5 Jahre "Gute Nachrichten zur Inklusion" - was alles möglich ist wenn man den Blick verändert
Ein Gespräch mit dem Projektleiter Ottmar Miles-Paul
30.09.2026 39 min
Zusammenfassung & Show Notes
5 Jahre "Gute Nachrichten zur Inklusion" - was alles möglich ist wenn man den Blick verändert
Ein Gespräch mit dem Projektleiter Ottmar Miles-Paul
Gute Nachrichten zur Inklusion – ein Projekt endet, seine Geschichten bleiben.
In Folge 348 des IGEL-Podcasts blickt Sascha Lang mit Ottmar Miles-Paul zurück.
Vor fünf Jahren entstand die Idee mitten in der Corona-Zeit.
Ottmar wollte zeigen, wo Menschen Inklusion bereits möglich machen.
Mehr als 500 gute Nachrichten sind seitdem zusammengekommen.
Zum Abschluss erzählt er, welche Geschichten ihn besonders bewegt haben.
Es geht um junge Menschen mit Behinderung, die sich politisch einmischen.
Um Menschen mit Behinderung, die in Parlamente und Stadträte gewählt werden.
Um mutige Klagen, die Rechte und persönliche Assistenz stärken.
Und um Initiativen, die über Jahrzehnte drangeblieben sind.
Wir sprechen darüber, warum solche Erfolge sichtbar werden müssen.
Denn gute Beispiele können anderen Menschen Ideen und Mut geben.
Das Projekt „Gute Nachrichten zur Inklusion“ endet am 30. September 2026.
Seine Geschichten bleiben auf nw3.de und bei den kobinet-nachrichten auffindbar.
Ottmar hofft, dass auch künftig über gelungene Inklusion berichtet wird.
Eine Folge zum Zurückblicken, Weiterdenken und Weitermachen.
Hört rein und erzählt weiter, wo ihr gute Inklusion erlebt!
Die Gute Nachrichten findet man auf:
In Folge 348 des IGEL-Podcasts blickt Sascha Lang mit Ottmar Miles-Paul zurück.
Vor fünf Jahren entstand die Idee mitten in der Corona-Zeit.
Ottmar wollte zeigen, wo Menschen Inklusion bereits möglich machen.
Mehr als 500 gute Nachrichten sind seitdem zusammengekommen.
Zum Abschluss erzählt er, welche Geschichten ihn besonders bewegt haben.
Es geht um junge Menschen mit Behinderung, die sich politisch einmischen.
Um Menschen mit Behinderung, die in Parlamente und Stadträte gewählt werden.
Um mutige Klagen, die Rechte und persönliche Assistenz stärken.
Und um Initiativen, die über Jahrzehnte drangeblieben sind.
Wir sprechen darüber, warum solche Erfolge sichtbar werden müssen.
Denn gute Beispiele können anderen Menschen Ideen und Mut geben.
Das Projekt „Gute Nachrichten zur Inklusion“ endet am 30. September 2026.
Seine Geschichten bleiben auf nw3.de und bei den kobinet-nachrichten auffindbar.
Ottmar hofft, dass auch künftig über gelungene Inklusion berichtet wird.
Eine Folge zum Zurückblicken, Weiterdenken und Weitermachen.
Hört rein und erzählt weiter, wo ihr gute Inklusion erlebt!
Die Gute Nachrichten findet man auf:
Links zum IGEL Podcast
Podcast „IGEL – Inklusion Ganz Einfach Leben“
Webseite: www.inklusator.com
Socialmedia:
Facebook: https://www.facebook.com/igelpodcast
Feedback: office@inklusator.com
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#Inklusion #Teilhabe #Selbstbestimmung #Behindertenrechte #UNBRK
#NichtsÜberUnsOhneUns #Barrierefreiheit #InklusionLebt #MutMachtMut
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#NichtsÜberUnsOhneUns #Barrierefreiheit #InklusionLebt #MutMachtMut
Transkript
Mit eurem Inklusator, Sascha Lang.
Ich darf euch begrüßen zur Episode 348 vom IGL-Podcast, IGL-Inklusion,
ganz ein Verleben. Der Podcast für gelebte Inklusion.
Zur Inklusion gehört selbstverständlich auf der anderen Seite,
dass man darauf hinweist, welche Barrieren, welche Hürden, welche Herausforderungen
Menschen mit Behinderungen tagtäglich begegnen.
Zur Inklusion gehört aber auch dazu, immer mal darauf hinzuweisen,
was es bereits gibt und wo es gute Inklusion gibt.
Gute Nachrichten zur Inklusion. Fünfeinhalb Jahre mache ich nun diesen Podcast
hier, den IGL-Podcast. Und seit fünf Jahren begleitet mich ein Projekt,
was mir sehr am Herzen liegt, weil ich es sehr cool finde. Nämlich das Projekt
Gute Nachrichten zur Inklusion.
Aber wie jedes gute Projekt hat auch dieses ein Ende, und zwar ganz genau heute am 30. September.
Der Projektleiter Ottmar Malz-Paul, auch noch bekannt als Nachrichtenredakteur
von Kobinett Nachrichten, Buchautor und Aktivist,
erzählt uns heute über seine Motivation für dieses Projekt, die Erfolge,
die er mit dem Projekt gefeiert hat und welche Highlights er in diesem Projekt erlebt hat.
Sascha Lang ist mein Name, ich bin euer Inklusator im IGEL Podcast Ausgabe 348.
Ich wünsche nun viel Spaß bei vielen guten Nachrichten zur Inklusion.
Igel Inklusion, ganz einfach leben. Die Episode 348. Herzlich willkommen.
Schön, dass ihr mit dabei seid.
Ja, ein lachendes Auge, ein weinendes Auge.
Beides steht uns sozusagen gut zu Gesicht. Dem wundervollen Redakteur der Kobinett
Nachrichten, aber auch Projektleiter des Portals Gute Nachrichten oder Projekte
ist Gute Nachrichten Inklusion.
Ihr wisst, von wem ich spreche. Herzlich willkommen, Ottmar Malz-Paul.
Hallo, lieber Sascha. Ich habe mal gerade die fünf Jahre Revue passieren lassen,
dieses Projekt, das jetzt am 30.
September 2026 ausgelaufen ist.
Und da war ein gewisser Herr Sascha Lang auch immer wieder Thema,
weil du hast natürlich auch die guten Nachrichten mitgeprägt.
Also von daher toll, dass ich mit dir heute zum Abschluss des Projektes einfach
auch nochmal ein bisschen zurückblicken kann, vielleicht auch ein bisschen vorausblicken. Mal sehen.
Genau, 30. September läuft dieses Projekt aus.
Je nachdem, wann ihr das hört, ist es jetzt ausgelaufen oder es läuft gerade aus.
Gute Nachrichten für Inklusion. Warum kommt ein Nachrichtenredakteur,
ein Autor, ein Aktivist auf die Idee, ein Projekt zu entwickeln,
welches sich Gute Nachrichten Inklusion nennt?
Ja, ich habe ja gerade gesagt, ich bin mal so fünf Jahre zurückgegangen und
habe mir mal einfach so mal durchgescrollt über die, ich sage mal,
über 500 gute Nachrichten zur Inklusion, die wir jetzt veröffentlicht haben in fünf Jahren,
vom Netzwerk Artikel 3 und dem von der Aktion Mensch geförderten Projekt.
Und ja, da lande ich dann schon, als das so losging, das war die Corona-Zeit.
Also als ich überlegt hatte, einen Projektantrag zu stellen,
da waren wir richtig tief in Corona drin. Wir waren vereinzelt.
Es sah so aus, als ob alles ganz furchtbar ist.
Und ja, und da hatte ich als jemand, der natürlich auch viel Nachrichten sonst
schreibt für die Kobinett-Nachrichten oder auch sonst Berichte,
habe ich gedacht, oh meine Güte, das ist alles so schwermütig.
Wir brauchen auch Ermunterndes. Und so kam ich dann auch drauf,
naja, wir brauchen gute Nachrichten zur Inklusion.
Ja, und so ist eigentlich dieser Gedanke entstanden und hochinteressant mache
ich jetzt mal die Kurve zu heute.
Ich habe mir gerade mal den Spaß gemacht und habe mal so die letzten 80,
knapp 100 Nachrichten der Kobinett-Nachrichten angeguckt, jetzt der letzten zwei, drei Wochen.
Meine Güte, ist da viel Negatives drin. Also es wird gefordert,
dann wird befürchtet mit den ganzen Reformen, mit den Streichungen.
Es wird demonstriert und ich denke immer, oh wei, oh wei, oh wei,
das zieht einen schon ganz schön runter.
Und das war, glaube ich, damals auch, als ich so gestartet habe damit,
aber dann auch so durch diese fünf Jahre jetzt, war da schon auch immer,
ja Mensch, wir brauchen auch Inspiration. Wir brauchen auch Berichte, wo sich was Gutes tut.
Und interessant ist, wenn man dann auch mal danach sucht, dann findet man auch
was, das dann doch wieder auch weitergeht.
So fing das an, so ist das glaube ich heute auch noch in gewisser Weise.
Auch wenn sich das natürlich nicht abnutzen darf, man muss zum einen mal gucken,
wo ist was Gutes, wo entwickelt sich was, man muss es aber auch in gesellschaftliche
Perspektive bringen, denn die Welt ist weder schwarz noch weiß.
Und wenn du denn sagst, damals war es schon einiges Negatives und du bist jetzt fünf Jahre später,
sind 346 Folgen vom Eagle Podcast mittlerweile erschienen in diesen fünf Jahren,
parallel dazu sagst du aber 80 bis 100 Nachrichten in den letzten drei Wochen
sind trotzdem bei den Kobinettnachrichten negativ behaftet.
Ja, täglich grüßt das Murmeltier heißt das ja dann. Also irgendwie scheinen
wir dann doch aber nicht sehr weit gekommen sein. Oder doch?
Ja, irgendwie grüßt das Murmelt hier schon. Ich meine, die Covid-Nachrichten
leben natürlich ganz stark davon, was kommt an Pressemeldungen rein.
Und da, wenn man das nicht so ein bisschen anstupst, und das war ja auch der
Zweck dieses Projektes, verstaltert auch gute Nachrichten zu suchen,
Leute darauf anzustupsen,
dann kommen die üblichen Presseerklärungen jetzt, ich sage mal, in diesem Herbst, wo,
wahnsinnig viele, das nennt sich, ich sage mal, Reformen in Anführungszeichen.
Man muss ja immer noch gucken, ist es eine gute oder schlechte Reform.
Da kommt natürlich unheimlich viel zur Pflegereform.
Da kommt viel rein. Das Thema Eingliederungshilfe ist auch so negativ behaftet,
wo es eigentlich meistens darum geht, dass da Kürzungen drohen.
Und das ist natürlich auch der Nachrichteninhalt, der, ich glaube,
wenn man auf andere Medien guckt, ich meine, gucken wir uns mal Tagesschau heute
abends an, Boah, da ist ja schon, hier ist Krieg,
dort ist eine Krise, hier steigen die Preise.
Da ist wieder eine Bedrohung, da ist schon wahnsinnig viel Herausforderung,
nenne ich es jetzt mal einfach, in unserer Zeit.
Und vielleicht ist das natürlich im Nachrichtenwesen, aber genau das war mein Ansatz.
Gerade, du kennst das ja auch mit dem IGL-Podcast, du kannst ja nicht immer
auch und willst auch nicht immer nur negativ berichten, sondern wir wollen ja Leute auch motivieren.
Und ich finde, wir haben ja auch gute Sachen zu berichten. Ja,
und da so ein bisschen eine Balance wieder hinzukriegen, aber das andere dominiert ganz stark.
Jetzt war das ja nicht unbedingt, wie du schon gesagt hast, die gute Nachricht
liegt ja nicht auf der Straße, hebe sie auf und mache daraus einen Bericht,
sondern du musstest ja trotzdem ganz viel dich in Bewegung setzen,
ganz viel mit Menschen dich treffen, ganz viel hinhören,
was Menschen dir erzählt haben, was dir berichtet wurde, was dir erzählt wurde.
Wie bist du da rangegangen, weil du hast ja Sachen ausgegraben,
wo wir gesagt haben, oh, aha, interessant. Interessant.
Ja, das ist interessant. Also wenn so ein Projekt beginnt, klar,
man hat da irgendwie so ein Projektplan, man hat so eine Ziele, was man tun will.
Das ist so das eine. Aber dann taucht man ein und fängt an.
Und das ist schon spannend, weil du hast genannt, das Hinhören und das Andershinhören.
Das hat mich schon auch, ich sage mal, ein bisschen auch persönlich geprägt
mit den guten Nachrichten zur Inklusion, weil wir gehen natürlich so durch die
Welt und dann wird halt erst mal so negativ berichtet.
Und da aber auch genau hinzuhören, Mensch, wo gibt es bei den Menschen,
was sie so erzählen, ja, wo hat sich auch was Gutes getan? Also das ist das
Hinhören, aber es ist auch das, ich sage mal, so ein bisschen Suchen.
Ist da vielleicht was Gutes dahinter? Ist da eine gute Nachricht dahinter?
Und das habe ich gemerkt, also jetzt gerade auch beim Turchtgucken der Nachricht,
Menschen spielen schon eine ganz zentrale Rolle. Also ich glaube,
in den fünf Jahren ist es uns sehr wenig gelungen, gesetzliche Regelungen zu verändern.
Und dann landet man bei Menschen. Dann landet man bei behinderten Menschen,
die sich auf den Weg machen, was zu verändern.
Aber wir landen auch bei nichtbehinderten Menschen, ob das Behördenvertreter
sind, ob das Leute in Firmen sind oder einfach auch nur jemand auf der Straße, die dann was tun.
Und da ist dieses Hinhören, das Suchen,
Aber auch dann zu sagen, Mensch, das ist auch eine Nachricht wert.
Das sind schon so drei Sprünge, die mich da begleitet haben.
Das war so das eine, natürlich mit Menschen in Kontakt sein,
auch Menschen manchmal besuchen.
Ich habe auch gerade noch so in der Corona-Zeit, wo ja die großen Treffen jetzt
nicht so möglich waren, ich habe oft einfach mit Leuten mal einen Kaffee getrunken
oder einfach mal gesagt, komm, den rufe ich jetzt mal an, um mal zu hören.
Und dann kriegt man halt mit, aha, da ist eine Ina Fischer, zum Beispiel in
Erlangen, die hat ja schon viel mit Kommune inklusiv gemacht,
also schon ganz anderes, rangehensweise in der Kommune versuchen,
was ganz konkret zu bewegen.
Aha, jetzt erzählt die mir, die kandidiert für den Stadtrat.
Und wenn die dann auch noch gewählt wurde, ja, ich finde, das sind schon Nachrichten
wert, weil da verändert sich ja bei Personen was.
Man ist erst mal in so einem Projekt, man ist erst mal aktiv und jetzt entscheide
ich mich, ich will jetzt auch in der Stadtgesellschaft.
Sozusagen, ich bewerbe mich, ich kandidiere und werde dann auch gewählt und
bin jetzt sozusagen Teil dieses Stadtrats.
Das finde ich, das sind schon positive Entwicklungen und auch positive Nachrichtenwert.
Also Menschen waren, ich sage mal, in diesen ganz verschiedenen Beweggründen
oder auch Nachrichten, die es gab, haben eine ganz, ganz wichtige Rolle gespielt.
Du bist quer durch Deutschland gereist, hast aber manchmal den Blick ins Ausland
geworfen, aber mehrheitlich in Deutschland dich damit beschäftigt,
um gute Nachrichten zur Inklusion zu finden.
Ja, so die Frage, die sich natürlich erübrigt, Wenn du jetzt eine Top 5,
komm, wir sind mal gnädig mit dir, eine Top 5 hättest, was sind denn die Nachrichten
zur Inklusion, die dich geprägt haben?
Könntest du uns eine Top 5 erzählen oder würdest du sagen, nee,
eine Reihenfolge kann ich nicht, aber ich habe fünf gute Nachrichten,
die ich jetzt mal erwähnen würde?
Von 500 müsste das machbar sein ja, ja, das versuche ich mal gerade,
also was mich ganz früh gefreut hat und das war der Blick ins Ausland da kam
eine Meldung Mensch, bei der BBC ist jetzt auch ein Moderator mit Down-Syndrom dabei
das war 2021 in der Kindersendung, der da ein Moderatoren-Team mitgemacht hat,
ich glaube 21 war er damals hab ich gedacht, ach cool, das könnten wir hier auch mal haben.
Und damit einher geht sozusagen auch dann die Entwicklung, dass sich junge Menschen
mit Behinderung, die nennen sich JUMEMP, so diese Abkürzung,
die haben sich zusammengeschlossen.
Bei denen war ich bei zwei, drei Treffen, habe gesehen, wie sich das entwickelt
hat und plötzlich sitzen die irgendwie im Bundesministerium für Kinder,
Jugend, Bildung, wie es heißt, sitzen die bei Anhörungen dabei.
Die Lilith Fendt, die war bei der Enquete-Kommission zur Corona-Aufarbeitung,
war die dann im Bundestag da mit dabei.
Und da habe ich so einen Bogen, wo ich denke, Mensch, cool, junge Menschen.
Das war also sowas, wo ich mal sagen würde, das ist so eine Top 1.
Die Top 2 war zu sehen, wie es behinderte Menschen auch in die Politik schaffen.
Weil das beklagen wir ja dauernd, dass wir da so außen vor sind und unsere Welt
da nicht vorkommt. Ja, dann wurde die,
Die erste Frau, die einen Rollstuhl nutzt, in den Bundestag gewählt, die Stefanie Effner.
Später ist sie leider dann gestorben.
Die Katrin Gänseke ist wieder im Landtag in Sachsen-Anhalt.
Dann haben wir den Dennis Sonne, der im Landtag von Nordrhein-Westfalen ist,
der Konstantin Grosch, der in Niedersachsen im Landtag gewählt wurde, aber auch kommunal.
Da sage ich, das ist schon gut, weil wir wissen, wie anstrengend es ist,
wie hart Politik auch ist.
Und dann noch eine Simone Fischer, die jetzt letztes Jahr wieder gewählt wurde,
auch als Frau mit Behinderung im Bundestag.
Heike Heubach als Gehörlose.
Das waren für mich auch so Big Points.
Eine dritte Sache, das kam auch sehr früh, das war die stille Stunde.
Und bei der stillen Stunde kann ich so ein bisschen beobachten,
wie sich Dinge auch ausbreiten. Da hatte ich so eine Meldung bekommen.
In der Schweiz, da gibt es eine Stunde die Woche,
da wird runtergedämmt, das Licht, da flackert auch nichts so groß,
Geräusche werden sozusagen minimiert, dass gerade Menschen, für die es einfach
so tierisch anstrengend ist, so eine Reizüberflutung zu haben,
dass die auch einfach mal eine Stunde haben, wo sie in Ruhe einkaufen können.
Also wo nicht immer so diese Hektik herrscht, dieses Bedudeln.
Ja, und dann hatte ich das gesehen. Ich weiß gar nicht, welcher Laden das war,
ob es Migros oder irgendwie sowas war in der Schweiz.
Und da hatte ich dann berichtet. Da dachte ich, cool, erstes Mal darüber gehört.
Und das habe ich jetzt natürlich über die Jahre verfolgen können.
Dann waren das irgendwie ein Markt in Mönchengladbach. Der hat es dann,
drei, vier Monate später habe ich dann davon gehört.
Jetzt ist es bei Ikea. Jetzt haben wir das also schon bei einigen.
Und jetzt fängt es an, ich sage mal, ja, es wird selbstverständlicher.
Auch wenn man sich dann natürlich dafür einsetzen muss.
Und da dachte ich, jo, da kommt so eine Entwicklung auch.
Großes Projekt übrigens in Luxemburg seit mittlerweile, glaube ich,
zwei Jahren. Also Luxemburg war auch ziemlich nah hinter der Schweiz dran,
hat das jetzt auch ziemlich flächendeckend mit den,
Einkaufszentren umgesetzt. Also auch sehr, sehr cool.
Ja, ja, und wenn das natürlich dann flächendeckend gemacht wird,
also nicht nur so ein Einzelner mal hier oder dort, Sondern es macht jetzt diesen Wumms.
Plötzlich ist es breit und das ist ja was, was passiert ist ohne gesetzliche Regelung.
Dann das vierte war, ich habe mich auch immer wieder gefreut,
wenn behinderte Menschen sich getraut haben, ihr Recht auch einzuklagen.
Und vor Gericht gezogen sind. Sascha, du hast ja ein Urteil,
ich glaube, es war vor dem Bundesverwaltungsgericht. 2019. Das fällt auch in
die Zeit mit der Assistenz.
Ja, 2019 war das. Das war schon vorher.
Aber andere haben zum Beispiel geschafft, dass sie gute Urteile zum persönlichen Budget erreicht haben.
Ich weiß, ich war damals dabei bei der Verhandlung von Jens Merkel,
der leider inzwischen auch gestorben ist, wo es um die Assistenz im Urlaub ging,
wo wir vor dem Bundessozialgericht in Kassel bei der Verhandlung,
ich bin mir noch gut in Erinnerung, wie wir da so drin gesessen sind und gebibbert
haben, wie entscheidet das Gericht.
Ja, und das sind ja Menschen, die haben sich durchgebissen. Oder auch das Zentrum
für selbstbestimmtes Leben in Kiel.
Wo sozusagen, die haben auch mit der Rechtsdurchsetzung da viel gemacht,
die gute Urteile erstritten haben.
Also sowas fand ich auch immer, auch wenn man immer wieder mal federn lassen
muss und so ein Bundesgerichtshof dann wieder mal komisch entscheidet.
Also das war sowas Viertes und ich glaube, das Fünfte, wo ich sagen würde,
das hat mich eigentlich auch mitgeprägt, ist vielleicht das Durchhaltevermögen von Menschen.
Weil ich weiß es selber, ich war bei der Gründung von vielen Initiativen dabei,
und jetzt hatten wir, letztens hatten wir, das war am 25.
September, jetzt erst vor kurzem.
War 30 Jahre selbstbestimmt Leben behinderter Menschen in Würzburg.
Wüsel heißen die. Und ich habe das mitbekommen zu meiner Zeit noch,
wo ich da aktiv war. Die waren einfach immer so ein Zusammenschluss, so eine Gruppe.
Die waren dann vereint. Da war schon ein Schritt, ach Mensch,
gründen wir einen Verein. Die haben ganz viele Veranstaltungen gemacht,
immer wieder in der Stadt gut besucht.
Ja, haben dann irgendwann mal gesagt, naja, trauen wir uns ein Projekt zu beantragen.
Das ist ja in so einer Geschichte einer Organisation, da passiert ja auch was.
Jetzt sind die 30 Jahre, die haben eine ergänzende, unabhängige Teilhabeberatung.
Da sind zum Glück immer noch Leute von damals aktiv. Fände ich auch einen hohen
Wert in dieser Zeit, wo man mal schnell was, haut man mal was raus und dann
hat es einen Hype und ja, dann gerät es wieder in Vergessenheit.
Also so dieses Durchhaltevermögen. Ich würde sagen, das sind so viele,
jetzt wenn ich es muss, mich auf die Top 5 der über 500 zu entscheiden.
Also das waren glaube ich so Faktoren bei dem Projekt, wo ich immer gedacht
habe, ja das rauscht sonst vielleicht so irgendwie vorbei, aber das lohnt sich
auch darüber zu berichten, das anzumerken, daran zu erinnern.
Ja und erinnern ist natürlich auch ein Stichwort, es klang ja immer schon an, ja lebt nicht mehr.
Also da ist auch viel Geschichte drin. Da sind Menschen drin.
Die ich getroffen habe, ich unterwegs war, die leben heute einfach nicht mehr.
Und das ist die andere Seite. Ich möchte auch nicht, dass sie so einfach vergessen werden.
Großartige Geschichten. Eine Diversität an Geschichten, die kaum zu überbieten
ist, weil sie so vielfaltig ist von Menschen, die
auf dem ersten Arbeitsmarkt sind, die ihre eigene Wohnung gefunden haben,
die eventuell ein Traum, ein Lebensziel erreicht haben. Da ist alles dabei.
Du hast gesagt, auch politische Engagements sind dabei.
Ja, aber jetzt ist das Projekt ja zu Ende. Das heißt, wir haben diese 500 gute
Nachrichten inklusieren auf Netzwerk Artikel 3NW3.de.
Was würde denn jetzt der Wunsch von Ottmar Malz entsprechend damit passieren?
Ja, ich bin froh, dass wir sie dokumentiert haben, diese Nachrichten.
Ich bin auch froh, dass wir die immer wieder auch bei den Kobinett-Nachrichten
einspielen konnten, dass sie auch dort im Archiv sind.
Ich bin auch froh, dass man sozusagen damit immer wieder rumblättern kann,
Mensch, sind da vielleicht auch gute Ideen für mein Engagement vor Ort drin.
Ich hoffe aber auch dass es die einen oder anderen infiziert vielleicht auch ermutigt haben,
sich mal zu melden oder auch an die Presse zu gehen und zu sagen Mensch,
das ist eine Nachricht wert, das ist was Gutes Also ich habe das erlebt mit
der Birgit Schopmanns, die war auch bei dir mal im Igel-Podcast.
Die Birgit Schopmanns, die war dann irgendwie, hatte ich es dann mitgekriegt,
da war dieses Hinhören und auch klang so nebenher an, Mensch,
ich bin ja schon 30 Jahre sozusagen in der Beratung behinderter Menschen.
Ich mache schon 30 Jahre Peer-Counseling.
Da dachte ich, meine Güte, diese Idee Peer-Counseling, wir haben damals dafür
gestritten und früher war das echt schwer und ist es auch heute noch,
Finanzierungen für Projekte zu kriegen.
Und jetzt sitzt da jemand, die 30 Jahre das schon macht, also die Hunderte,
wahrscheinlich Tausende von
Menschen irgendwie berührt hat, ihnen vielleicht einen Weg gewiesen hat.
Und da habe ich gesagt, Mensch Birgit, ich berichte drüber. Und dann haben wir
gesagt, komm, das schicken wir auch an unseren lokalen Presseverteiler.
Dann hat er auch die Lokalzeitung darüber berichtet.
Ja, und das hoffe ich natürlich auch, dass wir nicht immer nur an die Presse gehen müssen mit,
oh, das ist furchtbar, wir fordern das, bitte keine Kürzungen.
Wir müssen demonstrieren gegen das, sondern auch zu zeigen, hier,
hier sind Menschen, die haben Angebote, die haben unsere Stadt geprägt,
die haben sich engagiert und das ist berichtenswert.
So wie man auch über viele andere Menschen berichtet, die das eine oder andere gemacht oder
erlebt hat und wenn man berichten kann, dass jemand irgendwie was sammelt,
da kann man allemal darüber berichten, hier ist eine blinde Frau,
die macht schon seit 30 Jahren,
Empowerment pur, indem sie einfach den Leuten Wege weist, wie man besser mit
einer Behinderung klarkommen kann, wie sie ihr Leben möglichst selbstbestimmt leben können.
Also das ist natürlich auch so eine Hoffnung von mir, jetzt wo das Projekt zu
Ende geht, dass wir es uns auch mal öfters mehr trauen zu sagen,
Mensch, hier haben wir auch was Gutes geschafft.
Ja, natürlich die Zukunft, der Wunsch ist...
Man rauscht ja immer so durchs Leben und ich natürlich auch. Andere auch.
Ich hoffe, dass ich es beibehalten kann, dass ich auf den Kobinet-Nachrichten
und wenn ich es zeitlich auch schaffe, auf dieser Internetseite,
ja einfach weitermachen kann mit guten Nachrichten zur Inklusion.
Anders, jetzt nicht in ein Projekt gewandt, aber uns hat ja noch nie so sonderlich
geschert, ob irgendwas ein Projekt ist, ob es gefördert ist oder nicht,
weil wenn, dann gäbe es den ganzen IGL-Podcast nicht, oder? Absolut, ja.
Warum sind denn gute Nachrichten so wichtig? Wir haben es ja schon berichtet
darüber, so viel Negative, so viel Jammerleid und Kampf und Trauer und so weiter,
aber warum sind aus deiner Sicht als Aktivist auch immer so,
was ich ja von dir gelernt habe, Aber es ist mittlerweile, glaube ich,
15 Jahre her oder es ist schon 16 Jahre her, da hast du den nationalen,
den rheinland-pfälzischen Aktionsplan veröffentlicht und hast gesagt,
das muss gefeiert werden.
Das nehme ich auch übrigens jetzt mit. Wir werden ja in den nächsten Tagen in
Luxemburg auch den dritten Aktionsplan von der Regierung verabschieden.
Und ich habe gesagt, wenn wir das mit unseren zwei Gremien, die da mit drin
gearbeitet haben, den Hohen Behindertenbeirat und dem Begleitungs-Lenkungsausschuss
vom Aktionsplan, wir werden da nicht nur uns treffen, der Minister stellt uns
den Aktionsplan vor, wir.
Schütteln uns die Hände und gehen, sondern ich möchte einen,
wie wir das nennen, einen konvivialen Moment kreieren.
Also ein Moment, wo wir einfach mal feiern können. Das hast du mir mit auf den Weg gegeben.
Aber warum ist es wichtig, diese guten Nachrichten mal ins Fenster zu heben?
Was glaubst du, was das uns auch bringt als Betroffene?
Ja, der Aktionsplan von Rheinland-Pfalz, das ist ein gutes Beispiel.
Also, als ich damals Behindernbeauftragter wurde, das war sozusagen,
ich habe offiziell richtig angefangen am 15.
Januar 2008, da war klar, die UN-Behindernrechtskonvention ist beschlossen.
Deutschland muss sozusagen hoffentlich das auch ratifizieren.
Und dann dachte ich mir, was sagt jetzt mir oder normal behinderter Mensch?
Ich sage, naja, im Grundgesetz steht
doch drin, niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Wir haben doch Gleichstellungssätze und ich, ich kann immer noch nicht mit dem Zug fahren.
Und dann, naja, Papier ist geduldig.
Und das stimmt leider auch, dass Papier zuweilen wirklich geduldig ist.
Aber ich hatte damals gesagt, okay, jetzt kommt hier was, dann lasst uns in
Rheinland-Pfalz schnell handeln und die Malu Dreyer als damalige Sozialministerin,
die war dann auch gleich mit dabei, lasst uns einen Aktionsplan machen.
Da kommen die Nächsten wieder und sagen, naja, wieder Papier.
Und das stimmt auch irgendwie, wie viele Papiere haben wir, wo wir denken,
oh, da steht es und was passiert?
Zumindest nicht viel Sichtbares. Und damals hatte ich dann schon gesagt,
okay, wenn wir einen Aktionsplan machen.
Man wächst ja in sowas rein und ist einem anfangs gar nicht so bewusst,
aber dann muss im Prinzip am Tag eins, wenn dieser Aktionsplan sozusagen vorgestellt
wird, da muss es schon darum gehen, wie können wir das mit Leben füllen,
wie können wir es umsetzen.
Und ich hatte das große Glück, dass in Rheinland-Pfalz sehr viele Leute waren,
die ganz engagiert dabei waren, die auch wirklich schon einiges erreicht hatten.
Und da konnte man anfangen, darauf aufzubauen. Ja, weil da konnte ich dann,
da war Offenheit bei Böhringer Ingelheim, also großer Pharma-Betrieb,
Pharma-Unternehmen, da konnte ich hingehen, da war eine Ausstellung,
das heißt, schön, super, dass wir die Ausstellung machen.
Tja, feiern wir demnächst den ersten Aktionsplan eines größeren Unternehmens
und hat es ein, zwei Jahre gedauert, der Aktionsplan wurde begangen und dann
treffe ich auch Menschen.
Ja, ich war da jetzt vor, ich glaube letztes Jahr war ich wieder bei Boehringer.
Da war ja die Frau, ich glaube mit Down-Syndrom, also auf jeden Fall mit Behinderung,
die hat dort immer noch gearbeitet. Die hat viele Jahre jetzt im Grünbereich,
bei Boehringer Ingelheim gearbeitet, wo ich sage, jo, da ist ein Aktionsplan.
Aber das hat auch für Menschen was gebracht, das hat was zur Barrierefreiheit gebracht.
Das geht halt so oft unter und darum ist es auch gut, dass ihr das in Luxemburg
begeht, weil ich finde, so einen Aktionsplan zu entwickeln ist eine Leistung,
aber natürlich auch anspornend, das konkret umzusetzen.
Und wenn ich die Akteure nicht einbeziehe, da sind wir bei der Partizipation,
da kann ich noch so tolle Sachen machen, aber es kommt bei den Menschen nicht an.
Also man muss schon und deshalb habe ich mich immer wieder bemüht,
auch das war wieder dieses Hinzuhören, einzusammeln.
Was habt ihr denn? Was macht ihr? Was habt ihr geschafft? Und ich hätte heute
gerne die Gras Herr Schade mit dabei gehabt.
Die Gras Herr Schade, die arbeitet inzwischen bei der Verbandsgemeinde Niederolm.
Die hat viel mit Kommune inklusiv gemacht und die haben so viel erreicht.
Wo einfach, ich sage mal das, Schwimmbadbarriere, die Saunabarriere freier geworden ist.
Und viele ganz praktische Dinge, wo Menschen einfach hingehen, wo man mitdenkt.
Und das würde so untergehen, weil man immer nur das Negative sieht,
aber das auch hervorzuheben, weil am Ende, und das ist, glaube ich,
das, was mir am wichtigsten ist, wenn wir Leute motivieren wollen,
sich einzusetzen, ja, ich kann Schrecken verbreiten, beziehungsweise es gibt
oft auch Schrecken, den es gibt, wenn Leistungskürzungen drohen,
dass man sich engagiert, dagegen ankämpft.
Aber die Leute müssen auch Erfolge haben. Wenn ich was zum fünften Mal mache
und immer nur Mist, immer nur, nee, hätten wir und in unseren Reihen kann man ganz schön rumnölen.
Wenn man da manchmal so zuhört, man macht eine Veranstaltung und dann.
Warum habt ihr das nicht?
Und deshalb glaube ich, dass wir unsere Erfolge da einfach auch darstellen,
feiern müssen. Und wenn sie die auch manchmal so klein sind,
trotzdem ist es ein Erfolg.
Gute Nachrichten zu Inklusion als positiver Motor, um andere Menschen,
andere Initiativen, andere Kommunen, andere Gesellschaftspunkte,
zu motivieren, auch in die Richtung zu gehen, um inklusiv zu denken,
um als Motor der Teilhabe zu funktionieren.
Das ist, glaube ich, der Ansporn, den du immer hast.
Ja, also ich glaube, das hat mich nicht verlassen. Ich kam, wann war das?
Jetzt muss ich mal zurückdenken. Ich kam Ende 1989 aus den USA zurück.
Ich hatte dort das Glück, 15
Monate auch viele Leute von der Behindertenbewegung dort kennenzulernen.
Ich durfte damals mit der Judy Heumann, die leider auch nicht mehr lebt,
also eine der Streiterinnen in diesem Film, Krip Camp, da kommt die vor,
es kommt auch jetzt ein neuer Film, Being Human raus, der kommt jetzt glaube ich so demnächst über.
Netflix im Oktober, November und die hat mich viel mitgeschleift.
Also ich war da im Kongress bei der Anhörung zum amerikanischen Gleichstellungsgesetz
dabei und die hat immer gesagt, you have to meet, call den und den.
Und dann habe ich den getroffen, mich ausgetauscht und da hat sich ganz viel
angestaut, wo ich dachte, Mensch, da ist Energie, da sind Erfolge,
und das habe ich so mitgebracht nach Deutschland, dieses, ja,
schon auch positives Denken.
Aber auch Leute versuchen zu begeistern. Und wenn wir das nicht können,
warum sollten die bei uns mitmachen?
Entweder kommen sie nur zum Kaffeetrinken und wir betütteln sie.
Nichts gegen Kaffeetrinken und ein leckerer Kuchen, aber da passiert in der
Regel jetzt noch nicht so viel, außer vielleicht der Austausch untereinander,
der auch nicht unwichtig ist.
Aber gesellschaftliche Veränderung, ich glaube, da muss man Leuten schon immer wieder Mut machen.
Ja, weil es ist nicht schön, wenn ich irgendwo einen Brief schreiben muss.
Das können auch nicht alle.
Es ist anstrengend, wenn man irgendwie eine Aktion organisiert und nicht weiß,
komm 15, 15 oder sind wir heute vielleicht mit Glück 100.
Das erfordert auch Mut, sowas zu machen. Sich vor die Presse zu stellen und
ich sage mal natürlich auch zu erzählen, was man erlebt.
Das ist schon eine Offenlegung und das erfordert schon Mut. Das braucht auch Durchhaltevermögen.
Und das ist so ein bisschen, wo ich heute auch manchmal so kritisch drauf gucke.
Ja, wir haben viele, die treten ganz schnell was los, super, finde ich auch echt gut,
aber dann auch nochmal drauf zu gucken, ups, was ist daraus geworden und Sascha,
du kennst das aus der Podcast-Welt, das sind ja massenhaft Podcasts hochgeschossen.
Aber du machst es jetzt 5,5 Jahre?
Wahnsinn, 5,5 Jahre, ich meine, was hast du gebraucht? Hätten sie immer nur
rummeckert, würde es heute noch machen.
Ich glaube nicht. Ich glaube, die Mischung, die ich geschafft habe zu entwickeln,
ist aus diesen natürlich kritischen Podcasts, aus den Sachen, die,
natürlich uns belasten, aber was ich auch immer schön fand, mal Sachen zu finden
oder Gesprächspartner zu finden, die,
über gute Entwicklungen gesprochen haben.
Aber ich habe jetzt noch vor kurzem das Interview mit Stephen Baumgärtner über seinen Sohn Noah.
Natürlich hätte man sich hinstellen können und sagen, inklusiv beschult,
schlecht, nicht cool und so weiter.
Aber auch der hat mal eine andere Perspektive gezeigt und gesagt,
dass für ihn so eine Inklusionsschule und seinen Sohn genau das Richtige wäre.
Aber er hat sich auch genau hingestellt und gesagt, aber in eine Werkstatt geht
der Sohn mir nicht, weil da passt er nicht hin.
Also ich finde es schön, dass wir die Möglichkeit haben, auch diese Diversität,
des Menschen mit Behinderungen oder des Umfelds des Menschen mit Behinderungen
zu analysieren und dann zu gucken, was gibt es Gutes, was gibt es nicht so Schönes.
Und es geht auch in dieser Hinsicht weiter. Ich finde das wichtig,
dass wir auch nicht nur die negativen, was ich halt immer wieder schön finde,
ist, das ist nicht meine Rubrik, aber trotzdem bin ich so glücklich und zufrieden,
dass wir diese Rubrik bei uns haben, Lust auf Zukunftsplanung.
Was dafür Freude gestrahlt wird, was dafür Positiv-Vibes entwickelt werden,
was dafür Zukunftspläne geschmiedet werden, was wir da erleben und hören,
was dann den Menschen durch diese Zukunftsplanung für Perspektiven aufgezeigt werden.
Alleine das ist schon eine Serie, die ich im Podcast so genieße.
Und Ellen Keune macht sie mit einer Liebe zum Detail, zur Inhaltlichen und Information.
Für mich ist das auch eine gute Nachricht zur Inklusion, dass wir so eine Rubrik
haben können, wo genau dieser Teil Platz hat, diese Lust auf Zukunftsplanung,
wo wir den Menschen Perspektiven für ihre Zukunft geben und sie nicht,
in ihren Wohnstrukturen, in ihren Werkstätten versauern lassen,
sondern wo wir ihnen Freude und Lebensinhalt geben.
Jaja, du sagst es. Und das war auch das Schöne an diesem Projekt,
Gute Nachrichten zur Inklusion.
Ich hatte die Möglichkeit, und das darf man ja auch nicht unterschätzen,
weil wenn man irgendwo hin will, auch auf eine Tagung oder so,
das kostet ja inzwischen Fahrtkosten, Unterkunft, zum Teil noch Tagungsbeitrag.
Können sich ja viele gar nicht leisten.
Und ich hatte natürlich jetzt mit dem Projekt die Möglichkeit,
ich konnte zu sowas gehen. Und darum war ich auch bei diesem Mitmachcamp im Oktober 2024.
Und es war herrlich, weil es waren so viele Menschen. Und du hast es bei der
Tagung gemerkt, da hatte ich kurz irgendwas moderiert.
Und dann kam eine, eine Frau mit Lernschwierigkeiten, glaube ich aus Österreich,
ich will auch moderieren.
Das wollte ich schon immer. Das würde ich auch gerne machen.
Naja, dann leuchten bei mir natürlich gleich alle Freuden auf,
natürlich, oh, hier ist jemand, die was will, und dann sage ich,
pass auf, komm mal zu mir, und wir gucken mal, wie macht man es,
auf was kannst du achten, und dann probieren wir das einfach.
Ja, denkst du, das klappt?
Ich glaube, das klappt. Ich hatte keine Ahnung, ob es klappt,
ja, und dann hatte das aber keinen halben Tag gedauert.
Dann hatten wir das irgendwie vermittelt, ich hatte ein kleines Rollenspiel
mit ihr gemacht, ja, und sie hat moderiert, und plötzlich ist was passiert,
was bei solchen Tagungen ja nicht immer so der Fall ist, bei den Zukunftsplanerinnen
und Zukunftsplanern eher plötzlich waren es ganz viele behinderte Menschen,
die sich da nach vorne getraut haben, die die Dinge präsentiert haben.
Also es waren nicht mehr diese jo, da sind irgendwelche Professionellen oder
Professor, Doktor, so und so.
Nee, die Show, ja, auch das Eindrückliche haben dann plötzlich,
die Leute haben sich getraut und unheimlich dabei gelernt war.
Und sowas erleben zu dürfen, da sind wir bei Dingen, ich sag mal.
Ach, weiß nicht, die nichtbehinderte Gesellschaft sieht sowas zum Teil gar nicht.
Und wenn sie es sieht, dann wird es entweder ganz schnell heroisiert oder zum
Teil vielleicht abgewertet, weil es nicht perfekt ist.
Und ich denke, solche Dinge sichtbar zu machen und auch solche Prozesse,
da ist jemand, die möchte sich verändern.
Und ob das jetzt ein Mann, ja, Schulz aus Schleswig-Holstein ist,
die es geschafft hat, aus der Werkstatt rauszukommen, in den richtigen Arbeitsplatz.
Die Nancy Frindt, die nach, glaube ich, neun Jahren Werkstatt jetzt schon,
im fünften Jahr ihres Lebens auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeitet,
einen richtigen Lohn bekommt und die sich da, ich sage mal, freischwimmen mussten.
Die mussten ganz viel Neues machen.
Jemand, der aus einer Einrichtung auszieht. Und ich finde, das hat schon eine
Würdigung verdient. Und das sind für mich tolle Nachrichten,
Weil hier haben Menschen was angepackt, wo es nicht so einfach ist, das zu machen.
Lieber Ottmar, wir vom Eagle Podcast und ich denke auch alle die Menschen,
die schon auf nw3.de waren oder nw3.de noch gehen werden.
Wir alle danken dir für dieses großartige Projekt.
Gute Nachrichten zur Inklusion. Wir hoffen, dass die guten Nachrichten vielleicht
auf Kobinett und vielleicht im Eagle Podcast noch einmal mal ihren Platz haben.
Wir haben es ja mal teilweise immer geschafft, jeden Monat zum Schluss noch
mal die gute Nachrichten zur Inklusion rauszuholen, Und weil wir nicht mit diesem
negativen Ballast aus dieser Monatsrückblick-Sendung gehen wollten,
sollten wir vielleicht nochmal anfangen, das demnächst wieder einzuführen.
Dir nochmal vielen Dank für dieses großartige Projekt. Und wir freuen uns schon
auf das Nächste, was du irgendwo im Stübchen da wieder am zusammenbrühen bist.
Wir sind gespannt auf das Nächste, was kommt. Und wie gesagt,
auf www.nw3.de, Netzwerkartikel 3, dort stehen die gute Nachrichtensinklusion.
Und natürlich auch auf Kobinet-Nachrichten, wenn ihr da das Stichwort gute Nachrichten
zur Inklusion eingibt, werdet ihr nochmal viele gute Nachrichten finden.
500 Stück, circa hat Ottmar Meils in den letzten 5 Jahren zusammengestellt.
Großartige Leistung. Dir vielen Dank für das Interview und dass wir das nochmal
hier so ein bisschen Revue passieren konnten und nochmal darauf hinweisen können
und wir hören uns definitiv wieder
beim Monatsrückblick auf den Monat September. Bis dahin. Dankeschön.
Danke auch und Tschüss. www.nw3.de. Das ist die Internetseite,
wo die fast 500 guten Nachrichten zur Inklusion gesammelt wurden.
Eine Plattform, die zur gute Laune dazu beiträgt. Vielen Dank fürs Zuhören.
Bis demnächst. Euer Inklusator Sascha Lang.
IGL. Inklusion. Ganz einfach leben. Wird dir präsentiert von Inklusator.
Infos zum Inklusator und weitere Folgen findest du unter www.igelmedia.com.
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