufstelle für die Nachbarschaft sein, für den sozialen Nahraum. Das wäre doch zum Beispiel ein Punkt. Und ja, ansonsten schon auch die große Hilfsbereitschaft. Und es gab wohl. Gut funktionierende Rettungs- und Hilfsdienste. Insbesondere wurde das THW, also das Technische Hilfswerk, immer wieder genannt. Aber das war eben auch nichts Systematisches. Und das war immer das Individuelle, das hatte ich ja erzählt, wenn die Menschen oder eben Betreuende dann eben die 112 gewählt haben und gesagt haben, so das ist jetzt unsere Situation. Sie haben bereits mehrfach angedeutet, dass eines der Hauptprobleme die Tatsache ist für die Menschen mit Behinderung, die zu Hause leben, entweder alleine oder wie auch immer, dass da große Probleme bestehen, weil man sie nicht direkt, wie wir vorhin gesagt haben, identifizieren kann. Wir wissen nicht, wo sie wohnen, wie sie wohnen, welche Bedürfnisse sie haben. Was könnte man denn da ändern? Was wäre denn da ein Ansatzpunkt, wo man sagen könnte, weil so ein Register ist ja schwierig zu erstellen, das ist ja mit Datenschutz zu tun und so weiter. Wie könnte man sowas verändern? Ja, das ist wirklich eine gute Frage und es ist auch eine ganz schwere Frage. Also wie gesagt, ich habe ja gesagt, viele Menschen haben sich damit beholfen, die 112 zu wählen oder es waren eben Angehörige, die Hilfe und Pflege organisiert haben, manchmal auch Nachbarn. Sie haben es indirekt schon gesagt, es wird viel über ein sogenanntes Notfallregister diskutiert, also so ein Verzeichnis, in dem besonders hilfsbedürftige Personen erfasst sind und die dann auch zentral auffindbar sind. Berlin, das Abgeordnetenhaus hier in Berlin, hat noch kurz vor der Sommerpause das Katastrophenschutzgesetz entsprechend abgeändert und es gibt da jetzt einen neuen Paragraf 5a. Da geht es um ein sogenanntes Notfallverzeichnis für besonders hilfsbedürftige Personen. Die Details dazu kennen wir noch nicht. Die sollen in einer Verordnung festgelegt werden. Ich stehe dem ein bisschen skeptisch gegenüber. Also wichtig ist natürlich zum einen, dass sich die Personen freiwillig entscheiden können, ob und in welchem Umfang sie da Daten hinterlegen wollen. Und es muss grundsätzlich für alle nicht zur Selbstrettung befähigten Personen verfügbar sein. Also nicht nur für Menschen mit Behinderung oder für Menschen mit Pflegebedarf, sondern wer sich eben nicht selbst retten kann. Aber in Zeiten, wir haben da vorhin ja auch schon drüber gesprochen, von Wahlerfolgen der extremen rechten Parteien, kann ich auch gut nachvollziehen, wenn jemand sagt, dass er seine Daten nicht zentral hinterlegt haben möchte. Wir haben eine solche zentrale Erfassung von Menschen mit Behinderung in Deutschland, aufgrund der gezielten Verfolgung von Menschen mit Behinderung immer abgelehnt. Und auch die internationale Forschung steht solchen Notfallverzeichnissen recht verhalten gegenüber, so habe ich zumindest die Diskussion mitbekommen. Die Daten veralten extrem schnell. Man braucht ziemlich viele Ressourcen, um sie zu pflegen, damit sie ihre Funktionalität erhalten. Sie verleiten auch dazu, Menschen mit Behinderungen als passive, vulnerable Personen zu charakterisieren. Und sie müssen natürlich entsprechend angenommen werden. Also das heißt, Feuerwehr und Rettungs- und Hilfsdienste insgesamt müssen eben auch sagen, wir sind bereit, mit diesem Verzeichnis zu arbeiten. Also auch da muss man ja noch was klären. Und alleine die Tatsache, dass man in diesem Verzeichnis steht, heißt ja noch nicht, da müsste man ja auch wirklich ganz klar definieren, Person XY steht in diesem Verzeichnis, hat die und diese Bedürfnisse, weil nicht jeder, der zu Hause lebt und eine Behinderung hat, hat dieselben Bedürfnisse wie der andere. Also das wäre ja noch eine sehr umfangreiche Datenbank, die da erstellt werden müsste. Genau. Ja, so, jetzt habe ich beantwortet, warum es aus meiner Sicht nicht gut geht. Also die Frage, die Sie eigentlich gar nicht so gestellt haben. Jetzt versuche ich es mal andersrum, nachdem ich die ganzen Einwände vorgebracht habe. Ich glaube, wir sollten personenzentrierte Ansätze zur Verbesserung der Katastrophenvorsorge entwickeln. Also das können. Tatsächlich auch so Angebote sein. Was muss ich machen? Als Mensch in der und der Situation beachten und was könnte ich davon selber leisten beziehungsweise was kann ich eben tun, wenn die Situation A, B oder C eintritt. Also reden Sie da von den Betroffenen? Ja, da rede ich von den betroffenen Menschen und natürlich auch ihrem Umfeld. Also wir hatten das vorhin sozusagen ansatzweise schon so ein bisschen, dass die Ehrenamtlichen eben auch wissen müssen, nicht nur ich will helfen, sondern was kann ich tun und welches Wissen brauche ich dafür, für diese und jene Personengruppe. Was muss ich dafür mitdenken, aber ich glaube, da sind wir wirklich ganz am Anfang, also da gibt es meines Wissens noch keine Checkliste und da gibt es vielleicht die allerersten Überlegungen, zu gucken, wie kann man da vielleicht auch in einem betreuten Einzelwohnen eine Gruppe gründen und sagen, wenn dieses oder jenes passiert, Was würdet ihr da machen? Ich hätte noch diese und jene Idee. Was brauche ich dafür? Ist es sinnvoll, sich so ein kleines Notfallköfferchen zu packen, wo beispielsweise ein paar Batterien drin sind? Oder dass man eben sagt, was brauche ich? Wie haben Sie gerade von Luxemburg gesagt, um 72 Stunden überleben zu können? Ist es sinnvoll, zwei, drei Gläser mit gekochten Hülsenfrüchte als Vorrat zu haben, wenn Wasser und Strom ausfallen, dass ich was zu essen habe, was nahrhaft ist und nicht verdirbt? Also so, das wären so Personenzentrum, wen kann ich um Hilfe fragen? Wie kann ich mich bemerkbar machen? Wie kann ich es schaffen, nicht in Panik zu geraten? wie diese eine Dame eben tatsächlich, die dann entdeckte, dass sie jetzt ihre Wohnung nicht verlassen kann und überhaupt nicht wusste, was los ist und erst mal mit einer Panikattacke reagiert hat. Das sind konkrete Ideen. Lassen Sie uns nochmal kurz bei den Notunterkünften bleiben. Ich stelle mir das sehr schwierig vor. Wir haben ja schon bereits gesprochen, dass viele Notunterkünfte vielleicht noch überhaupt gar nicht barrierefrei sind und überhaupt gut ausgestattet sind und dass Menschen mit Behinderung dort mit ihren Assistenz, hinkommen können oder dort Hilfsmittel vielleicht finden oder auch mit dem Assistenzhund da reinkommen können. Und wie können wir das denn machen, dass das einfach klar ist? Wir haben ganz am Anfang von Wahllokalen gesprochen, wo Sie gesagt haben, 25 waren 76,4 Prozent der Wahllokale in der Bundestagswahl barrierefrei. Wir müssen, wenn wir von Notunterkünften sprechen, müssen wir von 100 Prozent ausgehen. Das muss das Ziel sein, damit nicht ein Mensch mit Behinderung überlegen muss, gehe ich jetzt noch zwei Kilometer weiter zu einer Notunterkünft oder nicht. Also wie kann man da hinkommen, dass das automatisiert ist, dass das einfach geht? Gerade wenn man weiß, und das sind wir uns ja einig, Behinderung ist nicht gleich Behinderung. Also ich glaube, da haben wir doch eigentlich schon eine ganze Menge von Checklisten. Was brauchen Menschen, die blind sind? Was brauchen Menschen, die schwerhörig oder taub sind? Was brauchen Menschen, die sehr schlecht sehen können, beispielsweise an Kontrasten? Was brauchen Menschen mit radgebundenen Hilfsmitteln? Oder was brauche ich an leichter Sprache, an einfacher Sprache? Das muss man, glaube ich, wirklich nur durchdeklinieren. Wir haben in Berlin dann, Hier noch ein anderes Problem, was aus meiner Sicht sozusagen davor liegt. Wir haben ein ganz großes Problem bei den Strukturen und den Zuständigkeiten. Also das heißt, selbst wenn wir so eine gute Checkliste hätten für die Katastrophenschutzleuchttürme und für die Notunterkünfte und die Anlaufstellen, dann ist immer noch nicht klar in Berlin, wer redet wann, mit wem über was und ist wofür zuständig. Und dadurch kommt es zu ganz viel Reibungsverluste zwischen den Ebenen, aber eben auch zu Umsetzungsdefiziten, obwohl wir es eigentlich vielleicht aus anderen Bereichen schon ganz gut wissen, was Barrierefreiheit heißt. Also ein barrierefreies Wahllokal richtet sich ja jetzt nicht nach anderen Kriterien als eine barrierefreie Notunterkunft. Das ist einfach erstmal eine Räumlichkeit, die barrierefrei gestaltet werden muss. Und wir haben tatsächlich bei dem Zuständigkeitsthema in Berlin 37 verschiedene Zuständigkeiten in ganz Berlin auf Landes- und Bezirksebene. Und wer sich damit mal ein bisschen im Detail beschäftigen möchte, der kann mal in den Bericht des Landesrechnungshofes von 2025 gucken. Da wird ausführlich dargelegt, wo, an welchen Stellen es da tatsächlich zu Umsetzungsproblemen kommt oder kam. Und es gibt einige Behörden, die wussten gar nicht, dass sie dafür zuständig sind, dass sie diese oder jene Aufgabe haben. Und deswegen glaube ich, das ist tatsächlich das noch größere Problem erstmal, diese klaren Aufgaben zu verteilen. Und jeder weiß im Zweifelsfalle, was er zu tun hat. Dann kommt die Umsetzung dieser ganzen Checklisten zu den Barrierefreiheitsmerkmalen für Notunterkünfte, Katastrophenschutz, Leuchttürme, wie sie in Berlin heißen. Das Institut für Menschenrechte hat. Empfehlungen rausgesendet zum zivilen Katastrophenschutz. Nicht nur für Berlin, aber was bedeutet das für Berlin und wo sehen Sie dadurch auch den nächsten dringenden Handlungsbedarf? Gut, man weiß jetzt nicht, was demnächst noch kommen könnte, aber auch der Winter steht schon wieder vor der Tür. Da gab es ja auch einige Probleme mit Glätte, ständig im Schnee, nicht freigeräumten Situationen. Also es ist ja irgendwie immer irgendwas, was in der Pipeline stecken könnte. Ja. Die Empfehlungen, die kenne ich natürlich und wir haben ja auch die KIM-Studie gehabt. Die haben ähnliche Empfehlungen rausgegeben. Das war eine Bestandsaufnahme zum Katastrophenschutzmanagement und zur Inklusion von Menschen mit Behinderung als Folge der Katastrophe im Ahrtal. Das war eine Untersuchung vom Oktober 2023 bis Februar 2024 von der Uni Tübingen für die Aktion Deutschland hilft e.V. Also die ähneln sich, aber ich glaube den dringendsten Handlungsbedarf, den würde ich bei der Einbeziehung der Selbstvertretungsorganisationen wirklich auch in die Strukturen des Katastrophenschutzes sehen. Also das, was wir vorhin ja auch schon angerissen haben. Die Menschen sind Expertinnen und Experten in eigener Sache. Und wenn Sie sagen, dieses und jenes brauche ich und dieses und jenes habt ihr am grünen Tisch entwickelt, aber das lässt sich nicht umsetzen, weil da habe ich diesen und jenen Einwand, warum das bei mir nicht funktionieren würde, und bei anderen Menschen wahrscheinlich auch nicht und daraus würden sich eine ganze Menge Folgeaktivitäten ergeben. Das heißt, bis jetzt sehen Sie da noch den großen Handlungsbedarf, weil die Menschen mit Behinderung noch nicht genug in diesen Notfallplan-Ausarbeitung mit eingebunden sind. Auch, ja, auf jeden Fall. Ich glaube, die könnten so viele Hinweise geben, dass. Und wir haben das ja bei anderen erarbeiteten Checklisten, egal ob es ums barrierefreie Museum oder andere Sachen ging, haben wir es ja auch immer wieder gesehen, dass diese Checklisten eigentlich dann gut lebbar wurden und gut umsetzbar wurden, wenn die Menschen, die selbst betroffenen Menschen eben tatsächlich mit eingebunden waren und gesagt haben, so, ich weiß am besten, wie es funktioniert, hört einfach auf uns. Und die systematische Erarbeitung von so inklusiven Notfallplänen und eben die Stärkung der Resilienz, das wären die beiden anderen Punkte, was ich schon gesagt habe von den Strukturen in Berlin. Aber es war ja jetzt auch eine Frage, die sich so nicht nur auf Berlin bezogen hat, so hatte ich sie verstanden. Richtig. Die Zero Project Conference, die jährlich in Wien stattfindet, hat dieses Jahr auch einen sehr interessanten weltweiten Bericht über Katastrophenschutz und Krisenmanagement herausgebracht. Und da wurde leider festgestellt, da ist Berlin leider keine Ausnahme, aber dass Menschen mit Behinderung bei Katastrophenschutz einfach nicht viel mitgedacht werden. Das ist noch schlimmer in Ländern, wo die Krisen und Katastrophen noch höher sind, gerade auch bei Klimakatastrophen, aber auch bei Kriegen. Aber auch in westlichen Gefilden ist das Einbinden der Menschen mit Behinderung immer noch nicht da, wo es sein sollte, trotz der Behinderung Rechtskonvention. Das ist sehr dramatisch. Kommen wir mal auf eine Zielgruppe, die gerade beim Ausfall eventuell auch von Technologien wie Mobilfunk oder elektronischen Hilfsmittel, blinde, sehbehinderte, gehörlose Menschen, aber auch taubblinde Menschen. Wie können wir denn diesen Menschen mehr Informationen zukommen lassen, wenn genau diese Technologien, ich sage jetzt mal durch einen Stromausfall oder, durch Telefonnetzerstörung nicht mehr ankommen? Was gibt es denn da für Möglichkeiten? Wie können wir da helfen? Also einen Punkt haben wir vorhin schon gesagt. Es gibt die Möglichkeit, sich ein Kurbelradio zuzulegen oder eben auch entsprechend Batterien für ein Radio zu haben, um empfangen zu können. Das gilt jetzt selbstverständlich nicht für gehörlose oder stark schwerhörige Menschen. Deswegen muss es immer auch ums Zwei-Sinne-Prinzip gehen. Also das heißt, um eine konsequente Dolmetschung beispielsweise von Pressekonferenzen, aber eben auch um nachbarschaftliche Kontakte und das Wissen um Anlaufstellen. Dass ich im Vorfeld weiß, wenn hier jetzt nichts mehr geht, ich aber beispielsweise als Taubermensch meine Wohnung verlassen kann, dass ich weiß, wo ist eine Anlaufstelle, wo ich dann als Taubermensch aber entsprechend auch Informationen bekomme, was ist passiert und wie geht es jetzt weiter. Außerdem gibt es in Berlin oder soll ein Projekt geben, das sich mit barrierefreien Warnmöglichkeiten beschäftigt. Das steht wohl irgendwie noch ganz am Anfang, aber das wird wohl sehr umfassend gedacht. Wie viel Verantwortung sollte man oder wie viel Unterstützung sollte man auch den Verbänden dafür geben? Also es gibt ja fast für jede Behinderungsgruppe auch einen Verband. Ich nenne jetzt mal den ABSV für die Blinden. Es gibt den Gehülllosenbund, es gibt. Den Behindertenverband in Berlin. Also es gibt ja viele Verbände, die da auch eventuell aktiv werden könnten. Gerade weil sie sagen, es geht ja nicht nur darum, dass die Gesellschaft sich vorbereitet, das Ganze alles vorbereitet. Aber es geht ja auch wesentlich darum, dass die Menschen mit Behinderung gut informiert sind. Da hapert es ja auch manchmal dran, dass die Menschen überhaupt gar nicht wissen, was zu tun ist, wo sie hingehen können. Wie viel Input oder wie viel Unterstützung brauchen wir da auch von den Verbänden, die ihre Zielgruppe erreichen können? Also grundsätzlich bin ich dafür, die Verbände so weit wie möglich einzubeziehen. Aber es muss trotzdem klar sein, dass die letztendliche Verantwortung natürlich bei Politik und Verwaltung liegt. Also von daher ja, Einbeziehung auf jeden Fall systematisch, kontinuierlich, wenn es so richtige Mitwirkungsrunden, Mitarbeitsrunden gibt, mit einer Aufwandsentschädigung für die ehrenamtlichen arbeitenden Menschen. Die da wieder ihr Wissen zur Verfügung stellen. Aber eben tatsächlich auch immer wieder mit dem Hinweis, verantwortlich sind Politik und Verwaltung. Und das heißt nicht, naja, ihr wolltet doch mitreden. Jetzt seht mal zu und kümmert euch alleine. Also ich habe es jetzt ein bisschen überspitzt. Sehr gut, sehr guter Ansatz. Frau Brauner Drübenhapf, es war heiß im Sommer. Die Hitzewelle hat uns ziemlich mitgenommen. Für ganz viele Menschen war das, katastrophal und sicherlich ganz viel auch für Menschen mit Behinderung. Wo sehen Sie denn hier besondere Lücken für Menschen mit Behinderung? Das war ja, also es gibt, ich habe auch von einigen gehört, die heute noch darunter leiden, wie warm es und wie hitzig es im Sommer war. Wie können da die Lücken geschlossen werden für Menschen mit Behinderung? Berlin hat im letzten Jahr einen Hitzeschutzplan erarbeitet, wie übrigens andere Bundesländer in weiten Teilen auch. Ich bin sehr, sehr spät einbezogen worden und die zuständige Senatsverwaltung hat das Thema Menschen mit Behinderung nicht ausreichend eingebracht. Wir konnten auf den letzten Metern sozusagen noch ein paar Verbesserungen erreichen, aber es sind eigentlich eher Platzhalter als wirkliche Maßnahmen. Aber es gibt keinen Plan, der konsequent Disability Mainstreaming betreibt und wirklich ganz spezifische Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen entwickelt. Also das würde ganz anders aussehen. Besonders sensibel ist auch hier die Situation wieder in Einrichtungen, also in Wohneinrichtungen der Eingliederungshilfe, in dem Fall aber wohl auch in den Pflegeeinrichtungen und natürlich auch in Schulen, Kitas und Förderzentren. Wie das mit den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen aussieht, weiß ich nicht genau. Und natürlich sind auch hier wieder barrierefreie Informationen, auch in leichter Sprache, eine Lücke. Aber es gibt eine Karte der kühlen Orte und da steht immerhin schon mal drauf, ob ein kühler Ort auch rollstuhlgerecht ist. Das ist ja schon mal mehr als bei der Katastrophenschutzübersicht. Das stimmt. Man könnte die kühle Orte dann auch als Notfallunterkünfte nutzen. Wenn man schon kühle Räume hat, die barrierefrei sind, warum vermischt man das nicht? Ja, das ist eine gute Idee. Oh ja, das nehme ich auf jeden Fall mal mit, dass man gucken kann, ob da bestimmte Sachen nicht deckungsgleich sind und die dann tatsächlich weiter öffnet. In einzelnen Bezirken gibt es dann auch schon wieder Checklisten zur Prüfung der Barrierefreiheit für die kühlen Orte. Aber wie gesagt, auch das ist jetzt erst mal ein kleiner Anfang. Und auch da ist noch ganz viel zu tun. Der nächste Sommer kommt bestimmt. Jetzt kommt der Winter. Der wurde schon angedroht, als würde er ziemlich kalt und wild werden. Sie haben jetzt zum Schluss nochmal die Plattform, die Möglichkeit der Politik, ein paar Sachen mit auf den Weg zu geben. Was wäre das? Was würden Sie der Politik gerne mit auf den Weg geben für den Hitzeschutz oder für auch die? Weil im Endeffekt deckt sich ja das alles irgendwie. Hitzeschutz ist das eine. Klar, da geht es auch. Wir haben wieder über Informationen gesprochen. Wir haben wieder auch um barrierefreie zugängliche Kühlräume gesprochen. Also im Endeffekt bleibt das irgendwie alles thematisch unterschiedlich zu handhaben. Aber im Endeffekt bleibt es ja immer trotzdem gleich. Es muss für Menschen mit Behinderung zugänglich sein. Was würden Sie der Politik gerne mit auf den Weg geben? Also das Erste auf jeden Fall, die Erweiterung des senatseitig beschlossenen Maßnahmenpakets zum besseren Umgang mit diesen sogenannten Großschadenslagen. Um Maßnahmen, die sich wirklich ganz gezielt an Menschen mit Behinderung richten. Zum Zweiten die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen als Expertinnen und Experten in eigener Sache. Da haben wir schon ganz lange die dauerhafte Einrichtung einer Unterarbeitsgruppe Menschen mit Behinderungen bei der Senatsverwaltung für Inneres gefordert, die die federführende Senatsverwaltung im Katastrophenschutz ist. Und dann natürlich barrierefreie und einheitliche Informationen, beispielsweise auf berlin.de und natürlich die Verbesserung der Barrierefreiheit, der Katastrophenschutzleuchttürme und der Katastrophenschutzinformationspunkte und natürlich auch der kühlen Orte, auch wenn da immerhin, schon mal ein Anfang gemacht worden ist. Das wären, glaube ich, die drei wichtigsten Punkte. Da ist ein Anfang dann schon mal gemacht. So wie ich Sie kenne, sind Sie natürlich auf dem Weg und gehen zur Politik und, sprechen die Politik auch auf die Problematik an. Haben Sie das Gefühl, dass Gehör gefunden wird und dass die Politik auch versteht, dass Menschen mit Behinderung mehr eingebunden werden sollen? Vor allem schon mal Sie als Landesbinnenbeauftragte, haben Sie das Gefühl, dass da was zurückkommt, dass da ein Open Mind passiert? Da würde ich doch mal wieder mit einem klaren Jein antworten. Es ist schon immer recht stark personenabhängig, nach wie vor. Ja. Das lassen wir mal so. Es gibt nach wie vor kein wirklich flächendeckendes Bewusstsein für ein Disability-Mainstreaming und tatsächlich auch für die, auch wenn es immer wieder gute Ausnahmen gibt, aber tatsächlich für die Haltung, dass Behindertenpolitik nicht in Sozialpolitik aufgeht und man nicht einfach sagt, das macht doch Soziales. Sondern dass jedes politische Handlungsfeld eben tatsächlich selbstverantwortlich ist und entsprechend seine Fragen beantworten muss. Natürlich immer unter Einbeziehung der Menschen mit Behinderung und auch der Landesbeauftragten. Klar, das sagt Christine Braunert-Rübenhav. Sie ist Landesbehindertenbeauftragte in Berlin in unserer Rubrik Berlin und seine Behindertenpolitik. Das war Folge 3. Wir haben über Krisen und Katastrophen gesprochen. Wir haben über die Wahlen gesprochen. Wir hören uns wieder im neuen Jahr 2027. Ich freue mich darauf. Ich wünsche Ihnen ein gutes Händchen, viel Energie, viel Kraft für die nächsten Monate und dass Katastrophen ausbleiben und dass wir uns nicht zu viel davon beeinflussen lassen. Vielen Dank für Ihre Zeit und viel Erfolg. Vielen Dank. Tschüss. Einige Links gibt es in den Shownotes. Herzlichen Dank fürs Zuhören. Tschüss. Bis demnächst. Euer Inklusator Sascha Lang. IGL. Inklusion. Ganz einfach leben. Wird dir präsentiert von Inklusator. Infos zum Inklusator und weitere Folgen findest du unter www.igelmedia.com. Du möchtest uns kontaktieren? Dann schreibe uns eine Mail an moin.igelmedia.com.